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Studie: Jeder Zweite heizt weniger aus Kostengründen

Trotz Billigöl bleibt Energie in Deutschland ein Hauptkostenfaktor, woran die Energiewende nicht ganz unschuldig ist. TopTarif.de berichtete am 13. Oktober 2016 im Rahmen einer Pressemitteilung über den Kostendruck für deutsche Haushalte:

Studie: Jeder Zweite heizt weniger aus Kostengründen

Berlin, den 13. Oktober 2016 – Die Heizsaison hat begonnen, doch für rund 55 Prozent der deutschen Eigenheimbesitzer bleibt die Heizung vermutlich vorerst kalt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie im Auftrag des Vergleichsportals TopTarif (www.toptarif.de) und Thermondo. Etwa jeder zweite Befragte (47 Prozent) gab an, das Heizen so lange wie möglich hinauszögern zu wollen – 8 Prozent wollen sogar erst heizen, wenn es draußen bitterkalt ist.

Die ideale Raumtemperatur führt zu Streitigkeiten

In jedem dritten Haushalt (38 Prozent) war die richtige Raumtemperatur schon einmal Streitthema. Frauen mögen es bekanntermaßen wärmer als Männer. Das bestätigt auch die Studie: Tendenziell liegt die Wohlfühltemperatur der weiblichen Befragten höher als die der Männer – besonders ab 23 Grad Raumtemperatur. Geschlechterübergreifend fühlt sich die Mehrheit (64 Prozent) zwischen 20 und 22,5 Grad am wohlsten. Rund ein Viertel mag es noch wärmer: 23 bis 25,5 Grad. Einig sind sich die Geschlechter in allen Altersgruppen dagegen bei den Ausgaben. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) gaben an, ihr Heizverhalten aus Kostengründen einzuschränken. Darunter sind nahezu gleich viele Haushalte mit und ohne Kinder. „Die Kosten spielen für Verbraucher eine wichtige Rolle. Doch am Markt zeichnen sich gerade deutliche Preisdifferenzen ab – davon können Verbraucher profitieren. Wer die Unterschiede für sich nutzt, geht deutlich entspannter in die Heizsaison“, sagt Dr. Arnd Schröder, Geschäftsführer von TopTarif.

49 Prozent Preisunterschied bei Gasversorgern

Dreiviertel der Befragten beheizen ihr Eigenheimen mit einer Gas- (49 Prozent) oder Ölheizung (24 Prozent). Dabei profitieren Verbraucher mit einem Heizöltank von dem starken Ölpreisverfall der vergangenen zwei Jahre. Auch wenn der Preis für leichtes Heizöl in Deutschland in der ersten Jahreshälfte wieder leicht angestiegen ist, liegt der durchschnittliche Heizölpreis (38,85 Euro/hl)* noch deutlich unter dem vom Vorjahr (51,58 Euro/hl)*.

Die Preisunterschiede auf dem Gasmarkt sind aktuell so groß wie lange nicht mehr: Eine Familie mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas bezahlt im teuren Grundversorgungstarif derzeit durchschnittlich 1.448 Euro pro Jahr. Das günstigste Angebot kostet hingegen nur 739 Euro jährlich. Der Preisunterschied beträgt 49 Prozent – das entspricht einer jährlichen Entlastung von 709 Euro.

* Statistisches Bundesamt, Daten zur Energiepreisentwicklung

Über die Studie:

Die repräsentative Studie wurde vom Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. im Auftrag von TopTarif und Thermondo durchgeführt. Insgesamt wurden 1.037 Eigenheimbesitzer in Deutschland im Alter von 20 bis 69 Jahren zu Heizungstechniken und ihrem Heizverhalten befragt. Die Online-Erhebung fand im Zeitraum vom 24. bis zum 30. August 2016 statt.

Mehr Informationen zur Studie: http://www.toptarif.de/wissen/heizen/

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Die Klimakatastrophe ist nicht der erste Wissenschaftsirrtum in der Geschichte. Der Astrophysiker Mario Livio hat in einem Vortrag die tollsten “Dinger” vorgestellt. Fazit: Jede Zeit hatte ihren eigenen Wissenschaftsfehlschlag. Zum Vortrag geht es hier (via WUWT).

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Im September 2016 erschien das Buch “Vom Klimawandel zur Energiewende: Eine umfassende Prüfung der zugrundeliegenden Annahmen” von Klaus-Peter Dahm. Aus der Beschreibung:

Der heutige Klimawandel ist eine Tatsache. Aber wird dieser Klimawandel wirklich durch uns Menschen verursacht? Das Klima ändert sich ja nicht erst heute, sondern Klimaschwankungen – z. T. deutlich stärker und auch schneller als heute – existieren schon seit mindestens 2.300 Millionen Jahren. Der Autor Dr. sc. nat. Klaus-Peter Dahm, der die Diskussion um den Klimawandel schon seit 2008 intensiv verfolgt, prüft das Modell von der menschlich verursachten globalen Erwärmung auf streng wissenschaftlicher Basis nach dem heute üblichen Verfahren der Falsifikation und kommt zu überraschenden Ergebnissen.

Im zweiten Teil geht der Autor auf die Energiewende in Deutschland ein und unterzieht auch hier die zugrundeliegenden Annahmen einer intensiven wissenschaftlichen Prüfung. Das Ergebnis ist wenig schmeichelhaft für unsere Energiepolitik. Wer sich kritisch mit der Thematik “Klima und Energie” auseinandersetzen möchte und nach einer sachlichen und klaren Analyse dieser komplizierten Materie sucht, wird sie in diesem Buch finden. Es ist auch für den Laien verständlich, aber mit dem notwendigen wissenschaftlichen Anspruch geschrieben. Die Recherche beruht auf zahlreichen seriösen Quellen, welche nach jedem Kapitel angegeben werden. Insgesamt 69 Abbildungen, davon 30 farbig, und 7 Tabellen erleichtern das Verständnis des Textes.

Der Autor ist Geochemiker und Rohstoffexperte. Nach der Wende war er 10 Jahre als kommunaler Spitzenbeamter tätig. 2015 ist von Dr. Klaus-Peter Dahm, zusammen mit Prof. Wolfgang Merbach und Dr. Detlef Laves erschienen: “Der heutige Klimawandel – eine kritische Analyse des Modells von der menschlich verursachten globalen Erwärmung”.

 

 

DLR: Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre verstärkt Photosynthese um ein Drittel

Gute Nachrichten aus der Pflanzenwelt. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der University of Exeter haben nun berechnet, dass eine Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre eine Verstärkung der Pflanzen-Photosynthese um ein Drittel hervorruft. Hier die Pressemitteilung der University of Exter vom 30. September 2016:

Future increase in plant photosynthesis revealed by seasonal carbon dioxide cycle

Doubling of the carbon dioxide concentration will cause global plant photosynthesis to increase by about one third, according to a paper published in the journal Nature

The study has relevance for the health of the biosphere because photosynthesis provides the primary food-source for animal life, but it also has great relevance for future climate change. Vegetation and soil are currently slowing down global warming by absorbing about a quarter of human emissions of carbon dioxide. This land carbon sink is believed to be in part due to increases in photosynthesis. It is widely accepted that plant photosynthesis will increase with carbon dioxide, so long as nutrients, such as nitrogen and phosphorus, are not limiting. Global Earth System Models (ESMs) all predict that global photosynthesis will increase with carbon dioxide, but they differ by a factor of three in the size of this ‘CO2 fertilization’.

The authors of the Nature study, which are based at DLR in Germany and the University of Exeter in the UK, have discovered that the size of the CO2 fertilization is revealed by how the seasonal cycle in carbon dioxide concentration varies in the atmosphere. Lead author of the study, Sabrina Wenzel of DLR explains: “the carbon dioxide concentrations measured for many decades on Hawaii and in Alaska show characteristic cycles, with lower values in the summer when strong photosynthesis causes plants to absorb CO2, and higher-values in the winter when photosynthesis stops. The peak-to-trough amplitude of the seasonal cycle therefore depends on the strength of the summer photosynthesis and the length of the growing season”.

The measurements made on Hawaii and in Alaska show an increasing amplitude of the seasonal cycle, but what does this mean for the future? The Wenzel et al. study answers that question, by showing a link between the increase in CO2 amplitude that a model simulates and the CO2-fertilization that it predicts. This in turn means that the observed increase in the CO2 amplitude can be converted into a much improved estimate of the CO2-fertilization, which the authors call an Emergent Constraint. Co-author Professor Peter Cox, of the University of Exeter, summarises the consequences of the study: “despite nutrient limitations in some regions, our study indicates that CO2-fertilization of photosynthesis is currently playing a major role in the global land carbon sink. “This means that we should expect the land carbon sink to decline significantly when we begin to stabilize CO2”.

Und hier die Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom 29. September 2016:

Klimaforschung: Studie berechnet den Einfluss von steigendem CO2 auf die Pflanzen-Photosynthese

Pflanzenwelt und Erdreich verlangsamen derzeit die globale Erwärmung, indem sie rund ein Viertel der vom Menschen verursachten Kohlendioxid (CO2)-Emissionen aufnehmen. Diese Kohlenstoffsenke wird teilweise auf die zunehmende Photosyntheserate zurückgeführt. Eine neue Studie im Journal Nature zeigt: Bei einer Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre, nimmt die Effektivität der Pflanzen Kohlenstoff über Photosynthese aufzunehmen um etwa ein Drittel zu. Dies haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität von Exeter aus Großbritannien im Rahmen des von der EU geförderten KooperationsprojektsCRESCENDO(Coordinated Research in Earth Systems and Climate: Experiments, Knowledge, Dissemination and Outreach) herausgefunden.

Bekannt ist, dass der vom Menschen verursachte CO2-Anstieg einen “Düngungseffekt” bewirkt und die Photosyntheserate der Pflanzen damit zunimmt, solange es keinen Nährstoffmangel gibt. Globale Erdsystemmodelle stimmen darin überein, dass die globale Photosynthese mit steigendem CO2 zunimmt. Allerdings unterscheiden sich die Modelle um einen Faktor drei in der Berechnung der Größenordnung dieses CO2-Düngungseffekts. In der aktuellen Studie zeigen die Wissenschaftler nun, dass die Größenordnung des CO2-Düngungseffekts aus dem Jahresverlauf der CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre abgeleitet werden kann. Damit sind deutlich verbesserte Abschätzungen möglich.

Langjährige CO2-Messungen auf Hawaii und in Alaska zeigen charakteristische saisonale Zyklen: Im Sommer, wenn die Pflanzen durch Photosynthese Kohlenstoff speichern, ist der CO2-Gehalt in der Atmosphäre geringer. In Winter kommt die Photosynthese zum Stillstand und beim Verfall von Blättern und Pflanzen setzt die Vegetation ihre Kohlenstoffspeicher wieder frei. Daraus folgt, dass die Schwankung der CO2-Konzentration innerhalb eines Jahres abhängig ist von der Stärke der Photosynthese im Sommer und von der Dauer der Wachstumsphasen der Pflanzen.

Die Messungen in Alaska und auf Hawai zeigen eine immer größere jahreszeitliche Schwankung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre – aber was kann daraus für die Zukunft abgeleitet werden? Hauptautorin Dr. Sabrina Wenzel vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen erklärt: “Unsere Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen dem von Modellen simulierten Anstieg der Amplitude im CO2-Jahresgang und dem vorhergesagten Düngungseffekt. Aus dem beobachteten Anstieg  kann wiederum der Effekt der CO2-Düngung sehr viel präziser abgeleitet werden als bisher. Diese Methode ist bekannt als Emergent Constraints.”

“Trotz Nährstoffmangels der Pflanzen in einigen Regionen der Erde zeigt die Studie, dass die CO2-Düngung der Photosynthese zur Zeit eine sehr wichtige Rolle für die globale Kohlenstoffsenke spielt. Dies bedeutet, dass CO2-Emissionen noch stärker reduziert werden müssen, da wir erwarten können, dass die terrestrische Kohlenstoffsenke mit Beginn der angestrebten Stabilisierung der CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre abnimmt”, fasst Koautor Prof. Peter Cox von der Universität Exeter zusammen.

Neben ihrer wichtigen Rolle im Klimasystem stellt Photosynthese mit der Produktion von Biomasse zudem die Nahrungsgrundlage aller Lebewesen sicher. So liefert die Studie nicht nur für die Herausforderungen des Klimawandels wichtige Erkenntnisse, sondern hat auch große Relevanz für das globale Ökosystem.

Das im Nature Magazin erschienene Paper „Projected land photosynthesis constrained by changes in the seasonal cycle of atmospheric CO2” (10.1038/nature19772, 2016) wurde von Sabrina Wenzel (DLR), Peter Cox (University of Exeter), Veronika Eyering (DLR) und Pierre Friedlingstein (University of Exeter) verfasst.

Interessant ist der überraschend negative Spin am Ende der DLR-Meldung. Die deutschsprachige Presse interessierte sich für die Studie nicht. Schweigen im Walde.

 

Nachweis: Die Sonne kann unser Klima sehr wohl beeinflussen, denn sie hat es schon immer getan

Von Uli Weber

Zusammenfassung einer englischsprachigen Veröffentlichung von Uli Weber über den Zusammenhang zwischen Erdalbedo und paläoklimatische Zyklen. Dieser Artikel ist im Original in den Mitteilungen der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft Nr.3/2015 unter dem Titel “An Albedo Approach to Paleoclimate Cycles” erschienen und zu finden auf dgg-online.de (pdf hier).

Ein Einfluss unserer Sonne auf die aktuelle Klimaentwicklung unserer Erde wird von den politischen Klimawissenschaften rigoros abgelehnt. Folgerichtig werden auch die unterschiedlichen Variationen der Sonneneinstrahlung in den Computermodellen der Klimaforschung nicht abgebildet. Obwohl für paläoklimatische Temperaturproxies und die orbitalen Schwankungen der Erdumlaufbahn (Milanković-Zyklen) vergleichbare Frequenzspektren nachgewiesen sind, ignoriert man in den politischen Klimawissenschaften den natürlichen Paläo-Klimaantrieb unserer Erde und versteift sich dort weiterhin auf die alleinige Klimawirksamkeit des anthropogenen CO2-Ausstosses.

Paläoklimatische Zyklen: Die aus den Vostok-Eiskernen abgeleiteten Temperaturproxies [1] schwanken zwischen +3,23 und -9,39° Celsius gegen die globale oberflächennahe Durchschnittstemperatur (NST) zum Zeitpunkt der Probennahme und sind in Abbildung 1 dargestellt.

 

Abbildung 1: Isochrone Interpolation der Temperaturproxies aus den Vostok-Daten [1]

 

Wenn man nun die Vostok-0°Celsius-Temperatur mit der aktuellen globalen Durchschnittstemperatur (NST) von 14,83° Celsius gleichsetzt, erhält man eine Variabilität der absoluten Vostok Proxytemperaturen zwischen 5,44° und 18,06° Celsius. Weder die natürlichen Schwankungen der Sonnenaktivität von etwa 0,1 % noch die geometrischen Veränderungen der Solarkonstanten durch die orbitalen Erdbahnzyklen mit ebenfalls 0,1 % Schwankung (Schwarz [2]) bieten eine Erklärung für den erforderlichen natürlichen Paläo-Klimaantrieb. Die natürlichen Energiequellen der Erde scheiden von vorn herein als Ursache aus, lediglich Vulkanausbrüche können für einige Jahrzehnte klimabestimmend sein.

Und die sogenannten klimaaktiven Gase Wasserdampf, CO2 und Methan sind passive Quellen, die an die effektive Sonneneinstrahlung gebunden sind. So hätte beispielsweise bei einer CO2-Klimasensitivität von 4,5 Grad pro Verdoppelung der gemessene atmosphärische CO2-Gehalt in den vergangenen 420.000 Jahren zwischen etwa 140 ppm und 560 ppm schwanken müssen, um die Variabilität der Vostok-Temperaturproxies damit erklären zu können; tatsächlich schwanken diese Werte aber zwischen etwa 180 und 300 ppm.

 

Klimasensitivität der Sonnenstrahlung: Douglas und Clader [3] geben die Klimasensitivität k der Sonneneinstrahlung aus eigenen Versuchen zu  DT/ DF = k = 0,11 +/- 0,02  [°Celsius / Wm-2]  an.

Damit ergibt sich für die Vostok-Temperaturproxies eine Schwankungsbreite der Sonneneinstrahlung von

DFV@NST = +29,36 [W/m²] und -85,36 [W/m²] um die globale NST von 14,83°Celsius

Dieser Betrag stimmt in etwa mit den Berechnungen von Lascar et al. [4] überein, die für 65°N / 120°E eine Schwankung der Sonneneinstrahlung von bis zu +/- 50 [W/m²] über orbitale Zyklen angeben. Aus der Solarkonstanten von 1.367 [W/m²] und der Albedo von Douglas und Clader [3] mit a = 0,3016 ergibt sich eine reflektierte/refraktierte Energiemenge von 412,29 [W/m²], die nicht zur Klimaentwicklung beiträgt. Daraus wiederum lässt sich ein Beitrag von 13,67 [W/m²] pro Prozent Albedo ermitteln und, umgerechnet auf die Extremwerte der absoluten Vostok-Temperaturproxies, eine Schwankungsbreite für die Albedo der Erde von:

F@amin    =  412,29  - 29,36  [W/m²]  =   382,93 [W/m²]  mit dem Albedo  amin0,2801

F@amax   =  412,29  + 85,36  [W/m²]  =  497,65 [W/m²]  mit dem  Albedo  amax = 0,3640

 
 

 

Abbildung 2: Die Varianz der Erdalbedo abgeleitet aus den Vostok Temperaturproxies [1]

 

Die orbitalen Milanković-Zyklen stellen die einzige bekannte unabhängige Zeitreihe dar, die mit ihrem Frequenzspektrum die Schwankungen der paläoklimatischen Temperaturproxies für die letzten 420.000 Jahre in etwa abbilden können. Die Albedo unserer Erde ist dagegen die einzige bekannte Variable, die über eine Beeinflussung des reflektierten Anteils der Sonnenstrahlung die dafür notwendigen Schwankungen des solaren Klimaantriebs verursachen kann. Die Schwankungen der Erdbahn (Milanković-Zyklen) verursachen eine langperiodische Variabilität der sommerlichen Sonneneinstrahlung von +/- 50 Watt pro Quadratmeter in mittleren geographischen Breiten (Lascar et al. [4]). Eine dadurch verursachte selbstverstärkende Albedoänderung der Erde zwischen -2,15% und +6,24 Prozent kann dann sehr wohl die Temperaturschwankungen der Eiszeitalter erklären, wie sie durch die vorliegenden Proxydaten nachgewiesen werden.

Es ist also überhaupt nicht einzusehen, dass die natürliche Abhängigkeit zwischen globaler Durchschnittstemperatur und Erdalbedo keinerlei Rolle für die aktuelle Klimaentwicklung spielen soll, zumal das aktuelle Schwinden von Gletschern und Eisfeldern ein ständig präsentes Thema des medialen Klimaalarms ist. Ein solcher Verlust von Gletschern und Eisfeldern reduziert aber unmittelbar die Albedo der Erde und führt damit zu einer verstärkten Wirkung der Sonneneinstrahlung, die wiederum unmittelbar die globale Durchschnittstemperatur erhöht – und zwar ganz ohne jegliche Beteiligung von CO2…   

 

Literatur

[1] Vostok ice-core data [NOAA]: Petit, J.R., et al., 2001, Vostok Ice Core Data for 420,000 Years. IGBP PAGES/World Data Center for Paleoclimatology Data Contribution Series #2001-076. NOAA/NGDC Paleoclimatology Program, Boulder CO, USA  – Letzter Zugriff am 4. April 2012

[2] Die Milankowitsch-Zyklen by Oliver Schwarz: Calculation of Changes in Solar Forcing from Orbital Variations of the Earth. http://www.physik.uni-siegen.de/didaktik/materialien_offen/milankowitsch.pdf Letzter Zugriff am 7. August 2013

[3] Douglas and Clader (2002): Climate sensitivity of the Earth to solar irradiance. GEOPHYSICAL RESEARCH LETTERS, VOL. 29, NO. 16, 10.1029/2002GL015345, 2002 http://www.pas.rochester.edu/~douglass/papers/DouglassClader_GRL.pdf Letzter Zugriff am 7. August 2013

[4] Laskar et al.:  Orbital, precessional, and insolation from -20Myr to +10Myr. Astronomy & Astrophysics 270, 522-533 (1993) – Figure 5 ftp://ftp.cira.colostate.edu/ftp/Raschke/Book/Kidder/BOOK-CSU/Chapter%2010%20-%20Radiation-Budget/Lit-Insolatons/Laskar-AstrAph04-insolation.pdf  -  Letzter Zugriff am 7. August 2013

 

Record heat despite a cold sun – Discussion

By Sebastian Luening, Frank Bosse and Fritz Vahrenholt

Introduction

On 14th November 2016 Stefan Rahmstorf (“stefan”) of the Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) published on the climate blog Realclimate an article entitled „Record heat despite a cold sun”. In this article he discusses a temperature prognosis which we first published 2012 in the book “Die kalte Sonne”. An English translation of the book came out 2013 under the title “The Neglected Sun”. In his blog post, Stefan Rahmstorf attempts to demonstrate that the solar development does not match with the temperature evolution and hence has only a negligible effect on climate. Furthermore, he argues that our temperature prognosis has essentially failed.

First of all, it is good to see that our work is being considered by a prominent climate scientist and by this has re-entered the public climate debate. Nevertheless, we disagree with the conclusions drawn by Stefan Rahmstorf and would like to take the opportunity to comment on the issues raised in his article. To this end, we address the following points:

  • Is solar development really incompatible with temperature development?
  • Does it make sense to evaluate a prognosis only a few years after it was published?
  • How did we arrive at our prognosis and why do we think it will still be successful?
  • How likely are high climate sensitivity scenarios?

 

1) Is solar development really incompatible with temperature development?

In his starting figure, Stefan Rahmstorf shows the time evolution of global temperature, CO2 concentration and solar activity from 1950 onwards. Unfortunately, the first part of the 20th century is not shown which would have offered interesting insights into possible climate driving mechanisms. In Figure 1 we have extended the graph to 1900 and illustrate solar activity based on a total solar irradiance (TSI) reconstruction by Steinhilber et al. (2009) based on cosmogenic radionuclide 10Be measured in ice cores. The rapid warming of the first half of the 20th century coincides well with a steady increase in solar activity. Attribution of this warming therefore is not trivial as also CO2 increased contemporaneously.

In the 1960s and 70s temperatures dropped, corresponding with a fall in solar activity while CO2 continued to climb upwards. Recent research suggests that the negative phase of 60 year ocean cycles may have been the main reason for this colder interval (Gervais, 2016; Meehl et al., 2016; Tung and Zhou, 2013). Solar activity picked up again in the 1980s/90s reaching some of the highest values, making the second half of the 20th century one of the most active solar periods of the past 10,000 years (Solanki et al., 2004).

Solar activity began to gradually decline in subsequent 11-year solar cycles in the 2000s and 2010s, as marked by the downward trend in the TSI curve by Steinhilber et al. (2009) (Fig. 1). Notably, the reduced solar activity roughly coincides with the so-called warming hiatus or slowdown that commenced around 1998. Again, ocean cycles may have played a major role in initially boosting and eventually terminating the phase of rapid warming that took place 1977-1998 (Meehl et al., 2016).

Due to the inertia of the climate system, time lags of a few decades with regards to external triggers have to be expected. The drop in solar activity during the early 21st century may therefore be only fully implemented in global temperatures in the coming years to decades, if solar activity plays a more important role than currently assumed by the IPCC. Stefan Rahmstorf’s solar representation misses the important ramp up to the exceptionally high solar plateau in the second half of the 20th century. Looking at the interval 1898 to 1997, solar activity (sensu Steinhilber et al. 2009) shows an even better (R=0.78) correlation with temperature than CO2 (R=0.75).

 

Figure 1: Time evolution of global temperature (GISS), CO2 concentration and solar activity (Steinhilber et al. 2009).

 

2) Does it make sense to evaluate a prognosis only a few years after it was published?

Climate change temperature prognoses refer to mid- and long-term developments, and do not intend to cover effects related to fast-paced El Nino, La Nina or volcanic events. It therefore does not make sense to evaluate a prognosis only four years after it was published, especially not during an El Nino year such as 2015/16. Apart from this, the temperature dataset chosen by Stefan Rahmstorf and its way of smoothing are debatable.

The GISS data have experienced repeated large administrative changes and therefore are considered by part of the climate research community as unstable (Fig. 2). Furthermore, Rahmstorf chooses averages over a 12 months period which unfortunately further emphasizes the El Nino peak. A better choice might have been monthly temperature data which by the time when Rahmstorf’s blog article went online in mid November 2014 had already returned down to values of the pre-El Nino temperature plateau. In terms of smoothing, a longer-term moving average would make better sense, e.g. 37 months, which helps to reduce some of the El Nino and La Nina short-term temperature effects. In the case of a 37 month smooth, the last smoothed data point is from mid 2015, shortening the reality-test interval of the prognosis down to merely three years.

Continue reading this article at WUWT (where it has been first published and where it can be commented on)

Universität Cardiff: Klimawandel hat kaum Einfluss auf die Häufigkeit von Erdrutschen

Im April 2015 brachte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. auf seiner Webseite einen Artikel, der offenbar mithilfe von Klimaangst Kunden werben sollte:

Klimawandel erhöht die Gefahr von Erdrutschen
Steter Tropfen höhlt den Stein: Der Klimawandel sorgt maßgeblich dafür, dass viele Berge längst nicht mehr so massiv sind, wie sie scheinen. Bröckelnde Berge werden immer mehr zu einer Gefahr für die Anwohner und deren Häuser. Auch Betriebe sollten die Erdrutschgefahr nicht unterschätzen.

In den europäischen Hochalpen fordert die Klimaerwärmung ihren Tribut: Durch die steigenden Temperaturen tauen die Permafrostgebiete nach und nach auf – und damit verschwindet das Eis, das als Kitt erheblich zur Stabilisierung von Bergflanken beiträgt. Die Felsen werden instabil, brüchig und Steinschläge lösen sich. Einer, der sich seit Jahrzehnten mit diesen Phänomenen beschäftigt, ist Johannes Feuerbach, Geologe und Geschäftsführer von Geo International Mainz. Er erforscht die Ursachen von Fels- und Erdrutschen und entwickelt Konzepte, die die Menschen schützen sollen. [...]

Nach einer “wissenschaftlichen” Gruseleinleitung, geht es dann zum Geldverdienen:

Ob Starkregen mit Erdrutsch, Schneedruck oder Lawinen – die zerstörerischen Elemente können erhebliche Sachschäden verursachen. „Nicht nur für Privatleute, auch für Unternehmen hat das schnell schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen“, sagt Andreas Reinhold, Leiter Produktmanagement im Firmenkundengeschäft bei AXA. Doch es gibt Hilfe: Unternehmen können sich gegen Schäden an Gebäuden und deren Inhalt sowie den daraus resultierenden Betriebsunterbrechungen absichern. Das schließt auch die sogenannten Elementarschäden mit ein. [...]

Ein gutes Jahr später hat sich die Sachlage ein Stück weit gewendet. Eine Studie der Universität Cardiff fand nämlich, dass der Klimawandel wohl kaum einen Einfluss auf die Häufigkeit von Erdrutschen haben wird. Hier die Pressemitteilung vom 7. Oktober 2016:

Climate change to have ‘little effect’ on common landslides

New study suggests the frequency of landslides in storm-affected areas will not increase as a result of climate change

The frequency of common landslides is not likely to increase as a result of more rainstorms brought about by future climate change, new research from Cardiff University has shown. Experts at the School of Earth and Ocean Sciences have shown that while the frequency of rainstorms may increase by up to 10% according to climate change projections, this would produce a long-term increase in shallow landslide frequency of less than 0.5%. Shallow landslides are the most common type of landslide and are often caused by heavy rainfall. They occur through the collapse of soil, resulting in fast moving debris flows of rock and mud that present a very dangerous hazard to anything in their path.

The new findings, which have been published in the journal Scientific Reports, challenges current theories within the field which suggest that landslide activity could increase proportionally with increased rainfall. Instead, the research findings show that the triggering of landslides is much more dependent on the build-up of soil – otherwise known as colluvium – on steep hillslopes, as opposed to rainfall from storms. The research team arrived at their results by performing field investigations in the Southern Appalachian Mountains, specifically looking at how the time taken for soil to accumulate on hillslopes affected the landslide triggering rate. The team then used computer models to calculate how future landslide hazards may develop as a result of climate change.

According to the researchers, shallow landslides occur when soil slowly accumulates on a mountainside over a very long time period, from thousands to tens of thousands of years. During a storm, converging ground water flow and the infiltration of rain into the colluvium causes landslides to be triggered. It then takes thousands of years for soil to accumulate once again on the mountainside before a landslide can occur again, so an increase in the frequency of storms during this time would have little effect on the frequency of landslides.

Lead author of the study Dr Rob Parker, from Cardiff University’s School of Earth and Ocean Sciences, said: “Our results have shown that lots more storms result in very few extra landslides. Though observations tell us that heavy rainfall triggers landslides, it is the process of soil accumulation that happens in the thousands of years leading up to a landslide that can be really important in determining how often landslides occur. “Though we still expect shallow landslides to continue to be a major hazard in our future wetter climate, we do not expect the frequency of landslides to increase in proportion to the frequency of extreme precipitation events.

“Landslides pose a major hazard to life and infrastructure, affecting around 12% of the world’s population who live in mountain ranges,” Dr Parker continued. “In addition to the direct hazard they pose, landslides are the primary source of sediment in mountain ranges, with significant knock-on effects on river, floodplain and estuarine systems, as well as playing an important role in global biogeochemical cycles. “The consequences of landslides are therefore wide-reaching, so it’s vital that we get a better understanding of how they may evolve under future climate conditions.”

Zu unterscheiden sind sicher kalte Gebiet mit Permafrost (z.B. Alpen) und eisarme warm-feuchte Gebiete (südliche Appalachen). Trotzdem eine bemerkenswerte Studie. Wie hat die deutschsprachige Presse dieses wichtige neue Resultat aufgenommen? Keine Reaktion. Schweigen im Walde.

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Spannender Artikel von Uli Weber am 4. November 2016 auf Tichys Einblick:

Propaganda statt Wissenschaft: Hexenhammer Klimaglauben

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass sich Politikwissenschaft zunehmend auf das Marketing gesellschaftspolitischer Ideologien reduziert, dann ist das dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien vollständig gelungen.

Das Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien hat sich in höchstem Maße um die Klimareligion verdient gemacht. Hier wurde im Mäntelchen einer offenbar längst verloren gegangenen Wissenschaftlichkeit ein Hexenhammer veröffentlicht, der den deutschen „Klimaleugnern“ endlich die Maske vom Gesicht reissen soll. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes “IPW Working Paper No. 1/2013” vom Department of Political Science, Faculty of Social Sciences, University of Vienna.

Der Titel lautet:

„KLIMASKEPTIKER IN DEUTSCHLAND UND IHR KAMPF GEGEN DIE ENERGIEWENDE“.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

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Apropos Klimareligion. Alfred Brandenberger hat eine schöne Stoffsammlung dazu zusammengestellt, die hier abzurufen ist.

 

Jedes zweite Wildtier ist von der Erde verschwunden: Verdrängung, Jagd, Eintrag fremder Spezies, Krankheiten

In der Vergangenheit versuchte man alle Probleme mit einem Universalschuldigen zu erklären, dem CO2. Egal ob zu heißes, zu kaltes, zu nasses, zu trockenes Wetter, immer war es das CO2. Das ging soweit, dass man sich darüber aufregte, dass der Klimawandel die Gurken immer krummer werden lässt. Diese Zeiten scheinen vorbei. Man hat offenbar erkannt, dass man mit dem General-Sündenbock langfristig daneben liegt, nicht nachhaltig argumentiert. Die Erde ist halt doch komplizierter. Es ist erfrischend, wie jetzt der Realismus wieder allmählich einkehrt. Hier ein Beispiel aus der Welt vom 27. Oktober 2016:

Jedes zweite Wildtier ist von der Erde verschwunden
Klimaschutzabkommen unterzeichnet, Bioläden überall: Naturschutz klappt, sollte man meinen. Nun ergibt eine Studie: 60 Prozent der Wildtiere sind seit 1970 verschwunden. Der Grund ist erschreckend einfach.[...] Der von den Forschern dokumentierte Rückgang betrifft Säugetiere, Fische, Vögel, Amphibien und Reptilien. Parallel zum Verschwinden vieler Tiere hat sich die Zahl der Menschen seit 1960 auf 7,4 Milliarden verdoppelt.

Die Studienautoren nennen fünf wichtige Gründe für das Sinken der Tierzahlen: Der Mensch mache den Tieren den Lebensraum streitig. Er jage und fische zu viel. Er verschmutze den Lebensraum. Zudem würden Spezies in fremde Lebensräume eingeführt, wo sie großen Schaden anrichteten. Außerdem verbreiteten sich Krankheiten unter den Tieren.

Ganzen Artikel in der Welt lesen.

Die Welt hat es hier gut gemeistert, die Klimakatastrophe außen vor zu lassen. Wenn man allerdings in die Ursprungs-Pressemiteilung des WWF hineinschaut, so wimmelt es nur so von Klimaalarm, grausig. Das Positive: Die Presse beginnt mitzudenken und zu filtern.

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Interessante Lesetipps von Alfred Brandenberger zur Energiewende hier.

Ökologe: „Monokulturen sind schlimmer als der Klimawandel“

Was gibts Neues von der Energiewende? In der Schweiz hat man mittlerweile erkannt, dass die grünen Energieträger nicht unerheblich zur Landschaftszerstörung beitragen. SRF am 12. September 2016:

«Grünes» Energiegesetz provoziert Landschaftsschützer
Ein Artikel im neuen Energiegesetz provoziert ausgerechnet den Widerstand von Umweltverbänden. Landschaftsschützer befürchten, dass die Produktion von grünem Strom auf Kosten von Natur und Landschaft geht. Sie prüfen eine Volksinitiative zum Schutz von Schweizer Landschaftsperlen.

Weiterlesen beim SRF

In Australien kam es am 28. September 2016 zu einem Stromausfall als während eines Hagelsturms ein Großteil der Windkraftanlagen abgeschatet werden musste und daraufhin das Netz in sich zusammenbrach. Im offiziellen Bericht zum Vorfall heißt es (via WUWT):

“When you rely on the weather to generate electricity, and the weather turns bad, then you shouldn’t be surprised when your electricity system in turn cannot cope.” “While renewables may very well have a place in our future energy needs, their uncontrolled rollout, powered by federal and state government subsidies is starting to do Australia damage.”

Biotreibstoffe 2.0. Auch hier hat man erkannt, dass man nicht einfach so weitermachen kann wie bisher. Eine Studie von Harding und Kollegen vom 21. Oktober 2016 in den Geophysical Research Letters warnt vor einer exzessiven Umwidmung von landwirtschaftlicher Anbaufläche zur Nutzung für Biotreibstoff-Pflanzen. Im Zuge der steigenden Weltbevölkerung und des gesteigerten Nahrungsmittelbedarfs ist dieser Pfad wenig nachhaltig, zudem wird dadurch der lokale Wasserhaushalt signifikant verändert.

Auch in Deutschland haben die Biotreibstoffe einen Großteil ihres ehemaligen grünen Charms verspielt. Bericht auf szlz.de vom 9. Oktober 2016:

Der Rintelner Biologe Thomas Brandt leitet die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer:
„Monokulturen sind schlimmer als der Klimawandel“

Besuch bei dem Rintelner Biologen Thomas Brandt in der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer e. V. (ÖSSM). In der teilweise neu gestalteten Ausstellung der Schutzstation kann man jetzt ein gefiedertes Opfer einer Windkraftanlage besichtigen: ausgestopft. Ein Seeadlerweibchen, das 18 Junge ausgebrütet hat und elf Jahre alt geworden ist. Brandt weiß das so genau, weil der tote Vogel beringt war. Ein Jäger hat ihn in der Nähe einer Windkraftanlage gefunden. Der linke Flügel des Vogels war abgerissen.

Nachfrage: Sind Vögel eigentlich zu dumm, um die nicht gerade kleinen Rotoren einer Windkraftanlage zu erkennen? Nein sagt Brandt, das Problem liege woanders: Die Blattspitzen der Rotoren sind bei Windstärke 5 bis 6 bis zu 200 Stundenkilometer schnell. Da hat kein Vogel eine Chance. Im engen Wesertalkorridor bei Westendorf, wo Windräder geplant sind, schon gar nicht.

[...]

Was Brandt wie allen Biologen aktuell Sorgen macht, ist der rasante Wandel in der Landwirtschaft – konkret die Großtechnik und die Vermaisung der Landschaft. Biogasanlagen seien eigentlich eine gute Idee gewesen. Aber vielleicht, sagt Brandt, hätte man besser noch ein paar Jahre an der Technik forschen und sich die Konsequenzen überlegen sollen. Die Monokultur sei schlimmer als der Klimawandel, denn „die Folgen sehen wir unmittelbar“.

Brandt nennt ein Beispiel: Macht ein Bauer Silage, hat kein Frosch, keine Heuschrecke, kein Insekt eine Chance zu überleben. Auch die Vögel nicht, denn denen fehlen nicht nur Nistplätze, sondern damit auch das Futter. Es verschwinden Vögel, die früher ganz selbstverständlich da waren, wie Rauchschwalben und Feldlerchen, auch Kiebitze.

Ganzen Artikel auf szlz.de lesen.

Aus Stroh Gold, also aus CO2 Treibstoff generieren. Pressemitteilung der University of Texas at Arlington vom 6. Oktober 2016:

Organic semiconducting polymers can harvest sunlight to split CO2 into alcohol fuels

Chemists at The University of Texas at Arlington have been the first to demonstrate that an organic semiconductor polymer called polyaniline is a promising photocathode material for the conversion of carbon dioxide into alcohol fuels without the need for a co-catalyst. “This opens up a new field of research into new applications for inexpensive, readily available organic semiconducting polymers within solar fuel cells,” said principal researcher Krishnan Rajeshwar, UTA distinguished professor of chemistry and biochemistry and co-Director of UTA’s Center for Renewable Energy, Science & Technology. “These organic semiconducting polymers also demonstrate several technical advantages, including that they do not need a co-catalyst to sustain the conversion to alcohol products and the conversion can take place at lower temperatures and use less energy, which would further reduce costs,” Rajeshwar added.

Rajeshwar and his co-author Csaba Janaky, professor in the Department of Physical Chemistry and Materials Science at the University of Szeged, recently published their findings in The Royal Society of Chemistry journal ChemComm as “Polyaniline films photoelectrochemically reduce CO2 to alcohols.” In this proof-of-concept study, the researchers provide insights into the unique behavior of polyaniline obtained from photoelectrochemical measurements and adsorption studies, together with spectroscopic data. They also compared the behavior of several conducting polymers. The stationary currents recorded after two hours during testing suggests that the polyaniline layer maintained its photoelectrochemical efficacy for the studied time period. While in the gas phase, only hydrogen was detected, but potential fuels such as methanol and ethanol were both detected in the solution for carbon dioxide-saturated samples.

“Apart from these technical qualities, as a polymer, polyaniline can also be easily made into fabrics and films that adapt to roofs or curved surfaces to create the large surface areas needed for photoelectrochemical reduction, eliminating the need for expensive and dangerous solar concentrators,“ Rajeshwar added. Frederick MacDonnell, chair of UTA’s Department of Chemistry and Biochemistry, underlined the importance of this research in the context of UTA’s focus on global environmental impact within the Strategic Plan 2020: Bold Solutions|Global Impact. “Dr. Rajeshwar’s ongoing leadership in research around new materials for solar fuel generation is vital in a world where we all recognize the need to reduce the impact of carbon dioxide emissions,” MacDonnell said. “Finding an inexpensive, readily-available photocathode material could open up new options to create cheaper, more energy-effective solar fuel cells.”

Rajeshwar joined the College of Science in 1983 and is a charter member of the UTA Academy of Distinguished Scholars. He is the newly appointed president of the Electrochemical Society, an organization representing the nation’s premier researchers dedicated to advancing solid state, electrochemical science and technology. He is an expert in photoelectrochemistry, nanocomposites, electrochemistry and conducting polymers, and has received numerous awards, including the Wilfred T. Doherty Award from the American Chemical Society and the Energy Technology Division Research Award of the Electrochemical Society. Rajeshwar earned his Ph.D. in chemistry from the Indian Institute of Science in Bangalore, India, and completed his post-doctoral training in Colorado State University.

Und auch in Belgien wird am Thema geforscht. Pressemitteilung der Universität Ghent vom 13. Oktober 2016:

Team UGent delivers a champion in carbon dioxide conversion

A research team from Ghent University developed an innovative concept to convert CO2 into valuable products. The new process, coined “super-dry” methane reforming, intensifies CO2 conversion, so the prestigious scientific journal Science reports.

An important cause of global warming is carbon dioxide (CO2) production, due to the increase of the oil, gas and coal consumption. Can we do something useful with this tremendous amount of CO2? A research team from Ghent University, led by Dr. Vladimir Galvita, developed an innovative concept to convert CO2 into valuable products. The new process, coined “super-dry” methane reforming, intensifies CO2 conversion, so the prestigious scientific journal Science reports. The new concept uses two important greenhouse gases, methane (CH4) and CO2, and aims at maximizing CO2 conversion. Compared to existing technologies, three times more CO2 can be converted into carbon monoxide (CO), an interesting building block for fuels and chemicals. Moreover, it offers high flexibility, both in gas feed as in process conditions, while using earth abundant and cheap materials such as iron, calcium, and nickel. With this novel concept, the Ghent scientists have delivered a true champion in CO2 conversion.

Huffington Post vom 20. Oktober 2016:

Erfolg im Klimawandel-Kampf: Forscher wandeln CO2 in Treibstoff um

  • Forscher stoßen zufällig auf eine CO2-Umwandlungsmethode
  • Kohlendioxid kann zu als Kraftstoff einsetzbarem Ethanol umgewandelt werden

Das Treibhausgas Kohlendioxid gilt als Hauptursache für den Klimawandel. Forschern könnte nun der entscheidende Schritt im CO2-Kampf gelungen sein. Zufällig stießen Forscher des Oak Ridge National Laboratory im US-Bundesstaat Tennessee auf eine Methode, die CO2 in Ethanol umwandelt – einfach und kostengünstig.

Weiterlesen in der Huffington Post

Pressemitteilung des Oak Ridge National Laboratory vom 12. Oktober 2016:

Nano-spike catalysts convert carbon dioxide directly into ethanol

In a new twist to waste-to-fuel technology, scientists at the Department of Energy’s Oak Ridge National Laboratory have developed an electrochemical process that uses tiny spikes of carbon and copper to turn carbon dioxide, a greenhouse gas, into ethanol. Their finding, which involves nanofabrication and catalysis science, was serendipitous.“We discovered somewhat by accident that this material worked,” said ORNL’s Adam Rondinone, lead author of the team’s study published in ChemistrySelect. “We were trying to study the first step of a proposed reaction when we realized that the catalyst was doing the entire reaction on its own.”

The team used a catalyst made of carbon, copper and nitrogen and applied voltage to trigger a complicated chemical reaction that essentially reverses the combustion process. With the help of the nanotechnology-based catalyst which contains multiple reaction sites, the solution of carbon dioxide dissolved in water turned into ethanol with a yield of 63 percent. Typically, this type of electrochemical reaction results in a mix of several different products in small amounts. “We’re taking carbon dioxide, a waste product of combustion, and we’re pushing that combustion reaction backwards with very high selectivity to a useful fuel,” Rondinone said. “Ethanol was a surprise — it’s extremely difficult to go straight from carbon dioxide to ethanol with a single catalyst.”

The catalyst’s novelty lies in its nanoscale structure, consisting of copper nanoparticles embedded in carbon spikes. This nano-texturing approach avoids the use of expensive or rare metals such as platinum that limit the economic viability of many catalysts. “By using common materials, but arranging them with nanotechnology, we figured out how to limit the side reactions and end up with the one thing that we want,” Rondinone said.

The researchers’ initial analysis suggests that the spiky textured surface of the catalysts provides ample reactive sites to facilitate the carbon dioxide-to-ethanol conversion. “They are like 50-nanometer lightning rods that concentrate electrochemical reactivity at the tip of the spike,” Rondinone said. Given the technique’s reliance on low-cost materials and an ability to operate at room temperature in water, the researchers believe the approach could be scaled up for industrially relevant applications. For instance, the process could be used to store excess electricity generated from variable power sources such as wind and solar. “A process like this would allow you to consume extra electricity when it’s available to make and store as ethanol,” Rondinone said. “This could help to balance a grid supplied by intermittent renewable sources.”  The researchers plan to refine their approach to improve the overall production rate and further study the catalyst’s properties and behavior.

ORNL’s Yang Song, Rui Peng, Dale Hensley, Peter Bonnesen, Liangbo Liang, Zili Wu, Harry Meyer III, Miaofang Chi, Cheng Ma, Bobby Sumpter and Adam Rondinone are coauthors on the study, which is published as “High-Selectivity Electrochemical Conversion of CO2 to Ethanol using a Copper Nanoparticle/N-Doped Graphene Electrode.”

 

Die vernachlässigten guten Seiten des Klimawandels: Mehr Krill, mehr Grün, weniger Wintertote

Der El Nino 2015/16 ist vorbei und die globalen Temperaturen haben sich wieder normalisiert. Der Blick auf die Satellitentemperaturen (RSS) macht es deutlich (letzter berücksichtiger Monat ist Oktober 2016):

Abbildung: Globale Temperaturentwicklung (RSS). Graphik: Woodfortrees.

 

Auf dem Höhepunkt des El Nino veranstalteten Anhänger des Klimakatastrophengedankens eine große Feier und schrieben einfrig Artikel mit Spitzentemperaturen, um sie in Wikipedia für die kommenden Jahre als warnendes Beispiel unterzubringen. Denn eines war klar, nach dem El Nino wird es kälter. Nach der Ebbe kommt Flut, nach dem Tag kommt die Nacht – und nach einem El Nino kühlt es ab. Nun ist es aber dieses Mal noch etwas extremer, denn es scheint sich ein La Nina zusammenzubrauen, das berichtete das Climate Prediction Center der NOAA am 10. November 2016:

Synopsis:  La Niña conditions are present and slightly favored to persist (~55% chance) through winter 2016-17.

La Niña conditions were observed during October, with negative sea surface temperature (SST) anomalies in early November stretching across most of the eastern and central equatorial Pacific Ocean [Fig. 1]. With the exception of the Niño1+2 region, the Niño region indices remained negative over the last month, with the latest weekly value of the Niño-3.4 index at -0.8°C [Fig. 2]. The upper-ocean heat content also remained below average during October [Fig. 3], reflecting below-average temperatures at depth [Fig. 4]. Convection was suppressed over the central tropical Pacific and enhanced over Indonesia [Fig. 5]. The lower-level easterly winds were weakly enhanced near and west of the International Date Line, and anomalously westerly upper-level winds were mainly west of the International Date Line. Overall, the ocean and atmosphere system reflected weak La Niña conditions.

Weiterlesen bei der NOAA (Eintrag 10. Nov. 2016).

Die Talfahrt der Temperaturen geht also weiter. Nun ist auch der erhoffte neue Jahres-Hitzerekord für die Zeit ab Beginn der systematischen Messungen in Gefahr. Warten wir es ab.

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Ein Forscherteam um Joan Ballester hatte im Juli 2016 in Nature Climate Change ein erfreuliches Ergebnis zu vermelden: Wärmere Winter im Zuge des Klimawandels lassen die Sterberate in Europa spürbar sinken. Endlich einmal ein positives Resultat des Klimawandels:

European seasonal mortality and influenza incidence due to winter temperature variability
Recent studies have vividly emphasized the lack of consensus on the degree of vulnerability (see ref. 1) of European societies to current and future winter temperatures. Here we consider several climate factors, influenza incidence and daily numbers of deaths to characterize the relationship between winter temperature and mortality in a very large ensemble of European regions representing more than 400 million people. Analyses highlight the strong association between the year-to-year fluctuations in winter mean temperature and mortality, with higher seasonal cases during harsh winters, in all of the countries except the United Kingdom, the Netherlands and Belgium. This spatial distribution contrasts with the well-documented latitudinal orientation of the dependency between daily temperature and mortality within the season. A theoretical framework is proposed to reconcile the apparent contradictions between recent studies, offering an interpretation to regional differences in the vulnerability to daily, seasonal and long-term winter temperature variability. Despite the lack of a strong year-to-year association between winter mean values in some countries, it can be concluded that warmer winters will contribute to the decrease in winter mortality everywhere in Europe.

Bereits im Januar 2016 hatte ntv über die ermutigenden Ergebnisse aus dem Forschungsgebiet berichtet:

“Der Winter ist der wahre Killer”Kälte ist tödlicher als Hitze
Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sehnt man sich schon mal nach heißen Sommertagen. Selbst 35 Grad im Schatten scheinen erträglicher zu sein als die aktuelle Kälte. Die Forschung bestätigt: Kälte zieht mehr Todesfälle nach sich als Hitze.

Weiterlesen bei ntv

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Früher musten wir hier im Blog kräftig über die Fachzeitschrift Nature Climate Change schimpfen. Einziger Programmpunkt war Klimaalarm. Das scheint sich nun geändert zu haben, wie der obige Artikel zeigt. Ein weiteres schönes Beipiel ist ein Paper von Jiafu Mao und Kollegen zum unerwarteten Ergrünen der Erde in den vergangenen 30 Jahren. Eine tolle Entwicklung, mehr Grün bedeutet mehr Leben. Im Juni 2016 veröffentlichten die Autoren in Nature Climate Change eine Ursachenanalyse. Das Ergebnis ist erfreulich: Das Ergrünen der Erde geht auf den erhöhten CO2-Gehalt der Atmosphäre zurück. Das böse klimatische Schadgas zeigt damit endlich auch seine schöne Seite als Förderer des Lebens. Hier der Abstract der Studie:

Human-induced greening of the northern extratropical land surface
Significant land greening in the northern extratropical latitudes (NEL) has been documented through satellite observations during the past three decades1, 2, 3, 4, 5. This enhanced vegetation growth has broad implications for surface energy, water and carbon budgets, and ecosystem services across multiple scales6, 7, 8. Discernible human impacts on the Earth’s climate system have been revealed by using statistical frameworks of detection–attribution9, 10, 11. These impacts, however, were not previously identified on the NEL greening signal, owing to the lack of long-term observational records, possible bias of satellite data, different algorithms used to calculate vegetation greenness, and the lack of suitable simulations from coupled Earth system models (ESMs). Here we have overcome these challenges to attribute recent changes in NEL vegetation activity. We used two 30-year-long remote-sensing-based leaf area index (LAI) data sets12, 13, simulations from 19 coupled ESMs with interactive vegetation, and a formal detection and attribution algorithm14, 15. Our findings reveal that the observed greening record is consistent with an assumption of anthropogenic forcings, where greenhouse gases play a dominant role, but is not consistent with simulations that include only natural forcings and internal climate variability. These results provide the first clear evidence of a discernible human fingerprint on physiological vegetation changes other than phenology and range shifts11.

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Gute Nachrichten auch in den Geophysical Research Letters am 15. Oktober 2016. Eine Forschergruppe um J. Melbourne-Thomas untersuchte den Einfluss des antarktischen Meereises auf die Lebensbedingungen für den wichtigen Krill. Unerwarteterweise fanden die Wissenschaftler, dass sich der Lebensraum des Krill bei schrumpfendem Meereis vergrößert. Eine antarktische Meereissschmelze kommt dem Krill also zugute.

Under ice habitats for Antarctic krill larvae: Could less mean more under climate warming?
Overwintering of larvae underneath Antarctic pack ice is a critical stage in the life cycle of Antarctic krill. However, there are no circumpolar assessments of available habitat for larval krill, making it difficult to evaluate how climate change may impact this life stage. We use outputs from a circumpolar sea ice model, together with a set of simple assumptions regarding key habitat features, to identify possible regions of larval krill habitat around Antarctica during winter. We assume that the location and suitability of habitat is determined by both food availability and three-dimensional complexity of the sea ice. A comparison of the combined area of these regions under current conditions with a warm climate scenario indicates that while total areal sea ice extent decreases, there is a consistently larger area of potential larval krill habitat under warm conditions. These findings suggest that decreases in sea ice extent may not necessarily be detrimental for krill populations.

Die Studie widerspricht damit einer früherer Untersuchung, über die der Klimaretter 2013 eifrig berichtet hatte:

Lebensräume für Krill schrumpfen
Mit der zunehmenden globalen Erwärmung könnte der Lebensraum von Krill erheblich kleiner werden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des British Antarctic Survey and Plymouth Marine Laboratory. Demnach könnte der Lebensraum der kleinen Krebstiere um 20 Prozent, stellenweise sogar um bis zu 55 Prozent schrumpfen.

Selbstredend, dass der Klimaretter nicht über die neue Studie berichtete, sowie auch der Rest der deutschsprachigen Presse. Schweigen im Walde.

 

Alfred Wegener und die Kontinentalverschiebung musikalisch nacherzählt

Beim Klimawandel geht es vielen Beteiligten vor allem ums Geld. Entwicklungsländer hoffen auf Milliardenzahlungen für angebliche Klimawandelschäden. Betreiber von erneuerbaren Energiesystemen profitieren von Subventionen und versuchen ihren Marktanteil auf Kosten der etablierten Energieträger auszubauen. Versicherungen schüren Klimaangst, um den eingeschüchterten Kunden dann Extremwetterversicherungen anzufdrehen. Dies sind nur einige wenige Bespiele von vielen.

Im Oktober 2016 ist nun ein weiterer Fall bekannt geworden. Vor 10 Jahren (2006) hatte der ehemalige Weltbank-Chefökonom  Nicholas Stern im Auftrag der britischen Regierung einen rund 650 Seiten starken Bericht erstellt, in dem er einen drastischen Umbau der Industriegesellschaft fordert, um die vermeintliche Klimakatastrophe zu entschärfen. Stern errechnete, dass Klimaschutz-Ausgaben in Höhe  1 % des globalen Bruttoinlandsprodukts notwendig wären, um eine Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration zwischen 500 und 550 ppm Kohlendioxidäquivalenten zu erzielen.

Im Oktober 2016 hat Sterns weiße Weste erste Flecken bekommen. Die britische Zeitung ‘The Mail on Sunday’ recherchierte, dass das von Stern geleitete Centre for Climate Change Economics and Policy (CCCEP) bei staatlichen Projektförderanträgen falsche Angaben gemacht hat. Insbesondere hat man offenbar fremde Forschung als eigene ausgegeben und damit neun Millionen Pfund bezogen. Die Mail on Sunday listete die Unregelmäßigkeiten am 23. Oktober 2016 dezidiert auf (via GWPF):

  • The Economic and Social Research Council (ESRC), which has given the CCCEP £9 million from taxpayers since 2008, has never checked the organisation’s supposed publication lists, saying they were ‘taken on trust’;
  • Some of the papers the CCCEP listed have nothing to do with climate change – such as the reasons why people buy particular items in supermarkets and why middle class people ‘respond more favourably’ to the scenery of the Peak District than their working class counterparts;
  • Papers submitted in an explicit bid to secure further ESRC funding not only had nothing to do with the CCCEP, they were published before it was founded;
  • The publication dates of some of these papers on the list are incorrect – giving the mistaken impression that they had been completed after the CCCEP came into existence.

Bereits in unserem Buch “Die kalte Sonne” haben wir über eklatante Schwächen des Stern-Reports berichtet. Der neue Fall ist ein weiterer Hinweis darauf, dass man die Arbeit von Stern offenbar doch etwas genauer prüfen sollte, bevor man die Ergebnisse in politische Maßnahmen umsetzt.

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Bei der kürzlichen Klimakonferenz in Marrakesch wollte man sich offenbar skeptische Stimmen vom Hals halten und versuchte es diesmal mit einem besonders plumpen Mittel: Kritikern erteilte man einfach keine Pressezulassung zur Veranstaltung. Willkommen in der Klimadikatatur, wo nur die Meinung der Herrschenden zählt.

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Die Debatte zum Klimawandel hat viele Ähnlichkeiten zur Kontinentalverschiebung vor hundert Jahren. Die Band ‘The Amoeba People’ haben die Geschichte von Alfred Wegener und den mobilen Kontinenten nun musikalisch nacherzählt. Einfach genial, dringende Youtube-Empfehlung, sie werden es lieben, versprochen:

 

Klimawandel landet bei My-World-Umfrage der Vereinten Nationen auf dem letzten Platz

Von unserem Leser Elmar Kerber

Vor einiger Zeit haben die Vereinten Nationen unter dem Namen  „MY World“ eine weltweite Umfrage gestartet. Das Ziel dieser Umfrage ist folgendermaßen definiert:

MY World is a United Nations global survey for citizens. Working with partners, we aim to capture people’s voices, priorities and views, so world leaders can be informed as they begin the process of defining the next set of global goals to end poverty.

Die Seite dieser Umfrage ist hier zu finden. Die Teilnahme ist für jedermann weltweit offen und die Abstimmung relativ schnell und einfach zu erledigen: auf der Abstimmungsseite HAVE YOUR SAY sind 16 Problemfelder/ Politikfelder / „issues“ vorgegeben, aus denen jeder Teilnehmer 6 als „für mich und meine Familie am wichtigsten“  auswählen darf, akkumulieren ist nicht möglich. Offenbar sind keinerlei Interessengruppen/Verbände etc. beteiligt. Bisher haben 9,7 Millionen Personen aus der ganzen Welt teilgenommen. Da die Zahl der Teilnehmer täglich nur noch um ca.20 wächst ist die Umfrage wohl annähernd beendet und wir können uns die Resultate anschauen. Das Ergebnis (Abb.1) muss für jeden „Klimaschützer“ ein Schock sein: Die fast 10 Millionen Teilnehmer der Umfrage geben dem Politikfeld „Maßnahmen gegen Klimawandel“ die niedrigste Priorität.

Abb.1: Rangliste der Wichtigkeit von Politikfeldern weltweit in der Umfrage MY World der Vereinten Nationen nach Stimmabgabe von 9,7 Millionen Teilnehmern im November 2016. Jeder Teilnehmer kann aus den 16 Problemfeldern 6 als die wichtigsten auswählen, es wurden also 58 Millionen „Stimmen“ abgegeben. Quelle: myworld2015.org

 

 

Dieses Ergebnis ist ein wenig überzeichnet, bedingt durch die Teilnehmerzahl pro Kontinent oder Land: die Teilnehmerzahl aus Entwicklungsländern ist höher als aus entwickelten Ländern. Die Resultate sind daher in Tab.1 nach Kontinenten, HDI-Gruppen (HDI= Human Development Index) und für ein paar ausgewählte Länder dargestellt. Afrika und Asien mit jeweils über 3 Millionen Teilnehmern setzen die Wichtigkeit von Maßnahmen gegen Klimawandel auf den letzten Platz, Europa und Ozeanien mit zusammen ca. 320.000 Teilnehmern immerhin auf Platz 10 und 11, aber auch nicht wirklich hoch.


Land/Gruppe Teilnehmer(in tausend) Wichtigkeit MgK 1) (1= höchste, 16= niedrigste Priorität) Prozent Teilnehmer die MgK1) unter den 6 wichtigsten gewählt haben3)
Weltweit

9732

16

20

Kontinente
Afrika

3263

16

16

Asien

3528

16

20

Amerika(s)

2557

12

25

Europa

244

10

35

Ozeanien

80

11

29

Human Development Index
Low HDI2)-Länder

4269

16

13

Medium HDI- Länder

2617

13

26

High HDI- Länder

2306

13

25

Very High HDI- Länder

480

10

34

Ausgewählte Länder
Nigeria

2735

16

15

Mexico

1978

12

25

USA

80

10

38

Marokko

44

14

14

Malediven

4

14

21

Deutschland

10

6

49

Schweiz

4

6

47

Tab.1: Einstufung der Wichtigkeit von Maßnahmen zum Klimaschutz in den Augen der Bevölkerung, gelistet nach Kontinent, HDI-Gruppe und einigen ausgewählten Ländern. Teilnehmerzahl und Wichtigkeit direkt entnommen aus http://data.myworld2015.org, Prozent Teilnehmer in Spalte 4 berechnet aus Anzahl angegebener Stimmen. MgK: Maßnahmen gegen Klimawandel. Prozente in rechter Spalte berechnet aus der angegebenen Stimmenzahl

 

Ähnliche Resultate zeigt auch die Aufsplittung nach Human Development Index. Eine höhere Einstufung der Wichtigkeit findet man nur in einigen europäischen Ländern, als Beispiel Deutschland und Schweiz in der Tabelle angegeben: Selbst die 10.000 Teilnehmer aus Deutschland  (siehe auch Abb.2) stufen die Wichtigkeit nicht wirklich hoch ein. Nur knapp 50% benennen Maßnahmen gegen Klimaschutz als eine der 6 wichtigsten Maßnahmen unter 16 vorgegebenen, Wichtigkeit erreicht lediglich Position 6. Ähnlich sind die Resultate in anderen großen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien und England. Höheres Ranking findet man nur in einigen nordeuropäisch Ländern (Schweden, Norwegen, Dänemark) wo die Wichtigkeit bis auf Position 3 vorrückt. Kurioser Weise beurteilen selbst die Teilnehmer aus nach unseren Medien „vom Untergang durch Klimawandel bedrohten“ Ländern wie Malediven, Vanuatu oder Tuvalu die Wichtigkeit von Maßnahmen gegen Klimaschutz als gar nicht so wichtig.

Die hier vorgestellte Umfrage der Vereinten Nationen ist sicherlich die umfangreichste die weltweit jemals durchgeführt wurde. Sie wurde nicht im Auftrag irgendeiner Organisation (wie sonst in Umfragen dieser Art  üblich) durchgeführt, sondern wendet sich direkt an alle Erdenbürger. Die  hohe Teilnahme aus Entwicklungsländern ist vermutlich dadurch bedingt weil die Homepage der Vereinten Nationen bzw. ihrer Untergruppierungen für Menschen aus diesen Ländern recht gute Information (z.B. Malariabekämpfung, Heuschreckenwarndienst, Basisinformation Landwirtschaft) enthält und von Menschen aus diesen Ländern oft aufgerufen wird .Aber auch die Teilnehmer Zahl aus entwickelten Ländern ist – im Vergleich zu den typische ca. 1.000 Teilnehmern in Umfragen – recht hoch.

Abb.2: Rangliste der Wichtigkeit von Politikfeldern für Deutschland in der Umfrage MY World der Vereinten Nationen nach Stimmabgabe von 10.187 Teilnehmern aus Deutschland im November 2016. Quelle: http://data.myworld2015.org/

 

Das Ergebnis dieser sehr objektiven Umfrage stimmt mit dem „Stimmungsbild“ das wir in unseren Medien lesen können so gar nicht überein. Ganz deutlich in Entwicklungsländern, aber auch in der entwickelten Welt sind die Menschen der Meinung, daß es deutlich wichtigere Probleme gibt als Maßnahmen gegen Klimawandel wenn limitierte Finanzen eingesetzt werden. Ob die Politiker, oder die Teilnehmer der Marrakesch-Veranstaltung die hier geäußerte Meinung ihrer Bevölkerung wohl berücksichtigen wenn sie begrenzte Gelder politisch einsetzen?


Siehe auch englischsprachiger Beitrag von James Delingpole auf breitbart.com.

 

Neue Studie der University of Sheffield: Antarktisches Klima hat natürlichen Schwankungsbereich noch nicht verlassen. Modelle können die Entwicklung nicht abbilden

Die Antarktis entwickelt sich immer mehr zum Problemfall für die Klimamodelle. Temperaturen, Meereis und Inlandseis wollen sich einfach nicht an das pauschale Klimaerwärmungsszenario halten und überraschen die Forscher mit gänzlich unerwarteten Trends. Eine 25-köpfige Forschergruppe um Julie Jones von der Sheffield University hat sich die Trends der 36-jährigen Satellitenära jetzt systematisch angeschaut und am 28. September 2016 in Nature Climate Change veröffentlicht. Dabei fanden die Wissenschaftler regional sehr unterschiedlich ausgeartete Trends, die sie in einer eindrucksvollen Graphik (“Fig. 1″ in Paper) darstellten. In einigen Gegenden wurde es kälter (Großteil der Ost-Antarktis), in anderen wurde es wärmer (Streifen von der Antarktischen Halbinsel über West-Antarktis bis Amery Eisschelf).

Um einen längerfristigen Kontext zu schaffen, stellen Jones und Kollegen in einem zweiten Schritt die Klimaentwicklung für die vergangenen 200 Jahre dar. Mit Ausnahme der Antarktischen Halbinsel, hat sich die Antarktis in den letzten zwei Jahrhunderten interessanterweise kaum erwärmt. Die Forscher schlussfolgern, dass die antarktische Klimaentwicklung der letzten 36 Jahre nichts Ungewöhnliches im Kontext des Langfrist-Klimas darstellt.

Schließlich moniert die Jones-Gruppe explizit, dass die Klimamodelle die beobachtete Klimaentwicklung in keinster Weise abbilden können. Die in den Modellen nicht gut dargestellte natürliche Variabilität überstrahlt offensichtlich die anthropogenen Faktoren, was letztendlich zum Scheitern der aktuellen Modelle führt. Hier der Abstract:

Assessing recent trends in high-latitude Southern Hemisphere surface climate
Understanding the causes of recent climatic trends and variability in the high-latitude Southern Hemisphere is hampered by a short instrumental record. Here, we analyse recent atmosphere, surface ocean and sea-ice observations in this region and assess their trends in the context of palaeoclimate records and climate model simulations. Over the 36-year satellite era, significant linear trends in annual mean sea-ice extent, surface temperature and sea-level pressure are superimposed on large interannual to decadal variability. Most observed trends, however, are not unusual when compared with Antarctic palaeoclimate records of the past two centuries. With the exception of the positive trend in the Southern Annular Mode, climate model simulations that include anthropogenic forcing are not compatible with the observed trends. This suggests that natural variability overwhelms the forced response in the observations, but the models may not fully represent this natural variability or may overestimate the magnitude of the forced response.

Soweit der wissenschaftliche Teil. Da wir uns hier im Blog auch um die Psychologie der Klimadiskussion kümmern, wollen wir noch einen Blick in die Pressemitteilung der University of Sheffield zum Paper werfen. Wie geht die Universität mit den unbequemen Resultaten um? Divergierende moderne Trends, nichts Außergewöhnliches im historischen Kontext, Modelle versagen. Mal sehen, was der Presseabteilung dazu eingefallen ist.

Die Pressemitteilung beginnt mit religiösen 0815-Formeln wie “Die Erde erwärmt sich durch CO2, kein Zweifel”. Irgendwo in der Mitte wird eingeräumt, dass sich  die Klimatrends der 36-jährigen Satellitenära noch immer voll und ganz im Bereich der natürlichen Variabilität befinden. Die Schuld wird auf die zu zeitlich kurzen Satellitendaten geschoben. Anstatt sauber zu erklären, dass der anthropogene in der Antarktis nicht nachweibar ist, schaut man lieber bangend in die Zukunft und mutmaßt, dass sich schon bald der CO2-Effekt offenbaren könnte, es wäre nur eine Frage der Zeit. Aber es kommt noch besser. Auch das Scheitern der Klimamodelle in der Antarktis wird mit keiner Silbe erwähnt. Es wird zwar angedeutet, dass hier ein Vergleich mit Modellen stattgefunden hat, das Ergebnis wird jedoch ausgelassen. Das ist unethisch.

Am Ende der Pressemitteilung darf Co-author Nerilie Abram dann noch sagen, dass die Forschung auf jeden Fall weitergehen muss, denn der  Projektrubel muss natürlich weiterrollen, das ist klar. Davon hat auch die Uni etwas. Mit der fragwürdig selektiven Berichterstattung wollte sich die Uni in der Politik und den Forschungsförderern einschleimen. Letztendlich hat sich die Universität Sheffield damit keinen Gefallen getan,da sie sich mit diesem Foulspiel angreifbar gemacht hat. Würden Sie bei einem Finanzfonds investieren, der Ihnen nur die halbe Wahrheit mitteilt und den Rest verschweigt? Im Folgenden die Pressemitteilung in voller Länge. Wir haben die Presseabteilung der Uni zu einer Stellungnahme aufgefordert. Die Antwort kam prompt, man werde den Fall umgehend prüfen.

Climate change jigsaw puzzle: Antarctic pieces missing

–Study confirms shift in westerly winds, which has led to climate impacts in Australia and the Southern Ocean, is human-induced
–Limited data on Antarctic climate means it’s difficult to disentangle changes caused by human activity from natural fluctuations

A shortage of data on the weather in Antarctica is hampering efforts to understand climate change in the region, according to new research.

The study, led by Dr Julie Jones from the University of Sheffield’s Department of Geography, has revealed that limited data on Antarctica’s climate is making it difficult for researchers to disentangle changes caused by human activity from natural climate fluctuations. Scientists can confidently say that the Earth is warming due to greenhouse gas emissions caused by humans, but data on climate trends over the Antarctic and the surrounding Southern Ocean only go back to 1979 when regular satellite observations began. This makes it difficult for researchers to see how longer term climate trends have changed in the region. The inhospitable nature of the continent means that it has never had permanent inhabitants to take regular weather observations unlike most other places on the planet.

The first routine observations only started in 1957 with the establishment of the network of Antarctic Research Stations. This provides important weather data, however they are mostly located around the coast, so leave vast areas of the continent and the surrounding oceans uncovered. It is only with the advent of regular satellite observations in 1979 that measurement of surface climate over the Antarctic and the surrounding Southern Ocean became possible. To gain a longer view of recent changes, Dr Jones and her international team of scientists used a compilation of climate records from natural archives, such as ice cores from the Antarctic ice sheet, which give indications of how the region’s climate has changed over the last 200 years. They also studied how these recent changes compared to those in experiments with climate models. They confirmed that human-induced changes have caused the belt of prevailing westerly winds over the Southern Ocean to shift towards Antarctica.

The research concludes that for other changes, such as regional warming and sea ice changes, the observations over the satellite-era since 1979 are not yet long enough for the signal of human-induced climate change to be clearly separated from the strong natural variability in the region. Understanding Antarctic climate change is important not only because of the potential sea level rise locked up in the vast Antarctic ice sheet, but also the shift in the westerly winds has moved rainfall away from southern Australia. In combination with increasing temperatures (this year is set to be the country’s hottest year on record) this has had profound impacts on Australian communities and ecosystems

Dr Julie Jones said: “The Antarctic climate is like a giant jigsaw puzzle with most of the pieces still missing. There are some parts of the picture which are clear, particularly the way that climate change is causing westerly winds to shift southwards, but there are still huge gaps that we need to fill in order to fully understand how much human activity is changing weather in the region. “At face-value, many of the climate trends in Antarctica seem counter-intuitive for the warming world. Scientists have good theories for why, but these are difficult to prove with the short records we are working with.”

Co-author Nerilie Abram, from the Australian National University, said: “In order to better understand climate change in Antarctica, we need continued climate measurements in the Antarctic and Southern Ocean, and extension of these short observational records with past climate reconstructions and climate modelling.” Co-researcher Professor Matthew England from the University of New South Wales added that scientists still had much to learn about the climate system of Antarctica and the region, and how it would affect people and the environment. The Sheffield-led research team included scientists from 19 institutions from around the world. Their results will help to shape the way the University contributes to the global effort of understanding climate change and gives geography students at Sheffield access to the latest innovations in climate change research. The research is published in Nature Climate Change on 28 September 2016

 

„So haben Sie das Klimagas noch nie gesehen“

Von Frank Bosse

Unter dieser (auch für den „Spiegel“ ziemlich reißerischen) Überschrift kann der staunende Laie einen Artikel und das zugehörige Video betrachten. Hintergrund: Die Firma Flir hat eine Wärmebildkamera entwickelt, die Leckagen an Armaturen anhand der Spuren von entweichendem CO2 aufspüren kann. Ein Bild aus der Produktwerbung macht dies deutlich:

Quelle: flir.de

 

Tatsächlich leistet die Kamera das, was der Firmenvertreter im SPON-Video erklärt: Die Auflösung ist so hoch, dass man CO2 als dunkle Schliere vor dem wärmequellenfreien  Hintergrund erkennen kann. Zurück zum Video: Bei 1:35 Min. erklärt der Sprecher:

„Umweltverbände hoffen nun, dass Bilder wie solche das (CO2-) Problem verdeutlichen helfen.“

Die Hoffnung kommt wohlgemerkt nicht von Wissenschaftlern sondern von Umweltverbänden und warum das so ist, zeigen einige Beispielbilder aus dem Video:

 

Was man hier sieht ist das Wärmebild eines Jets. Deutlich zu erkennen: Der wärmere Einlauf der Triebwerke durch die Reibung der komprimierten Luft. Die Abgasfahne ist natürlich sehr warm, also hell. Keine dunklen Schlieren zu sehen… Denn die Spezialkamera ist natürlich zuvorderst eine Wärmebildkamera und wird dann geblendet, wenn Wärmequellen im Spiel sind. Der Verwendungszweck ist ja auch ein ganz anderer, siehe oben! Sie ist nicht brauchbar, wenn neben den gesuchten CO2-Abgasen auch viel stärkere Wärmequellen im Spiele sind. Sehen Sie dieses Bild aus dem SPON-Video:

 

Was da aus dem Auspuff kommt ist hell, weil Wärme. Der Artikel deutet es anders:

„Mit dem Flir-Gerät sind uns faszinierende Falschfarbenaufnahmen gelungen: Auf ihnen ist das Kohlendioxid zu sehen, das aus dem Auspuff der an der Ampel startenden Autos kommt – je nach Modell und Fahrweise in ziemlich unterschiedlicher Menge.“

Offensichtlich sind die Bremsen des Fahrzeuges recht aufgeheizt, oder meint der Autor des Beitrages ernsthaft, dass dort auch CO2 produziert wird? Bei dem Passanten links oben wird das wohl so sein, schließlich atmet er. Aber das zeigt die Kamera nicht: seine Jacke isoliert ganz gut gegen Wärmeverlust, die Hose weniger und der Kopf stahlt ebenso ab, wie nicht anders zu erwarten.  So sieht man bei dem Industrieschornstein wohl auch vornehmlich die Wärme:

 

Ähnlich wie bei dem Heck eines Busses:

 

Was bleibt? Eine bestimmt sehr nützliche Entwicklung der Firma Flir für wärmquellenlose CO2-Erzeuger und eine nette Produktwerbung. Und ein Artikel des „Spiegel“ bei dem der Autor die Finger zum Schreiben schneller benutzte als sein Hirn nachkam?

 

University of Victoria: Eurasische Kältewellen von arktischer Meereisschmelze unbeeinflusst

Lange Zeit war die Diskussion zwischen den verschiedenen Klimalagern zum Erliegen gekommen. Man wollte oder konnte einfach nicht mehr miteinander sprechen. Das hat sich nun zum Glück wieder verbessert. Der Potsdamer Stefan Rahmstorf, seines Zeichend glühender Anhänger der extremen Klimaalarm-Linie, hat sich gleich zweimal mit den Thesen unseres Buches “Die kalte Sonne” beschäftigt, zuletzt auf Realclimate. Das ist zu begrüßen, denn allein die Tatsache, dass Diskussion stattfindet, ist positiv. Natürlich ist es im Detail ziemlich enttäuschend, wenn man die Argumentationskette von “stefan” näher anschaut.

Seine Graphik mit der Sonnenkurve lässt Rahmstorf bewusst erst NACH dem starken Anstieg der Sonnenaktivität in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beginnen, so dass die enorme solare Steigerung dem schnellen Leser verborgen bleibt. Seine Temperaturkurve lässt er wiederum an der höchsten Stelle des El Nino abrupt abbrechen, obwohl der El Nino zur Zeit der Veröffentlichung am 14. November 2016 bereits vollkommen abgeschlossen und die Temperaturen mittlerweile wieder auf Normalwerte zurückgegangen sind. Hierzu wählt der Potsdamer “geschickt” ein gleitendes 12-Monatsmittel. Transparenter wären Monatswerte oder eine Mittelung über 36 Monate gewesen. So aber bleiben es affige Tricksereien, die allein den Sinn haben, vom kürzlichen El Nino-Hitzeereignis zu profitieren. Klimawissenschaftlich ergibt dies jedoch keinen Sinn. Da ist es kein Wunder, dass Fachkollegen immer stärker auf Abstand zu Rahmstorf gehen.

Beispiel Winterkältewellen, die vor einigen Jahren Deutschland erstarren liessen und so gar nicht zur Erzählweise der Klimaerwärmung passen wollten. Rahmstorf überlegte sich eilig eine Hilfserklärung und behauptete mediengewaltig, dass die kalten Winter in Europa mit dem schwindenden arktischen Meereis – also letztendlich mit der Klimaerwärmung – zusammenhingen. In der Fachwelt fiel das Konzept mit Pauken und Trompeten durch, wie wir bereits mehrfach an dieser Stelle berichteten. Zum selben Schluss kommt nun auch eine Forschergruppe um Kelly McCusker, die ihre Ergebnisse am 10. Oktober 2016 in Nature Geoscience veröffentlichte. Die Wissenschaftler modellierten die zentraleurasischen Wintertemperaturen für die vergangenen 600 Jahre und konnten keinerlei Zusammenhang mit dem Meereis entdecken. Die Kältewellen gehen vielmehr auf klimasysteminterne Schwankungen zurück, so die Forscher. Hier der Abstract:

Twenty-five winters of unexpected Eurasian cooling unlikely due to Arctic sea-ice loss
Surface air temperature over central Eurasia decreased over the past twenty-five winters at a time of strongly increasing anthropogenic forcing and Arctic amplification. It has been suggested that this cooling was related to an increase in cold winters due to sea-ice loss in the Barents–Kara Sea. Here we use over 600 years of atmosphere-only global climate model simulations to isolate the effect of Arctic sea-ice loss, complemented with a 50-member ensemble of atmosphere–ocean global climate model simulations allowing for external forcing changes (anthropogenic and natural) and internal variability. In our atmosphere-only simulations, we find no evidence of Arctic sea-ice loss having impacted Eurasian surface temperature. In our atmosphere–ocean simulations, we find just one simulation with Eurasian cooling of the observed magnitude but Arctic sea-ice loss was not involved, either directly or indirectly. Rather, in this simulation the cooling is due to a persistent circulation pattern combining high pressure over the Barents–Kara Sea and a downstream trough. We conclude that the observed cooling over central Eurasia was probably due to a sea-ice-independent internally generated circulation pattern ensconced over, and nearby, the Barents–Kara Sea since the 1980s. These results improve our knowledge of high-latitude climate variability and change, with implications for our understanding of impacts in high-northern-latitude systems.

Wie hat die deutschsprachige Presse das wichtige Ergebnis aufgenommen? Noch vor einigen Jahren hatte sie eifrig über das Rahmstorfmodell berichtet. Traurig: Im medialen Blätterwald blieb es mucksmäuschenstill. Schweigen im Walde.

In den thematischen Zusammenhang passt auch eine Arbeit von Chafik et al., die im Oktober 2016 in den Geophysical Research Letters herauskam. Auch hier wird die natürliche Zyklik des nordatlantischen Klimas wieder herausgestellt und Zusammenhänge mit der arktischen Meereisschmelze und europäischen Kältewellen negiert:

Global linkages originating from decadal oceanic variability in the subpolar North Atlantic
The anomalous decadal warming of the subpolar North Atlantic Ocean (SPNA), and the northward spreading of this warm water, has been linked to rapid Arctic sea ice loss and more frequent cold European winters. Recently, variations in this heat transport have also been reported to covary with global warming slowdown/acceleration periods via a Pacific climate response. We here examine the role of SPNA temperature variability in this Atlantic-Pacific climate connectivity. We find that the evolution of ocean heat content anomalies from the subtropics to the subpolar region, likely due to ocean circulation changes, coincides with a basin-wide Atlantic warming/cooling. This induces an Atlantic-Pacific sea surface temperature seesaw, which in turn, strengthens/weakens the Walker circulation and amplifies the Pacific decadal variability that triggers pronounced global-scale atmospheric circulation anomalies. We conclude that the decadal oceanic variability in the SPNA is an essential component of the tropical interactions between the Atlantic and Pacific Oceans.

 

 

Kalifornische Austern, australische Frösche und britische Flusskrebse kommen mit dem Klimawandel besser zurecht als gedacht

Die University of California in Davis versuchte am 10. Oktober 2016 mit einer typischen Klimawandelgeschichte zu punkten. In einer Studie fanden Brian Cheng und Kollegen heraus, dass die kalifornischen Austern offenbar besser mit dem Klimawandel zurechtkommen können als erwartet. Dieses unerhört positive Ergebnis konnte man den Leuten aber offenbar nicht zumuten. Deshalb fokussierte man auf Bohrschnecken (“Oyster drills”), die angeblich in Zukunft noch viel aktiver werden und die Austern bei lebendigem Leibe aussaugen. In der folgende Pressemitteilung geht der erste Preis an den Doktoranden Brian Cheng, der das Horrorszenario in bester Hollywoodmanier detailliert schildert:

Climate change may benefit native oysters, but there’s a catch:
Oysters Can Tolerate Extremes Better Than Predatory Snails Can — If the Snails Don’t Get Them First

Amid efforts to restore native oyster populations on the West Coast, how are oysters expected to fare under climate change in the decades and centuries to come? Not too badly, according to a study from the University of California, Davis. But there’s a big “if” involved.

In the study, published Oct. 10 in the journal Functional Ecology, researchers investigated oysters in the lab and in oyster beds at California’s Tomales Bay and San Francisco Bay. They found that certain components of climate change may actually benefit oysters in California in the long term, provided they have enough food, because they tend to grow faster at warmer temperatures. Good news? Not so fast.

Meet oyster drills, two species of predatory snails introduced to California from the East Coast and Asia. While oysters are more tolerant of extreme temperatures and low salinity, such as can occur during floods, warming over the next few decades first benefits the oyster drills, increasing the rate at which they eat the oysters.

Oyster drills ‘the worst way to go’

“To me, it’s the worst way to go,” said lead author Brian Cheng, a doctoral candidate at UC Davis Bodega Marine Laboratory at the time of the study and currently a postdoctoral fellow at the Smithsonian Environmental Research Center. “Imagine you’re an oyster. You have a suit of armor you wear and that you cannot move. Imagine there was something that could crawl onto you and begin blasting away on your shell of armor. Imagine they could secrete acid and use a file-like tongue to bore tiny little holes into the shell. Then they insert their tongue and tear away bits of flesh, eating you alive. Once the hole is made, the oyster is basically done.”

The silver lining is that oyster drills are relatively easy to find, identify and remove. Cheng said this makes them a good candidate for eradication.

The last native oyster

Oysters are an iconic California seafood, and while the Olympia oyster is the only native oyster on the West Coast, it is no longer fished in California. Most oysters slurped down by consumers are farmed Pacific oysters native to Asia.

But wild oysters hold benefits beyond the gustatory: Their complex shell formations harbor other animals and plants, serving as habitat. Researchers are also investigating how they may help buffer the effects of sea level rise, contributing to a “living shoreline” that reduces rates of erosion.

In addition to holding management implications for native oyster populations, the study is also relevant for oyster farms, though they were not the focus of the research. Oyster farmers are well aware of oyster drill issues, Cheng said, but the study points out that the drill problem is expected to get worse before it gets better, and that management will be key to the survival of both oysters and oyster farms.

“Oysters are expected to do better if provided with unlimited resources, but we don’t know if that will be the case in the wild under climate change,” Cheng said. “So while there’s evidence they could do better, by no means is it a slam dunk. Other aspects of climate change, such as ocean acidification, may continue to be detrimental to oysters.”

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Unerwarteterweise ist auch die Bedrohung australischer Frösche durch den Klimawandel offenbar geringer als gedacht, wie die University of Adelaide am 12. Oktober 2016 meldete:

Temporary extinction reprieve for some frogs

Australian scientists have good news for frog conservation ─ there may be longer than expected time to intervene before climate change causes extinction of some species. The scientists used new methods for modelling the threat of climate change on frogs in tropical north-eastern Australia and showed that, at least for some species, there is likely to be more time than earlier thought before expected climate shifts and associated habitat loss drive them to extinction.

The study, published today in the scientific journal Biology Letters, shows that as many as four species of frogs in the protected Wet Tropics of Queensland UNESCO World Heritage Area face extinction by 2080 due to human-induced climate change. However, the research also shows that for at least three species, there might be sufficient time for conservation managers to intervene successfully. The researchers, from the University of Adelaide, the University of Tasmania and James Cook University, used the latest biodiversity modelling techniques to show that extinctions from climate change can occur after substantial time lags.

Lead author Dr Damien Fordham, ARC Future Fellow with the University of Adelaide’s Environment Institute, says: “This is a rare example of good news for conservation because it means that for some frog species there is likely to be more time than expected for on-ground management intervention. “For example, our research shows that the window of time between impact and extinction might be adequate for successful translocation programs to be established.” Co-author Professor Barry Brook, Professor of Environmental Sustainability at the University of Tasmania, says this may also mean good news for other flora and fauna. “By showing that extinction delays can exceed decades for short-lived animals such as frogs, it follows that the time lags for extinction might be even larger for long-lived species, such as large vertebrates and trees,” Professor Brook says.

This study also has important implications for ‘triage’-based conservation prioritisation, which is the idea that conservation managers should actively decide on which species have a reasonable prospect of being saved, and then direct precious conservation resources accordingly. “If long time scales for extinction lags exist for some species, the likelihood that these extinctions can be averted through active on-ground management increases,” says Dr Fordham. “Furthermore, it means that other species in more immediate need could be targeted for early conservation intervention.”

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Und auch Flusskrebse in Großbritannien können auftamen. Der Klimawandel wird für sie verbeserte Lebensbedingungen bringen, wie The Telegraph am 4. Oktober 2016 meldete:

Climate change could be a boon for crayfish and other freshwater creatures
British rivers could be set for an explosion of crayfish and other crustaceans as global warming pushes up inland water temperatures, new research predicts. While similar sea-based species are set to suffer from climate change, their freshwater counterparts are likely to benefit from a warmer habitat. Previous research involving land-based vertebrae has found that the diversity of a species tends to increase with warming and that this is a general trend across habitats.

Weiterlesen in The Telegraph

 

Ankündigung: Vortrag von Sebastian Lüning auf der Contre-COP22 in Paris am 2. Dezember 2016

Kalte-Sonne-Koautor Sebastian Lüning wird am 2. Dezember 2016 um 9:00-9:30h auf der Contre-COP22 in Paris einen Vortrag zur Mittelalterlichen Wärmephase halten. Schwerpunkt ist die historische Klimaentwicklung in Frankreich und Nachbarländern. Im Juni 2016 hatte die französische Regierung das derzeit laufende Kartierprojekt zur mittelalterlichen Klimaanomalie aus einem Wettbewerb genommen, was bei vielen Beobachtern Verwunderung ausgelöst hatte. Im Vortrag wird Sebastian Lüning den aktuellen Stand des Projektes darstellen.

Die Veranstaltung findet am 1. und 2. Dezember 2016 im ASIEM Konferenzzentrum statt (6 rue Albert de Lapparent, 7. Arrondissement, Paris), gegenüber dem UNESCO-Sitz. Das Programm der Konferenz finden Sie auf skyfall.fr (pdf hier).

Neue Studien zur Wasserversorgung Äthiopiens: Schwere Dürren sind seltener geworden, höhere Niederschläge für die Zukunft werden erwartet

Gute Aussichten für Äthiopien. Wissenschaftler der Virginia Tech University prognostizieren, dass es im Bereich des Blauen Nil Beckens in Äthiopien im Zuge des Klimawandels zu vermehrten Niederschlägen kommen wird. Hier die Pressemitteilung vom 10. Oktober 2016:

Virginia Tech researchers: Climate change may benefit Ethiopia, increase the country’s access to water
Despite the many disastrous impacts of climate change, there are some regions of the globe that might benefit from hotter temperatures. A team of researchers from Virginia Tech have predicted that water availability in the Blue Nile Basin of Ethiopia may increase in coming decades due to global climate change. It could also lead to increased crop production, spur massive hydroelectric power projects, and foster irrigation development in the region. “For all the catastrophic impacts of climate change, there are some silver linings,” said Zach Easton, associate professor of biological systems engineering. “The sad irony is that climate change may be the catalyst Ethiopia needs to become a food-exporting country.”

The research team used a suite of climate and hydrologic models to predict the impact of climate change on water availability and sediment transport in the Blue Nile. Most previous Nile Basin climate impact studies have only focused on water availability, but the study conducted by the team at Virginia Tech was a first of its kind to to assess sediment transport, a big problem in the basin where some of the highest erosion rates in the world have been measured. The findings of the study were recently published in the journal Climatic Change.

“Ethiopia could experience increased water accessibility making growing seasons longer and potentially allowing for two crops to be grown per year,” said Moges Wagena, from Assosa, Ethiopia. Wagena is first author on the paper and also associated with the Abay Basin Authority, a water resource management entity for one of Ethiopia’s 12 water basins. Wagena is one of Easton’s doctoral candidates in the Department of Biological Systems Engineering, housed in both the College of Agriculture and Life Sciences and the College of Engineering. The team also included Andrew Sommerlot, another of Easton’s doctoral candidates; Daniel Fuka, a post-doctoral student working with Easton; researchers from the University of Maryland; and the International Water Management Institute, Nile Basin Office. The work was funded by the World Bank and the International Water Management Institute.

The team coupled  hydrologic models with bias-corrected and downscaled Intergovernmental Panel on Climate Change, Coupled Model Intercomparison Project 5 models, known as CMIP5, for the project. Previously, studies that looked only at temperature and precipitation from the climate models found an increased rate of water availability of just 10 percent, where Easton and Wagena found potentially 20 to 30 percent more streamflow available in the region in the coming decades.

One potential problem that the analysis identified was increased sediment transport in the rivers due to increased water flow. The increased sediment has the potential to reduce the capacity of reservoirs and dams, making massive hydroelectric projects like Ethiopia’s largest dam currently under construction, the Grand Renascence Dam, less efficient in storing the 65 billion cubic meters of water that could potentially turn its turbines. “Greater water availability is certainly a positive outcome, but this is countered by more sediment. One way to combat that is through installing conservation practices  on farms, for instance using cover crops and low- and no-till planting methods to make the soil healthier, more stable, and reduce erosion,” said Easton. While climate change is and will continue to cause untold problems, nuances in climate-induced weather events could benefit the Blue Nile Basin with increased rainfall in the area. “It’s interesting, because much of the Blue Nile Basin is well above 5,000 feet in elevation, giving it pretty much an ideal climate for agriculture with low humidity, low disease and pest pressure, and potentially great water availability, which could spur development,” said Easton.

Hierzu passt auch das Ergebnis einer Studie von El Kenawy und Kollegen, die im März 2016 in den Cuadernos de Investigación Geográfica erschienen ist. Die Forscher untersuchten die Dürreentwicklung in Äthiopien für die vergangenen 50 Jahre und fanden dass schwere und besonders schwere Dürren über den Zeitraum deutlich abgenommen haben. Hier der Abstract:

Changes in the frequency and severity of hydrological droughts over Ethiopia from 1960 to 2013
Here we present an analysis of drought occurrence and variability in Ethiopia, based on the monthly precipitation data from the Climate Research Unit (CRU-v3.22) over the period from 1960 to 2013. The drought events were characterized by means of the Standardized Precipitation Index (SPI) applied to precipitation data at a temporal scale of 12 months. At the national scale, the results reveal a statistically significant decrease in the severity of droughts over the 54-year period, a pattern that is mostly attributed to a statistically significant decrease in the frequency of high intensity drought episodes (i.e., extreme and very extreme droughts), compared to moderate droughts. To assess the general patterns of drought evolution, a principal component analysis (PCA) was applied to the SPI series. PCA results indicate a high spatial heterogeneity in the SPI variations over the investigated period, with ten different spatially well-defined regions identified. These PCA components accounted for 72.9% of the total variance of drought in the region. These regions also showed considerable differences in the temporal variability of drought, as most of the regions exhibited an increase in wetness conditions in recent decades. In contrast, the regions that receive less than 400 mm of annual precipitation showed a declining  trend, with the largest changes occurring over Afar region. Generally, the highly elevated regions over the central Ethiopian Highlands showed the weakest changes, compared to the lowlands. This study confirms the local character of drought evolution over Ethiopia, providing evidence for policy makers to adopt appropriate local policies to cope with the risks of drought. Over Ethiopia, the detailed spatial assessment of drought evolution is required for a better understanding of the possible impacts of recurrent drought on agriculture, food production, soil degradation, human settlements and migrations, as well as energy production and water resources management across Ethiopia.

 

Kein klares Muster in der Entwicklung von Überschwemmungen in den USA während der letzten 70 Jahre

In den Medien liest man des öfteren, dass der fortschreitende Klimawandel pauschal zu verstärktem Extremwetter führen würde. Wenn man dann im Detail nachschaut, inwieweit sich das Extremwetter in den letzten 100 Jahren im Zuge der Erwärmung verändert hat, erlebt man regelmäßige Überraschungen. Jüngstes Beispiel ist eine Studie von Archfield und Kollegen, die im Oktober 2016 in den Geophysical Research Letters erschien. Die Forscher untersuchten Hochwassertrends in den gesamten USA und fanden eine sehr unregelmäßige Entwicklung. In einigen Flüssen gab es weniger Hochwasser, in anderen mehr, in wiederum anderen konnte das Archfield-Team keine Veränderungen feststellen. Zudem lassen sich die Entwicklungen nicht in geographische Muster aufgliedern, so dass nicht einmal regionale Trends ersichtlich sind. Die Wissenschaftler kommen zu dem nüchternen Schluss, dass sich für Hochwasser und Überschwemmungen in den USA keine allgemeinen Aussagen tätigen lassen. Im Folgenden die Kurzfassung der Arbeit:

Fragmented patterns of flood change across the United States
Trends in the peak magnitude, frequency, duration, and volume of frequent floods (floods occurring at an average of two events per year relative to a base period) across the United States show large changes; however, few trends are found to be statistically significant. The multidimensional behavior of flood change across the United States can be described by four distinct groups, with streamgages experiencing (1) minimal change, (2) increasing frequency, (3) decreasing frequency, or (4) increases in all flood properties. Yet group membership shows only weak geographic cohesion. Lack of geographic cohesion is further demonstrated by weak correlations between the temporal patterns of flood change and large-scale climate indices. These findings reveal a complex, fragmented pattern of flood change that, therefore, clouds the ability to make meaningful generalizations about flood change across the United States.

Wo wir gerade beim Thema sind. Roger Pielke Jr. erläuterte, dass die Hochwasserschäden in den USA in den letzten 70 Jahren gesunken sind, wenn man gegen die Entwicklung des Brutosozialprodukts normiert. Insgesamt aber ist das Überflutungsrisiko in den US-amerikanischen Städten gestiegen. Ursache ist nicht etwa der Klimawandel, sondern hat vor allem sozioökonomische Gründe, insbesondere das ungebremste Wachstum der Städte in überschwemmungsbedrohte Gebiete. Was früher bewusst unbebaut blieb, ist heute Siedlungsfläche geworden. Hierauf wies die Texas A&M University am 3. März 2015 in einer Pressemitteilung explizit hin:

Watch Out NY, Houston: Floods Could Be Headed Your Way

A heads-up to New York, Baltimore, Houston and Miami: a new study suggests that these metropolitan areas and others will increase their exposure to floods even in the absence of climate change, according to researchers from Texas A&M University. Their work is published in Global Environmental Change.

The study presents first-ever global forecasts of how the exposure of urban land to floods and droughts may change due to urban expansion in the near future. In 2000, about 30 percent of the global urban land (over 75,000 square miles) was located in the high-frequency flood zones; by 2030, this will reach nearly 40 percent (280,000 square miles) as the global urban land grows from 250,000 square miles to 720,000 square miles, the authors say. The researchers also predict that by 2030 the urban extent in drylands will nearly double, reaching over 190,000 square miles, and that even without climate change, extent of urban areas exposed to both floods and droughts would more than triple by 2030, according to the study.

“Urban areas exposed to flood and drought hazards will increase considerably due to the sheer increase in their extents driven primarily by socio-economic forces,” says Burak Güneralp, lead author of the study and a research assistant professor in geography at Texas A&M. “In particular, coastal megacities will house a majority of the urban populations and they will increasingly be hubs of significant economic activity in the coming decades. Yet, potential future changes in the extent and layout of the urban areas are typically ignored in resilience planning for these cities.”

The study points to significant variation in the geographical patterns of how the exposure of cities, especially to flood hazards, will change in the first three decades of the 21st century. The largest increases in urban exposure are expected in high-frequency flood zones and arid lands of Asia and Africa. In particular, emerging coastal metropolitan regions in these two continents are expected to have larger areas exposed to flooding than those in developed countries. Although relatively small compared to what we can expect in Asia and Africa, in the U.S. the expansion of Houston and Miami metropolitan areas as well as the metropolitan area between Baltimore and New York is expected to increase their exposure to flooding. In addition, the expansion of many urban areas in the Southwest U.S., in particular central and southern California, is expected to increase their exposure to drought.

The researchers used existing urban land cover maps and urban expansion forecasts and employed GIS analysis to identify the amount of urban expansion in flood and drought prone zones around the world in 2000 and 2030. The infrastructure requirements of all this forecasted growth would be phenomenal. For example, elsewhere, it is estimated that a staggering $57 trillion will be required to meet the global infrastructure demand worldwide by 2030. These are huge investments on infrastructure, some of which will be located in flood or drought prone areas. But the authors say there are initiatives that can be taken to adapt to and mitigate floods and droughts. These include individual cities preventing development in flood-prone zones and thus, protecting natural habitats that would reduce the likelihood of being flooded. Large-scale adoption of green infrastructure, which includes reducing impervious surface cover, can decrease the exposure of cities to high-frequency floods and droughts.

Although the researchers’ focus was on the increase in urban areas, “the impact of urban land cover on river flooding is not simply a matter of increasing impervious surface cover, which causes an increase in the intensity and duration of peak river discharges,” says İnci Güneralp, second author of the study and assistant professor at Texas A&M. “Through land change, bank protection, channelization, and other means, urbanization can also alter the geomorphology of river channels and floodplains, which in turn may contribute to increased risk of flooding.” “Our findings suggest that future urban expansion in flood and drought prone zones will at least be as important as population growth and economic development in increasing their exposure,” the researchers add. “With climatic changes, this exposure is only expected to increase in the future. Thus, proper planning and financing in fast growing cities today will be critical in mitigating future losses due to floods and droughts.”

The study can be viewed at http://authors.elsevier.com/a/1Qc0c3Q8oPoXNl.

 

Kinderfigur Globi für klimaalarmistische Zwecke missbraucht

Globi ist eine sehr beliebte Kinderbuchfigur in der Schweiz. Es war also nur eine Frage der Zeit, dass unsere grünen Alarmisten-Freunde sich dieser Figur bemächtigen würden, um damit die Schweizer Kinder, noch stärker als bisher, in Sachen “allein-seelig-machender Klimareligion” zu erleuchten. Am 1. September 2016 erschien nun das Kinderbuch Globi und die Energie: Globis Reise in die Energiezukunft – Globi Wissen Band 9.

 

Markus Schär hat über das Propaganda-Material in der Weltwoche berichtet:

Globi macht Politik
Die Energiewende auf eidgenössische Art kommt, in diesen Wochen segnet sie das Parlament ab. 
Genau genommen, läuft sie schon lange: Seit fünf Jahren erziehen die Politiker das Volk zum Energiesparen, mit einem neuen Globi-Buch jetzt sogar die Kinder. [...] Das Buch «Globi und die Energie» regte zwar der Förderverein Energietal Toggenburg an; den grös­seren Teil der Kosten von 145 000 Franken trägt aber das Bundesamt für Energie. Wer ­allerdings ein Globi-Buch im Stil seiner legendären Schöpfer Robert Lips und Alfred Bruggmann erwartet, mit frechen Streichen und lustigen Reimen, der wird enttäuscht. Der Wissenschaftsjournalist Atlant Bieri hat einfach ein nüchternes Sachbuch für Schulkinder geschrieben, für das die beliebte Globi-Figur herhalten musste. Im Buch finden sich keine Verse, dafür stösst man auf manch Ungereimtes.

Globi warnt vor der Klimakatastrophe. Globi spaziert im Stadtpark. Da trifft er auf eine Familie aus dem pazifischen Inselstaat Kiribati, mit einem Knaben und einem Mädchen. «Wie es dort wohl aussieht? Tara erzählt ihm, dass es auf Kiribati viele Palmen und sehr schöne Sandstrände gibt. ‹Aber weisst du, der Meeresspiegel steigt von Jahr zu Jahr. Unser Haus und unsere Schule wurden bereits überschwemmt›, sagt Tara traurig.» Der Meeresspiegel steige, weil weltweit die Gletscher schmölzen: «Weil wir alles verloren haben, sind wir in die Schweiz ge­flohen. Hier nennen uns die Leute Klimaflüchtlinge.»

Ganzen Artikel in der Weltwoche lesen.

Am 9. September 2016 erschien im Tagblatt auch ein Interview mit dem Autor, Atlant Bieri:

Tagblatt: Wie sind Sie zum Auftrag gekommen, das Buch «Globi und die Energie» zu verfassen?

Atlant Bieri: Ich wurde vom Globi-Verlag angefragt. Ich wurde empfohlen, weil ich 2013 ein SJW-Heft über Salzkrebse und über die Ökologie publiziert hatte. Bei beiden Publikationen ging es darum, kindergerecht zu schreiben. Die Herausforderungen waren also ähnlich.

[...]

Tagblatt: Ist Globi jetzt ein Linker geworden, wie eine andere Zeitung vermutete?

Bieri: Globi ist Globi. Er ist von Natur aus neugierig, eine Art Daniel Düsentrieb. Wenn ihn ein Thema interessiert, muss er es beackern.

Offenbar hat Globi dann aber das Thema doch nicht genug beackert, da er voll in die klimaalarmistische Fall getappt ist. Schade. Vordergründig geht es im Kinderbuch vor allem um das Energiesparen und “grüne” Energien; aber dass dabei das “böse CO2″ wieder als alleiniger Klima-Oberschurke verteufelt wird, ohne den der ganze “Energiezukunft”-Zirkus notabene in keiner Weise berechtig wäre, macht schon das Titelbild klar. Besonders angreifbar wird das Buch dadurch, dass die schon x-fach widerlegte aber so schön rührselige “Kiribati-Klimaflüchtling-Story” ein tragendes Element in der Handlung spielt. Wir wissen es besser:

 

Schildkröten weniger vom Klimawandel als von Zerstörung des Lebensraums bedroht

In der Schweiz wurde das Volk befragt, ob es einer Umorientierung hin zu einer “grünen Wirtschaft” zustimmen würde. Das Ergebnis läßt aufhorchen. Der SRF berichtete am 24. September 2016:

«Grüne Wirtschaft» wuchtig bachab geschickt
Die «Grüne Wirtschaft» kommt auf keinen grünen Zweig. Die Initiative scheitert klar bei Volk und Ständen.

Die Angst vor Schäden für die Wirtschaft war zu gross. In der Schweiz soll es keine «grüne Wirtschaft» geben. 63,6 Prozent der Stimmenden legten zu dem Begehren der Grünen ein Nein ein. Einzig der Kanton Genf sagt mit 51,9 Prozent Ja zur «Grünen Wirtschaft».

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Kaum nötig zu erwähnen, dass bei der Berechnung des “Ökologischen Fussabdrucks”, der gemäss der grünen Volksinitiative massiv und mit starken Zwangsmassnahmen verringert werden sollte, die angeblich drohende Klimakatastrophe die grösste Rolle spielte. Interessant: Obwohl die Schweizer Medien, Universitäten, Schulen, Kirchen und ein Grossteil der Behörden ziemlich grün unterwandert sind und folglich die Schweizer Bevölkerung täglich mit grüner Propaganda berieselt wird, scheint dies bei der Mehrheit der Schweizer doch nicht zu verfangen. Die Menschen sind eben doch oft klüger, als ihre selbsternannten gesellschaftlichen “Eliten” meinen. Was wäre wohl, wenn die deutsche Bevölkerung über die Energiewende und die Förderung des Klimawahns abstimmen könnte?

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Im September 2014 hatte die Deutsche Welle den Klimawandel als große Gefahr für die Schildkröten ausgemacht:

Klimawandel bedroht Meeresschildkröten
Auf einer UN-Sitzung in Bonn haben Experten die bedrohliche Lage der Meeresschildkröten diskutiert. Laut Forscher Colin Limpus ist der Klimawandel nur der jüngste menschgemachte Faktor, unter dem die Schildkröten leiden.

Exakt zwei Jahre Forschung später wissen wir jetzt, dass die Deutsche Welle falsch lag. Die University of Bristol veröffentlichte am 22. September 2016 eine Pressemiteilung, in der sie die Zerstörung des Lebensraums der Schildkröten als viel größere Gefahr indentifiziert als klimatische Veränderungen. In der Vergangenheit wären die Schildkröten gut mit Wärmephasen zurecht gekommen. Hier die Meldung in ganzer Länge:

Fate of turtles and tortoises affected more by habitat than temperature

Habitat degradation poses a greater risk to the survival of turtles and tortoises than rising global temperatures, according to new research from the University of Bristol, London’s Natural History Museum, and the University of California.

More than 60 per cent of the group are listed by the International Union for Conservation of Nature (IUCN) as vulnerable, endangered, or critically endangered, because they are being traded, collected for food and medicine and their habitats are being degraded. Understanding the additional impact of global warming and changes in rainfall patterns on their diversity and distributions is therefore paramount to their conservation.

The team of researchers set out to test if long-term climate change poses a threat or opportunity to turtles and tortoises and how they might respond to increased global temperatures. As turtles live such long lives, it is impossible to conduct experiments to test for the impact of warming over several generations. The group used a novel combination of state of the art climate models and the deep time fossil record of turtles during warmer times. The Late Cretaceous fossil record (66-72 million years ago), dating from the time just before the demise of the dinosaurs, was investigated as a natural experiment to quantify differences between the ecology of living turtles and tortoises and those living in an earlier, warmer greenhouse world.

The results of this study, funded by the Natural Environment Research Council (NERC) with support from The Royal Society, show that during periods with much warmer climates, turtles and tortoises were able to stand the heat in the warmer tropics — as long as there was enough water to support those species living in rivers and lakes. Amy Waterson, PhD student and lead author from the University of Bristol, said: “Some groups of turtles have maintained similar niches over millions of years. They have withstood warmer climates in the past and their ability to adapt to the rate of environmental change happening today will be an important factor in their resilience to future climate change.”

Turtles and tortoises are highly sensitive to changes in temperature and rainfall, hence concerns about the impact of climate change on their distribution. Alongside overexploitation and habitat loss, climate change is a significant threat to their conservation status with growth, abundance and geographical ranges all predicted to decline under future climate change projections. In many species, temperature determines if the egg will develop into a male or female showing a direct impact of warming. As the group lives in ponds, rivers, on land and in the sea climate change can impact them via changes in temperature, rainfall, and major ocean currents. However, Professor Daniela Schmidt, an expert in palaeobiology from the University of Bristol’s School of Earth Sciences, explained that the bigger question for the conservation of the group is not how warm it will be in the near future but how fast that warming will be: “The largest difference between the warm Cretaceous and today is that this earlier warming happened over tens of thousands of years, giving these animals a chance to adapt to these conditions, not in a century.”

Professor Paul Barrett from the Natural History Museum, London added: “Other conservation threats, such as humanmade habitat degradation and barriers to movement, might be as important in determining the fates of turtles in a warming world as the warming itself.”

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Klimaalarm von Stefan Schmitt am 9. Juni 2016 in der Zeit:

Gar nicht so ewiges Eis
Den Physikern dämmert: Die Antarktis ist anfälliger für den Klimawandel als gedacht. Und das hat Folgen für den Meeresspiegel.

Der Bericht strotzt wieder so von Spekulationen und jagt „Ungeübten“ gehörige Angst ein – die Ostantarktis könnte also doch abtauen, vielleicht… Ganz besonders „kostbar“ ist noch das eingeschaltete Video („Klimawandel – Sechs Kontinente und ihre Klimaschäden“, 2:28 min), das wirklich aber auch gar nichts auslässt, was wir an Extremwetteralarmismus bereits bis zum Überdruss kennen.

Einige nicht ganz unwichtige Details lässt der Artikel leider aus:

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Die Welt am 22. September 2016:

Wegen Windkraft: Wetterdienst fürchtet um verlässliche Prognosen
Die Radar-Anlagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnten in Zukunft womöglich nicht mehr mit der gewohnten Verlässlichkeit lokale Unwetter mit Starkregen, Hagel oder Schneefall vorhersagen. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts kann der DWD geplante Windkraftanlagen im Einzugsbereich seiner 17 deutschen Wetterradar-Stationen wohl nicht mehr pauschal untersagen lassen. Der DWD hatte bislang den Bau von Windkraftanlagen in einem Radius von fünf Kilometern rund um ein Wetterradar grundsätzlich untersagt. Windradbauten im 15-Kilometer-Radius wurden nur nach einer umfangreichen Einzelfallprüfung genehmigt. Mit diesen Regelungen folgte der DWD den Empfehlungen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

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Rechtzeitig zur Weihnachtszeit: Ein Klima-Märchen aus dem Umweltbundesamt

Von Uli Weber

Das Umweltbundesamt verkündet uns allen eine frohe Klimabotschaft: Das EEG und die Nutzung erneuerbarer Energien haben angeblich zu einer Reduzierung des jährlichen deutschen CO2-Ausstoßes von inzwischen etwa 156 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent (Stand 2015) geführt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Vermiedene Treibhaus-Emissionen 2000-2015. Quelle: Umweltbundesamt mit Änderungen des Autors (=reduziert auf den Zeitraum ab 2000)

 

Dazu heißt es dort, Zitat:

Der Ausbau erneuerbarer Energien trägt wesentlich zur Erreichung der Klimaschutzziele in Deutschland bei. Insgesamt werden in allen Verbrauchsbereichen (Strom, Wärme und Verkehr) fossile Energieträger zunehmend durch erneuerbare Energien ersetzt. Die dadurch eingesparten Treibhausgas-Emissionen sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem treibhausgasneutralen Deutschland.

Ja, die Produktion von EEG-Energie ist in unserem Lande seit der Energiewende 2011 tatsächlich überproportional angestiegen (Abbildung 2), genauso übrigens, wie die EEG-Umlagen auf den Stromrechnungen der „nicht privilegierten Endabnehmer“, also von allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes.

Abbildung 2: Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland. Quelle: Umweltbundesamt mit Änderungen des Autors (=reduziert auf den Zeitraum ab 2000)

 

Danach spart Deutschland gegenwärtig also angeblich bereits erhebliche Mengen CO2 durch die Nutzung erneuerbarer Energien ein. Als Quelle beruft man sich beim Bundesumweltamt auf Daten der Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien-Statistik“ (AGEE-Stat), Zitat von dort:

Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) ist ein unabhängiges Fachgremium und arbeitet seit Februar 2004. Eingerichtet wurde es vom Bundesumweltministerium im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und dem Bundeslandwirtschaftsministerium, um Statistik und Daten der erneuerbaren Energien auf eine umfassende, aktuelle und abgestimmte Basis zu stellen. Mit dem Wechsel der Zuständigkeiten für den Bereich der erneuerbaren Energien zum BMWi arbeitet die AGEE-Stat im Auftrag des BMWi…“

Die vom Bundesumweltamt publizierten Ergebnisse sollten sich damit zwingend aus den offiziellen Daten des Statistischen Bundesamtes reproduzieren lassen. Also schaunmermal: Nachfolgend sind die Jahresgesamtsummen des Statistischen Bundesamtes für die CO₂-Emissionen (Abbildung 3) und den Energieverbrauch (Abbildung 4) in Deutschland dargestellt.

Abbildung 3: Kohlendioxid (CO₂)-Emissionen in Deutschland

 

Abbildung 4: Primärenergieverbrauch in Deutschland

 

Man sollte also annehmen dürfen, dass auch unter Berücksichtigung des mit Fukushima begründeten Atomausstiegs (2011) die vom Umweltbundesamt veröffentlichten CO2-Einsparungen durch das EEG in irgendeiner Weise statistisch sichtbar werden – aber davon ist hier keine Spur zu erkennen. Immerhin ist der Primärenergieverbrauch in Deutschland deutlich gesunken, und das ist ja schon mal ganz toll. Von irgendwelchen CO2-Einsparungen ist dagegen in den Daten des Statistischen Bundesamtes überhaupt nichts zu erkennen. Dabei müsste, bis auf den Übergang 2011/2012, der CO2-Ausstoß bei sinkendem Energieverbrauch auch schon ohne zusätzliche EEG-Maßnahmen ganz von alleine zurückgehen.

Aber trotz der vom Umweltbundesamt gemeldeten großen Erfolge durch EEG-Energien gegen den atmosphärischen Klimafeind und ständig wachsende CO2-Einsparungen stagniert der deutsche CO2-Ausstoß weiterhin. Leider ist hier wegen unvollständiger Datenreihen des Statistischen Bundesamtes nur ein direkter Vergleich der Jahre 2000, 2005, 2010 und 2012 möglich (Abbildung 5):

 

Abbildung 5: Zusammenstellung der Daten aus den Abbildungen (1, 3 und 4) und spezifischer CO2-Ausstoß pro Petajoule

 

Im Ergebnis ist der Primärenergieverbrauch in Deutschland zwischen den Jahren 2000 und 2013 um etwa 5 Prozent gesunken. Nach den Angaben des Umweltbundesamtes in Abbildung 2 kamen im Jahre 2013 bereits etwa 25 Prozent des Bruttostromverbrauches aus erneuerbaren Energien. Für den Umfang potentieller CO2-Einsparungen zum Stand 2013 steht also eine Zahl von etwa 30 Prozent im Raum. Aber im Gegenteil, während der CO2-Ausstoß gegenwärtig bei etwa einer Gigatonne stagniert, war er in 2013 gegenüber dem Jahr 2000 sogar um knapp 5 Prozent angestiegen. Wir haben bei sinkendem Primärenergieverbrauch also einen relativ konstanten CO2-Aussoß zu verzeichnen, der angeblich für das Jahr 2013 bereits um knapp 13,5 EEG-Prozente niedriger gelegen haben soll, als es dem CO2-Ausstoß für die produzierte Energiemenge aus konventionellen Quellen allein entsprochen hätte.

Aber wo in diesen statistischen Daten, bitte sehr, ist auch nur ansatzweise die vom Umweltbundesamt gefeierte EEG-bedingte Einsparung von 134 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent (2013) gegenüber dem Primärenergieverbrauch zu erkennen? Von 2012 auf 2013 hatte sich der CO2-Ausstoß trotz sinkendem Primärenergieverbrauch sogar noch deutlich erhöht. Wie passt da eine CO2-Einsparung durch erneuerbare EEG-Energien überhaupt ins Bild? Der spezifische CO2-Ausstoß pro Petajoule in Deutschland ist seit 2005 sogar ständig angestiegen, obwohl angeblich ein steigender Anteil der CO2-Emissionen durch erneuerbare Energien eingespart worden sein soll.

Wenn durch die erneuerbaren Energien tatsächlich ein nachhaltiger Beitrag zur Energieversorgung unseres Landes geleistet worden wäre, dann hätte der spezifische CO2-Ausstoß pro Petajoule zwingend sinken müssen.

Aber mal ganz ernsthaft, wo sollte eigentlich auch irgendwelches CO2 eingespart werden, wenn mangels Energiespeicher für EEG-Grünstrom die konventionellen Kraftwerke kontinuierlich weiterlaufen müssen, um unsere Versorgungssicherheit zu gewährleisten?

Frage: Kann es vielleicht sein, dass es sich bei den Angaben des Umweltbundesamtes um eine hätte-könnte-würde-Luftnummer handelt, also kostenpflichtig über EEG-Zwangsabgaben produzierte, aber nicht tatsächlich eingesparte Energiemengen?

Und handelt es sich bei dieser „EEG-Erfolgsgeschichte“ des UBA vielleicht genau um diejenigen Energiemengen, die als EEG-Überproduktion kostenpflichtig ins Ausland entsorgt werden mussten – natürlich ebenfalls finanziert aus den Zwangsbeiträgen der „nicht privilegierten Endabnehmer“?

Ergo: Muss man in diesem Fall vielleicht von zwangsweise gesponserten deutschen CO2-Einsparungen für das befreundete Ausland sprechen?

In Wirklichkeit mag sich die Situation aber noch viel märchenhafter darstellen. Die oben bereits erwähnte Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien-Statistik“ (AGEE-Stat) findet man auf dem  Internetauftritt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Dort kann man auch den „Ersten Fortschrittsbericht zur Energiewende (Kurzfassung, Stand Dezember 2014) herunterladen. Und in diesem Bericht findet man dann auf Seite 13 ausgerechnet die folgende Grafik (Abbildung 6):

Abbildung 6: Treibhausgasemissionen in Deutschland (Quelle BMWi)

 

Aus dieser Grafik des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie geht nun aber im Widerspruch zum Statistischen Bundesamt hervor, dass der deutsche CO2-Ausstoß im Jahre 2013 bei etwa 830 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten gelegen haben soll. Und als Quelle für diese Daten wird ausgerechnet das Umweltbundesamt genannt. Die Angaben des Statistischen Bundesamtes für den CO2-Ausstoß im Jahre 2013 liegen aber knapp über einer Gigatonne  (Abbildung 5). Selbst wenn man bei den Zahlen des Statistischen Bundesamtes also die im Jahre 2013 vorgeblich durch das EEG eingesparten CO2-Mengen des Umweltbundesamtes aus Abbildung 1 zur Anrechnung bringen würde, kommt man mit etwa 870 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten nicht auf die vom BMWi für 2013 veröffentlichten Zahlen.

Irgendetwas stimmt hier in den Angaben von Umweltbundesamt, Statistischem Bundesamt und Bundesministerium für Wirtschaft und Energie überhaupt nicht zusammen – Transparenz heißt aber nun mal, dass  statistische Daten für die Bürgerinnen und Bürger eindeutig und nachvollziehbar sein müssen.

Kann es vielleicht sein, dass nicht nur wichtige politische Ämter unserer Bundesrepublik Deutschland mit ehemaligen DDR-Kadern besetzt worden sind, sondern dass sich unser Land schließlich auch noch mit den kreativen Schönrechenpraktiken der früheren volkseigenen DDR-Wirtschaft infiziert hat?

Erklärung für sozialistische Schönrechenpraktiken: Der volkseigene Betrieb, in dem meine verstorbene DDR-Tante gearbeitet hatte, erhielt einstmals eine Prämie für die „Übererfüllung“ eines Jahresplans, während die ihr damals vorliegenden tatsächlichen Betriebszahlen weit unter dieser Planvorgabe lagen. Und das soll in der untergegangenen DDR angeblich kein Einzelfall gewesen sein…

Unser Land steht heute offenbar am Anfang einer glorreichen Anstrengung aller Werktätigen zur Rettung der Welt vor dem Klimaklassenfeind. Und wenn erst einmal unser gesamter Strom aus systemkonformen EEG-Quellen kommt, alle Heizungen auf elektrische DDR-Nachtspeicher zurückgebaut wurden und wir alle mit EEG-Strom angetriebene Ökotrabbis fahren, dann haben wir endlich den Null-CO2-Ausstoß und das klimasozialistische Paradies auf Erden. Und weil keiner merken darf, dass die Kohlekraftwerke dann trotzdem weiterlaufen müssen, damit bei uns nicht das Licht ausgeht, kann man ja in alter sozialistischer Tradition „antiklimaskeptische“ Schutzwälle um die Kraftwerke herum bauen und diese grün anstreichen.

P.S.: Auch auf die Gefahr hin, mit der real existierenden Klimainquisition in Konflikt zu geraten, möchte es der Autor an dieser Stelle nicht versäumen, einmal mehr die Lanze für einen Veggieday für Kohlekraftwerke zu brechen. Um es mit dem Orakel von Delphi zu sagen: Nach einem solchen Veggieday wird sich die intellektuelle Weitsicht unserer Bundesregierung in Sachen Weltklimarettung durch CO2-Vermeidung allen Bürgerinnen und Bürgern endlich in ihrer vollen Größe offenbaren…

 

Foto: Uli Weber