News und Termine

Forscher der Arizona State University fordern 500 000 000 000 Dollar, um das arktische Meereis um einen Meter zu verdicken

Anfang Februar 2017 war der Klimawissenschaftler Hans von Storch zu Gast in der SWR 1-Sendung “Leute”. Es ist schon erstaunlich, wie sehr die SWR Moderatorin Nicole Köster versucht, aus Herrn Storch Klimaalarmismus zu entlocken. Der allerdings bleibt völlig gelassen und entgegnet mit Anpassungsmaßnahmen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hut ab vor Hans von Storch. Das 34-minütige Interview können Sie als Podcast auf der SWR-Webseite nachhören.

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Kontrastprogramm bei der Arizona State University. Vollständiger Hirnriss. Eine Wissenschaftlergruppe schlägt im Fachblatt Earth’s Future vor, das arktische Meereis aus Klimaschutzgründen um einen Meter zu verdicken. Dazu wollen sie 10 Millionen windbetriebene Pumpen installieren, die Meerwasser auf die Eisoberfläche befördern, wo es dann gefriert. Kostenpunkt: 500 Milliarden Dollar. Der Damm, der die Realität vom Wahnsinn trennt, ist hier offensichtlich völlig gebrochen.

Siehe auch Bericht auf grenzwissenschaft-aktuell.de.

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Irrsinn, Teil 2. Am 9. Februar 2017 traute man in der Neuen Zürcher Zeitung seinen Augen nicht:

Flughafen Wien: Gericht verbietet dritte Landebahn wegen Klimawandel
Der Wiener Flughafen darf nicht ausgebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht untersagte den geplanten Bau einer dritten Start- und Landebahn, weil dadurch der Flugverkehr und damit die Treibhausgasemissionen Österreichs deutlich ansteigen würden. Der Schutz vor den negativen Folgen des Klimawandels sei höher zu bewerten als die positiven Effekte für die Arbeitsplätze und den Standort, erklärte das Gericht.

Weiterlesen in der NZZ. Siehe auch ausführlicher Bericht auf Inside Climate News.

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In einer Pressemitteilung vom 9. Februar 2017 gab das Geophysikalische Instituts der norwegischen Universität Bergen bekannt, dass sich die sommerlichen und herbstlichen Wetterfronten in Europa während der Satellitenära ab 1979 verschärft hätten. Fairerweise geben die Autoren jedoch zu bedenken, dass der betrachtete Zeitraum zu kurz sein, um auf eine anthropogene Beeinflussung zu schließen. Noch sei unklar, ob es sich nicht vielleicht um ein Ergebnis der natürlichen Variabilität im Zuge der 60-jährigen Ozeanzyklen handelt. Hier die Meldung:

Increase in the number of extremely strong fronts over Europe?

A new research finds an increase of strong and extremely strong fronts in summertime and autumn over Europe. If this is a trend or caused by climate change remains to be seen, according to lead author Sebastian Schemm.

Weather fronts are for good reason key elements on our daily weather chart. When they traverse from west to east across Europe they can bring vigorous weather changes, often in connection with high wind speed, gusts, heavy precipitation or often hail. The latter affects mostly continental Europe during the summer season and much less the Nordic countries.

In a recent study in Geophysical Research Letters  Sebastian Schemm from Geophysical Institute and the Bjerknes Centre for Climate Research, and co-authors from the University of Bern and ETH Zürich revealed an increase in the number of strong and extremely strong fronts over Europe mainly during summer and autumn. The study was also selected as as research highlight in Nature Climate Change. In their study, the authors investigated gridded data based on observations and satellite retrievals for the period between 1979–2014.

No comparable trend is identified over continental North America. Because frontal precipitations increases with the strength of a front, this findings may help to better understand the high spatio-temporal variability of precipitation trends across Europe. “Surprisingly meteorologist have yet to settle on a single front definition”, argues Sebastian Schemm, but  “in our study we relied on a very common method that helps meteorologist to draw surface fronts”. In this definition information about temperature and moisture contrasts are combined into one single variable. Accordingly the authors are able to pinpoint increasing atmospheric humidity as the underlying cause of the observed trend in extreme fronts.

According to the IPCC AR5 report, humidity trends are significant over Europe but mixed or close to zero over parts of North America. This is in agreement with the trend in weather fronts. However, according to the lead author, it remains to be seen if the increase in the number of extremely strong fronts is tight to anthropogenic climate change or simply natural variability and part of a multi-decadal climate fluctuation.

Reference: Schemm, S., M. Sprenger, O. Martius, H. Wernli, and M. Zimmer (2017), Increase in the number of extremely strong fronts over Europe? A study based on ERA-Interim reanalysis (1979–2014), Geophys. Res. Lett., 44, 553–561, doi:10.1002/2016GL071451

 

Klimaalarm abgeblasen: Kalkige Mikroalgen zeigen der Ozeanversauerung die kalte Schulter

Das Alfred Wegener-Institut hatte am 5. Dezember 2016 gute Nachrichten zu vermelden:

Winzig kleine Algen, große Widerstandsfähigkeit

Mikroalgen sind mikroskopisch kleine, einzellige Algenarten und eine wichtige Nahrungsquelle im Arktischen Ozean. Dr. Clara Hoppe vom Alfred-Wegener-Institut untersucht, [...], wie sich durch den Klimawandel veränderte Lebensbedingungen auf Mikroalgen im Arktischen Ozean auswirken. Dazu gehört der Anstieg der Wassertemperatur ebenso wie die Versauerung der Ozeane und veränderte Lichtverhältnisse im Wasser aufgrund des Meereisrückgangs. Mikroalgen sind im Gegensatz zu Makroalgen nicht mit dem bloßen Auge erkennbar, sondern mikroskopisch kleine, einzellige Algenarten. Sie sind so winzig, dass ein Milliliter Wasser Abertausende enthalten kann. Da Mikroalgen eine wichtige Nahrungsquelle etwa für Krebstiere wie Krill sind, könnte eine Änderung zum Beispiel ihres Wachstums weitreichende Folgen für das arktische Nahrungsnetz haben.

[...]

„Ich habe jahrelang am Mikroskop gesessen und kaum Unterschiede beobachtet“, stellt Clara Hoppe fest. Was an sich eine gute Tatsache ist, war für die Biologin zunächst gewöhnungsbedürftig. „Ich bin als Forscherin ja quasi darauf gepolt, Veränderungen und Effekte erkennen zu wollen. Aber letztlich habe ich gemerkt, dass es unglaublich spannend ist, dass diese Organismen eben nicht so stark reagieren wie wir es von anderen Arten und Regionen kennen. Ich will herausfinden, warum nicht. Warum sind die Arktischen Mikroalgen so widerstandsfähig? Welche Mechanismen stecken dahinter?“

Eine Theorie hat sie bereits: Die Mikroalgen reagieren unterschiedlich auf Umweltveränderungen wie Temperaturanstiege. Selbst innerhalb einer Art geht nicht jede Mikroalge damit gleich um. Durch diese Flexibilität scheint die Artengemeinschaft insgesamt robuster zu sein. Je höher also die Vielfalt innerhalb einer Art ist, umso besser können die Mikroalgen Veränderungen in ihrer Umwelt abfedern. [...] 

Ganzen Artikel beim AWI lesen.

Bereits ein Jahr (29.11.2015) zuvor hatte Die Welt den Klimaalarm bei den Coccolithen abgeblasen:

Kalkalgen Dieser Meeresbewohner trotzt dem Klimawandel
Ein Szenario des Klimawandels scheint sich nicht zu bestätigen: Die Kalkalgen in den Ozeanen überstehen die Veränderungen überraschend gut. Das Meeresplankton verändert sich – aber anders als gedacht. [...] Bisher fürchtete man, dass die Kalkalgen zu den Organismen gehören, denen der Klimawandel gefährlich zusetzt. Das ist aber bisher nicht eingetreten – im Gegenteil. Die Algen scheinen den Klimawandel gut zu bewältigen. Die Forscher, die das festgestellt haben, sind selbst positiv überrascht. Ein Teil des weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids wird von Meeren aufgenommen, die dadurch saurer werden. Die Säure greift die kalkhaltigen Schalen vieler Meeresbewohner an. Das war zumindest die Vermutung. Die Kalkalgen leiden aber nicht. Überraschenderweise seien die Bestände in den vergangenen 50 Jahren global nicht überall rückläufig, berichten US-Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Science“. Im Nordatlantik nimmt die Zahl der Algen sogar zu. [...] 

Ganzen Artikel auf welt.de lesen.

Im Prinzip hält sich die Überraschung in Grenzen. Algen sind Pflanzen. Und Pflanzen brauchen CO2. Da nun mehr CO2 zur Verfügung steht als vorher, wachsen die Mikroalgen besser. So einfach ist das. Sinngemäß berichtete dies auch das Bigelow Laboratory for Ocean Sciences am 16. Januar 2016:

Increased carbon dioxide enhances plankton growth (weiterlesen …)

Konfliktforschung 1400-1900: Je kälter das Klima, umso häufiger rasselten die Völker aneinander

Im Januar 2017 erschien das NBER Working Paper einer Forschergruppe um Murat Iyigun, in dem die Geschichte militärischer Konflikte zwischen 1400 und 1900 ausgewertet wird. Das unerwartete Resultat: Je kälter das Klima, umso häufiger rasselten die Völker aneinander. Hier der Abstract:

Winter is Coming: The Long-Run Effects of Climate Change on Conflict, 1400-1900
We investigate the long-run effects of cooling on conflict. We construct a geo-referenced and digitized database of conflicts in Europe, North Africa, and the Near East from 1400-1900, which we merge with historical temperature data. We show that cooling is associated with increased conflict. When we allow the effects of cooling over a fifty-year period to depend on the extent of cooling during the preceding period, the effect of cooling on conflict is larger in locations that experienced earlier cooling. We interpret this as evidence that the adverse effects of climate change intensify with its duration.

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Spiegel Online wagte es am 20. Januar 2017 gegen den politischen Mainstream zu schwimmen und brachte eine Öko-Story, bei der der Klimawandel doch tatsächlich einmal unbeteiligt ist und freigesprochen wird:

Steinzeitliches Massensterben Mensch, du warst der Killer!
Weltweit starben die Riesen unter den Tieren vor Zehntausenden Jahren aus. War es ein Klimawandel oder war es der Mensch? Forscher glauben nun, das klar beantworten zu können – und fällen einen Schuldspruch.

Ein australisch-amerikanisch-deutsches Forscherteam um den Paläontologen Sander van der Kaars glaubt, stichhaltige Indizien gefunden zu haben, die eine uralte Streitfrage beantworten sollen: Was war schuld am zu unseren Tagen letzten Massensterben der Megafauna – Mensch oder Klimawandel? Kaars und Kollegen zeigen mit einer in den “Nature Communications” veröffentlichten Studie über das Verschwinden der australischen Megafauna, dass ein Klimawandel nichts mit diesem Massensterben zu tun hatte – der Mensch verursachte das offenbar aus eigener Kraft.

Weiterlesen auf Spiegel Online

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Schon gewusst? Während des letzten Interglazials – also der Warmzeit zwischen den letzten beiden Eiszeiten – war es ähnlich warm wie heute. Dies rief die American Association for the Advancement of Science am 19. Januar 2017 per Pressemitteilung in Erinnerung:

Sea-surface temps during last interglacial period like modern temps

Sea-surface temperatures during the last interglaciation period were like those of today, a new study reports. The trend is worrisome, as sea levels during the last interglacial period were between six and nine meters above their present height. The last interglaciation (LIG), which occurred 129,000 to 116,000 years ago, is thought to have been about as warm or a bit warmer than today, making it a useful reference to validate global climate models and understand sea-level response to a warming climate.

Here, Jeremy S. Hoffman and colleagues compiled 104 published LIG sea surface temperature (SST) records from 83 marine sediment core sites. They compared each core site to data sets from 1870-1889 and 1995-2014, respectively. Their analysis reveals that, at the onset of the LIG 129,000 years ago, the global ocean SST was already similar to the 1870-1889 average.

However, by 125,000 years ago, the global SST increased by 0.5° ± 0.3°Celcius, reaching a temperature indistinguishable from the 1995-2014 average. These results suggest that LIG global mean annual SSTs simulated with most global climate models are too low. As well, the data show that the Atlantic Ocean in the Northern Hemisphere was cooler at the beginning of the LIG, compared to temperatures in the Southern Hemisphere. Collectively, these results may help scientists better understand how oceans will respond to modern warming.

Journal Reference: Jeremy S. Hoffman, Peter U. Clark, Andrew C. Parnell, Feng He. Regional and global sea-surface temperatures during the last interglaciation. Science, 2017; 355 (6322): 276 DOI: 10.1126/science.aai8464

 

Vulkane, die schwarzen Schwäne der Evolution?

Im November 2016 hielt Sebastian Lüning im Rahmen der Berliner EIKE-Klimatagung einen Vortrag zur Klimawirkung von Vulkanen. Eine Kurzbeschreibung erschien hierzu auf der EIKE-Webseite:

Dr. habil. Sebastian Lüning, Co Autor des Klimabestsellers „Die kalte Sonne“ berichtet über Vulkane, und ob deren zu unvorhersehbaren Zeiten erfolgenden Ausbrüche als „schwarze Schwäne des Klimageschehens gedeutet werden können. Der Ko-Autor des Klimabestsellers „Die kalte Sonne“ fängt damit an, dass er nun schon zum dritten Mal in Berlin zum Klimathema vorträgt. Das erste Mal, bei der Vorstellung des Buches „Die kalte Sonne“, dessen Thesen vom überaus starken Einfluss der Sonne über die verschiedensten Prozesse – insbesondere denen der atlantischen wie pazifischen Strömungen- sich seit dieser Zeit immer stärker bestätigt, über die Verabschiedung eines verdienten Geologie-Professors an der TU in den Ruhestand, bei dem Lüning zusammen mit den damaligen Vizechef des PIK F.W. Gerstengarbe, ein Streitgespräch führen durfte bis zum heutigen Tage.

Zur Einstimmung in das Thema zitiert er aus Nicolas Talebs berühmten Buch „Der schwarze Schwan“, um zu erläutern, dass damit unvorhergesehene, aber nicht ganz unwahrscheinliche, jedoch sehr wirkmächtige Ereignisse gemeint sind, die sämtliche Wahrscheinlichkeitsberechnungen, die fast alle auf irgendeine Weise mittels Gleichverteilungen und/oder Trendfortschreibungen bestimmt werden, über den Haufen werfen. Vulkane bzw. deren Ausbrüche gehören zweifelsfrei zu solchen Ereignissen. Z.B. in dem sie dank ihres Ascheauswurfes evtl. eine neuen kleine Eiszeit auslösen können.

Diese Hypothese verfolgten einige Autoren, die auch in „Nature “ veröffentlichen durften. Ziel war die ganze kleine Eiszeit als nicht sonnenabhängig zu erklären. Sie mussten aber später einräumen, dass sie sich schlicht im Zeitmaßstab vermessen hatten. Über dieses Eingeständnis, eines durchaus normalen Fehlers, wurde jedoch später von den Medien nicht mehr berichtet. Null. Spätere papers zeigten hingegen das ganze Gegenteil. Die klimatischen Einflüsse der Vulkane sind vorhanden (Sigi et. al 2015) aber nur sehr kurzfristig -in Klima relevanten Zeitmaßstäben- abkühlend wirksam. Später im Vortrag zeigt Lüning auf, dass auch Alfred Wegener einen solchen schwarzen Schwan – nämlich die Kontinentalverschiebung – entdeckt hatte. Die Sonnenaktivität hat, wie Lüning zeigt, einen ganz wesentlichen Anteil an der Erwärmung, weil bei jeder dieser massiven Erwärmungen, diese einen Höchststand hatte. Jedoch spielen sie im IPCC Bericht keinerlei Rolle.

Im Folgenden der Vortrag auf Youtube in voller Länge:

 

Dr. habil Sebastian Lüning, Bild EIKE

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Bleiben wir beim Thema Vulkane. Im Dezember 2016 erschien in Geology eine Arbeit von Kees Nooren und Kollegen, in der die Autoren einer Klima-Abkühlung um 540 n.Chr. nachgingen, zu der bisher der schuldige Vulkan fehlte. Nun ist der Ausbruch wohl lokalisiert. Es soll sich um den El Chichon in Mexiko handeln, wie Alterdatierungen an dessen Ablagerungen nun anzeigen. Abstract:

Explosive eruption of El Chichón volcano (Mexico) disrupted 6th century Maya civilization and contributed to global cooling
A remarkably long period of Northern Hemispheric cooling in the 6th century CE, which disrupted human societies across large parts of the globe, has been attributed to volcanic forcing of climate. A major tropical eruption in 540 CE is thought to have played a key role, but there is no consensus about the source volcano to date. Here, we present evidence for El Chichón in southern Mexico as the most likely candidate, based on a refined reconstruction of the volcano’s eruption history. A new chronological framework, derived from distal tephra deposits and the world’s largest Holocene beach ridge plain along the Gulf of Mexico, enabled us to positively link a major explosive event to a prominent volcanic sulfur spike in bipolar ice core records, dated at 540 CE. We speculate that voluminous tephra fall from the eruption had a severe environmental impact on Maya societies, leading to temporary cultural decline, site abandonment, and migration within the core area of Maya civilization.

Eine andere Forscherguppe hat sich mit den klimatischen Auswirkungen des Tambora-Ausbruchs 1815 und seine Auswirkungen auf Neuengland beschäftigt. Die University of Massachusetts at Amherst gab am 19. Januar 2017 die folgende Pressemitteilung hierzu heraus:

New England’s 1816 ‘Mackerel Year’ and Climate Change Today

UMass Amherst, New England researchers explore past global climate catastrophe

Hundreds of articles have been written about the largest volcanic eruption in recorded history, at Indonesia’s Mount Tambora just over 200 years ago. But for a small group of New England-based researchers, one more Tambora story needed to be told, one related to its catastrophic effects in the Gulf of Maine that may carry lessons for intertwined human-natural systems facing climate change around the world today.In the latest issue of Science Advances, first author and research fellow Karen Alexander at the University of Massachusetts Amherst and 11 others including aquatic ecologists, climate scientists and environmental historians recount their many-layered, multidisciplinary investigation into the effects of Tambora on coastal fish and commercial fisheries.

Alexander says, “We approached our study as a forensic examination. We knew that Tambora’s extreme cold had afflicted New England, Europe, China and other places for as long as 17 months. But no one we knew of had investigated coastal ecosystems and fisheries. So, we looked for evidence close to home.” In work that integrates the social and natural sciences, they used historical fish export data, weather readings, dam construction and town growth chronologies and other sources to discover Tambora’s effects on the Gulf of Maine’s complex human and natural system.

The 1815 eruption caused a long-lasting, extreme climate event in 1816 known as the “year without a summer.” As volcanic winter settled on much of the Northern Hemisphere, crops failed, livestock died and famine swept over many lands. In New England, crop yields may have fallen by 90 percent. The researchers found that 1816 was also called “the mackerel year,” a clue to what they would find regarding fisheries.

Besides Tambora’s climate effects, the authors examined other system-wide influences to explain observed trends. These included historical events such as the War of 1812, human population growth, fish habitat obstruction due to dam building and changes in fishing gear that might have affected fisheries at the time. Employing historical methods in a Complex Adaptive Systems approach allowed them to group and order data at different scales of organization and to identify statistically significant processes that corresponded to known outcomes, Alexander says.

For instance, temperature fluctuations influenced the entire Gulf of Maine for short periods of time, while dam construction affected individual watersheds through the life of the dams. Space and time scales differ in each case, but both temperature fluctuations and habitat obstructions affect fish, and thus fisheries, at the same time. Such interactions are characteristic of complex systems, she notes.

Establishing timing was key to solving the mystery, Alexander adds. Major export species including freshwater-spawning alewives and shad and marine-spawning mackerel and herring, have different temperature tolerances and seasonal migration patterns and timing, or phenology. Alewives and mackerel arrived earlier when water was colder, shad and herring arrive later after water had warmed up. Because of their phenology and vulnerability in rivers and streams during spawning, alewives suffered the most from the extreme climate event. In Massachusetts where streams had been dammed for a long time, its effects were compounded, the researchers found.

In the early 1800s alewives were a “utility fish,” an important commercial export but also used as chicken feed, garden fertilizer and human food in winter. The winter of 1816 was so cold, Alexander says, that “Penobscot Bay froze solid from Belfast to Castine.” When alewives arrived at their seasonal spawning time, adverse conditions likely disrupted spawning runs, increased natural mortality and, critically for the people depending on them, decreased catch.

She adds, “During this climate crisis, people couldn’t catch enough alewives to meet their needs, so they quickly turned to mackerel, the next abundant species to arrive along the coast. Pursuing mackerel and rapidly distributing it to communities with no other sources of food fundamentally altered the infrastructure of coastal fisheries.” Although records suggest that alewife populations apparently recovered within 25 years, “people responded rapidly and effectively to Tambora in only five years and never looked back when the crisis passed.”

Rates of human and alewife response became uncoupled and the quick fixes, become permanent, later achieved an air of inevitability, the authors suggest.

They add that “complex solutions elude simple explanations.” They point out the “many and obvious,” parallels between that sudden extreme event and current occurrences of drought, flood, storm devastation, food disruption and famine attributed to climate change.

“The past can be a laboratory,” Alexander and colleagues write. Employing historical methods within a Complex Adaptive Systems approach may offer a simple way to examine complex systems where scale, rate and phenology interconnect human and natural processes, andhelp to“advance human resilience by strengthening resilience in the natural world.”

UMass Amherst fisheries ecologist Adrian Jordaan adds, “When the resources are available locally, they can help societies cope with change. Also, during extreme climate events, unthinkable changes including large societal shifts can occur. These are things that we must be prepared for in the world of today, where extreme climatic events are becoming more frequent and severe.”

Michelle Staudinger, an ecologist with the Northeast Climate Science Center at UMass Amherst, says, “Alewives and other fishes that inhabit both rivers and oceans are highly vulnerable to climate change. The lessons learned from this study will help us better anticipate, prepare and cope for additional future impacts on their populations as well as the human communities that depend on them.”

Alex Bryan, a U.S. Geological Survey climate scientist and co-author, says studying a 200-year-old event was a challenge. “Long-term temperature records don’t begin until the turn of the 20th century. Fortunately, we found the weather journal of a physician residing in Salem, Mass., who recorded the air temperature four times a day from the 1780s to the 1820s. Without his devotion to monitoring the weather, this study would not have been possible.”

No-News: Kein Klimawandel auf der britischen Halley-Station in der Antarktis

Am 20. Januar 2017 ging es in der  BBC-Sendung “Science in Action” um den Zwangsumzug der Britischen Antarktis Station Halley VI. Kurios: Während in der Anmoderation noch wie üblich davon geredet wurde, dass man besonders in der Antarktis den “long term effect of Global Warming” fürchten müsse, widersprach der verantwortliche Chefwissenschaftler des British Antarctic Survey BAS (ab 6:30 Laufzeit) ganz entschieden der Behauptung, dass der Riss im Eisschelf etwas mit Klimaerwärmung zu tun habe. Prof. David Vaughan meinte dazu unter anderem:

“…it would be a mistake to connect this immediately with some kind of global warming. At Halley, where we have measured the temperature routinely on a daily basis for almost 50 years, we haven’t seen any evidence for climate change in that area…”

Diese glasklare Aussage von Seiten des führenden britischen Antarktis Forschers ist freilich eine köstliche Ohrfeige für all die zahllosen Medien, welche den nötigen Umzug der Station, sofort und reflexhaft, dem anthropogenen Klimawandel anlasteten. Negativbeispiele z.B. beim ORF, NZZ, Krone. Aber auch der stets klima-besorgten BBC war das Zitat von Prof. Vaughan offenbar zu ehrlich und klimarealistisch und deswegen wurde es in der sonst eigentlich ausführlicheren Schwester-Sendung “The Science Hour” herausgeschnitten und durch eine deutlich abgeschwächte Formulierung eines Moderators ersetzt (zu hören hier ab 5:50 Laufzeit):

“… Global Warming ? … probably not, there (at Halley) they haven’t seen an awful lot of global warming…”.

Nachdem also die zwanghaft klimaalarmistischen BBC Reporter beim Thema Antarktis mehr Klimarealismus zulassen mussten, als ihnen offenbar lieb war, wurde noch in der gleichen Sendung versucht, dies beim Thema “Grüne Sahara” wieder auszubügeln (siehe hier ab Laufzeit 20:20). So wurde bei der Besprechung der interessanten Arbeit von Tierney et al. 2017 mit keinem einzigen Pieps erwähnt, dass der stärkere Afrikanische Monsun in der Sahara während des Holozän-Klima-Optimums mit einer rund 2°C wärmeren globalen Temperatur als heute verknüpft war, obwohl der kausale Zusammenhang aus der Publikation eindeutig hervorgeht, nach der nämlich kältere Phasen stets eine wieder zunehmende Dürre verursachten (z.B. während des 8,2 ka Event).

Man wollte wohl mit dem Verschweigen von diesem wichtigen Zusammenhang unbedingt vermeiden, dass das BBC-Publikum auf die ketzerische Idee kommen könnte, dass höhere Temperaturen als heute möglicherweise gar nicht so schlecht wären; jedenfalls nicht für die Sahara. Solch manipulative Halbwahrheiten nennen die Angelsachsen übrigens sehr treffend “Lies of omission”. Und obwohl die “Grüne Sahara Phase”, bei einer vollständigen Kausal-Analyse, nur Argumente gegen übertriebenen “Global-Warming-Ängste” liefert, entblödete sich der Moderator Roland Pease nicht, das Thema mit einem komplett widersinnigen und alarmistischen Fazit zu beenden:

“… and given the news of the record global temperatures of 2016, you can only wonder about the lessons from those drastic past changes in the Sahara…”

 

 

Philipp Lengsfeld (MdB, CDU) fordert mehr Offenheit in der Klimadebatte

Im Januar 2017 hielt Fritz Vahrenhilt im Londoner House of Commons einen vielbeachteten Vortrag zur deutschen Energiewende. Eine deutsche Text-Version des Vortrags kann jetzt hier als pdf heruntergeladen werden. Die englischen Vortragsfolien gibt es hier. Benny Peiser von der ausrichtenden GWPF führte zudem das folgende Interview mit Vahrenholt:

 

Eine Besprechung des Vortrags gibt es von Konstantin Kirsch.

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Ebensfalls höchst sehenswert ist ein Vortrag von Philipp Lengsfeld (MdB, CDU), den er anlässlich der EIKE-Klimatagung im November 2016 in Berlin hielt:

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Neues gibt es auch vom Institut für Hydrographie, Geoökologie und Klimawissenschaften (IFHGK). Band 5 der Schriftenreihe ist nun fertiggestellt und ist unter www.ifhgk.org bzw. http://www.ifhgk.org/schriftenreihe/ abrufbar. In den nächsten 10 Tagen wird er dann auch wieder im Buchhandel erhältlich sein.

 

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Judith Curry erläuterte kürzlich im britischen Radio, weshalb sie bei den Klimawissenschaften erheblichen Nachbesserungsbedarf sieht. Siehe auch Bericht hierzu auf WUWT.

Die Sonne im Januar 2017 und „Pause“ oder nicht?

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unsere Sonne war im vorigen Monat ein weiteres Mal recht unterdurchschnittlich aktiv. Zu Beginn des Monats sah es nach völligem Einschlafen aus, um den 20. herum gab es jedoch ein leichtes Aufflackern, das sich zum Ende hin wieder legte. Im Mittel wurde eine SSN (SunSpotNumber) von 25,8 festgestellt, etwa 47% dessen, was im 98. Zyklusmonat im Mittel aller beobachteten Zyklen gezählt wurde.

Abb.1: Die monatliche Aktivität seit Beginn des 24. Solaren Zyklus im Dezember 2008 (rot) im Vergleich zu einem mittleren Zyklus der Zyklen 1…23 (blau) und dem seit vielen Monaten recht ähnlichen Zyklus 5 (schwarz).

 

Beim Vergleich mit dem SC5 (der insgesamt bisher zweitschwächste beobachtete Zyklus) fällt auf, dass seit nunmehr 23 Monaten unser aktueller Zyklus zum Teil deutlich noch schwächer war. Tatsächlich war bisher noch nie ein Zyklus in diesem Zeitraum so schwach wie der mit der Nummer 24. Über die gesamte Länge der Zyklen sieht der Vergleich so aus:

Abb.2: Die solaren Zyklen im Vergleich untereinander. SC24 auf einem ungefährdeten 3. Platz von hinten. Der Zyklus 19 (1954…1964) hatte 2,5 mal mehr Fleckenaktivität über die bisherige Dauer.

 

Im letzten Solar-Bericht hatten wir einen Blick in die Zukunft gewagt mit der Beobachtung der sich langsam aufbauenden polaren Felder der Sonne. Die zugrundeliegenden Daten wurden leicht nach unten korrigiert (ein normaler Vorgang des Qualitätsmanagements) und wir wollen Ihnen nochmals einen aktualisierten Vergleich aller bisher für diese Größe detailliert beobachten Zyklen nachreichen:

Abb.3: Die polaren Felder der Zyklen 21…24 (im Uhrzeigersinn) jeweils bis 1400 Tage nach dem Nulldurchgang der Mittelwerte ( schwarz) für den Südpol der Sonne ( rot) und den Nordpol ( blau).

Wir werden das Maximum im Mittel wohl schon gesehen haben, hier stimmt auch die wohl beste Website wenn es um Sonnendaten geht zu. Das Verhalten von SC24 ist schon sehr bemerkenswert!

 

Pause oder keine Pause?

Eine Affäre nahm zu Beginn des Monats Februar Fahrt auf: Ein pensionierter Ex- Mitarbeiter der NOAA – John Bates – schrieb einen langen Beitrag auf dem Blog von Judith Curry, in dem er vor allen Dingen den Chef der NOAA Tom Karl bezichtigte, in der inzwischen in die Geschichte eingegangenen Arbeit aus dem Jahre 2015 unsaubere Daten verwendet zu haben. Diese Studie begründete die Position, dass eine  „Pause“, nämlich der deutlich verlangsamte Anstieg der globalen Temperaturen nach 1997 infolge eines Stillstandes der Meeresoberflächentemperaturen, nicht stattgefunden haben soll. Wir hatten darüber berichtet. Es folgte eine ziemlich ruppige Auseinandersetzung, den Vorhaltungen von John Bates wurde z.T. vehement widersprochen. Futter bekam die ganze Sache noch durch einen Artikel in der „Mail on Sunday“, der auch einige grobe Unsauberkeiten enthielt.

Was bleibt? Offensichtlich hatte der „Whistlebower“ John Bates Mängel im Qualitätsmanagement der Daten bei der NOAA festgestellt. Zudem stellte sich heraus, dass wohl ein Computerprogramm, das die Daten des Temperaturanstieges nach 1997 berechnete, verloren gegangen war, die Kalkulationen damit also nicht reproduzierbar waren. Sie hatten großen Einfluss auf die politische Diskussion vor dem Pariser Klimaabkommen. Bates stellte später jedoch explizit klar, dass eine gezielte Datenmanipulation nicht zu verzeichnen war.

Im Laufe  der ganzen z.T. recht heftig geführten Diskussion wurde bekannt, dass es wohl bald eine neue, dann wieder  „offizielle“ SST (Sea Surface Temperature:  Oberflächentemperaturen der Meere) – Reihe der NOAA geben wird, sie trägt den Namen ERSSTv5. Hier wird ein kleiner Teil der Erwärmung der Vorgängerreihe ab  2000 wohl wieder zurückgerechnet werden, vertraut man den vorläufigen Verlautbarungen. Bei allem Engagement: der Beobachter reibt sich mitunter die Augen! Da geht es einige hundertstel Grad Celsius hinauf und hinunter je nach aktueller Version der Auswertung, darüber werden ganze Arbeiten und zum Teil sehr heftige Diskussionen geführt,  die Für und Wider sind kaum noch nachvollziehbar für den geneigten Beobachter der Szene. Wir möchten Sie eher auf einen Blick „von oben“ einladen.

Alle Entscheidungen die heute getroffen werden sollen, erfolgen auf Grundlage von Modellen, bisher sind die für den AR5 des IPCC (CMIP5-Modelle) das Maß der Dinge. Vergleichen wir also das, was diese Modelle projizieren mit dem, was die bewusste Reihe ERSSTv4, die im Verdacht steht, die aktuelle Erwärmung der Weltmeere etwas zu hoch angesetzt zu haben, ermittelt:

Abb.4: Der Vergleich der ERSSTv4-Messreihe (blau) mit dem Modellmittel 1979…2016 (rot).

 

Der Trend des Modellmittels für die Größe „tos“ (temperatures of ocean surface,  so werden in der Modellwelt die SST bezeichnet) ist über 70% zu hoch! Zeigt ERSSTv4 0,109 °C pro Dekade Erwärmung, so ist das Modellmittel großzügiger, es weist auf 0,154 K/ Dekade, beide für den Zeitraum 1979…2016. Dabei muss man noch berücksichtigen, dass in der realen Welt ganz am Ende der Messreihe ein El-Nino stattfand, der den Trend über Gebühr nach oben verschiebt. Warten Sie zwei, drei Jahre, dann werden die Abweichungen zwischen der realen Welt und den Modellen weiter zunehmen. Die Modelle rechnen zu viel Erwärmung, sie überschätzen die Wirkung von CO2. Das ist der Kern Wahrheit, den Sie mitnehmen sollten.

 

Klimaapokalyptiker Lesch: Wie ernst kann man ihn noch nehmen?

Eigentlich haben wir uns an dieser Stelle schon genug mit Harald Lesch beschäftigt. Wie ein Duracell-Männchen produziert der Fernsehprofessor und Aktivist jedoch neuen Klimaalarm. Die Süddeutsche Zeitung liebt Lesch und bot ihm am 24. November 2016 kostenlose Werbefläche in Form eines Artikels für sein neues Klimalarmbuch:

Der zornige Wissenschaftler
Seit Wochen ist die Lesung ausverkauft. 250 Leute wollen Professor Harald Lesch hören, den Physiker, der so anschaulich wie lebendig auch schwierige Zusammenhänge zu erklären vermag. Am Mittwochabend geht es um den Zustand der Erde, den Lesch zusammen mit Klaus Kamphausen in dem Buch “Die Menschheit schafft sich ab” beschrieben hat. Es ist am 6. September erschienen und steht aktuell auf Platz 10 der Bestseller-Liste des Spiegel. [...] Vor allem geht es um den Klimawandel, dessen Auswirkungen schon jetzt spürbar seien: Zum Beispiel in den vielen Stürmen und Hochwasser-Katastrophen wie dieses Jahr in Niederbayern, aber auch im Auftauen der Permafrost-Böden.

Ein schönes Beispiel wie Lesch die Wissenschaft instrumentalisiert und fehldeutet. Fakt ist: Es gibt in Deutschland keinen Trend zu heftigeren Regenfällen. Und Fakt ist auch: Sturmaktivität der nördlichen mittleren Breiten hat signifikant abgenommen. Lesch erzählt seinen Zuhörern unglaublichen Schmarrn. Das schert die jedoch nicht, denn sie lieben ihren Klimapropheten, der so schön zornig sein kann – auch wenn er sich die Argumente so biegt wie er sie gerade braucht.

Unser aller TV-Erklärer hat sich auch in der Lanz-Talkshow vom 29. September 2016 wortreich zum Thema Klimawandel geäußert. Hier redet er endlich einmal “Klartext”, wie uns der Titel des Mitschnitts suggeriert, und äußert sich darüber hinaus zur Begrifflichkeit des “Anthropozäns” (bitte auf Youtube direkt anschauen):

 

Ein paar Zitate, die uns besondere Freude gemacht haben.

“Wir leben momentan in der Zeit, wo wir zum ersten Mal feststellen: Wir haben die Erde massiv verändert und wundern uns jetzt darüber, dass diese Natur, die wir eigentlich noch gerne so natürlich gerne hätten, dass die nicht so geblieben ist, wie sie mal war [...] Und das führt halt dazu, dass wir zum Beispiel einen Klimawandel haben, der schlicht und einfach [!!] dadurch ausgelöst wird, dass wir systematisch die Atmosphäre aufladen mit Atomen bzw. Molekülen, die die Wärmestrahlung der Erde absorbieren und dann wieder zurückgeben; nur teils ans Universum, der Rest bleibt hier …”

Oder:

“In den Alpen liegen wir deutlich über der 2-Grad-Grenze, von der ja immer die Rede ist. Am Nordpol liegen wir momentan – am NORDPOL, also oben – 5 Grad über dem langjährigen Mittel. SO warrrm war es in der Arrrrktis noch nie!!  [Anm.: Lesch neigt ja dazu, immer dann das "r" zu rollen, wenn er seinen Aussagen besonderes Gewicht verleihen will, seien sie auch noch so unerheblich] Wenn man momentan zum Nordpol wollte, müsste man hinschwimmen, weil es nämlich jede Menge Eis dort oben nicht mehr gibt.”

Und noch mal so richtig bescheuert:

“Und deswegen mein Vorschlag; gerade für Deutschland: Was wir brauchen, sind Klima-Feiertage. Wenn nämlich Deutschland Urlaub macht, und zwar wirklich zu Hause bleibt, dann emittieren wir alle wesentlich weniger CO2. Wir bräuchten fünf bis sechs Klimafeiertage im Jahr: einen für die Atmosphäre, einen für die Flüsse, einen für die Meere, einen für’n Wald, einen für die anderen und einen für mich oder sowas, ja?”

Lesch ist unheimlich produktiv. Schon wieder hat er einen neuen Klimaclip gemacht, der seit 7. Dezember 2016 in der ZDF-Mediathek zu bestaunen ist. Klicken Sie auf den Link, denn die Leschtruppe hat das Kalte-Sonne-Blog auf die Schwarze Liste gesetzt, zumindest bei den offiziellen Lesch-Youtube-Videos, die wir jetzt nicht mehr in unsere Besprechungen einbinden können. Offenbar ist den TV-Leschologen die inhaltliche Auseinandersetzung mit unserer Kritik unangenehm. Kommentare unter den Leschvideos werden sowieso umgehend gelöscht. Zensur auf hohem Niveau.

Wenn sie sich doch einige Minuten des Terra X-Clips antun wollen, bitte schön. Die Art von Lesch ist unerträglich, unsachlich, kurz vor dem Abdrehen. Er regt sich prächtig über das Erreichen der 400 ppm-CO2-Grenze auf. Kein Wort zur wichtigen Diskussion der CO2-Klimasensitivität. Danach geht er zum Rosinenpicken über. Irgendein Modell prognostiziert mehr Hochwasser in Mitteleuropa, wenn sich das Mittelmeer erwärmt. Dieses Paper schafft es in die Sendung. Andere, positivere Papers bleiben wie gewohnt unerwähnt:

Lesch koppelt die Extremregenfälle allein an die Temperatur des Mittelmeers. Dabei hatten vorindustrielle Langzeitrekonstruktionen doch einen ganz anderen Antrieb identifiziert, der von Lesch mit keiner Silbe erwähnt wird, nämlich Sonnenaktivitätsschwankungen:

Lesch führt seine Zuschauer in die Irre. Er ist gefangen im Drang, seine klimaalarmistische Ideologie unter das Volk zu mischen und hat jedes wissenschaftliche Augenmaß verloren. Eigentlich müssten die Verantwortlichen ihn sofort aus dem Programm nehmen. Kann sich das ZDF nicht einen seriöseren Klimamann suchen? Wie wäre es mit Hans von Storch zum Beispiel? Der ist nicht so aufgeregt, kann auch gut erzählen und bleibt nah an den Fakten.

Dann kommt Lesch zu den Super-Taifunen, die im Nordwest-Pazifik seit den späten 1970er Jahren zugenommen haben sollen. Aber warum beschränkt sich Lesch auf die letzten paar Jahrzehnte? Des Rätsels Lösung: Wenn man noch weiter zurückschaut, wird schnell klar, dass hier die natürliche Variabilität am Werke ist. Die von Lesch verwendeten Trends liegen im Lichte des Langzeitgeschehens voll und ganz im Bereich der natürlichen Schwankungsbreite

Nächster Lesch-Punkt: Das “ewige” Grönlandeis, das der Mensch jetzt zum Tauen bringt. Ist natürlich noch niemals zuvor passiert, dieses Schmelzen, oder?

Weiter mit der Lesch Videoclipographie. Am 9. Dezember 2016 war Lesch in der WDR-Talkshow “Kölner Treff” zu Gast und hat auch dort wieder seine klimaalarmistischen Sprüche abgelassen (mittlerweile kann man sie beinahe auswendig mitsprechen).

Eine Kommentierung des Videos gibt es auf FMDsTVChannel.

 

Nächster Clip. Billigste Buchpromotion zur Adventszeit:

 

Hier bei der Kalten Sonne hat es sich jetzt erstmal ausgelescht. Alles schon gehabt, der beratungsresistente Astro-Professor macht einfach sein Ding weiter, mit freundlicher Unterstützung des ZDF und den ungefragten Gebührenzahlern. Wer immer noch nicht genug hat, dem seien die beiden folgenden Beiträge von Helmut Kuntz auf EIKE zu Lesch empfohlen:

Harald Lesch, die Claudia Roth des Klima­wandels: Glaubt einfach, was ich erzähle – Nach­prüfen schadet nur!

Harald Lesch trägt vor den GRÜNEN zum Klima­wandel vor: Der Klima­wandel ist kein Thema, das man ernsthaft bezweifeln kann

Unkommentiert lassen wir auch dieses bizarre Lesch-Latif-Interview, ein absolutes Traumpaar:

 

Im Januar 2017 waren dann die Lesch-Sintflut-Tage im TV:

  • ZDF, Leschs Kosmos; Wettlauf gegen die Flut; Di, 17.01.2017; 23:00 Uhr
  • Phoenix, Rückkehr der Sintflut (1/2); Wenn das Ewige Eis schmilzt; Mi, 18.01.2017; 20:15 Uhr
    Wdh. heute, Do, 19.01.2017; 18:30 Uhr
  • Phoenix, Rückkehr der Sintflut (2/2); Wie unsere Kinder leben werden; Mi, 18.01.2017; 21:00 Uhr
    Wdh. Do, 19.01.2017; 19:15 Uhr

Für heute haben wir fertig.

Planet Schule patzt beim Klimawandel

Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) meldete am 17. Januar 2017:

Klimawandel: Eismassen schwinden in der Antarktis
Die argentinische Carlini-Forschungsstation auf den südlichen Shetlandinseln meldet einen Temperaturanstieg von 2,5 Grad Celsius. Deswegen kommt es in der Antarktis auch vermehrt zu Regen statt Schneefall, wie der Antarktis-Forscher Rudolfo Sanchez berichtete. „Damals habe es hier nie geregnet“, so der Forscher weiter.

Der Titel verwundert, denn neuere Forschungsergebnisse hatten in Wirklichkeit das glatte Gegenteil gezeigt:

Der Blick in den Artikel zeigt dann aber, dass nur ein sehr kleiner Bereich auf der Antarktischen Halbinsel gemeint war. Aber auch hier liegt die MZ klimatisch voll daneben. Die wahren Fakten:

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Planet Schule hat wieder neue Klimaalarm-Filme im Programm (“Wo das Klima auf der Kippe steht”), so dass auch die Kleinsten in den Klimaalarm eingeweiht werden können. Die Filme laufen in verschiedenen Dritten Programmen, sind aber auch online hier verfügbar. Den Schülern wird darin vorgegaukelt, dass das Klima früher durchgehend konstant und angenehm gewesen wäre. Erst als der Mensch die Bühne betrat, habe sich das Klima dann extremisiert. Eine romantische Vorstellung, die jedoch komplett an der Realität vorbei geht. Fake News. In Wahrheit unterlag das Klima der vergangenen 10.000 Jahren enormen natürlichen Schwankungen. Die will man den Schülern natürlich nicht zumuten, “vereinfachen” heißt das wohl. Ansonsten könnten Justin und Julia auf die Idee kommen, dass die heutigen Schwankungen wohl Teil dieser Langfristentwicklung wären… Original-Aussage aus dem Film (Südafrika):

“Laut Nasa-Wissenschaftlern ändert sich das Klima heute hundertmal so schnell, wie in der Vergangenheit”.

Diese Aussage ist falsch. Eigentlich müsste der entsprechende Film sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Auszug aus Lüning & Vahrenholt 2016 (dort auch die Literaturliste):

North Africa.  Jiménez-Espejo et al. (2014) reconstructed the Saharan aeolian input and effective humidity variations during the Holocene based on a southern Iberia alpine lacustrine record. Cyclostratigraphic analyses and transport mechanisms both point to solar irradiance and aridity as major triggering factors for dust supply over Western Europe during the Holocene. The observed 1.5–2.0 ky cycles show similarities with the North Atlantic periodicity reported by Bond et al. (2001).

Egypt.  Hennekam et al. (2014) presented high-resolution records for oxygen isotopes of the planktic foraminifer Globigerinoides ruber (δ18Oruber) and bulk sediment inorganic geochemistry for Holocene-age sediments from the Nile Delta. The authors found that Nile discharge was highly variable on multicentennial time scale during the early to middle Holocene, being strongly influenced by variable solar activity.

Ethiopia.  Ghinassi et al. (2012) reconstructed lake-level fluctuations of the past 3500 years for a lake in northern Ethiopia. The authors found three main highstand phases, which occurred at about 3250–3000, 2600–950 and 650–160 cal yrs BP, respectively. These wet phases may correspond to the North Atlantic Bond cold events 2, 1 and 0, respectively (Bond et al., 2001). The studied lake record shows a good correlation with several other East Africa lakes and therefore can be considered representative for the late Holocene climate development of the region.

Mauritania.  deMenocal et al. (2000) studied a sediment core extracted off Cap Blanc in Mauritania on which they reconstructed the Holocene climate development based on alkenon-derived sea surface temperatures and foraminiferal faunal changes The authors found a series of abrupt, millennial-scale cooling events, which punctuated the Holocene warm period and correlate well with the cold events described by Bond et al. (2001) from the North Atlantic.

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Stell Dir vor, Al Gore dreht einen Nachfolgestreifen zu “Eine unbequeme Wahrheit” – und keiner geht hin. Moviepilot.de kündigte Mitte Dezember 2016 den neuen Klima-Streifen von Gore an, allerdings scheint er bisher keine großen Wellen geschlagen zu haben. Die Leute sind satt, wollen keinen Klimaalarm mehr. Sparen wir uns den Streifen also lieber.

 

University of Cambridge: Extremwetter in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts häufiger als in der zweiten Hälfte

Ein kurzes Update zum Kartierprojekt zur Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP). Ein ganz herzliches Dankeschön an die Spender C.U. und W.S, die uns wieder näher an das Spendenziel gebracht haben. Insbesondere die Großspende von C.U. zeigt, dass die Ergebnisse mit Spannung erwartet werden und wissenschaftliche Klarheit gewünscht wird.

Auf der Projektseite auf Researchgate werden regemäßige Updates veröffentlicht. Derzeit ist die Afrika-Synthese in Vorbereitung. Mehrere Dutzend Klimakurven haben mittlerweile ihren Weg in die Korrelationssoftware gefunden. Präzision ist hier von größter Wichtigkeit. Viele Wissenschaftler haben ihre Daten freundlicherweise in digitaler Form zur Verfügung gestellt, entweder persönlich per Email zugeschickt oder aus öffentlichen Datenbanken heruntergeladen. Einige Wissenschaftler zeigen zudem Interesse an einer gemeinschaftlichen Abfassung des Fachartikels. Mehr dazu demnächst.

Im Anschluss daran soll die Datenerfassung weitergehen. Südamerika und Asien bieten sich hier besonders an, da es offenbar immer noch Teilnehmer der Klimadiskussion gibt, die die MWP als lokales nordatlantisches Phänomen fehldeuten. Hier werden die regionalen MWP-Papers dringend benötigt.

Die MWP-Karte auf Google Maps wird immer beliebter. Der Zugriffs-Zähler steht jetzt auf über 34.500. Das ist auch Ihr Verdienst, dass wir diesen Service aufbauen konnten. Allen Förderern ein herzliches Dankeschön!

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Apropos Mittelalter, Wikingerzeit. Kennen Sie schon diesen neuen Roman? Geschrieben von einem der Redaktion bekannten Autor: Leif: ein Wikingerabenteuer

Aus der Handlung:

Eine vernichtende Nordseeflut zerstört die Heimat von Erk, Gyde und Folkbert. Als Waisen flüchten sie nach Haithabu, wo sie auf Leif aus Südschweden treffen. Hier nimmt das gemeinsame Leben voller Abenteuer seinen Lauf. Liebe und Freundschaft werden auf die Probe gestellt. Folkbert sucht seinen Weg zwischen heidnischem Glauben und der neuen Lehre der Christen. Erk und Leif müssen ihren Mut und ihre Stärke auf Beutezügen beweisen. Die Naturgewalten des Nordens, das Treiben der Götter und Trolle, die Abenteuerlust der Nordmänner bestimmen den Weg der jungen Leute. Der erfolgreiche Überfall auf die gräfliche Burg der Udonen füllt die Bäuche der Schiffe mit Silber. Der dreiste Kampf mit dem Herzog von Essex und ein geschickter Vertrag mit König Ethelred am Londoner Hof legen den Grundstein für künftige erfolgreiche Handelsbeziehungen.

Merke: Unter den Nordseefluten litten auch schon die Wikinger!

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Stichwort Extremwetter. Im Februar 2016 erschien im Journal of Geography & Natural Disasters eine Arbeit von M. J. Kelly von der University of Cambridge. Der Autor untersuchte Trends in der Extremwetterhäufigkeit und fand überraschenderweise, dass das Extremwetter in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts häufiger war als in der zweiten Hälfte:

Trends in Extreme Weather Events since 1900 An Enduring Conundrum for Wise Policy Advice
It is widely promulgated and believed that human-caused global warming comes with increases in both the intensity and frequency of extreme weather events. A survey of official weather sites and the scientific literature provides strong evidence that the first half of the 20th century had more extreme weather than the second half, when anthropogenic global warming is claimed to have been mainly responsible for observed climate change. The disconnect between real-world historical data on the 100 years’ time scale and the current predictions provides a real conundrum when any engineer tries to make a professional assessment of the real future value of any infrastructure project which aims to mitigate or adapt to climate change. What is the appropriate basis on which to make judgements when theory and data are in such disagreement?

Die finanziellen Extremwetterschäden sind unterdessen in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten im Durchschnitt gesunken, unter Berücksichtigung einer Normierung über das Bruttosozialprodukt.

Abbildung: Entwicklung der Schadenssummen für Extremwetter, normiert über Bruttoszialprodukt. Quelle: Pielke.

 

Die Daten der obigen Graphik kommen unter anderem von der Munich Re. Die hat übrigens auch eine eigene Stiftung. Und im Stiftungsrat sitzt neben dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung auch die Süddeutsche Zeitung (siehe Seite 64 hier). Sehr praktisch, eine fruchtbare Verbandelung der Versicherungsindustrie, extremer Forschungsinstitute und der offenbar nicht ganz so unabhängigen Presse. Sozusagen eine Große Extremklimakoalition.

 

Hypothese: Über welchen Mechanismus hängen Sonne und Klima zusammen?

Von Uli Weber

In den letzten Jahren mehren sich die wissenschaftlichen Arbeiten mit zustimmenden Ergebnissen zum direkten Klimaeinfluss der Sonne, wie er in dem Buch „Die kalte Sonne“ (2012) von Vahrenholt und Lüning erstmals zusammenfassend dargestellt worden war. Damals allerdings hagelte es medialen Kritik bis hin zu einer öffentlichen Stigmatisierung der Autoren als „Klimawandelskeptiker“ durch eine Bundesbehörde.

Aber neben der Sonne als primäre Energiequelle für unser Klima gibt es tatsächlich keine Kraft auf der Erde, die dem Betrag nach überhaupt für Klimaschwankungen aufkommen kann:

  • Die primäre Energie, die unsere Erde zur Klimagenese beisteuern kann, ist vernachlässigbar und besteht aus Erdwärme, Gezeitenreibung  und sekundären Auswirkungen der Plattentektonik.
  • Lediglich Vulkanausbrüche sind in der Lage, das Wettergeschehen auf unserer Erde kurzfristig (deutlich kürzer als 30 Jahre) zu beeinflussen, und zwar nicht etwa über ihren Energieeintrag, sondern – man höre und staune – über eine Beeinflussung der Sonneneinstrahlung in der höheren Atmosphäre durch Aerosole und Aschepartikel.
  • Und den sogenannten „klimaaktiven“ Gasen wird zwar vom IPCC eine „Klimawirksamkeit“ in [W/m²] zugeschrieben, diese „Klimawirksamkeit“ besteht aber lediglich in der passiven Aufnahme von IR-Strahlung und stellt damit keinerlei zusätzlich verfügbare aktive Energiequelle dar.

Der erforderliche Umfang an Leistungsveränderungen für merkliche Temperatureinflüsse kann also in Ermangelung von Alternativen nur aus der Primärquelle Sonne selbst abgeleitet werden. Aber die absoluten Schwankungen dieser Primärquelle, gleichgültig, ob über die orbitalen Zyklen (Milanković-Zyklen) oder über die solaren Zyklen selbst, sind mit durchschnittlich etwa 1 W/m² viel zu gering, um dem Betrag nach für die nachgewiesenen Klimaschwankungen aufkommen zu können.

Die Klimasensitivität der Sonnenstrahlung k geben Douglas und Clader [1] aus eigenen Versuchen mit

Ganz grob gerechnet werden also etwa zusätzliche 10 [W/m²] Sonneneinstrahlung benötigt, um die Durchschnittstemperatur auf der Erde auch nur um ein Grad Celsius zu erhöhen, also in etwa das Zehnfache der tatsächlichen Schwankung der Solarkonstanten über solare oder orbitale Zyklen.

Hier müsste man jetzt zum ersten Mal abbrechen – wenn es die Eiszeiten nicht gegeben hätte.

Diese nachgewiesenen paläoklimatischen Schwankungen werden seit Köppen und Wegener [2] den orbitalen Milanković-Zyklen zugeschrieben. Aber auch diese orbitalen Zyklen resultieren lediglich in Schwankungen der durchschnittlichen solaren Einstrahlung von etwa 1 [W/m²] (Schwarz [3]), was die Gesamtproblematik nicht wirklich auflöst, denn die eiszeitlichen Temperaturschwankungen betragen etwa +3 Grad und -9 Grad gegenüber der gegenwärtigen Durchschnittstemperatur. Für eine solche nachgewiesene Temperaturvarianz wären folglich Veränderungen der Strahlungsleistung zwischen etwa +30 [W/m²] und -85 [W/m²] gegenüber der aktuellen Solarstrahlung erforderlich.

Widerspruch: Wir haben an dieser Stelle also den Widerspruch, dass keine primäre klimawirksame Kraft existiert, die direkt mit etwa +30/-85 [W/m²] auf die Temperaturgenesse unserer Erde einwirken kann, Temperaturschwankungen zwischen etwa +3 Grad und -9 Grad gegenüber der gegenwärtigen globalen Durchschnittstemperatur aber sehr wohl paläoklimatisch nachgewiesen worden sind.

Der eigentliche Wirkmechanismus zwischen den solaren Schwankungen und den Schwankungen der globalen Durchschnittstemperatur ist also noch immer nicht direkt nachgewiesen worden. Es gibt aber eigentlich nur noch eine einzige Lösung für dieses Problem, nämlich eine sekundäre Steuerung der solaren Einstrahlung durch das sogenannte Albedo-Forcing der Erde mittels Reflexion von Teilen der primären solaren Einstrahlung. Der Autor hatte bereits rein rechnerisch gezeigt, dass über eine Modulation des temperaturwirksamen Anteils der Sonneneinstrahlung ein direkter Einfluss auf die Temperaturgenese der Erde möglich wäre, nachzulesen beispielsweise hier auf KalteSonne oder im Original bei der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (ab Seite 9). In der originären Veröffentlichung wurde auch das Beispiel eines elektronischen Verstärkers als erklärende Beschreibung für das Albedo-Forcing genannt, und ein solcher Wirkmechanismus würde natürlich nicht nur für große Eiszeiten gelten, sondern auch für kleine.

Die kurzwellige Sonneneinstrahlung kann auf unserer Erde nämlich nur über eine Umwandlung in infrarote Strahlung temperaturwirksam werden. Wenn nun eine geringe Abschwächung der solaren Einstrahlung zu einer Ausdehnung von Schnee- und Eisfeldern führt, dann reflektieren diese Schnee- und Eisfelder wiederum die kurzwellige Sonneneinstrahlung. Im Ergebnis wird durch diese Rückkopplung die Temperaturwirksamkeit der Sonneneinstrahlung noch weiter eingeschränkt. Das Wirkprinzip eines solchen Albedo-Forcings (Abbildung 1) kann man sich wie eine Elektronenröhre vorstellen:

Abbildung 1: Erklärung für die Wirkungsweise des Albedo-Forcings am Analogon einer Verstärkerröhre

 

Wenn man bedenkt, dass im Mittel (die Breitenabhängigkeit der Sonneneinstrahlung mit dem Cosinus einmal außer Acht lassend) auf den Schnee- und Eisflächen der Tagseite unserer Erde ein Großteil der dort auftreffenden solaren Einstrahlung klimaunwirksam reflektiert wird, dann stellen solche differentiell zunehmenden oder abnehmenden Schnee- und Eisflächen einen ganz erheblichen Eingriff in den Klimamotor unserer Erde dar. Wenn die reflektierte Strahlungsleistung dann nämlich in der Strahlungsbilanz fehlt, wird es noch kälter und die Flächen wiederum größer und so weiter  – oder umgekehrt, wenn diese Flächen schmelzen…

Und das ist vordergründig schon wieder einmal eine Sackgasse. Denn wir haben hier einen ganz neuen klimatischen Kipp-Punkt entdeckt, den es in der geschichtlich und paläoklimatisch niedergelegten Klimahistorie unserer Erde niemals gegeben hat – von der immer noch diskutierten „Snowball Earth“-Hypothese einmal abgesehen. Denn die durch Klima-Proxies belegten eiszeitlichen Temperaturschwankungen haben niemals zu einer klimatischen „Resonanzkatastrophe“ geführt.

Und hier müsste man zum zweiten Mal abbrechen – wenn es die Eiszeiten nicht gegeben hätte.

Die paläoklimatischen Eiszeitalter sind nämlich wissenschaftlich nachgewiesen und erfordern einen klimawirksamen Mechanismus, der sowohl einen erheblichen Verlust/Anstieg an klimawirksamer Solarenergie als auch ein „Selbstverlöschen“ nach dem jeweiligen Abklingen der zugrunde liegenden Ursache zu erklären vermag.

Halten wir bis hierhin also noch einmal fest:

  • Es hat nachweislich paläoklimatische Schwankungen von etwa +3° und -9° gegenüber der gegenwärtigen globalen Durchschnittstemperatur gegeben.
  • Die absoluten Schwankungen der Sonneneinstrahlung als unserer Primärquelle sind viel zu gering, um dem Betrag nach für diese nachgewiesenen Klimaschwankungen aufkommen zu können, und zwar gleichgültig, ob nun über die orbitalen (Milanković-) Zyklen oder über die solaren Zyklen selbst.
    • Es gibt also keinen primär wirksamen Klimamechanismus, der die für solche eiszeitlichen Klimaschwankungen notwendigen Veränderungen in der Größenordnung von etwa +30 [W/m²] bis -85 [W/m²] gegenüber der aktuellen Solarstrahlung erzeugen könnte.
    • Der erforderliche Umfang an Leistungsveränderungen für merkliche Temperatureinflüsse kann in Ermangelung von primär wirksamen Alternativen nur als Sekundäreffekt aus der Primärquelle Sonne selbst abgeleitet werden, wobei sich das Albedo-Forcing als ein solcher Mechanismus anbieten würde.
    • Und schließlich: Der betreffende Klimamechanismus endet paläoklimatisch niemals in einer „Resonanzkatastrophe“ und muss daher zwingend in einem neuen Gleichgewichtszustand zum Erliegen kommen.

Ergo: Für die erforderliche Veränderung der temperaturwirksamen Solarstrahlung zur Erklärung der eiszeitlichen Temperaturschwankungen kommt dem Betrag nach nur die Albedo der Erde als sekundäre Steuergröße in Frage. Die Albedo der Erde beträgt aktuell etwa 0,3, das heißt 30 Prozent der Sonneneinstrahlung werden temperaturunwirksam reflektiert. Die MiniMax-Eckwerte für den Wirkmechanismus eines Albedo-Forcings unserer Erde wären also:

Albedo=0=Schwarzer Körper entsprechend 1.367 [W/m²] temperaturwirksamer Einstrahlung und

Albedo=1=Diskokugel entsprechend 0 [W/m²] temperaturwirksamer Einstrahlung.

In Summe ließen sich also theoretisch die kompletten 1.367 [W/m²] Sonneneinstrahlung über die Albedo der Erde temperaturwirksam steuern.

 

Abschließende Frage: Wie könnte dann ein begrenzt klimawirksamer Mechanismus zwischen Albedo-Forcing und der globalen Durchschnitttemperatur aussehen?

Abbildung 2: Mögliche Wirkweise des Albedo-Forcings

 

 

Arbeitshypothese: Was wäre denn, wenn das sekundäre Albedo-Forcing (Abbildung 2) als Wirkmechanismus nach Abklingen des primär ursächlichen Eingangssignals lediglich 10 Jahre Zeit hätte, bis durch eine Anpassung der globalen Wolkenbedeckung ein neuer klimatischer Gleichgewichtszustand erzwungen werden würde?

Argument: Die globale Wolkenbedeckung kann weitaus flexibler auf eine Strahlungsveränderung der Sonneneinstrahlung reagieren als die Schnee- und Eisbedeckung.

Aber: Vielleicht ist der Wirkmechanismus ja auch genau umgekehrt, die globale Wolkenbedeckung reagiert sofort auf eine Veränderung und das globale Klima wird 10 Jahre nach Abklingen dieser ursächlichen Veränderung durch eine sukzessive Anpassung der Schnee- und Eisfelder stabilisiert…

Danach müsste man in Abbildung 2 einfach nur DA und DW austauschen (Abbildiug 3):

 

Abbildung 3: Hypothese für ein globales Klima-Forcing

 

Damit hätten wir das langsam wirkende Albedo-Forcing und die schnelle Reaktion über die globale Wolkenbedeckung zu einem sinnfälligen Wirkmechanismus für klimatische Veränderungen analog zur Notch-Delay Theorie zusammengeführt.

 

 

Die abschließende Hypothese lautet also: 

Klimaimpulse durch eine geringfügige Veränderung der solaren Einstrahlung werden von der globalen Wolkenbedeckung unmittelbar in eine Temperaturveränderung umgesetzt. Dieser Prozess endet 10 Jahre nach Abklingen des Impulses durch eine entsprechende Anpassung der Erdalbedo mittels einer Veränderung der globalen Schnee- und Eisbedeckung.

So, das war’s jetzt erstmal, vielleicht hat ja irgendjemand eine Idee, wie es weitergehen könnte…

 

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Der „Werkzeugkasten“ für einen Albedo-Forcing Mechanismus, der zwingend in einem neuen klimatischen Gleichgewichtszustand konvergieren muss, enthält bisher:

Svensmark-Effekt und Wolkenbildung: Eine Abschwächung des solaren Magnetfeldes bei einer schwachen Sonne soll mit einer verstärkten Wolkenbildung in der Erdatmosphäre durch kosmische Strahlung einhergehen und zu einer Verminderung der globalen Durchschnitttemperatur führen:

http://www.kaltesonne.de/neues-vom-svensmark-wolken-solarverstarker/

Der Svensmark-Effekt wurde vom CERN mit dem CLOUD-Experiment nachgewiesen:

https://press.cern/sites/press.web.cern.ch/files/file/old/CLOUD%20press%20briefing.pdf

Höhere Temperaturen erzeugen weniger Wolken, weniger Wolken vermindern die Albedo und mehr Sonnenstrahlung wird temperaturwirksam – und umgekehrt führen niedrige Temperaturen zu einer erhöhten Wolkenbedeckung mit dem gegenteiligen Ergebnis.

http://www.kaltesonne.de/erwarmung-durch-weniger-wolken-oder-weniger-wolken-durch-erwarmung/

http://www.kaltesonne.de/wichtiger-etappenerfolg-wolken-als-klimaverstarker-der-atlantischen-ozeanzyklen-bestatigt/

Dabei verlaufen die Klimaeinflüsse von hohen und niedrigen Wolken offenbar diametral:

http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Wolken

Die Notch-Delay Theorie: Die Notch-Delay Theorie von Evans baut auf einer Transfer-Funktion auf und erklärt sich über eine verzögerte Temperaturwirkung solarer Strahlungsschwankungen.

http://www.kaltesonne.de/keine-gemeinsamen-schwingungen-dr-david-evans-notch-delay-theorie-erster-teil/

http://www.kaltesonne.de/eine-botschaft-fur-die-zukunft-dr-david-evans-notch-delay-theorie-zweiter-teil/

Zeitliche Verzögerung bei der Einstellung eines Temperaturgleichgewichtes: Usoskin et al. beschreiben eine Zeitverzögerung von 10 Jahren zwischen solaren Strahlungsveränderungen und der Durchschnittstemperatur auf der Nordhalbkugel.

http://www2.mps.mpg.de/dokumente/publikationen/solanki/c153.pdf

http://cc.oulu.fi/~usoskin/personal/2004ja010964.pdf

 

Literaturnachweis:

[1] Douglas and Clader (2002): Climate sensitivity of the Earth to solar irradiance. GEOPHYSICAL RESEARCH LETTERS, VOL. 29, NO. 16, 10.1029/2002GL015345, 2002. http://www.pas.rochester.edu/~douglass/papers/DouglassClader_GRL.pdf
Letzter Zugriff am 7. August 2013

[2] Köppen und Wegener “Die Klimate der geologischen Vorzeit” (Bornträger 1924). Ein Nachdruck mit englischer Übersetzung ist bei Schweizerbart erschienen: https://www.schweizerbart.de/publications/detail/isbn/9783443010881/Koppen_Wegener_Die_Klimate_der_geologis

[3] Die Milankowitsch-Zyklen von Oliver Schwarz. http://www.physik.uni-siegen.de/didaktik/materialien_offen/milankowitsch.pdf
Letzter Zugriff am 7. August 2013

 

Sahelregen durch Ozeanzyklen gesteuert

Tolle Nachrichten aus Südtunesien: Die bewässerte Oasenfläche hat sich in den letzten Jahrzehnten stark ausgedehnt. In der Mai-Ausgabe 2017 des Journal of African Earth Sciences erscheint hierzu der folgende Artikel eines Teams um Emilio Rodríguez-Caballero:

Irrigated land expansion since 1985 in Southern Tunisia
The causes of agricultural land expansion and its impacts on dryland ecosystems such as the oasis regions of Southern Tunisia, are fundamental problems challenging the sustainability of irrigated agriculture on water limited ecosystems. Consequently, a thorough understanding of this phenomenon is necessary to avoid future problems. With the objective of identifying irrigated land expansion dynamics and the primary drivers, two representative oasis regions in Southern Tunisia, Mareth and Fatnassa, were selected. Changes in irrigated lands in both regions between 1985 and 2011 were analyzed, and the land uses from which expansion occurred were identified using Landsat images from different years (1985, 1996 and 2011). The results indicate that the surface occupied by irrigation agriculture has doubled in Mareth, while in Fatnassa, it has increased fourfold. During that period, there was a simultaneous increase in total population, as consequence of human migration that came along with an increase in income. Thus, we could identify human migration and economic development as potential drivers of irrigated agriculture expansion, though further research is warranted to ascertain a quantification that would assist in obtaining the sustainability of these regions.

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Im Juni 2016 erschien im IPCC-nahen Fachblatt Nature Climate Change ein kurioser Artikel von Jong-yeon Park, Jürgen Bader und Daniela Matei vom Hamburger Max Planck Institute für Meteorologie zur Niederschlagsentwicklung in der Sahelzone. Zunächst wird behauptet, die Sahel-Dürren der 1960er und 70er Jahre wären eine Folge der Klimaerwärmung, dann wird eingeräumt, dass es in den letzten Jahrzehnten dort wieder mehr geregnet hat – und das obwohl die Klimaerwärmung doch weiter fortschritt. Die Hamburger zeigen sich kreativ und zaubern einen weiteren Hasen aus dem Zylinder: “Schuld” an dem vermehrten Sahel-Regen hat wiederum der Mensch, nämlich durch die anthropogene Erwärmung des Mittelmeeres. Anstatt die natürliche Variabilität und Ozeanzyklik als wichtigen Steuerungsfaktor anzuerkennen, begeben sich die alarmhungrigen Forscher auf seltsame Interpretationswege. Abschließend wagen Park und Kollegen sogar eine Prognose: Es könnte in Zukunft sogar noch mehr im Sahel regnen, verursacht durch den ungezügelten Treibhausgas-Ausstoß der Menschen. Schmunzeln erlaubt. Hier der Abstract:

Anthropogenic Mediterranean warming essential driver for present and future Sahel rainfall
The long-lasting Sahel drought in the 1970s and 1980s caused enormous human and socio-economic losses1, driving extensive research on its causes2, 3, 4, 5, 6, 7, 8. Although changes in global and regional sea surface temperatures (SSTs) are thought to be dominant drivers of the severe Sahel drying trend9, 10, 11, 12, the mechanisms for the recent recovery trend are not fully clear yet, but are often assumed to be akin to the previous SST–Sahel drought linkage13, 14, 15. Here we show, by analysing observational and multi-model data and conducting SST-sensitivity experiments with two state-of-the-art atmospheric models, that the SST key area causing the recent Sahel rainfall recovery is the Mediterranean Sea. Anthropogenic warming of this region has driven the shift from the tropical Atlantic and Indo-Pacific oceans, which historically were the main driver of Sahel drought. The wetting impact of Mediterranean Sea warming can become more dominant in a future warming climate and is key to understanding the uncertainty in future Sahel rainfall projections.

Drei Monate später zeigten Catherine Pomposi und drei weitere New Yorker Kollegen in den Geophysical Research Letters die wahren Zusammenhänge auf. Sie machten pazifische Ozeanyzklen als wichtigen Steuerungsfaktor des Sahelregens aus:

Understanding Pacific Ocean influence on interannual precipitation variability in the Sahel
Moisture budget decomposition is performed for the Sahel (10°–20°N and 20°W–40°E) in order to understand the processes that govern regional hydroclimate variability on interannual time scales and frame them in the context of their primary ocean driver. Results show that warm conditions in the Eastern Tropical Pacific remotely force anomalously dry conditions primarily through affecting the low-troposphere mass divergence field. This behavior is related to increased subsidence over the tropical Atlantic and into the Sahel and an anomalous westward flow of moisture from the continent, both resulting in a coherent drying pattern. Understanding the physical processes relating remote sea surface temperature anomalies to atmospheric circulation changes and the resulting complex local convergence patterns is important for advancing seasonal prediction of precipitation over West Africa.

Das Hamburger Max-Planck-Institut hat in den vergangenen Jahren wichtige neue Erkenntnisse zu Aerosolen und anderen Themen beigesteuert. Die Sahel-Arbeit gehört leider nicht zu den besten Arbeiten, genausowenig wie die MPI-Studien zum arktische Meereis.

 

Schwankungen der Sonnenaktivität steuern das Klima: Meeresspiegel in Venedig, Wirbelstürme in Australien, Abflussraten des Amazonas

Immer wieder heißt es, dass Sonnenaktivitätsschwankungen klimatisch im Prinzip vernachlässigbar wären. Sie würden kaum etwas bewirken. Umso erstaunter ist man dann, wenn allmonatlich ein weiterer Fachartikel erscheint, der das glatte Gegenteil dokumentiert. Ein Beispiel aus dem November 2016, als die Geophysical Research Letters eine Arbeit von Adrián Martínez-Asensio und Kollegen zur Beeinflussung des Meeresspiegels durch solare Schwankungen brachten. Die Forscher dokumentierten, dass die herbstlichen Meeresspiegelextreme in Venedig und Triest durch den 11-jährigen Sonnenfleckzyklus gesteuert werden. Im Winter macht sich die Sonne dann sogar in weiteren Küstenorten bemerkbar, nämlich Marseille, Ceuta, Brest und Newlyn. Hier der Abstract des spannenden Papers:

Decadal variability of European sea level extremes in relation to the solar activity
This study investigates the relationship between decadal changes in solar activity and sea level extremes along the European coasts and derived from tide gauge data. Autumn sea level extremes vary with the 11 year solar cycle at Venice as suggested by previous studies, but a similar link is also found at Trieste. In addition, a solar signal in winter sea level extremes is also found at Venice, Trieste, Marseille, Ceuta, Brest, and Newlyn. The influence of the solar cycle is also evident in the sea level extremes derived from a barotropic model with spatial patterns that are consistent with the correlations obtained at the tide gauges. This agreement indicates that the link to the solar cycle is through modulation of the atmospheric forcing. The only atmospheric regional pattern that showed variability at the 11 year period was the East Atlantic pattern.

Ein weiteres Beispiel aus dem März 2016. Jordahna Ellan-Ann Haig und Jonathan Nott rekonstruierten die tropische Wirbelsturmgeschichte Australiens für die vergangenen 1500 Jahre. Dabei entdeckten sie, dass die beobachtete Variabilität im Bereich von Jahrzehnten und Jahrhunderten maßgeblich durch die Sonnenaktivität mitbestimmt wird. Haig und Nott hoffen, dass zukünftige Wirbelsturmprognosen durch die Einbeziehung des wichtigen solaren Klimafaktors profitieren werden. Anbei die Kurzfassung der Arbeit:

Solar forcing over the last 1500 years and Australian tropical cyclone activity
Accurate seasonal and decadal predictions of tropical cyclone activity are essential for the development of mitigation strategies for the 2.7 billion residents living within cyclone prone regions. The traditional indices (Southern Oscillation Index and various sea surface temperature indices) have fallen short in recent years as seasonal predictors within the Australian region. The short length of these records (i.e., <50 years) has meant that our current knowledge of larger-scale drivers at interdecadal, centennial, and millennial scales is limited. The development of a new tropical cyclone activity index spanning the last 1500 years has enabled the examination of tropical cyclone climatology at higher temporal resolution than was previously possible. Here we show that in addition to other well-known climate indices, solar forcing largely drives decadal, interdecadal, and centennial cycles within the tropical cyclone record.

Schließlich noch ein Beispiel aus Südamerika. Andrés Antico und Maria Tores haben in einem Artikel von 2015 die Abflussrate des Amazonas für die letzten 100 Jahre ausgewertet und dabei entdeckt, dass die Entwicklung eng an solare Schwankungen gekoppelt war. Hier der Abstract:

Evidence of a decadal solar signal in the Amazon River: 1903 to 2013
It has been shown that tropical climates can be notably influenced by the decadal solar cycle; however, the relationship between this solar forcing and the tropical Amazon River has been overlooked in previous research. In this study, we reveal evidence of such a link by analyzing a 1903–2013 record of Amazon discharge. We identify a decadal flow cycle that is anticorrelated with the solar activity measured by the decadal sunspot cycle. This relationship persists through time and appears to result from a solar influence on the tropical Atlantic Ocean. The amplitude of the decadal solar signal in flow is apparently modulated by the interdecadal North Atlantic variability. Because Amazonia is an important element of the planetary water cycle, our findings have implications for studies on global change.

 

Zentrum des grönländisches Inlandeises gewinnt an Masse und bewegt sich langsamer als im Durchschnitt der letzten 9000 Jahre

Forscher der University of Texas at Austin hatten im Februar 2016 Erstaunliches zu berichten: Das grönländische Inlandeis bewegt sich heute deutlich langsamer als im Durchschnitt der letzten 9000 Jahre. Hierdurch verdickt sich derzeit der Zentralbereich des grönländischen Eisschildes, während die Ränder schmelzen. Hier die entsprechende Pressemitteilung:

Scientists Map Movement of Greenland Ice During Past 9,000 Years

Scientists have created the first map that shows how the Greenland Ice Sheet has moved over time, revealing that ice in the interior is moving more slowly toward the edges than it has, on average, during the past 9,000 years. The findings, which researchers said don’t change the fact that the ice sheet is losing mass overall and contributing to sea level rise, are published in the Feb. 5 issue of Science. Along Greenland’s periphery, many glaciers are rapidly thinning. However, the vast interior of Greenland is slowly thickening, a process the new study clarifies.

“Scientists are very interested in understanding how ice sheets flow and how that flow may have been different in the past. Our paleo-velocity map for Greenland allows us to assess the flow of the ice sheet right now in the context of the last several thousand years,” said lead author Joe MacGregor of The University of Texas at Austin’s Institute for Geophysics (UTIG), a research unit of the Jackson School of Geosciences. The study builds on earlier UTIG-led research that developed a database of the many layers within Greenland’s ice sheet. Using this database, the scientists determined the flow pattern for the past 9,000 years — in effect creating a “paleo-velocity” map.

The authors identified three causes for this deceleration. First is that snowfall rates were generally higher during the past 9,000 years, second is the slow stiffening of the ice sheet over time, and third is the collapse of an “ice bridge” that used to connect Greenland’s ice to that on nearby Ellesmere Island. Of most interest were the last two. “Like many others, I had in mind the ongoing dramatic retreat and speedup along the edges of the ice sheet, so I’d assumed that the interior was faster now too. But it wasn’t,” said MacGregor.In comparing the paleo-velocity map with modern flow rates, researchers found that the ice sheet’s interior is moving more slowly now than during most of the Holocene, a geological period that began about 11,700 years ago and runs to the present.

“The ice that formed from snow that fell in Greenland during the last ice age is about three times softer than the ice being formed today,” according to William Colgan of York University’s Lassonde School of Engineering, a co-author of the study. Because of this difference, the ice sheet is slowly becoming stiffer. As a consequence, the ice sheet is flowing more slowly and getting thicker over time. This effect is most important in southern Greenland, where higher snowfall rates have led to rapid replacement of ice from the last glacial period with more modern Holocene ice. “But that didn’t explain what was happening elsewhere in Greenland, particularly the northwest, where there isn’t as much snowfall, so the stiffening effect isn’t as important,” said MacGregor.

The explanation of deceleration in the northwest lies in the collapse 10,000 years ago of an “ice bridge” across Nares Strait, which used to connect Greenland’s ice to that on Ellesmere Island. The collapse of the ice bridge at the end of the last ice age led to acceleration in the northwest, but the ice sheet has since returned to a slower pace.

These changes, which started thousands of years ago, affect our understanding of the changing Greenland Ice Sheet even today. Scientists often use GPS and altimeters aboard satellites to measure the elevation of the ice surface and study how much mass is being lost or gained across the ice sheet. When correcting for other known effects on the surface elevation, any leftover thickening is assumed to be due to increasing snowfall, but this study shows that may not be the case. “We’re saying that recent increases in snowfall do not necessarily explain present-day interior thickening,” said Colgan. “If you’re using a satellite altimeter to figure out how much mass Greenland is losing, you’re going to get the answer slightly wrong unless you account for these very long-term signals that are evident in its interior.”

In die gleiche Richtung geht eine Pressemitteilung der University of Illinois vom 4. Mai 2016, die das fehlende Schmelzen im Zentrum des grönländischen Eisschildes diskutiert:

Study finds ice isn’t being lost from Greenland’s interior

Scientists studying data from the top of the Greenland ice sheet have discovered that during winter in the center of the world’s largest island, temperature inversions and other low-level atmospheric phenomena effectively isolate the ice surface from the atmosphere — recycling water vapor and halting the loss or gain of ice. A team of climate scientists made the surprising discovery from three years of data collected at Summit Camp, an arid, glaciated landscape 10,500 feet above sea level in the middle of the Greenland ice sheet. “This is a place, unlike the rest of the ice sheet, where ice is accumulating,” says Max Berkelhammer, assistant professor of earth and environmental sciences at the University of Illinois at Chicago. Berkelhammer is first author on the study, reported in Science Advances, an open-access online publication of the journal Science. Near Greenland’s coasts, Berkelhammer said, “it’s relatively warm, and the ice melts faster and faster.”

“But in the center of the ice sheet, it’s 25 below zero Celsius (-13 F), so it’s always freezing, even if it warms. It’s a very rare occurrence to go above freezing,” he said. The authors note that “despite rapid melting in the coastal regions of the ice sheet, a significant area — approximately 40 percent — rarely experiences surface melting.” Solid ice can be lost not only by melting into liquid water. Under certain conditions, it can vaporize by sublimation, a one-step transition from solid to gas. Such conditions exist at the high-altitude, dry, frigid surface of Greenland’s interior. “Sublimation is common there, unlike other places,” Berkelhammer said. “We looked at the exchange of water between the ice sheet and the air above it through condensation, evaporation, and sublimation.”

At Summit Camp, a 150-foot tower was used to draw air samples at various heights above the surface and pipe the air into a laboratory buried a few feet below the ice. Lasers analyzed the air for two different isotopes of oxygen in H2O, whose ratio indicates the temperature at which the water molecules became airborne. “We noticed a specific process that was occurring, where low-level fog would form right above the surface of the ice sheet,” Berkelhammer said. A fogbow – a rainbow caused by fog – often appeared. “As ice sublimates from the surface, it forms a fog,” he said. “As the particles get heavier and settle back to the surface, you get recycling, rather than dissipation that would remove ice.” In winter, 80 percent of the ice that would otherwise be lost is recycled, Berkelhammer said. “So it’s an incredibly efficient process.”

But many questions remain as to how this boundary-layer recycling contributes to models of climate change. We expected sublimation to increase with temperature, but we find no net loss” of ice over time, Berkelhammer said, again referring just to the interior of the ice mass. “You could say, if this process changes, you’d lose ice significantly faster. Or, if (recycling) becomes even more efficient, you would conserve even more ice mass. “We can’t predict,” he said. “And we don’t know from the ice-core records what the history is.” The next step, he said, is to run experiments to see how sublimation changes with temperature associated with past and future changes in atmospheric carbon dioxide levels, to see how recycling fits into climate models.

“If we want to model how the ice sheet is warming, we need to include everything we know,” he said. “This is a new process to incorporate in models.” But Berkelhammer cautions against over-interpreting the recycling as good news for the ice sheet or the planet, as its overall effect is likely to be relatively minor. “This is small potatoes compared to the calving that’s going on along the coasts,” he said. “Every time we go back to Greenland, the edge of the ice is farther away from the coast.”

An einigen Stellen Grönlands fließt das Eis dann aber doch erstaunlich schnell, wie Wissenschaftler des Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam herausfanden. Grund sind außergewöhnlich heiße Zonen im vulkanisch geprägten Untergrund. Meldung des GFZ vom 4. April 2016:

Erdwärme verursacht schnellen Eisfluss und Gletscherschmelze in Grönland

Die erdgeschichtliche Vergangenheit des Nordatlantik steuert heutigen Eismassenverlust

Wer Grönlands Eismassen von heute untersucht, muss weit in die Erdgeschichte zurück. Unter der Insel finden sich in der Lithosphäre heiße Stellen aus der geologischen Vergangenheit, welche zu einer Schmelze von unterhalb der Eismassen Grönlands führen und das Eis deshalb schnell fließen lassen. In einem breiten Streifen von West nach Ost zieht sich eine Wärmeanomalie mit erhöhtem Wärmefluss aus dem Erdinnern unter Grönland durch. Mit dieser Anomalie erklärt jetzt ein internationales Team von Geowissenschaftlern unter Leitung von Irina Rogozhina und Alexey Petrunin vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ Beobachtungsdaten aus Radar- und Eisbohrmessungen, die eine weitgefächerte Schmelze unter dem Eisschild und erhöhte Gleitgeschwindigkeiten an der Basis des Eiskörpers zeigen. Diese Schmelze führt zu einem schnellen Eisfluss von Grönlands Gletscher-Gipfelregion über 750 Kilometer bis hin zum Nordatlantik.

Der Nordatlantik ist tektonisch aktiv. Vor 80 bis 35 Millionen Jahren vor heute bewegten die Prozesse der Plattentektonik Grönland über einen Bereich außergewöhnlich heißen Materials im Erdmantel, der heute noch für den Vulkanismus Islands verantwortlich ist. Dieses heiße Gesteinsmaterial dünnte dabei die Lithosphäre unter Grönland aus und heizte sie auf. So entstand eine große geothermische Anomalie unter einem Viertel der Landmasse Grönlands. Diese alte und langlebige Wärmequelle schuf eine Region mit viel Schmelzwasser unterhalb des Gletschers, auf der das Eis bis heute rutschen und sich schnell bewegen kann. Ungefähr die Hälfte der Eiskappe im nördlichen Zentral-Grönland liegt auf aufgetautem Gesteinsbett und leitet sein Schmelzwasser über ein dichtes hydrologisches Netz unter dem Eis in den Ozean.

Das Geoforschungsteam hat hier zum ersten Mal die enge Kopplung von weit in die Erdgeschichte zurückreichenden Prozessen tief im Erdinnern mit eisdynamischen Vorgängen und dem thermo-hydrologischen Verhalten großer Eisdecken nachgewiesen: „Die geothermische Anomalie, die durch den isländischen Mantel-Plume vor über zehn Millionen Jahren entstand, ist ein wichtiger Motor für die heutige Hydrologie unter dem Eisschild und für die Flussgeschwindigkeit des Eises“, erklärt Irina Rogozhina. „Dieses wiederum beeinflusst allgemein das dynamische Verhalten der großen Eisschilde und möglicherweise auch die zukünftige Reaktion auf Klimaänderungen.”

Bisher war die erdgeschichtliche Vergangenheit des Plumes unter Grönland unter der drei Kilometer dicken Eisdecke verborgen. Ihr Geheimnis konnten die Geoforscher konnten nun mit einer innovativen Kombination von Computermodellen und Datensätzen aus Seismologie, Schweremessungen, Bohrungen, Radarmessungen, Eisdickenmessungen am Boden, vom Flugzeug und von Satelliten aus, entschlüsseln. Die Lage und Ausrichtung des Gebiets erhöhten geothermischen Wärmeflusses zeigt, wo Grönland über den heißen Island-Mantelplume wanderte.

Der unerwartete Zusammenhang von Mantelplumes und Eisdecken zeigt, dass die Einwirkungen auf die Eiskappen auf höchst unterschiedlichen Zeitskalen ablaufen, von Langzeitprozessen der Tektonik vor über zehn Millionen Jahren bis hin zu aktuellen Änderungen über die letzten Monate heutiger Klimaentwicklung. Zugleich ergeben die Ergebnisse der Studie nun auch einen unabhängigen Test für die verschiedenen Modellvorstellungen, wie sich der Nordatlantik öffnete, denn dieser tektonische Vorgang wird seit dreißig Jahren diskutiert und ist bis heute noch nicht vollständig geklärt.

Rogozhina, I., Petrunin, A., G. , Vaughan, A., P., M., Steinberger, B., Johnson, J., V., Kaban, M., K., Calov, R., Rickers, F., Thomas, M., Koulakov, I., 2016. Melting at the base of the Greenland ice sheet explained by Iceland hotspot history. Nature Geoscience, Advance Online Publication, 04 April 2016, DOI: 10.1038/NGEO2689

Das Dänische Meteorologische Institut veröffentlicht eine fortwährende Datenreihe zur Eismassenbilanz an der Oberfläche des grönländischen Eisschildes (Surface Mass Balance, SMB). Hier gehen Eiszugänge durch Schneefall und Eisabgänge durch Schmelzen und Sublimation in die Bilanz mit ein, nicht jedoch der Abbruch von Eisbergen an den Küsten. Wenn sich SMB und Eisabbruch die Waage halten, bliebe die Gesamt-Eisbilanz Grönlands stabil. Allerdings überwog in den letzten Jahren der Eisabbruch, so dass das Grönlandeis insgesamt schrumpfte.

Derzeit (Februar 2017) ist ein interessantes Phänomen zu erkennen. Die Oberflächen-Eisbilanz SMB schlägt 2016/17 alle Rekord (blaue Kurve unten) und übertrifft das langjährige Mittel sowie die Werte der Vorjahre bei weitem. Es schneit offenbar wie verrückt. Schafft das Grönlandeis dieses Jar vielleicht die schwarze Null?

Top: The total daily contribution to the surface mass balance from the entire ice sheet (blue line, Gt/day). Bottom: The accumulated surface mass balance from September 1st to now (blue line, Gt) and the season 2011-12 (red) which had very high summer melt in Greenland. For comparison, the mean curve from the period 1990-2013 is shown (dark grey). The same calendar day in each of the 24 years (in the period 1990-2013) will have its own value. These differences from year to year are illustrated by the light grey band. For each calendar day, however, the lowest and highest values of the 24 years have been left out.

 

Das Grönlandeis unterlag schon immer Schwankungen und reagierte auf klimatische Veränderungen. Meredith Kelly und Thomas Lowell haben 2009 in einem Artikel die Geschichte des Grönlandeises für die letzten 12.000 Jahre skizziert. Darin dokumentieren sie, dass die meisten lokalen grönländischen Gletscher während des sogenannten holozänen thermischen Maximums vor 8000 bis 5000 Jahren viel kürzer als heute oder sogar ganz verschwunden waren. Im Text heißt es dazu im Original:

Subsequent to late-glacial or early Holocene time, most local glaciers were smaller than at present or may have disappeared completely during the Holocene Thermal Maximum

Abschließend die Aufklärung eines Mißverständnisses. Der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf wärmt in großer Regelmäßigkeit einen alten Versprecher von Fritz Vahrenholt auf, wobei das Grönlandeis während der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) angeblich komplett abgeschmolzen gewesen sein soll. Dabei handelt es sich wirklich um einen Versprecher, der in der Hektik eines Interviews schon einmal passieren kann – nobody ist perfekt. Gemeint waren natürlich geschrumpfte Gletscher, eine Folge der hohen Temperaturen vor 1000 Jahren. Die entsprechenden Studien haben wir feinsäuberlich in unserem Kartierprojekt zur MWP aufgeführt (Online-Karte hier). Auch in unserem Buch ist nichts von einem Komplettschmelzen zur MWP-Zeit oder selbst während des letzten Interglazials vor 115.000 Jahren zu lesen. Im Buch heißt es wörtlich auf Seite 186:

Es wird daher angenommen, dass das ostantarktische Eis wohl auch die aktuelle Klimaerwärmung weitgehend unbeschadet überleben wird. Ähnliches gilt für den grönländischen Eispanzer, der während der letzten Zwischeneiszeit vor 120.000 Jahren ebenfalls nicht verschwunden ist, wobei es bis zu 5 °C wärmer war als heute.

Vielleicht wird es Herrn Rahmstorf irgendwann ja von selbst langweilig. Jedenfalls können Sie ihn in der Kommentarspalte dann das nächste mal auf diesem Blogartikel verweisen, der für alle Klarheit bringen sollte.

 

Neues vom städtischen Wärmeinseleffekt aus den USA

Der städtische Wärmeinseleffekt (Urban Heat Island Effect, UHI Effect) ist ein anerkanntes Phänomen, wobei sich städtische Gebiete durch ihre umfangreiche Bebauung stärker aufheizen als das ländliche Umland. Vor zwei Jahren hatten wir an dieser Stelle bereits ausführlich über den Effekt berichtet. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf neue Forschungsergebnisse aus den Vereinigten Staaten zum Thema.

Die University of Minnesota gab am 18. November 2015 per Pressemitteilung neue Messergebnisse bekannt, dass der UHI-Effekt in den Zwillingsstädten Minneapolis und St. Paul etwa 1°C ausmacht. Im Rahmen einer Hitzewelle wurden sogar Unterschiede von bis zu 5°C zwischen Stadt und Umland gemessen:

New urban heat island study shows surprising variation in air temperatures across Twin Cities

Some parts of the Twin Cities can spike temperatures up to 9°F higher than surrounding communities thanks to the “urban heat island” effect, according to a new study from the University of Minnesota.

The study, which was funded by the Institute on the Environment and published in the Journal of Applied Meteorology and Climatology, used a network of 180 sensors deployed throughout the Twin Cities metropolitan area in residential backyards and city parks to paint the most detailed picture anywhere in the world of how temperature varies with time and place across pavement-filled metropolitan areas and surrounding communities.

Recording surface air temperatures every 15 minutes from August 2011 through August 2014 across nearly 2,000 square miles and using U.S. Geological Survey data to fine-tune differences at the neighborhood level, the study uncovered several surprises. Among them:

  • Temperatures in the urban core of Minneapolis, St. Paul and Bloomington average 2 °F higher in summer than in surrounding areas
  • The differential spiked as much as 9 °F higher during a heat wave in July 2012
  • Urban heat island effect is stronger at night in summer and during the day in winter
  • In urban areas during the winter when snow cover is less pervasive, temperatures are higher than rural areas in the daytime by an average of 2 °F.

“We’ve long known that heat radiated by buildings, roads, bridges and other structures keeps surface air temperature higher in cities than in surrounding areas. However, temperature is officially measured at just a few locations in most cities, so awareness of the extent and variability of urban heat island effects was limited,” said lead author Brian Smoliak. “Our study highlights the usefulness of dense sensor networks for urban weather and climate research with practical implications for human health, energy consumption, and environmental quality.” Smoliak began the project as a postdoctoral researcher in CFANS and is now an atmospheric scientist at the Climate Corporation in Seattle, Washington.

The more detailed understanding of urban heat islands provided by the study can help health professionals and others target efforts to protect people and infrastructure from heat-related problems, according to project co-leads Tracy Twine and Peter Snyder, associate professors in the College of Food, Agricultural and Natural Resource Sciences.  

“This level of detail in real time can provide specific information to agencies tasked with protecting our citizenry during extreme heat events,” Snyder said. “It can also be used to identify persistently warm areas of the metro where green infrastructure projects could be implemented to offset some of the warming.”

Eine Meldung aus Arizona auf tucson.com vom 13. Oktober 2016 gibt Gelegenheit zum Schmunzeln. Forscher haben den UHI-Effekt in einer großen Photovoltaik-Test-Anlage in Tucson bestimmt und fanden, dass im Bereich der Solaranlage spürbar höhere Temperaturen herrschten als im Umland. Nicht ganz im Sinne des Erfinders, denn die erneuerbare Energieerzeugung sollte doch eigentlich die Erwärmung bremsen, führt jedoch in Wahrheit zu einer bedeutenden lokalen UHI-Erwärmung.

Temps higher near photovoltaic array: Solar panels heat up Tucson test site

By Tom Beal Arizona Daily Star

Solar panels, while they mitigate the effects of global warming by replacing fossil fuels, can add heat in the locations where they are installed, reports a team of University of Arizona researchers. At first blush, the experimental results, published Thursday in Nature Science Reports, seem to contradict computer simulations that said solar photovoltaic arrays, by intercepting some of the sun’s warming rays and converting them into electricity, would have a cooling effect.The UA researchers measured the heat-island effect of a solar array at the UA Tech Park at Rita Road and Interstate 10. They found that its overnight temperatures were about five to seven degrees (Fahrenheit) warmer than a nearby plot of undisturbed desert.

Weiterlesen auf tucson.com

Auch die Vegetation reagiert auf die städtischen Wärmeinseln, wie eine Meldung der University of Wisconsin-Madison vom 25. Mai 2016 zeigt. In den Städten brechen die Knospen im Frühling früher auf als im Umland, fanden jetzt Forscher der Universität.

Spring comes sooner to urban heat islands, with potential consequences for wildlife

With spring now fully sprung, a new study by University of Wisconsin–Madison researchers shows that buds burst earlier in dense urban areas than in their suburban and rural surroundings. This may be music to urban gardeners’ ears, but that tune could be alarming to some native and migratory birds and bugs.

Urban-dwelling plants around the globe typically get a head start on the growing season compared to their rural counterparts because of the urban heat island effect, the phenomenon in which cities tend to be warmer than nonurban areas due to their plethora of built surfaces — made of concrete, asphalt and more — and scarcity of vegetation. But according to the study, published this week in Environmental Research Letters, the urban heat island doesn’t lengthen the growing season uniformly across a city. Within the study site (Madison, Wisconsin) the researchers found that while the growing season lasted up to a week longer in the city’s densest areas, its parks subdued the warming effect and thus helped to normalize the growing season length.“With a better understanding of the impacts of urbanization on vegetation, we can create more sustainable cities that behave more similarly to the natural areas they have replaced,” says lead author Samuel Zipper, who recently completed his Ph.D. in freshwater and marine sciences and is part of the UW–Madison Water Sustainability and Climate Project, a program funded by the National Science Foundation. “Every little bit of greenness counts within a city.”

The spring green-up underpins many important natural processes, like the budding of flowers and release of pollen. Throwing off the timing of this cycle can have cascading effects on urban ecosystems that may be harmful to birds, butterflies and other wildlife in search of food and habitat. The study shows that urban parks can provide them “cool island” refuges, with natural conditions to which they are better accustomed. The study is the first of its kind to examine how variations in urban development impact the length of plant growing seasons at fine scales within a city. The research team relied on a uniquely dense network of temperature sensors scattered in and around Madison to get such a detailed look.

The sensors measured on-the-ground temperatures, which indicated when the potential growing season started and ended, and the team compared these measurements with satellite imagery that showed when vegetation actually turned green and brown. The sensor data revealed that unless researchers are accounting for the types of plants they are observing, satellite data may not be the best way to tease out the temperature-based effects of urbanization on plants. The satellite-based method is commonly used to assess the start and end of growing seasons, but it may be sensing changes unrelated to the urban heat island, the team’s methods suggest.

For instance, grassy lawns in the suburbs greened up more quickly than urban trees despite higher air temperatures in the city. This is because once the snow melts, grass typically greens up sooner than trees, Zipper says. “The degree to which the potential growing season gets longer is related to urban density, but the actual growing season depends on what is growing on the ground,” he explains. The study is a step toward better understanding how urban development can impact not just growing seasons but also other natural cycles, like those of water and carbon. It could also help make cities more resilient to climate change. The urban heat island effect is expected to increase as the climate warms, Zipper says, adding, “The fine-scale decisions we make in cities will be important.”

Offenbar verschärft sich der UHI-Effekt in den USA sogar noch weiter. Eine Untersuchung durch Kevin Gallo und George Xian aus dem Oktober 2016 im ISPRS Journal of Photogrammetry and Remote Sensing zeigte nun, dass sich der Anteil von versiegelten wärmefördernden Flächen im Umkreis um US-Wetterstationen in den letzten 10 Jahren deutlich erhöht hat. Hier der Abstract der Studie:

Changes in satellite-derived impervious surface area at US historical climatology network stations
The difference between 30 m gridded impervious surface area (ISA) between 2001 and 2011 was evaluated within 100 and 1000 m radii of the locations of climate stations that comprise the US Historical Climatology Network. The amount of area associated with observed increases in ISA above specific thresholds was documented for the climate stations. Over 32% of the USHCN stations exhibited an increase in ISA of ⩾20% between 2001 and 2011 for at least 1% of the grid cells within a 100 m radius of the station. However, as the required area associated with ISA change was increased from ⩾1% to ⩾10%, the number of stations that were observed with a ⩾20% increase in ISA between 2001 and 2011 decreased to 113 (9% of stations). When the 1000 m radius associated with each station was examined, over 52% (over 600) of the stations exhibited an increase in ISA of ⩾20% within at least 1% of the grid cells within that radius. However, as the required area associated with ISA change was increased to ⩾10% the number of stations that were observed with a ⩾20% increase in ISA between 2001 and 2011 decreased to 35 (less than 3% of the stations). The gridded ISA data provides an opportunity to characterize the environment around climate stations with a consistently measured indicator of a surface feature. Periodic evaluations of changes in the ISA near the USHCN and other networks of stations are recommended to assure the local environment around the stations has not significantly changed such that observations at the stations may be impacted.

Die systematische Klassifizierung von Wetterstationen hinsichtlicher ihrer UHI-Beinflussung und -Entwicklung sollte schleunigst in Angriff genommen werden, auch in Deutschland. Entsprechende Parameter wie Flächenversiegelung, Zentrumsnähe etc. lassen sich mit Google Maps und anderen Satellitenbild-Katalogen gut dokumentieren. Die Kalte-Sonne-Redaktion fragte diesbezüglich Anfang des Jahres (2017) beim Deutschen Wetterdienst (DWD) an: Liegen diese UHI-Kennwerte für das WD-Wetterstationsnetz vor? Eine Antwort gab es leider nicht. Aus dem beredten Schweigen muss geschlossen werden, dass diese Informationen nicht vorliegen. Warum hier geschlampt wird und die systematische flächendeckende UHI-Betrachtung ausleibt, kann man nur raten. Wurde ein Teil der dem Klimawandel zugerechneten Erwärmung vielleicht vielmehr durch UHI verursacht? Hier herrscht reichlich Forschungsbedarf, an den sich aber aus Angst vor politisch “falschen” Ergebnissen vermutlich niemand heranwagt.

In den USA ist man hier zum Glück schon ein kleines Stückchen weiter. Eine Studie der University of Georgia verglich den Grad der UHI-Beinflussung verschiedener US-Städte. Pressemitteilung vom 16. September 2015:

UGA study ranks U.S. cities based on the urban heat island effect on temperatures (weiterlesen …)

Unterschätzte natürliche Eigendynamik: Grad der Ozeanversauerung unterlag in der Vergangenheit ständigen Schwankungen

Der Anstieg des CO2-Gehalts in der Atmosphäre bereitet nicht nur hinsichtlich der Erderwärmung Sorge, sondern wird auch als Auslöser der Ozeanversauerung diskutiert. Unbestritten hat sich der durchschnittliche pH-Wert der Weltozeane in den letzten Jahrzehnten leicht erniedrigt, liegt aber noch auf der basischen Seite des Spektrums. Abseits dieses Langzeittrends wird oft verdrängt, dass der “Versauerungswert” auch starken natürlichen Schwankungen unterliegt, die nichts mit dem atmosphärischen CO2-Geschehen zu tun haben. Eine Pressemitteilung des Geomar vom 23. Februar 2015 verdeutlicht dies:

Via Laser in die Vergangenheit der Ozeane

GEOMAR-Forscher rekonstruieren pH-Werte der vergangenen 120 Jahre im Nordpazifik

Experten des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel konnten jetzt zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus Großbritannien, Kanada und den USA dank modernster Analysetechnik erstmals den pH-Wert des Nordpazifik seit Ende des 19. Jahrhunderts hochauflösend rekonstruieren. Die Studie, die in der aktuellen Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) erscheint, offenbart einen klaren Versauerungstrend, aber auch starke saisonale Schwankungen.

Neben der globalen Erwärmung gilt die Ozeanversauerung derzeit als zweites großes CO2-Problem. Denn mit dem Anstieg der Kohlendioxid (CO2)-Konzentrationen in der Atmosphäre gelangen auch immer größere Mengen des Gases in die Meere. Zusammen mit dem Wasser bildet es Kohlensäure, die den pH-Wert der Ozeane sinken lässt. Welche Auswirkungen das auf die Ökosysteme haben wird, ist noch weitgehend offen. Die Forschung steht vor einem großen Problem: Messungen des pH-Werts im Meer gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten, in einigen Bereichen nur seit wenigen Jahren. Mit welchen pH-Werten sind Organismen vor 100, 200 oder 1000 Jahren zurechtgekommen?

Wissenschaftlern des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel ist es jetzt zusammen mit Partnern aus Großbritannien, Kanada und den USA gelungen, den Säuregrad (pH-Wert) des nördlichen Pazifiks in den vergangenen 120 Jahren auf Monate genau zu rekonstruieren. Dafür analysierten sie Proben von speziellen Kalkalgen mit einer innovativen Kombination aus Lasertechnik und Isotopenanalyse. „Aus den hohen nördlichen Breiten gibt es solche Rekonstruktionen bisher nicht. Die Daten sind aber wichtig, um die möglichen Folgen der Ozeanversauerung beurteilen zu können. Die von uns angewandte Technik eröffnet neue Möglichkeiten bei der Umweltrekonstruktion“, sagt Dr. Jan Fietzke vom GEOMAR. Er ist Erstautor der Studie, die jetzt in dem internationalen Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) erscheint.

Für ihre Untersuchung, die unter anderem vom deutschen Verbundprojekt zur Erforschung der Ozeanversauerung BIOACID finanziert wurde, nutzte das Forscherteam Algen der Art Clathromorphum nereostratum. Diese Algen bilden im Nordpazifik und in der Beringsee große Riffe mit festen Kalkstrukturen. In ihnen sind schon mit bloßem Auge Jahresringe zu erkennen, die – ähnlich wie bei Bäumen – Informationen über die jeweiligen Umweltbedingungen enthalten.

Um diese Informationen hochauflösend zu entschlüsseln, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Verfahren namens Laser-Ablation angewendet. Dabei schießt ein spezieller Laser an vorher genau definierten Punkten Material aus der Probe. „Ein einzelner Probenpunkt ist gerade mal ein Zehntel Millimeter groß“, sagt Dr. Fietzke. Das abgelöste Material wird anschließend automatisch in ein Massenspektrometer abgeführt, wo verschiedene Isotopenverhältnisse in der Probe gemessen werden können. Für die aktuelle Studie nutzte die Arbeitsgruppe zwei Isotope des Elements Bor, deren Verhältnis zueinander als zuverlässiger Indikator für den pH-Wert des Meerwassers gilt.

Bei der Analyse ergab sich, dass der pH-Wert im Nordpazifik tatsächlich seit Ende des 19. Jahrhunderts sinkt, das Wasser also versauert. „Der Trend passt genau zu den steigenden Kohlendioxid-Werten in der Atmosphäre“, erklärt Co-Autorin Dr. Federica Ragazzola von der Universität Bristol (UK). Gleichzeitig offenbarte die monategenaue Auflösung aber auch starke Schwankungen des pH-Wertes innerhalb eines Jahres. Vermutlich stammen sie daher, dass in der Herkunftsregion der Kalkalge große Tangwälder wachsen. „Im Frühjahr und Sommer verbraucht der Tang große Mengen an CO2. Im Wasser entsteht also weniger Kohlensäure, der pH-Wert steigt“, erklärt die Biologin.

Begeistert zeigten sich die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den Möglichkeiten der Laser-Ablation. „So erhalten wir extrem hoch aufgelöste Ergebnisse, die man sehr gut optisch auswerten kann. So sind Unterschiede direkt sichtbar und man muss nicht nackte Zahlen vergleichen, schwärmt Dr. Fietzke.

Die jetzt vorliegende Studie soll erst der Anfang sein. „Diese und ähnliche Arten von Kalkalgen gibt es in allen Ozeanen in den hohen Breiten. Sie können mehrere tausend Jahre alt werden. Dank der Laserablation können wir mit weiteren Proben in Zukunft noch viel weiter in die Vergangenheit zurück, um detailliert pH-Wert und andere Umweltparameter zu rekonstruieren“, betont der Kieler Physiker.

BIOACID in Kürze:
Unter dem Dach von BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) untersuchen 14 Institute, wie marine Lebensgemeinschaften auf Ozeanversauerung reagieren und welche Konsequenzen dies für das Nahrungsnetz, die Stoff- und Energieumsätze im Meer sowie schließlich auch für Wirtschaft und Gesellschaft hat. Das Projekt begann 2009 und ging im September 2012 in eine zweite auf drei Jahre angelegte Förderphase. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die aktuellen Arbeiten mit 8,77 Millionen Euro. Die Koordination liegt beim GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Eine Liste der Mitglieds-Institutionen, Informationen zum wissenschaftlichen Programm und den BIOACID-Gremien sowie Fakten zur Ozeanversauerung sind auf der Website www.bioacid.de zu finden.

Originalarbeit:
Fietzke, J., F. Ragazzola, J. Halfar, H. Dietze, L. C. Foster, T. H. Hansteen, A. Eisenhauer, R. S. Steneck (2015): Century scale trends and seasonality in pH and temperature for shallow zones of the Bering Sea. Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), Early Edition,  http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1419216112  

Eine halbes Jahr später legte eine Forschergruppe um Gangjian Wei eine Studie zur pH-Entwicklung während der vergangenen 160 Jahre im Westpazifik nach. Die Wissenschaftler fanden eine signifikante natürliche Variabilität des Versauerungsgrades, die im Maßstab von Jahrzehnten schwankte. Ein einheitliches Schwankungsmuster konnten Wei und Kollegen nicht finden, die Entwicklung in den einzelnen Regionen unterscheidet sich stark. Hier der Abstract der Arbeit, die im November 2015 im Journal of Geophysical Research erschien:

Decadal variability in seawater pH in the West Pacific: Evidence from coral δ11B records
Long-term seawater pH records are essential for evaluating the rates of ocean acidification (OA) driven by anthropogenic emissions. Widespread, natural decadal variability in seawater pH superimposes on the long-term anthropogenic variations, likely influencing the OA rates estimated from the pH records. Here, we report a record of annual seawater pH estimated using the δ11B proxy over the past 159 years reconstructed from a Porites coral collected to the east of Hainan Island in the northern South China Sea (SCS). By coupling this time series with previously reported long-term seawater pH records in the West Pacific, the decadal variability in seawater pH records and its possible driving mechanisms were investigated. The results indicate that large decadal variability in seawater pH has occurred off eastern Hainan Island over the past 159 years, in agreement with previous records. The Qiongdong upwelling system, which controls nutrient supplies, regulates surface water productivity, and is driven by the East Asian summer monsoon, is the primary control of this decadal variability, while terrestrial inputs appear not influence significantly. Meanwhile the impacts of the Pacific Decadal Oscillation (PDO) and the El Nino and Southern Oscillation (ENSO) systems on seawater pH off eastern Hainan Island is likely limited. In contrast, the PDO is the main factor to influence the decadal seawater pH variability offshore the East Australia, while the mechanism controlling the decadal seawater pH variability in Guam is not clear yet. Meanwhile, the rate of decrease in seawater pH estimated from coral records are significantly different in different regions and over different time spans, which may reflect a combination of natural decadal variability in seawater pH and long-term variations. Therefore, understanding the mechanisms driving natural variability in seawater pH is important for improving estimates of ocean acidification rates driven by anthropogenic emissions.

Schauen wir in die pH-Kurve von Hainan (Abb. 1). Über die letzten 160 Jahre sind starke Oszillationen des pH-Wertes zu erkennen, jedoch kein Langzeittrend. Der Vergleich mit dem PDO-Ozeanzyklus und El-Nino-Geschehen bringt wenig Übereinstimmung. Der genaue Antrieb der starken natürlichen Variabilität der Ozeanversauerung im West-Pazifik bleibt daher vorerst unklar. In Australien hingegen ist es wohl die PDO, die die Versauerungsänderungen kontrolliert.

 

Abb. 1: Änderungen des pH-Wert (Versauerungsgrades) des Ozeanwassers offshore Hainan Island im Westpazifik. Quelle: Wei et al. 2015.

 

Schauen wir nun in den Atlantik, in die Sargassosee. Eine Team um Nathalie Goodkin dokumentierte von dort eine 222-jährige Zeitreihe zur pH-Entwicklung, die sie im Juni 2015 in den Geophysical Research Letters publizierten. Unerwarteterweise fanden die Forscher enorme Schwankungen in der Ozeanversauerung, die größtenteil von der atmosphärischen CO2-Entwicklung entkoppelt sind. Andere Faktoren wie die Ozeanzirkulation und beiogechemische Änderungen spielen dabei eine weitaus größere Rolle. Hier der Abstract:

Ocean circulation and biogeochemistry moderate interannual and decadal surface water pH changes in the Sargasso Sea
The oceans absorb anthropogenic CO2 from the atmosphere, lowering surface ocean pH, a concern for calcifying marine organisms. The impact of ocean acidification is challenging to predict as each species appears to respond differently and because our knowledge of natural changes to ocean pH is limited in both time and space. Here we reconstruct 222 years of biennial seawater pH variability in the Sargasso Sea from a brain coral, Diploria labyrinthiformis. Using hydrographic data from the Bermuda Atlantic Time-series Study and the coral-derived pH record, we are able to differentiate pH changes due to surface temperature versus those from ocean circulation and biogeochemical changes. We find that ocean pH does not simply reflect atmospheric CO2 trends but rather that circulation/biogeochemical changes account for >90% of pH variability in the Sargasso Sea and more variability in the last century than would be predicted from anthropogenic uptake of CO2 alone.

Wieder wollen wir es genauer wissen und suchen uns die Kurve aus der Publikation heraus. Die graue Kurve in Abbildung 2 gibt die pH-Entwicklung in der Sargassosee wieder (die schwarze Kurve zeigt einen Vergleichsdatensatz aus einem antarktischen Eiskern). Gut zu erkennen ist die starke natürliche Variabilität des pH-Wertes. Zwischen 1840 und 1950 fiel der pH deutlich ab. Im Anschluss daran stieg der Wert dann jedoch wieder, obwohl der CO2-Gehalt in der Atmosphäre gleichzeitig anstieg. Im letzten halben Jahrhundert dominierte offenbar die natürliche Variabilität die Ozeanversauerung in diesem Teil des Atlantiks.

Abbildung 2: Entwicklung des pH-Wertes (Ozeanversauerung) in der atlantischen Sargassosee währen der vergangenen 250 Jahre (graue Kurve). Die schwarze Kurve zeigt zum Vergleich die pH-Entwicklung im antarktischen Law Dome Eiskern. Quelle: Goodkin et al. 2015.  

 

Die Vernachlässigung historischer pH-Wertmessungen in der Klimadiskussion wurde bereits vom Hydrologen Michael Wallace auf WUWT bemängelt.

Selbst im saisonalen Jahresgang schwankt der pH-Wert in einigen Ozeanbereichen viel stärker als angenommen. Eine Forscherguppe um David Kline stellte Untersuchungen im Großen Barriereriff in Australien an und entdeckte ein natürliches temporäres Absacken auf pH-Werte, die im weltweiten Durchschnitt für 2100 prognostiziert werden. Die Studie erschien im Juni 2015 in PLOS One.

 

NOAA: Schönere Tage in Mitteleuropa dank Erderwärmung

Klima und Wetter sind bekanntlich zwei verschiedene Dinge, die jedoch über den Faktor Zeit miteinander verknüpft sind. Das Wetter erleben wir alle täglich, wissen aber auch, dass man 30 Jahre davon zusammen nehmen muss, um einen einzigen Klimapunkt zu erzeugen. Trotzdem soll es uns nicht davon abhalten, auch das heutige Wetter im Auge zu behalten. Dazu eignet sich eine großartige neue Webseite, die  globale Wettertrends in ansprechender Weise visualisiert: Ventusky. Dort kann man sich in die aktuelle Wettersituation hineinzoomen, aber auch Prognosefilmchen für die kommenden Tage abspielen lassen. In eindrucksvoller Weise ziehen die animierten Regen- und Sturmzonen über den Planeten. Bitte ausprobieren!

 

In der Vergangenheit war es relativ schwierig, mit den Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes zu arbeiten, denn viele Informationen war nur gegen Gebühr zu erhalten. Das wird sich offenbar nun ändern, wie Heise Online am 18. Januar 2017 meldete:

Amtliche Wetterdaten sollen kostenfrei nutzbar werden
[..] Amtliche Wetter- und Klimadaten aus ganz Deutschland sollen künftig kostenfrei für Geschäftsideen und interessierte Nutzer zur Verfügung stehen. Dafür soll die bisherige Verpflichtung des Deutschen Wetterdienstes aufgehoben werden, zahlreiche Daten nur gegen Gebühr bereitzustellen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf des zuständigen Ministers Alexander Dobrindt (CSU) hat das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedet. [...]

Ganzen Artikel auf Heise Online lesen.

Aber warum nur theoretisieren? Setzen Sie sich doch eine eigene kleine Wetterstation aufs Dach die ihre Daten bequem zu ihrem PC herunterfunkt, z.B, die Funk-Wetterstation Vantage Vue.

Laut Amazon-Beschreibung mißt die Station die folgenden Parameter:

  • Barometer: · Messbereich: 540 bis 1100 hPa oder 410 bis 820 mm · Genauigkeit: +/-1,0 hPa oder +/-0,8 mm · Auflösung: 0,1 hPa oder mm · Anzeige wahlweise in Zoll (IN), Millimeter Quecksilbersäule (mm), Millibar (mbar) oder Hektopascal (hPa) · Anzeige der Luftdrucktendenz über Symbolanzeige (5 Stufen) · Speicher für Minimal- und Maximalwerte mit Zeitstempel · Einstellbarer Alarm
  • Uhr · Zeitanzeige: 24-Stunden- oder 12-Stunden-Anzeige · Datumanzeige: Tag:Monat oder Monat:Tag · Einstellbarer Uhrzeitalarm (=elektronischer Wecker)
  • Thermometer: · Messbereich: 0° C bis +60° C Innen · -40° C bis +65° C Außen ,Genauigkeit: +/- 0,5° C · Anzeige wahlweise in °C oder °F · Speicher für Minimal- und Maximalwert mit Zeitstempel · Einstellbarer Temperaturalarm Hygrometer: · Messbereich: 0% bis 100% Innen, 0%bis 100% Außen · Genauigkeit: +/- 3% Innen; +/- 3% Außen · Auflösung: 1% Innen, Außen · Speicher für Minimal- und Maximalwert mit Zeitstempel · Einstellbarer Alarm
  • Windrichtung: · Anzeige: Zahlenwert oder Windrose · Messbereich: 0 – 360° (Zahlenwert) und 16 Segmente (Windrose) · Genauigkeit: +/- 7° (Zahlenwert) und 0,3 Segment (Windrose) · Auflösung: 1° über Zahlenwert und 22,5° über Windrose · Speicher für die Richtung der maximal Windgeschwindigkeit und der Hauptwindrichtung mit Zeitstempel
  • Regenmenge: · Sofortregenanzeige über Symbolanzeige (aktiv ab 0,25 mm Niederschlag) · Messbereich: – täglich und Regenschauer: 0 bis 999,9 mm – monatlich und jährlich: 0 bis 19.999 mm – Regenrate: 0 bis 2540 mm/Std. · Genauigkeit: – täglich, monatlich, jährlich und Regenschauer:+/- 4% – Regenrate: +/- 5% · Auflösung: – täglich und Regenschauer: 0,25 mm – monatlich, jährlich und Regenrate: 0,25 mm bis 1.999,9 mm ·

 

Die Aussichten für das Wetter in Deutschland werden dabei immer besser, wie Die Zeit am 18. Januar 2017 berichtete:

Klimawandel: Schönere Tage dank Erderwärmung?
Künftig wird das Wetter in Mitteleuropa immer angenehmer. Klingt gut. Doch andere Regionen leiden: Brasilien krankt an Hitze, russische Straßenzüge versinken im Schlamm. [...] Die Auswirkungen auf die besten Tage des Jahres hat nun ein Team um die niederländische Forscherin Karin van der Wiel für die US-Behörde für Ozean- und Atmosphärenforschung (NOAA) untersucht (Climate Change: van der Wiel et al., 2017). In ihrer Studie kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Mitteleuropa über die nächsten knapp hundert Jahre mehr Schönwettertage bekommen wird.

Ganzen Artikel auf zeit.de lesen.

Wir nutzen die Gelegenheit, um einen Blick auf die Entwicklung der Januar-Temperaturen in Deutschland zu werfen. Josef Kowatsch hat die offiziellen DWD-Daten für uns geplottet. Überraschend: Der Januar ist in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren um fast 2 Grad kälter geworden. In der Zeitung konnten Sie das natürlich nicht lesen, dann eben hier im Kalte-Sonne-Blog, wo wir ohne politischen Filter auskommen.

 

 

Abbildung: Entwicklung der Januar-Temperaturen in Deutschland während der letzten 30 Jahre. Daten: DWD. Graphik: Kowatsch.

 

Im Erzgebirge profitiert die Fichte vom Klimawandel

Jüdische Allgemeine am 22. Dezember 2016:

Starke Früchte: Israelische Forscher züchten hitzebeständige Aprikosen, die dem Klimawandel standhalten
[...] Am Volcani-Institut werden Aprikosen-Edelreise auf heimische Bäume gepfropft, die mit Hitze gut zurechtkommen. Durch die Entdeckung jenes Teils des Aprikosengenoms, in dem die »Temperaturgene« sitzen, muss man nun aber nicht mehr warten, bis die Pflanze groß geworden ist, sondern kann schon früh erkennen, ob sie die gewünschten Eigenschaften aufweist. Falls ja, können daraus wiederum neue Aprikosenbäume gezogen werden.

Ganzen Artikel in der Jüdischen Allgemeinen lesen.

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Am selben Tag gab auch die University of British Columbia eine Pressemitteilung heraus, die man zwei- bis dreimal lesen muss, um sie zu verstehen:

Global climate target could net additional six million tons of fish annually

Verglichen werden Fischerrei-Erträge unter verschiedenen Erwärmungsszenarien. Unerwähnt bleibt der Vergleich zu heute: Würde eine leichte Erwärmung der Fischpopulation vielleicht sogar zugute kommen?

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Auf der Webseite der Bundeskanzlerin kann man sich eine Broschüre mit hochspannendem Titel kostenlos als pdf herunterladen:

Klimawandel: Was er für den Bergbau und die Grundstoffindustrien bedeutet

Geschrieben wurde das Heft unter anderem von der European Climate Foundation (ECF), einer lupenreinen Klimaaktivistengruppe. Es ist erschreckend, dass sich auf der Seite der Bundeskanzlerin Aktivistenpapiere wiederfinden. Wäre hier nicht ein wenig mehr gesunde Distanz angeraten? Angesichts der großen Bedeutung des Themas sollten hier auf jeden Fall neutralere Autorenlösungen gefunden werden.

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Schwerwiegender Vorwurf in der Hasepost am 28. Dezember 2016:

Bundesstiftung Umwelt: Politiker und Prominente verharmlosen den Klimawandel
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat vor einer um sich greifenden Verharmlosung des Klimawandels gewarnt. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) sagte DBU-Generalsekretär Heinrich Bottermann, „dass man Tatsachen leugnet, auch durch Prominente, auch durch politische Parteien, die hier in Deutschland zur Wahl antreten, finde ich in hohem Maße unverantwortlich, und das ist noch freundlich gesagt“.

Weiterlesen in der Hasepost

Wen genau meint Bottermann hier? Was soll wer gesagt haben und wer hat den Faktencheck durchgeführt? Hier muss Bottermann Ross und Reiter nennen, damit seine Anschuldigungen nachprüfbar werden.

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Freie Presse am 3. Januar 2017:

Im Erzgebirge profitiert die Fichte vom Klimawandel
Sachsens häufigste Baumart gedeiht in den Kammlagen inzwischen besser als im Tal. Im vergangenen Jahr waren die Bedingungen besonders gut. [...] Heute steht die Fichte laut Braun im Gebirge besser da als in den tieferen Lagen. Die Gründe: Während einst die Fichten in den klimatisch rauen Berglagen unter Frost und hohen Immissionen litten, sorgten mittlerweile die Kalkung der Wälder zum Ausgleich der Säurebelastung, ein wärmeres Klima und ausreichende Niederschläge für eine bessere Benadelung und ein stärkeres Wachstum, heißt es im aktuellen Waldzustandsbericht. 2016 waren die klimatischen Bedingungen in den Berglagen besonders günstig für die Fichte. Die Temperaturen lagen an den Waldklimastationen um fast ein Grad über dem langjährigen Mittelwert. “Wenn die Fichte genug Wasser und Stickstoff bekommt und es dann noch warm ist, dann wächst sie wie verrückt”, berichtet der Sachsenforst-Chef.

Weiterlesen in der Freien Presse

Wärmeres Klima, weniger Frost, aha. Östlich des Erzgebirges liegt im Landkreis Görlitz der Ort Neugersdorf, von wo Daten einer Wetterstation vorliegen. Schauen wir doch mal in die Januartemperaturen hinein (mit Dank an Josef Kowatsch fürs Plotten) (Abb. 1). Überraschung: In den letzten 30 Jahren ist es im Wintermonat Januar kälter, nicht wärmer geworden. Macht die Kälte vielleicht vor allem den Baum-Konkurrenten der Fichte zu schaffen, welche sich dann entsprechend ausdehnen kann? Wie auch immer, bei der Ursachenforschung ist ein Blick in die harten Wetter- und Klimadaten stets hilfreich, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Abbildung 1: Entwicklung der Januartemperaturen an der Station Neugersdorf, Ostrand des Erzgebirges. Daten: DWD. Graphik: Josef Kowatsch.

 

Die Station Zwönitz liegt sogar direkt im Erzgebirge. Auch hier ein ähnlicher Trend.

Abbildung 2: Entwicklung der Januartemperaturen an der Station Zwönitz, Erzgebirgs. Daten: DWD. Graphik: Josef Kowatsch.

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Vor kurzem hatten wir an dieser Stelle über Georg Etscheits Buch “Geopferte Landschaften” berichtet.

Vielleicht haben Sie Lust auf Georg Etscheits Webseite “Gute Geschichten” vorbeizuschauen, in dem er seine Kritik an der Energiewende sowie Auftritte zum Buch kommentiert.

 

Kelpwälder vor Südkalifornien trotzen wärmeren Temperaturen

Am 25. Dezember 2016 erschien auf Tichys Einblick der folgende Artikel von Uli Weber:

Der politische Einfluss des WBGU: Die gefährlichen Weissagungen des Papstflüsterers

Alle „Weltrevolutionen“, die einer Bevölkerung durch regulatorische „Top-Down-Strategien“ aufgezwungen worden sind, haben in Unfreiheit, wirtschaftlicher Not und Kriegen bis hin zum Völkermord geendet.

Schon wieder hat es eine Studie des WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen) um den Papstflüsterer Professor Schellnhuber nicht in die Schlagzeilen der Tagespresse geschafft. Und schon einmal hatte uns dieser WBGU mit seinem „Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ im Jahre 2011 einschneidende planwirtschaftliche „Top-down“-Maßnahmen geweissagt, wie sie mit der „Dekarbonisierung der Welt“ dann vier Jahre später auch prompt eingetreten sind:

Weiterlesen auf Tichys Einblick

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Lange Zeit hatte man gedacht, dass Seetang hochsensibel auf steigende Temperaturen im Ozean reagieren könnte. Eine neue Studie der University of California in Santa Barbara fand nun jedoch Unerwartetes: Der Kelp ist offenbar viel wärmestressresistenter als vermutet. Taucher.net berichtete am 16. Dezember 2016 über die Ergebnisse:

Kelpwälder vor Südkalifornien trotzen wärmeren Temperaturen: Riesentang nicht so empfindlich wie gedacht

Als Anfang 2014 eine Hitzewelle im Pazifik herrschte wurden Wassertemperaturen gemessen, die die höchsten seit Beginn der Aufzeichnungen kurz nach 1900 waren. Forscher der Universität von Kalifornien, Santa Barbara (UCSB) untersuchten den Zustand der riesigen Seetangwälder vor der Küste.

Da der Riesentang eigentlich als empfindlich galt, erwarteten die Forscher, dass er auf die steigenden Temperaturen und die damit zusammenhängenden schlechten Nährstoffbedingungen  reagieren würde. Das war nicht der Fall – der Seetang erwies sich als stabil. Sein Zustand ähnelte dem, den die Forscher bei niedrigeren Wassertemperaturen beobachtet hatten. Die Ergebnisse ihrer Studie wurde vor kurzem in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Weiterlesen bei Taucher.net

Hier die Originalpressemiteilung der University of California in Santa Barbara vom 13. Dezember 2016:

Kelp Beats the Heat

Using long-term ecological data, marine scientists evaluate the sentinel status of giant kelp during a recent marine heat wave

In early 2014, when a large-scale marine heat wave in the Pacific Ocean produced temperature anomalies greater than anything seen since recordkeeping began in the early 1900s, marine scientists saw something else, too: opportunity. Ocean researchers at UC Santa Barbara quickly seized the chance to evaluate the sentinel status of giant kelp forests along the Southern California coastline as an indicator of climate change. They expected forests of giant kelp (Macrocystis pyrifera), known to be sensitive to such increases as well as to the resulting low-nutrient conditions, to respond quite rapidly to a rise in water temperature. However, to the scientists’ surprise, that was not the case. The kelp, they discovered, was all right. Their findings appear in the journal Nature Communications. “The response that we saw in kelp was really no different than what we’d seen in our temporal record,” explained lead author Daniel Reed, deputy director of UCSB’s Marine Science Institute (MSI). “The values were low but not necessarily lower than what we’d seen during cool-water years.”

Giant kelp does not have the capacity to store nutrients for very long (only about three weeks), and in the absence of new nutrients, the kelp cannot support its rapid growth of about 2 percent per day. The standing biomass — the amount of living kelp present at a given time — is relatively transitory and turns over about seven times a year. “Each frond only lives about three to four months,” Reed said. “So when you have something that grows rapidly and doesn’t live long, you would expect its standing biomass to respond rapidly if it’s subjected to really adverse growing conditions for a long time.”

The researchers used kelp records from a 34-year time series of data taken by Landsat satellites, which — among many other characteristics — measured kelp canopies. The investigators analyzed kelp biomass from Santa Barbara to San Diego through time and related it to sea surface temperatures at those sites. The data showed some large positive temperature anomalies that were unprecedented. For example, in September 2015, the water in the Santa Barbara Channel averaged 4.5 degrees Celsius higher than normal for the entire month. Daily anomalies went as high as 5.5 degrees Celsius. Despite these high temperatures, the team saw no dramatic response by giant kelp whose biomass remained within the range observed during the decades-long time series when the water was cooler. “Nobody knows how this warming event relates to climate change, other than we’ve not seen this before,” said co-author Libe Washburn, an oceanographer at the MSI and a professor in UCSB’s Department of Geography. “That’s somewhat alarming, but this work may provide some insight into how these kelp forests would respond to future climate warming.”

The team also examined changes in understory algae, invertebrates and fishes of the giant kelp ecosystem and found that they didn’t show much of a response to the warming event either. Sea urchins and sea stars were the exception as they declined dramatically due to a disease that was linked to the warm-water event. “The fact that we did not see drastic responses in the rest of the community tells us that we don’t know everything we think we know about this system and about its ecology,” Reed noted. “The results have caused us to pursue lines of research that try to understand how this happens. More importantly, the findings underscore the value of long-term data in terms of trying to tease apart these trends.”

Other UCSB co-authors include Tom Bell, Robert Miller and Shannon Harrer. Andrew Rassweiler of Florida State University also was a contributor. This research was supported by the National Science Foundation’s Long Term Ecological Research program, the NASA Biodiversity and Ecological Forecasting program, the Bureau of Ocean and Energy Management Environmental Studies program and the National Oceanic and Atmospheric Administration in support of the Santa Barbara Channel Marine Biodiversity Observation Network. 

Eine wirklich ermutigende Nachricht. Außer taucher.net blieb die deutschsprachige Presse jedoch stumm. Schweigen im Walde. Offenbar wollte man die Bevölkerung mit den unbequemen Ergebnissen nicht belasten. Ein schönes Beispiel für die selektive Berichterstattung zur Förderung der klimakatastrophalen Ideologie.

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Gute Nachrichten auch aus den hohen nördlichen Breiten. Laut einer neuen Studie von Taejin Park und Kollegen hat sich die Wachstumsperiode dort spürbar verlängert. Außerdem ist die Region ergrünt. Hier die Kurzfassung der Arbeit, die im Juli 2016 in den Environmental Research Letters erschien:

Changes in growing season duration and productivity of northern vegetation inferred from long-term remote sensing data

Monitoring and understanding climate-induced changes in the boreal and arctic vegetation is critical to aid in prognosticating their future. We used a 33 year (1982–2014) long record of satellite observations to robustly assess changes in metrics of growing season (onset: SOS, end: EOS and length: LOS) and seasonal total gross primary productivity. Particular attention was paid to evaluating the accuracy of these metrics by comparing them to multiple independent direct and indirect growing season and productivity measures. These comparisons reveal that the derived metrics capture the spatio-temporal variations and trends with acceptable significance level (generally p < 0.05). We find that LOS has lengthened by 2.60 d dec−1 (p < 0.05) due to an earlier onset of SOS (−1.61 d dec−1, p < 0.05) and a delayed EOS (0.67 d dec−1, p < 0.1) at the circumpolar scale over the past three decades. Relatively greater rates of changes in growing season were observed in Eurasia (EA) and in boreal regions than in North America (NA) and the arctic regions. However, this tendency of earlier SOS and delayed EOS was prominent only during the earlier part of the data record (1982–1999). During the later part (2000–2014), this tendency was reversed, i.e. delayed SOS and earlier EOS. As for seasonal total productivity, we find that 42.0% of northern vegetation shows a statistically significant (p < 0.1) greening trend over the last three decades. This greening translates to a 20.9% gain in productivity since 1982. In contrast, only 2.5% of northern vegetation shows browning, or a 1.2% loss of productivity. These trends in productivity were continuous through the period of record, unlike changes in growing season metrics. Similarly, we find relatively greater increasing rates of productivity in EA and in arctic regions than in NA and the boreal regions. These results highlight spatially and temporally varying vegetation dynamics and are reflective of biome-specific responses of northern vegetation during last three decades.

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Kalte Temperauren sind für Menschen gefährlicher als Hitze. Dies bestätigte erneut eine Studie eines Teams um Antonio Gasparrini, die 2015 in The Lancet erschien. Auszug aus dem Abstract:

Mortality risk attributable to high and low ambient temperature: a multicountry observational study
[...] We analysed 74 225 200 deaths in various periods between 1985 and 2012. In total, 7·71% (95% empirical CI 7·43–7·91) of mortality was attributable to non-optimum temperature in the selected countries within the study period, with substantial differences between countries, ranging from 3·37% (3·06 to 3·63) in Thailand to 11·00% (9·29 to 12·47) in China. The temperature percentile of minimum mortality varied from roughly the 60th percentile in tropical areas to about the 80–90th percentile in temperate regions. More temperature-attributable deaths were caused by cold (7·29%, 7·02–7·49) than by heat (0·42%, 0·39–0·44). Extreme cold and hot temperatures were responsible for 0·86% (0·84–0·87) of total mortality.

Most of the temperature-related mortality burden was attributable to the contribution of cold. The effect of days of extreme temperature was substantially less than that attributable to milder but non-optimum weather. This evidence has important implications for the planning of public-health interventions to minimise the health consequences of adverse temperatures, and for predictions of future effect in climate-change scenarios.

Mit Dank an WUWT.

 

Der Weltrekordhalter im Marathon-Regnen kommt aus Indien: 26,47 m Niederschlag in 12 Monaten

Am 9. Februar 2017 wird der Dokumentarfilm “The Uncertainty Has Settled” in Berlin uraufgeführt. Neben dem ursprünglich annoncierten Termin (9.2.2017, 22:00h, Tickets Online hier) gibt es jetzt eine weitere Vorstellung am 12.2.2017 um 18:00h (Tickets Online hier). Nach jeder Filmvorführeung gibt es eine 30-minütige Diskussionrunde. Ort: Babylon Kino Berlin, Rosa-Luxemburg-Strasse 30. 10178 Berlin, http://www.babylonberlin.de/ticketonline.htm

Webseite des Films: www.theuncertaintyhassettled.de

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Die Washington Times gab im August 2016 einen tiefen Einblick in die finanziellen Verknüpfungen der Klimaalarm-Maschinerie. Der Milliardär George Soros versorgte offenbar Al Gore mit 30 Millionen Dollar, mit denen Gore Klimaangst schüren sollte. Ans Licht gekommen ist der Transfer nun durch DC Leaks, das entsprechende Dokumente ins Netz stellte. Auszug aus dem Artikel der Washington Times:

Al Gore’s sugar daddy

George Soros pays to promote weather hysteria, and Al keeps the change

[... In addition to giving $33 million to Black Lives Matter, to be spent inflaming racial tension, Mr. Soros has funded Al Gore’s campaign to frighten everyone and promote the global-warming hoax. When the headlines cry curtains, the smart money figures there must be a Soros-sponsored doomsayer behind the curtain. DC Leaks, a website that posts emails from global leaders who would rather no one see, has released documents showing that Mr. Gore pulled in $30 million over three years from the Open Society Foundation: “This budget item captures George Soros’s commitment of $10 million per year for three years to Al Gore’s Alliance for Climate Protection, which conducts public education on the climate issue in pursuit of creating political space for aggressive U.S. action in line with what scientists say is necessary to put our nation on a path to reducing its outsize carbon dioxide emissions.” Mr. Gore lost his race for the White House by a whisker in 2000, and like losers before him has never got over it. But he has made a profitable second career as a weatherman with only one forecast: Climate catastrophe ahead.

Ganzen Artikel in der Wasnhington Times lesen.

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Rekorde faszinieren, das gilt auch für Spitzenleistungen aus der Natur. Kleine Kostprobe: Welche Region hält den Weltrekord im Regnen? Nun ja, ähnlich wie in der Leichtathletik müssen hier verschiedene Disziplinen im Regnen unterschieden werden. Weltrekordler im Kurzstrecken-Regnen ist der Ort Unionville in Maryland in den USA. Dort fielen am 4. Juli 1956 anlässlich des Unabhängigkeitstags innerhalb von 60 Sekunden (!) üppige 31.2mm Niederschlag. Die Feiertags-Parade dürfte damals buchstäblich ins Wasser gefallen sein.

Wechseln wir nun über zum Mittelstrecken-Regnen. Hier wurde die Weltbestleistung von Foc-Foc auf der Insel La Réunion aufgestellt. Am 7.-8. Januar 1966 regnete es innerhalb von 24 Stunden unglaubliche 1,80 Meter. Sie haben richtig gelesen: Meter!

Der Titel im Marathon-Regnen geht nach Cherrapunji in Indien. Von Sommer 1860 bis Sommer 1861 fielen hier innerhalb von 12 Monaten wahnsinnige 26,47 m Niederschlag, das sind 26.470 mm.

Diese und viele weitere meteorologische Weltrekorde können Sie auf einer Webseite der Arizona State University nachlesen, die sich auf die Statistik der World Meteorological Organization (WMO) beruft:

World Meteorological Organization Global Weather & Climate Extremes Archive

Hier geht es zur Rekordliste.

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„Leben mit dem Klimawandel – Hannover passt sich an“ heißt eine neue 25-seitige Broschüre, die über den Klimawandel, seine Folgen und mögliche Anpassungsmaßnahmen der Landeshauptstadt Hannover berichtet. Das pdf gibt es hier. Historische Klimadaten aus Hannover sucht man in der Broschüre überwiegend vergeblich. Die mageren Temperaturkurven beginnen wie üblich in der Kleinen Eiszeit, die Zeit davor mit unbequemen Entwicklungen wird einfach totgeschwiegen. Anstatt sich mit realen Daten der Klimageschichte und dem langjährigen Kontext zu belasten, setzt die Broschüre voll auf theoretische Zukunftsmodellierungen, deren Grundlage fragwürdig ist, da die Rückwärtskalibrierung fehlt. Ein schwaches Heft.