Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 6/18: antarktische Alpträume

Hier schreibt Fritz Vahrenholt seine monatliche Kolumne. In allgemeinverständlicher Form berichtet er über neue Entwicklungen aus den Klimawissenschaften – und natürlich von unserer lieben Sonne. Ganz unten auf der Seite finden Sie ein Archiv aller seiner Rundbriefe.

25.6.2018
Die Sonne im Mai 2018 und antarktische Alpträume

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Sonne war im April etwas unruhiger als zuvor, gleichwohl erreichten wir nur 43 % der sonst für diesen Zyklusmonat üblichen Aktivität. In den nächsten 12 -24 Monaten werden wir mit dem Minimum das Ende des 25. Zyklus sehen. Da die Temperaturentwicklung nicht den Erwartungen der Klimaalarmisten entspricht – wir sind heute wieder auf dem Niveau des Jahres 2014 angelangt- müssen neue Alpträume her, um das erlahmende Interesse an Klimapolitik wachzurufen. So lasen wir kürzlich in der FAZ die Schlagzeile ” Das ewige Eis schmilzt dahin “, gemeint war das Eis der Antarktis. Der Artikel beschriebe den Alptraum : “Würde das gesamte Eis in der Antarktis verschwinden, hätte das dramatische Folgen : der globale Meeresspiegel würde um fast 60 Meter ansteigen.”

Was war passiert? Eine Arbeit von 40 (!) Autoren des Klima-mainstreams kommen zu dem Schluss, dass die Massenbilanz aller Regionen in der Antarktis negativ ist. 109 Gigatonnen soll der Verlust pro Jahr betragen. Das hört sich nach viel an. Der Eisschild weist jedoch 27,6 Millionen Gigatonnen an Eis auf. Selbst wenn die Annahme richtig wäre und sich der Eisverlust fortsetzte, würde es tausend Jahre dauern, bis 1% der antarktischen Kappe geschmolzen wäre.

Die Gletscher der Antarktis reichen in das Meereswasser. Entscheidend sind die Temperaturen unter der Wasserlinie. Und da sieht man einen rückläufigen Effekt. Von 1955 bis 2004 hat sich die Wassersäule bis 700 m Tiefe um 0,003 ° C pro Jahr erwärmt, ab 2004 ist dieser Anstieg auf 0,001° C pro Jahr zurückgegangen. Ein Zusammenhang mit steigenden CO2 -Emissionen ist so jedenfalls nicht zu konstruieren. Vieles spricht dagegen für natürliche Schwankungen, denen die Meeresgewässer um die Antarktis unterworfen sind. Offensichtlich verhalten sich arktische und antarktische Meeresgewässer wie eine Wippe, die in einem 60-jährigen Rhythmus zwischen wärmeren und kälteren Phasen hin und herschwingt.

Noch 2015 hatte die NASA durch ihren Glaziologen Jay Zwally bekannt gegeben, dass die Westantarktis Eis verliert, die Ostantarktis aber Eis gewinnt. Die Bilanz war danach positiv mit 200 Gigatonnen pro Jahr. Nach Zwallys Untersuchungen trägt die Antarktis zur einer Senkung des Meeresspiegelanstiegs von 0,23 mm/ Jahr bei. Beim Schmelzen der Westantarktis sind sich die Forscher also einig, bei der Ostantarktis kommen sie zu unterschiedlichen Ergebnisse. Der Lead Autor der Studie, Andrew Shepherd von der Universität Leeds, räumt mittlerweile ein, dass man sich hinsichtlich der Ostantarktis am wenigsten sicher sei.

Das war nicht unklug. Denn Zwally hat schon eine neue Veröffentlichung angekündigt, wonach seine Ergebnisse von 2015 bestätigt werden, dass das Eis der Ostantarktis in einem Maße wächst, das die Verluste der Westantarktis mehr als ausgleicht. Wie hiess die Schlagzeile in der FAZ noch einmal ? “Das ewige Eis schmilzt dahin “. Um dann zum Schluss zu kommen “Künftige Entscheidungen zum Schutz des Erdklimas bestimmten, welche Entwicklung in der Antarktis eintritt.” Das hätte Claudia Roth nicht besser formulieren können.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt