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Klimaerwärmung senkt Denguefieber-Risiko in Nordost-Australien

Der fortschreitende Klimawandel bringt immer mehr Tropenkrankheiten nach Europa. So lautete die Warnung der Experten noch vor zehn Jahren. Mittlerweile sieht man dies jedoch deutlich differenzierter. Die Australian National University gab am 10. August 2016 per Pressemitteilung bekannt, dass ein wärmeres Klima wohl eher zu einem Rückgang der Denguefiebergefahr in vielen Gebieten führen wird, darunter Nordost-Australien:

Warmer climate could lower dengue risk

Health researchers predict that the transmission of dengue could decrease in a future warmer climate, countering previous projections that climate change would cause the potentially lethal virus to spread more easily.

Hundreds of millions of people are infected with dengue each year, with some children dying in severe cases, and this research helps to address this significant global health problem. Co-lead researcher Associate Professor David Harley from The Australian National University (ANU) said that dengue risk might decrease in the wet tropics of northeast Australia under a high-emissions scenario in 2050, due to mosquito breeding sites becoming drier and less favourable to their survival. “While climate change generally poses a major threat to humanity, it also may reduce the incidence of dengue in some areas,” said Dr Harley, an epidemiology researcher at the ANU Research School of Population Health and ANU Medical School.

The findings are also relevant to other mosquito-borne viruses including Zika because the mosquitoes that carry dengue also transmit the Zika virus. “There is significant concern in countries on the margin of the tropical areas where dengue is mainly found, that with global warming dengue and other mosquito-borne viruses such as Zika will encroach and become common,” Dr Harley said. “Previous projections have suggested that climate change will increase transmission of mosquito-borne diseases globally.  “Our work, using a mathematical model based on Queensland conditions, suggests that dengue transmission might decrease with greater warming.”

Dr Harley said the research findings did not suggest authorities could be complacent about climate change’s effect on people’s health. “Generally, health and other impacts of climate warming will be negative in Australia and elsewhere in the world,” he said. “While we could see some reduction in dengue in Far North Queensland in a future warmer climate, the disease is widespread elsewhere in the world where outcomes would be different.”  This study was funded by the National Health and Medical Research Council of Australia, and involved ANU, University of South Australia, James Cook University and Australian Red Cross Blood Service. It is published in the latest issue of Epidemiology and Infection.

Wie nahm die deutschsprachige Presse diese gute Nachricht auf? Gar nicht. Denn sie blieb einfach mausestumm. Eine weiterer Fall von Schweigem im Walde (“Unbequeme wissenschaftliche Resultate, die von der deutschsprachigen Presse bzw. Medien totgeschwiegen werden, da sie nicht der im Mainstream-Journlismus fest etablierten Klima-Alarmismus-Storyline entsprechen”).

Diesmal war es aber noch schlimmer. Die Studie wurde nicht nur verschwiegen, sondern es wurden stattdessen Artikel verbreitet, in denen vor einer Klimawandel-bedingten Ausbreitung des Denguefiebers in Europa gewarnt wird. So konnte man einen Monat nach der australischen Pressemitteilung in der Frankfurter Rundschau am 11. September 2016 lesen:

Die Klimaveränderungen lassen einige dieser Arten weiter nach Norden ziehen. Ich sehe hier nicht so sehr die Gefahr, dass die Malaria wieder nach Europa kommen könnte, sondern denke eher an Erkrankungen wie das Dengue-Fieber, Zika oder das Chikungunya-Fieber.

Zuvor konnte man sich am 26. August 2016 über den Deutschlandfunk wundern:

“Die Tigermücke ist einfach ein potenter Krankheitsüberträger für bestimmte, vor allem virale Erkrankungen. Dazu zählen Chikungunyafieber, Denguefieber, West-Nil-Fieber, und es gibt Hinweise, dass auch das Zika-Virus durch diese Mücke übertragen werden kann.” Und der Klimawandel sorgt dafür, dass die Mücke an immer mehr Stellen geeignete Lebensbedingungen findet. So wie in den vergangenen Jahren in Freiburg.

Wird es in Deutschland feuchter oder trockener? Vielleicht sollten sich die deutschen Experten einmal mit den australischen Forschern austauschen und mögliche Diskrepanzen in der Gefahren-Interpretation diskutieren.

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Spektrum der Wissenschaft nannte am 10. August 2016 Vor- und Nachteile des Kimawandels für Grönland. Ein ausgewogener, lesenswerter Beitrag. Weiter so.

 

 

 

Schimmlige Schummel-Orgel ist kein Klimaopfer

Klimaalarm am 12. August 2016 in der Nordwest Zeitung (NWZ):

Klimawandel macht Orgel zu schaffen
Durch immer feuchtere Luft sind die alten Musikinstrumente häufig von Schimmel befallen. [...] Die Orgel in Elsfleth wird in diesem Jahr 180 Jahre alt. Das imposante Musikinstrument wurde 1836 von dem Orgelbaumeister Johann Gerhard Schmid aus Oldenburg gebaut, sagt Orgelbaumeister ter Haseborg. [...] „Die Orgel ist akut von Schimmelpilz befallen“, sagt er. Das komme jedoch in vielen Kirchen vor, weiß der Experte. „Das Klima wird immer feuchter, dann bildet sich Schimmel in den Pfeifen.“

Bereits 2014 hatten wir das Klima-Orgelthema hier im Blog (“Bremer Weser Kurier ist sich ganz sicher: “Klimawandel schädigt Kirchenorgel”), wobei allerdings die harten Daten (am Beispiel Braunschweig) eher eine Abnahme der Luftfeuchtigkeit in Norddeutschland anzeigten. Der Weser Kurier schwieg damals beharrlich, als wir ihn zur Rede stellten. Ob die NWZ kommunikativer ist? Wir haben die Autorin des aktuellen Artikels angeschrieben und erhielten prompt eine freundliche Antwort, in der sich die Redakteurin für den Hinweis bedankte.

Hier einige weitere Kurven zur Entwicklung der relativen Luftfeuchtigkeit. Zunächst Beispiel Bremen. Auf der Webseite des norddeutschen Klimamonitors werden wir fündig. Dort heißt es:

Innerhalb der letzten 32 Jahre (1979-2010) zeigen die Messsungen an der Station Bremen eine Abnahme der relativen Luftfeuchte im Jahr von -1.3 %.

Abbildung 1: Entwicklung der relativen Luftfeuchtigkeit in Bremen. Quelle: Norddeutscher Klimamonitor.

 

Sehr aufschlussreich auch das Beispiel Hamburg-Neuwiedenthal:

Innerhalb der letzten 48 Jahre (1963-2010) zeigen die Messsungen an der Station Hamburg-Neuwiedenthal eine Abnahme der relativen Luftfeuchte im Jahr von -3.5 %.

Abbildung 2: Entwicklung der relativen Luftfeuchtigkeit in Hamburg-Neuwiedenthal. Quelle: Norddeutscher Klimamonitor.

 

Was steckt nun wirklich hinter dem Schimmel? Es könnte durchaus sein, dass der erhöhte Schimmelbefall bei Orgeln vor allem mit einer gestiegenen Innen-Luftfeuchtigkeit zusammenhängt, ausgelöst durch ungesunden “Dämm- und Energiesparwahn”, also zuviel Gebäudeisolation und zu wenig Heizung.

Unser Leser Michael Schult kommentiert den Fall wie folgt:

Den zunehmenden Schimmel an Orgeln mit der Klimaänderung in Verbindung zu bringen, ist natürlich Unsinn. Es ist aber fachlich auch nicht korrekt, die fallende relative Feuchte der Aussenluft als Gegenargument heranzuziehen. Entscheidend für den Schimmel ist die Konditionierung der Luft nahe dem Orgelholz. In diesem Link ist das gut dargestelt.

Hilfreich ist auch das HX-Diagramm. Hier ist sehr gut zu sehen, dass bei konstanter absoluter Feuchte (Wassergehalt der Luft) die relative Feuchte mit fallender Temperatur zunimmt. Tödlich für Orgeln sind, vereinfacht gesehen, die so beliebten winterlichen Veranstaltungen in nur kurz geheizten Kirchen. Hier steigt der Wassergehalt der Luft enorm an (Wasser in warmer Atemluft) der sich dann an den kalten Oberflächen der Orgeln als freies Wasser niederschlägt. Ungenutzte, ungeheizte und nicht luftdicht verschlossene Kirchen haben nur ein sehr geringes Schimmelproblem.

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Kalifornien möchte den Methanausstoß von Kühen drosseln. Die Farmer sind entsetzt. Kühe müssen rülpsen und pupsen dürfen, weil sie ansonsten explodieren würden! Nachzulesen am 10. August 2016 im Guardian:

“By nature’s design, (cows) pass lots of gas. Quite frankly, we want them to expel gas so they don’t explode.”

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Im Januar 2015 hatten wir an dieser Stelle über die ZDF-Doku „Klima macht Geschichte“ berichtet. Dieses Video hat jetzt einen kleinen Bruder bekommen und zwar beim ORF. Bemerkenswert ist, dass der Text in der österreichischen Version an einigen Stellen leicht verändert wurde. Vergleichen Sie z.B. die Eingangs-Passage beim ursprüngliches Video des ZDF (ab Sekunde 53) mit der ORF-Version (ab Sekunde 56). Günstiges Klima erzeugt Wohlstand, kaltes ungünstiges Klima brachte stets Krankheit und Verderben.

 

Mongolischer Klimaalarm entpuppt sich als pure Erfindung: Kältewellen sind in den letzten 60 Jahren nicht häufiger geworden

Klimaalarm in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) am 12. August 2016:

Die Mongolei und der Klimawandel: Letzte Ausfahrt Ulaanbaatar
Jeder zweite der drei Millionen Mongolen lebt bereits in Ulaanbaatar – bei steigender Tendenz. In dem riesigen Land schlägt der Klimawandel gnadenlos zu. Die Nomaden mit ihren Tieren trifft es hart.

Wie genau gestaltet sich der Klimawandel in der Mongolei, der die Mongolen laut NZZ zu Alkoholikern macht? Der Autor erklärt:

In der Mongolei schlägt der Klimawandel mit voller Wucht zu. Seit 1940 ist die durchschnittliche Temperatur in der Mongolei um 2,14 Grad Celsius gestiegen – mit wärmeren Sommer- und kälteren Wintermonaten. Die Nomaden mit ihren Tieren sind die ersten Opfer. Ist der bereits kurze Sommer jedoch zu trocken, kann sich das Vieh wegen der geringen Vegetation kein Polster für den Winter zulegen. Von November bis April ist es in der jüngeren Vergangenheit jedoch noch kälter als sonst geworden, und es hat so viel geschneit, dass die bereits geschwächten Tiere keine Nahrung mehr fanden. Sie starben wie Fliegen. In der Mongolei wird das Wetterphänomen «Dzud» genannt. [...] Zumindest eine gute Nachricht gibt es in diesem Jahr jedoch: Der Sommer war bisher regenreich. Die Tiere können sich nun ein Polster für den Winter zulegen. Die guten Witterungsbedingungen gewähren der Landflucht in der Mongolei jedoch nur einen Aufschub. Die Entwicklung ist nicht zu stoppen.

Wir schreiten zur Prüfung.

1. Ungewöhnliche Erwärmung im 20. Jahrhundert?

Wir prüfen die GISS-Daten im Webtool des New Scientist (Abb. 1). Mitte der 1980erJahre stieg die Temperatur steil an, fiel dann aber um 2010 wieder ab. Ob hier ein Ozeanzyklus die Finger mit im Spiel hat? Die Daten enden um 2013, als der New Scientist das Tool einstellte (weshalb eigentlich?). Ein Blick in die aktuellen Stationsdaten in der Mongolei zeigt: Seit 1998 ist es dort nicht mehr wärmer geworden. Der berühmte Erwärmungs-Hiatus also auch hier.

Abb. 1: Temperaturentwicklung der Mongolei laut GISS.

 

Ist die Erwärmung im späten 20. Jahrhundert etwas noch nie Dagewesenes? Der Blick in die Klimageschichte bringt Aufklärung. Bereits um 1000 n. Chr., zu Beginn desr Mittelalterlichen Wärmeperiode, gab es eine starke Erwärmung, die sogar noch schneller ablief als in der aktuellen Erwärmungsphase. Hier eine Temperaturrekonstruktion von Davi et al. 2015 für die zentrale Nord-Mongolei (Abb. 2):

 

Abbildung 2: Temperaturrekonstruktin von Davi et al. 2015 für die zentrale Nord-Mongolei.

 

2. Kalte Winter als Folge der globalen Erwärmung?

Die Sommertemperaturen scheinen aber gar nicht das Problem darzustellen. Die kalten Winter töten. Sind sie wirklich eine Folge der globalen Erwärmung? Intuitiv will das nicht zusammenpassen. Wir schauen in der Fachliteratur nach. Journalisten tun so etwas offenbar nicht, behaupten einfach etwas, weil sie es irgendwo einmal aufgeschnappt haben. Mit drei Stichworten werden wir sofort fündig. Eine Forscherguppe um Xianfeng Liu hat das Thema professionell untersucht und im März 2015 im Journal of Geographical Sciences die Ergebnisse veröffentlicht. Das überraschende Resultat: Die Kältewellen (“Dzuds”) sind in den letzten 50 Jahren seltener (nicht häufiger) geworden. Die Forscher fanden zudem, dass die Häufigekeit der Kältewellen eng an die Entwicklung der Ozeanzyklen gekoppelt ist. Hier der Abstract:

Spatiotemporal changes of cold surges in Inner Mongolia between 1960 and 2012
In this study, we analyzed the spatiotemporal variation of cold surges in Inner Mongolia between 1960 and 2012 and their possible driving factors using daily minimum temperature data from 121 meteorological stations in Inner Mongolia and the surrounding areas. These data were analyzed utilizing a piecewise regression model, a Sen+Mann-Kendall model, and a correlation analysis. Results demonstrated that (1) the frequency of single-station cold surges decreased in Inner Mongolia during the study period, with a linear tendency of −0.5 times/10a (−2.4 to 1.2 times/10a). Prior to 1991, a significant decreasing trend of −1.1 times/10a (−3.3 to 2.5 times/10a) was detected, while an increasing trend of 0.45 times/10a (−4.4 to 4.2 times/10a) was found after 1991. On a seasonal scale, the trend in spring cold surges was consistent with annual values, and the most obvious change in cold surges occurred during spring. Monthly cold surge frequency displayed a bimodal structure, and November witnessed the highest incidence of cold surge. (2) Spatially, the high incidence of cold surge is mainly observed in the northern and central parts of Inner Mongolia, with a higher occurrence observed in the northern than in the central part. Inter-decadal characteristic also revealed that high frequency and low frequency regions presented decreasing and increasing trends, respectively, between 1960 and 1990. High frequency regions expanded after the 1990s, and regions exhibiting high cold surge frequency were mainly distributed in Tulihe, Xiao’ergou, and Xi Ujimqin Banner. (3) On an annual scale, the cold surge was dominated by AO, NAO, CA, APVII, and CQ. However, seasonal differences in the driving forces of cold surges were detected. Winter cold surges were significantly correlated with AO, NAO, SHI, CA, TPI, APVII, CW, and IZ, indicating they were caused by multiple factors. Autumn cold surges were mainly affected by CA and IM, while spring cold surges were significantly correlated with CA and APVII.

 

Abbildung 3: Häufigkeit (Frequenz) von Kältewellen in der Inneren Mongolei (typische Station). Aus: Liu et al. 2015.

 

Eine weitere Publikation stammt von Rao et al. 2015 und erschien in den Environmental Research Letters. Sie trägt den Titel:

Dzuds, droughts, and livestock mortality in Mongolia

Die wichtigste Abbildung aus dem Paper zeigt die Wintertemperaturen der letzten 60 Jahre (rote Kurve) und die Sterbeziffer des Viehs (schwarze Kurve). Auch hier wird klar: Phasen mit kalten Wintern hat es auch in der Vergangenheit gegeben, sogar mehr als heute. Die besonders hohen Mortalitätsraten in jüngster Zeit müssen also andere, nichtklimatische Gründe haben. Die Autoren führen Überweidung als Mitursache auf und zeigen, dass die Zahl der gehaltenen Ziegen und Schafe in der Mongolei in den letzten 20 Jahen geradezu explodiert ist.

Abbildung 4: Wintertemperaturen (rot) und Mortalitätsrate des Viehs in der Mongolei während der vergangenen 60 Jahre. Aus: Rao et al. 2015

 

 

Landgewinn trotz Meeresspiegelanstieg: Küsten haben sich in den vergangenen 30 Jahren um 13.500 Quadratkilometer ins Meer vorgebaut

Am 25. August 2016 gab es in Nature Climate Change ein kleines Wunder zu bestaunen. Eine Forschergruppe um Gennadii Donchyts vom niederländischen Deltares Research Institute veröffentlichte eine Statistik zu Landgewinnen und -verlusten in den Küstenzonen der Erde. Angesichts des steigenden Meeresspiegels war ein gewisser Landverlust zu erwarten. Umso größer die Überraschung, als nun die offiziellen Zahlen präsentiert wurden: Die Küstenzonen sind nicht etwa geschrumpft, sondern es wurden in den vergangenen 30 Jahren sogar 13,565 km2 neu geschaffen. Eine echte Sensation. Die deutsche Presse zog es allerdings leider vor, dazu zu schweigen. Unbequeme Daten, die man der Bevölkerung lieber nicht zumuten wollte. In der Publikation heißt es:

Earth’s surface gained 115,000 km2 of water and 173,000 km2 of land over the past 30 years, including 20,135 km2 of water and 33,700 km2 of land in coastal areas. Here, we analyse the gains and losses through the Deltares Aqua Monitor — an open tool that detects land and water changes around the globe.

Uns interessieren nur die Zahlen aus den Küstenzonen (die anderen Angaben beziehen sich auf Inlandsseen, die weitgehend unabhängig vom Meeresspiegel sind). Die Rechnung ist denkbar einfach:
33.700 km2 Landgewinn MINUS 20.135 km2 Landverlust = 13.565 km2 Netto-Landgewinn.

Ein wenig Angst hatte man im Deltares-Institut vor den Zahlen dann doch. In der Original-Pressemitteilung, sparte man dieses wichtige Resultat einfach aus:

How the earth has changed over the past 30 years

The world has gained 115,000 km2 of water and 173,000 km2 of land over the past 30 years. The Dutch research institute Deltares developed an open tool that analyses satellite data and visualises land and water changes around the globe. The results were published today in Nature Climate Change.

First global-scale tool that shows water and land conversion

The Deltares Aqua Monitor was developed by Gennadii Donchyts, a remote sensing expert at Deltares. It is the first global-scale tool that shows, with a 30-metre resolution, where water has been transformed into land and vice-versa. The Aqua Monitor uses freely available satellite data and Google Earth Engine, a platform for the planetary-scale scientific analysis of geospatial datasets that is now open to the general public. Gennadii Donchyts: “The Aqua Monitor shows that, around the world between 1985 and 2015, about 173 000 km2, an area about the size of Washington State, has been transformed into land. At the same time, an area of 115 000 km2 has been transformed into water. Both documented and undocumented changes due to man-made interventions, natural variability, and climate change have now been revealed.”

Known versus unknown

While many countries report on dam construction, information about more remote or isolated areas has been lacking. In Myanmar, the Global Reservoir and Dams database shows an increase in the water surface between 1985 and 2010 of about 400 km2. Using the Aqua Monitor, we found 1,180 km2 of new surface water during the same period. The damming of the Rimjin River in North Korea close to the border with South Korea resulted in a storage surface of 12.4 km2 that was actually due to the Hwanggang Dam, which was thought to be located 35 km to the east. These unknown reservoirs may have had a severe impact on the displacement of people and on the ecology. These issues still have to be investigated.

Created by nature or humans

The results of the Aqua Monitor show only the compound impact of natural and human change or variability. It is often hard to tell what has caused a change without determining the details of the local water and sediment budget. While changes in meanders in the Brahmaputra delta are clearly natural, the Mondrian-like shapes near Taiji Nai’er lakes in China are clearly man-made.

Big data at everyone’s fingertips

Universally-available analytics for big satellite data may have major implications for monitoring capacity and associated actions. At the very local scale, members of the general public can now make assessments without expert assistance if their houses are threatened by coastal erosion. At the regional scale, a downstream riparian state can conduct year-to-year monitoring to see whether upstream neighbours are establishing new impoundments. Finally, at the planetary scale, global agencies such as the United Nations International Strategy for Disaster Reduction can monitor the appearance of new reservoir storage capacity that may reduce flood hazards.

Jaap Kwadijk, the Deltares scientific director: “This has never been done before. So it is difficult to imagine all the new applications that will be made using this tool. But the tool can be used by everybody and so I am sure multiple applications will emerge in the next few years”.

Die BBC fuhr hier einen transparenteren Kurs und berichtete auch explizit über den Landgewinn an den Küsten:

Coastal areas were also analysed, and to the scientists surprise, coastlines had gained more land – 33,700 sq km (13,000 sq miles) – than they had been lost to water (20,100 sq km or 7,800 sq miles). “We expected that the coast would start to retreat due to sea level rise, but the most surprising thing is that the coasts are growing all over the world,” said Dr Baart. “We’re were able to create more land than sea level rise was taking.”

Wie funktionierts? Jeder Geologe lernt in den ersten Semestern, dass sich Deltas in das Meer vorbauen, wenn die Rate des Sedimenteintrags den Meeresspiegelanstieg übersteigt. Dies scheint also derzeit der Fall zu sein. Der Meeresspiegelanstieg ist zu gering, als dass es hier zu einer weiten Überflutung der Küstenebenen kommen könnte. Das System befindet sich im Zustand der Regression, wobei sich viele Sandküsten derzeit leicht in Richtung Meer vorschieben. Nach Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren sah dies noch anders aus. Damals besaß der Meeresspiegelanstieg ein Vielfaches der heutigen Rate und die Küsten wurden vom Meer überrannt. Man nennt dies im geologischen Fachjargon “Transgression”. Vielleicht sollte man politischen Entscheidungsträgern einen geologischen Grundkurs als Pflicht auferlegen, damit sie sich in der Klimadiskussion besser zurechtfinden.

Zum Online Aqua-Monitor geht es hier. Siehe auch Bericht zur Studie auf watson.ch.

 

University of Queensland: Weltweite Artenvielfalt vor allem durch Ressourcen-Übernutzung und Landwirtschaft, weniger vom Klimawandel bedroht

Früher war der Klimawandel an allem und jedem Schuld. Mittlerweile hat man jedoch bemerkt, dass die Fixierung auf eine Ursache wenig realistisch ist. Das jüngste Beispiel ist die Bedrohung der Artenvielfalt. Spiegel Online berichtete am 11. August 2016:

Klimawandel: Was die Artenvielfalt wirklich bedroht
Der Klimawandel bringt nicht nur eine starke Veränderung des Wetters mit sich, er greift auch in das Leben von zahlreichen Tierarten ein – so lautete die These von einigen Forschern lange. Tatsächlich sei die weltweite Artenvielfalt derzeit jedoch weniger von Klimaveränderungen als von altbekannten Gefahren wie der Übernutzung von Ressourcen und der Landwirtschaft bedroht, berichten Forscher im Fachjournal “Nature”. Die Fokussierung auf den Klimawandel könne dazu führen, dass Prioritäten beim Artenschutz falsch gesetzt werden, befürchten sie.

Weiterlesen bei Spiegel Online

Im dazugehörigen Artikel von Maxwell et al. in Nature heißt es:

There is a growing tendency for media reports about threats to biodiversity to focus on climate change. Here we report an analysis of threat information gathered for more than 8,000 species. These data revealed a contrasting picture. We found that by far the biggest drivers of biodiversity decline are overexploitation (the harvesting of species from the wild at rates that cannot be compensated for by reproduction or regrowth) and agriculture (the production of food, fodder, fibre and fuel crops; livestock farming; aquaculture; and the cultivation of trees). [...] It is also crucial that the World Conservation Congress delegates — and society in general — ensure that efforts to address climate change do not overshadow more immediate priorities for the survival of the world’s flora and fauna.

Auch WDR5 Radio und die Schweizerische BauernZeitung berichteten. Im Folgenden die Original-Pressemitteilung der University of Queensland vom 11. August 2016:

Guns, nets and bulldozers driving species loss

University of Queensland-led research published in Nature has found that nearly three-quarters of the world’s threatened species are in peril because people are converting their habitat into agricultural lands and overharvesting species. The team from UQ, the Wildlife Conservation Society (WCS) and the International Union for the Conservation of Nature (IUCN) studied information on 8688 species on the IUCN Red List. PhD student in the School of Geography, Planning and Environmental Management (GPEM) Sean Maxwell said the study found that 72 per cent (6241 species) were overexploited (the harvesting of species from the wild at rates not compensated for by reproduction or regrowth).

The authors also showed that expansion and intensification of agricultural activity was imperilling 5407 (62 per cent) of species they assessed, including Africa’s cheetah and Asia’s hairy-nosed otter. “For example, the Sumatran rhinoceros, Western gorilla and a scaly mammal, the Chinese pangolin, are all hunted illegally for high market demand for their body parts and meat,” Mr Maxwell said.  “In comparison, 19 per cent of species are considered threatened by climate change. “We are concerned that efforts to address climate change could overshadow more immediate priorities for the survival of the world’s flora and fauna. “Addressing overharvesting and agricultural activities are key to turning around the biodiversity extinction crisis. “This must be at the forefront of the conservation agenda.”

Study co-author Associate Professor James Watson of WCS and UQ GPEM said, “History has taught us that minimising impacts from overharvesting and agriculture require a variety of conservation actions but these can be achieved. “Actions such as well managed protected areas, enforcement of hunting regulations, and managing agricultural systems in ways that allow threatened species to persist within them all have a major role to play in reducing the biodiversity crisis. “These activities need to be well funded and prioritised in areas that will reduce threat.” Study authors also include Associate Professor Richard Fuller of UQ’s School of Biological Sciences and Dr Thomas Brooks of the IUCN. Next month, representatives from government, industry and non-government organisations will define future directions for conservation at the World Conservation Congress of the IUCN in Hawaii.

Bleiben wir beim Thema. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) überraschte am 29. August 2016 mit einer guten Nachricht:

Amazonaswald: Biodiversität kann Klimarisiken mindern

Wald mit einer großen Vielfalt von Pflanzen kann besser auf Klimastress reagieren. Erstmals konnten Forscher dies jetzt für das Amazonas-Gebiet in umfassenden Computer-Simulationen, die den Artenreichtum von Bäumen dort mit einberechnen, zeigen. Biodiversität kann demnach ein wirksames Mittel sein, Klimarisiken abzumildern, und sollte nicht nur im Naturschutzkontext betrachtet werden.

„Die Vielfalt der Eigenschaften all der verschiedenen Pflanzen in den Wäldern des Amazonas könnte diesem helfen, sich auf ein gewisses Maß von Klimaveränderung einzustellen – manche der heute vorherrschenden Bäume würden absterben und andere Arten würden ihren Platz einnehmen, die mit den zukünftigen klimatischen Bedingungen besser zurecht kommen“, sagt Boris Sakschewski vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Leit-Autor der in Nature Climate Change erscheinenden Studie. Das Überleben von Baumarten hängt zum Beispiel davon ab, was die  Wissenschaftler ‚Blatt-Ökonomie‘ nennen: deren unterschiedliche Größe, Dicke, Langlebigkeit oder Dichte bestimmt mit, wie gut eine Pflanze höhere Temperaturen oder Wasserknappheit verträgt. „Biodiversität erweist sich hier als ein Muss, nicht als hübsches Beiwerk“, sagt Sakschewski. „Sie kann funktional sein für das langfristige Überleben der großen Biomasse-Reservoirs unserer Erde, zu denen auch die Wälder der Amazonas-Region gehören.“ (weiterlesen …)

Hinweise auf Klimaeinfluss der Sonne verdichten sich weiter

In unserem Buch “Die kalte Sonne” haben wir den enormen Einfluss von Sonnenaktivitätsschwankungen auf das Erdklima zeigen können. Die Forschung zum Thema läuft weiter auf Hochtouren. Im Folgenden wollen wir einige jüngere Arbeiten vorstellen.

Aus dem März 2016 stammt eine Arbeit von Yamakawa et al. in Quaternary International, in der die Autoren den solaren Klimaeinfluss über die Stratosphäre und die Meeresoberfläche beschreiben:

Relationships between solar activity and variations in SST and atmospheric circulation in the stratosphere and troposphere
Relationships between solar activity and variations in both sea surface temperature (SST) and atmospheric circulation at the time of the solar maximum are presented. The global distribution of correlation coefficients between annual relative sunspot numbers (SSN) and SST from July to December was examined over a 111-year period from 1901 to 2011. Areas with a significant positive correlation accounted for 11.7% of the global sea surface in December, mainly over three regions in the Pacific. The influence of solar activity on global atmospheric pressure variations and circulation in the maximum years was also analyzed from 1979 to 2011. The results indicated that higher geopotential height anomalies tended to appear in the stratosphere and troposphere in the northern hemisphere, centering on around the Hawaiian Islands from November to December, in the second year of the solar maximum. The SST distribution in the Pacific with strong north and south Pacific Highs produced a pattern that resembled teleconnection patterns such as the Pacific Decadal Oscillation (PDO) and the Central-Pacific (CP) El Niño, or El Niño Modoki (ENM). It is suggested that the solar activity had an influence on the troposphere via not only the stratosphere but also the sea surface.

Im Dezember 2015 war der Klimaeinfluss des solaren 11- Jahreszyklus Thema im AGU-Mitgliederblatt Eos:

[...] The Sun’s impact on the climate is a hot and tangled topic. Mounting evidence suggests that the 11-year solar cycle can affect climate and temperatures—the most famous example being Europe’s Little Ice Age, when the Sun went through several nearly sunspotless cycles from 1645 to 1715. [...] Over the course of the 11-year cycle, the rotation of the Sun slowly twists its magnetic field into knots, creating dark sunspots. Although the overall brightness of the Sun varies by only 0.1%, the twisted bundles of magnetic energy can boost its ultraviolet (UV) radiation by 4%–8% at the solar cycle’s peak. These powerful UV rays trigger chemical reactions in the stratosphere that bind oxygen atoms and molecules to form ozone. Since ozone itself is a good absorber of UV radiation, it can heat the stratosphere near the equator, which affects the winds that circle the globe.

Ganzen Artikel in Eos lesen.

Eine Gruppe um Willie Soon publizierte im November 2015 in Earth Science Reviews zur Klimawirkung der Sonne im Rahmen der Erwärmung der letzten 150 Jahre:

Re-evaluating the role of solar variability on Northern Hemisphere temperature trends since the 19th century

Debate over what influence (if any) solar variability has had on surface air temperature trends since the 19th century has been controversial. In this paper, we consider two factors which may have contributed to this controversy:

1. Several different solar variability datasets exist. While each of these datasets is constructed on plausible grounds, they often imply contradictory estimates for the trends in solar activity since the 19th century.

2.
Although attempts have been made to account for non-climatic biases in previous estimates of surface air temperature trends, recent research by two of the authors has shown that current estimates are likely still affected by non-climatic biases, particularly urbanization bias.

With these points in mind, we first review the debate over solar variability. We summarise the points of general agreement between most groups and the aspects which still remain controversial. We discuss possible future research which may help resolve the controversy of these aspects. Then, in order to account for the problem of urbanization bias, we compile a new estimate of Northern Hemisphere surface air temperature trends since 1881, using records from predominantly rural stations in the monthly Global Historical Climatology Network dataset. Like previous weather station-based estimates, our new estimate suggests that surface air temperatures warmed during the 1880s–1940s and 1980s–2000s. However, this new estimate suggests these two warming periods were separated by a pronounced cooling period during the 1950s–1970s and that the relative warmth of the mid-20th century warm period was comparable to the recent warm period.

We then compare our weather station-based temperature trend estimate to several other independent estimates. This new record is found to be consistent with estimates of Northern Hemisphere Sea Surface Temperature (SST) trends, as well as temperature proxy-based estimates derived from glacier length records and from tree ring widths. However, the multi-model means of the recent Coupled Model Intercomparison Project Phase 5 (CMIP5) climate model hindcasts were unable to adequately reproduce the new estimate — although the modelling of certain volcanic eruptions did seem to be reasonably well reproduced.

Finally, we compare our new composite to one of the solar variability datasets not considered by the CMIP5 climate models, i.e., Scafetta and Willson, 2014′s update to the Hoyt and Schatten, 1993 dataset. A strong correlation is found between these two datasets, implying that solar variability has been the dominant influence on Northern Hemisphere temperature trends since at least 1881. We discuss the significance of this apparent correlation, and its implications for previous studies which have instead suggested that increasing atmospheric carbon dioxide has been the dominant influence.

Von 2015 stammt auch ein Buch von Olavi Kärner mit dem Titel “Towards a New Climate Representation: Analysis of Forcing and Response Time Series“. Aus der Beschreibung:

This book provides a mutual analysis of temporal variability of total solar irradiance (TSI) at the top of the atmosphere (TOA) and various air temperature time series. The first part covers exploratory studies of the daily series in order to fit a statistical model for representing their long range temporal variability. The second part contains climatological interpretation of the fitted model. The results show essentially different temporal variability structure than that predicted by the theory of anthropogenic global warming.

Weiter mit einer Publikation aus dem Oktober 2015 in Advances in Space Research. Alexander Ruzmaikin und Joan Feynman dokumentieren darin den klimatischen Einfluss des solaren Gleissberg-Zyklus, der eine Periode von 90 Jahren besitzt:

The Earth’s climate at minima of Centennial Gleissberg Cycles
The recent extended, deep minimum of solar variability and the extended minima in the 19th and 20th centuries (1810–1830 and 1900–1920) are consistent with minima of the Centennial Gleissberg Cycle (CGC), a 90–100 year variation of the amplitude of the 11-year sunspot cycle observed on the Sun and at the Earth. The Earth’s climate response to these prolonged low solar radiation inputs involves heat transfer to the deep ocean causing a time lag longer than a decade. The spatial pattern of the climate response, which allows distinguishing the CGC forcing from other climate forcings, is dominated by the Pacific North American pattern (PNA). The CGC minima, sometimes coincidently in combination with volcanic forcing, are associated with severe weather extremes. Thus the 19th century CGC minimum, coexisted with volcanic eruptions, led to especially cold conditions in United States, Canada and Western Europe.

Im Mai 2016 veröffentlichten Al-Tameemi & Chukin im Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics eine Analyse zum globalen Wasserzyklus. Interessanterweise fanden die Autoren eine deutliche Beeinflussung der globalen Verdunstung und des Wasserhaushaltes durch solare Aktivitätsschwankungen:

Global water cycle and solar activity variations
The water cycle is the most active and most important component in the circulation of global mass and energy in the Earth system. Furthermore, water cycle parameters such as evaporation, precipitation, and precipitable water vapour play a major role in global climate change. In this work, we attempt to determine the impact of solar activity on the global water cycle by analyzing the global monthly values of precipitable water vapour, precipitation, and the Solar Modulation Potential in 1983–2008. The first object of this study was to calculate global evaporation for the period 1983–2008. For this purpose, we determined the water cycle rate from satellite data, and precipitation/evaporation relationship from 10 years of Planet Simulator model data. The second object of our study was to investigate the relationship between the Solar Modulation Potential (solar activity index) and the evaporation for the period 1983–2008. The results showed that there is a relationship between the solar modulation potential and the evaporation values for the period of study. Therefore, we can assume that the solar activity has an impact on the global water cycle.

Im Februar 2016 erschien eine Arbeit von Kunihiko Kodera unter Beteiligung der Geomar-Forscherin Katja Matthes. Die Wissenschaftler beschreiben eine Erwärmung in mittleren Breiten durch den solaren Zyklus. Das Klimasignal wird dabei in der Stratosphäre durch die Sonne generiert und dann in die Troposphäre nach unten weiter gegeben:

How can we understand the solar cycle signal on the Earth’s surface?
To understand solar cycle signals on the Earth’s surface and identify the physical mechanisms responsible, surface temperature variations from observations as well as climate model data are analyzed to characterize their spatial structure. The solar signal in the annual mean surface temperature is characterized by (i) mid-latitude warming and (ii) no warming in the tropics. The mid-latitude warming during solar maxima in both hemispheres is associated with a downward penetration of zonal mean zonal wind anomalies from the upper stratosphere during late winter. During Northern Hemisphere winter this is manifested in a modulation of the polar-night jet whereas in the Southern Hemisphere the subtropical jet plays the major role. Warming signals are particularly apparent over the Eurasian continent and ocean frontal zones, including a previously reported lagged response over the North Atlantic. In the tropics, local warming occurs over the Indian and central Pacific oceans during high solar activity. However, this warming is counter balanced by cooling over the cold tongue sectors in the southeastern Pacific and the South Atlantic, and results in a very weak zonally averaged tropical mean signal. The cooling in the ocean basins is associated with stronger cross-equatorial winds resulting from a northward shift of the ascending branch of the Hadley circulation during solar maxima. To understand the complex processes involved in the solar signal transfer, results of an idealized middle atmosphere–ocean coupled model experiment on the impact of stratospheric zonal wind changes are compared with solar signals in observations. The model results suggest that both tropical and extra-tropical solar surface signals can result from circulation changes in the upper stratosphere through (i) a downward migration of wave–zonal mean flow interactions and (ii) changes in the stratospheric mean meridional circulation. These experiments support earlier evidence of an indirect solar influence from the stratosphere.

Weitere Beiträge zum Thema Sonne/Klima von Javier und Stefan Kämpe.

Angesichts der Vielzahl von Belegen zur starken Klimawirkung der Sonne wird es für die Sonnen-Gegner nun eng. Im Rahmen des Forschungsnetzwerks TOSCA haben sich einige Forscher zusammengschlossen, um die Sonne klimatisch abzuschalten. In einer Pressemitteilung vom 29. August 2016 behaupten sie, dass die Sonne nichts mit der globalen Erwärmung des 20. Jahrhunderts zu tun habe. Ironischerweise schreiben sie dann aber gleich im nächsten Satz, dass die Sonne sehrwohl im Jahrhundertmaßstab klimatische Wirkung entfaltet:

A changing Sun, a changing climate?
[...] By comparing recent measurements with results from new models, the network challenged the long-debated assumption that the Sun’s slight change in radiation could cause the Earth’s climate to change. They found mechanisms by which solar variation can alter climate variability regionally, but none that would trigger global warming. Looking at time scales longer than a century, the impact of solar variability on climate change is evident, but the effect of greenhouse gases has been proven much more considerable in the short run. However, there are still many questions behind the Sun-Earth connection, some of which TOSCA helped answer. By examining the different phenomena defining the solar impact on climate in general, the team showed several subtle phenomena could have a significant impact, often locally. For instance, UV radiation amounts to a mere 7% of solar energy, but its variation produces changes in the stratosphere near the Equator, all the way to the polar regions, which govern climate. This means that winters in Europe would become wetter and milder or, on the contrary, drier and cooler, depending on the Sun’s state. They also found that streams of electrons and protons known as the solar wind, affecting the Earth’s global electric field, lead to changes in aerosol formation, which ultimately impact rainfall. These effects, largely ignored so far, will now be incorporated into several climate models in order to build a more complete picture.

Einer der Leiter des TOSCA-Programms ist Benjamin Laken, der sich bereits in der Vergangenheit mit Kritik an Svensmark und seinem solaren Wolkenmodell profilierte. Seltsamerweise hatte Laken in früheren Arbeiten die Svensmark-Modelle noch unterstützt. Hin- und hergerissen zwischen solarem PRO und CONTRA geht es hier vielleicht aber auch um die wissenschaftspolitische Eignung für eine Institutsdauerstelle, wobei Sonnenkritik unabdingbar ist. In der Pressemitteilung heißt es:

Dr Benjamin Laken had a leading role in one of TOSCA’s training schools: “I demonstrated the use of Python for data analytics, and also guided a small team of students through an independent research project. This helped expose the students – many for the first time – to critical tools and methods relevant to their development into research. TOSCA enabled me to identify the most pressing knowledge gaps, which I could personally contribute to, and see how to effectively communicate my findings back to an interdisciplinary community. Thanks to the network, I was able to grow as a researcher at a critical time in my career.

 

Partnertausch: Hitzetolerante Algen-Symbionten schützen vor Korallenbleiche

Eines unserer Ziele hier im Kalte-Sonne-Blog ist die Bekanntmachung von klimawissenschaftlichen Resultaten, die es nicht in die Mainstream-Presse schaffen. Hierdurch versuchen wir eine inhaltliche Schieflage auszugleichen. Im heutigen Beitrag soll es um die Korallenbleiche gehen. Ein Jahr lang haben wir gesammelt und waren erstaunt, wie sehr sich die Sichtweise hier geändert hat. Der Grundmechanismus ist natürlich geblieben: Immer wenn es Korallen zu heiß wird, schmeißen sie ihre Algen-Symbionten raus und erbleichen dabei. Da die Korallen von den Symbionten als Energie- und Nährstofflieferant abhängig sind, müssen die Vakanzen schnell wieder gefüllt werden. Entweder mit den ursprünglichen Algen (wenn es wieder abkühlt) oder mit neuen Algen, die an erhöhte Temperaturen angepasst sind. Nach diesem Prinzip operierend haben die Korallen schon etliche hundert Millionen Jahre überlebt.

Die University of Miami Rosenstiel School of Marine & Atmospheric Science beschrieb den Prozess im Rahmen einer Pressemitteilung am 4. Juni 2015:

New study uncovers why some threatened corals swap ‘algae’ partners

Research findings provide new information on coral survival in a warming ocean

A new research study showed why threatened Caribbean star corals sometimes swap partners to help them recover from bleaching events. The findings are important to understand the fate of coral reefs as ocean waters warm due to climate change.

The University of Miami (UM) Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science research team placed colonies of Caribbean star coral (Orbicella faveolata) in a heated tank for one to two weeks to replicate ocean conditions that would lead to both mild and severe coral “bleaching” – when corals turn white as a result of the loss of symbiotic algae living in their tissues. The corals, collected from waters off Miami, were then allowed to recover at two different water temperatures, below and above the local average, to see if they recovered with the same or different algal partners. “Since ‘symbiont shuffling’ occurs in only some cases, we wanted to understand what drives this process and whether it could help corals adjust to climate change,” said Ross Cunning, a UM Rosenstiel School alumnus and lead author of the study. “We discovered that partner switching in Caribbean star corals is dependent upon the severity of the bleaching event and the temperature during recovery.”

The researchers discovered that severe bleaching and warmer water recovery temperatures caused corals to shuffle their symbionts in favor of more heat-tolerant algae, which belong to a group of symbionts called clade D, while mild bleaching and cooler recovery drove shifts toward the less heat-tolerant algae, in clade B. The study, published in the June 3 issue of the journal Proceedings of the Royal Society B, suggests that increases in heat-tolerant symbionts in the Caribbean star coral are greatest when bleaching is more severe and the recovery environment is warmer.

Corals depend on symbiotic algae to survive and build coral reefs. Increased ocean temperatures due to climate change can cause these symbiotic algae to be expelled from the coral, an event known as bleaching, which often leads to death. Climate change is one of the main threats to the Caribbean star coral (O. faveolata), which was were recently listed as a ‘threatened’ species under the U.S. Endangered Species Act. “These findings help resolve a long-standing debate over why some corals switch partners after bleaching, while others do not,” said Andrew Baker, UM Rosenstiel School associate professor of marine biology and ecology and a Pew fellow in marine conservation. “They show that, as the oceans continue to warm and bleaching events become more severe, we might expect heat-tolerant symbionts to become a common feature of recovering reefs. Corals that can ‘buddy up’ with different algae might be more resistant to bleaching in the future.”

Two more recent studies, also conducted in Baker’s Coral Reef Futures lab at UM, showed how corals modify their symbionts in response to environmental changes. The first, published earlier this year in the journal Global Change Biology, showed how changes in symbiont partners following bleaching directly increased corals’ thermal tolerance. The second, published in the May issue of the journal Ecology, showed that, in addition to changing the types of algae they partner with, corals also fine-tune the number of algae they contain to deal with an ever-changing environment. “Together, these studies suggest that that the rate of warming, timing between bleaching events, and severity of each bleaching event, will play an important role in determining coral survivorship,” said Baker. “We need to better understand these changes in order to accurately predict coral reef futures.”

Bereits einige Monate zuvor hatte die University of Southampton der Öffentlichkeit besonders wärmeresistente Algen-Symbionten vorgestellt:

New algae species helps corals survive in the hottest reefs on the planet

A new species of algae has been discovered in reef corals of the Persian (Arabian) Gulf where it helps corals to survive seawater temperatures of up to 36 degrees Celsius — temperatures that would kill corals elsewhere.

Researchers from the University of Southampton and the New York University Abu Dhabi identified the symbiotic algae in corals from Abu Dhabi, United Arab Emirates, the world’s warmest coral reef habitat. The paper, which reports the breakthrough discovery, was published this week in the journal Scientific Reports. “We found that commonly applied molecular methods did not give enough resolution to distinguish the dominant symbionts of Gulf corals from those in other parts of the world’s oceans,” explains Professor Jörg Wiedenmann, Professor of Biological Oceanography and Head of the Coral Reef Laboratory at the University of Southampton. “However, when analysed by alternative molecular biological approaches, we found pronounced differences that set this heat tolerant species clearly aside. We named it Symbiodinium thermophilum in reference to its ability to survive unusually high temperatures.”

Reefs are made up of many coral species, most of which live in a mutually beneficial relationship with microscopically small algae hosted in their tissue. These symbiont algae produce sugars that contribute to the diet of the coral in return for shelter and nutrients that are vital for algal growth. However, the symbiotic association is vulnerable to changes in environmental conditions, in particular to increases in seawater temperature. Heat-stress induced loss of the algal partners from the coral host can result in the often fatal process known as ‘coral bleaching’.

“Understanding how corals survive under the extreme temperatures in the Gulf will give us important insights into the ability of reef corals to handle the heat stress, which is threatening their survival in the oceans that are warming up in response to climate change,” explains Professor Wiedenmann. “We monitored the symbiotic partnership over several seasons to ensure that this association was stable through a range of thermal conditions,” comments Professor John Burt from the New York University Abu Dhabi. “We can confirm that this new type of alga is indeed the year-round prevalent symbiont across several dominant coral species from the Abu Dhabi coast of the United Arab Emirates,” he adds.

“It gives hope to find that corals have more ways to adjust to stressful environmental conditions than we had previously thought,” adds Professor Wiedenmann. “However, it is not only heat that troubles coral reefs. Pollution and nutrient enrichment, overfishing and coastal development also represent severe threats to their survival. Only if we manage to reduce these different forms of stress will corals be able to benefit from their capacity to adjust to climate change.”

Eine ähnliche Studie erschien 2015 auch von Silverstein et al. im Fachblatt Global Change Biology. In der Karibik hat sich zwischenzeitlich eine Mikroalge ausgebreitet, die die dortigen Korallen gegen Hitzestress schützt. Penn State berichtet darüber am 1. Juni 2015 in einer Pressemitteilung:

Invasive microbe protects corals from global warming, but at a cost

An invasive species of symbiotic micro-alga has spread across the Caribbean Sea, according to an international team of researchers. These single-cell algae, which live within the cells of coral animals, are improving the resilience of coral communities to heat stress caused by global warming, but also are diminishing the abilities of corals to build reefs.

“The results raise a potentially contentious issue about whether this invasion is relatively good or bad for the long-term productivity of reef corals in the Atlantic Ocean and the ecosystems they support,” said Todd LaJeunesse, associate professor of biology, Penn State. The team’s findings appear in today’s (JUNE 1) issue of the Proceedings of the National Academy of Sciences. According to LaJeunesse, relationships between corals and photosynthetic algae evolved over millions of years and are generally mutually beneficial. Corals derive energy and nutrients from algae, and in turn algae obtain nutrients and protection by living in the tissues of corals.

“Coral reefs are highly important to the biosphere, and they also have enormous economic and societal value in the form of tourism, recreation and coastal protection, and as a source of food and pharmaceuticals,” said LaJeunesse. “Currently, these ecosystems are threatened by synergistic effects of diminished water quality, increased temperature and reduced ocean alkalinity.” LaJeunesse and his team, which includes researchers from the University of Delaware and the Universidad Nacional Autonoma de Mexico (UNAM), used DNA sequencing techniques to document this possible new threat to coral reefs — the spread of non-native, Symbiodinium trenchii, which comes from the Indo-Pacific.

To determine that S. trenchii’s presence in the Caribbean likely came from a limited introduction and then began to spread, the team used population genetic markers to analyze the genetic diversity among populations of S. trenchii in the Indo-Pacific and compared this diversity with that in the Caribbean Sea. “We found that the Caribbean population of S. trenchii contains very little genetic diversity and is highly inbred,” said Tye Pettay, recent Ph.D. in biology, Penn State and current postdoctoral fellow, University of Delaware. “In contrast, S. trenchii in the Indian and Pacific oceans is extremely diverse and contains far more genetic diversity on a single reef the size of a football field than it does in the entire Caribbean Sea. Our evidence indicates that the introduction of S. trenchii to the Caribbean was relatively recent. There has been no time for it to evolve any novel genetic diversity.”

In its new home in the Caribbean, the team found, S. trenchii behaves opportunistically and proliferates within coral colonies during periods of increased sea-surface temperatures, enabling the corals to survive these episodes. During these warming events, S. trenchii replaces the more sensitive native species of algae, which are expelled by their hosts when the environment becomes too warm — a process known as bleaching. S. trenchii eventually is replaced by native species of algae after environmental conditions return to normal. “For some time now researchers have focused on identifying stress-tolerant Symbiodinium that may allow reef corals to better cope with future increases in temperatures,” said Pettay. “Symbiodinium trenchii in the Caribbean possesses those attributes. It turns out, however, that because this species was introduced to the region, its symbioses may be suboptimal, which may significantly diminish coral growth under normal conditions.”

Specifically, the researchers found that S. trenchii benefits some colonies of coral by providing them with thermal tolerance under conditions up to 3.6 degrees Fahrenheit higher than normal, yet the team also found that for one group of dominant reef-building corals, Mountainous Star Coral, S. trenchii reduces rates of calcification — the process by which reefs are built — by half. “Our results indicate that S. trenchii may not translocate as many nutrients to the coral host as do native species, which is why we see reduced calcification rates among the corals,” said LaJeunesse.

The retention of more nutrients to invest in its own growth and physiology may explain, in part, why S. trenchii can continue to function under heat stress and is not expelled by the host during warming events, he added. As a result, corals with S. trenchii tend not to bleach. “Invasive species pose major threats to biodiversity, ecosystem function and economic well-being,” said LaJeunesse. “Growing evidence indicates that microbes, which include micro-algae, are being successfully introduced to new places around the world, but we still have little understanding of the negative or positive outcomes from such introductions. This work highlights how microbial introductions, many of which may be unknown to science, can affec ecosystem stability and function — in this case, reduced calcification of corals in the Caribbean.”

Passend zum Thema eine Studie mit dem Titel von Cruz et al. 2015 in Marine Biology:

“White but not bleached: photo-physiological evidence from white Montastraea cavernosa reveals potential overestimation of coral bleaching“ 

Den Abstoßungs-Akt zwischen Koralle und Alge hat die Queensland University of Technology schön dokumentiert. In einer Pressemitteilung vom 16. August 2016 gab die Universität bekannt:

Caught in the act: first videos of coral bleaching behaviour

Coral researchers have for the first time captured the specific behaviour of a coral as it’s bleaching.

The team from QUT in Australia used a clever combination of microscope, digital camera and smart tablet to record close-up, detailed time-lapse videos of a coral species’ physical reaction to heat stress, showing evidence for the first time that it employs pulsed inflation. To simulate rising sea surface temperatures, researchers Brett Lewis and Dr Luke Nothdurft from QUT’s marine facility in the School of Earth, Environmental and Biological Sciences placed solitary corals, Heliofungia actiniformis, into controlled aquaria, before heating the water up. Their resulting videos, described in the peer-reviewed Coral Reefs, show the unhappy corals belching Symbiodinium, tiny algae cells that live within coral tissue and give corals their vibrant colours.

“What’s really interesting is just how quickly and violently the coral forcefully evicted its resident symbionts,” said Mr Lewis, from QUT’s Science and Engineering Faculty. “The H. actiniformis began ejecting the symbionts within the first two hours of us raising the water temperature of the system.” Mr Lewis said previous studied had shown H. actiniformis was one of the very few corals on the Great Barrier Reef considered to be relatively resilient to bleaching, even as neighbouring species suffered the full effects. “Our observations suggest this resilience could be due to the rapid expulsion of the coral’s algal symbionts during thermal stress, and could very well increase H. actiniformis’s chance of survival during abnormally high sea temperatures.”During the experiments, the team raised the water temperature in a 10-litre aquarium system from 26oC to 32oC over 12 hours, where it remained for up to eight days.

While scientists have known for some time that coral bleaching occurs when the relationship between the coral and their Symbiodinium breaks down as ocean temperatures rise, the QUT team’s time-lapse videos show for the first time how this coral removes the algae. “Our H. actiniformis used a pulsed inflation to expel Symbiodinium over time (seen as greenish plumes in the video) – inflating their bodies to as much as 340 per cent of their normal size before suddenly and violently contracting and ejecting Symbiodinium through their oral openings over the four to to eight day duration of the experiments” Dr Nothdurft said.  

Dr Nothdurft said reef-building corals and their algal Symbiodinium had evolved to form a mutually-beneficial relationship. “Coral provide Symbiodinium with protection and surface area for photosynthesis, while the excess sugars created by the algae supply the majority of the coral’s daily food requirements,” he said. He said expulsion of the algae removed the pigment from the corals tissue, rendering them white or transparent, referred to as coral bleaching. If environmental conditions return to normal quickly enough, some corals may regain their Symbiodinium and associated colour. “If the Symbiodinium is removed from the host and does not recolonise quickly, the corals can die. “Mass coral bleaching events are a concern for scientists globally with recent events on the Great Barrier Reef highlighting the threat of elevated water temperatures to the heath of reef ecosystems.” Mr Lewis and Dr Nothdurft have captured a wide variety of coral behaviours with time-lapse photography, including how they eat and how they fight over limited space. Watch the videos:

Eine gute Zusammenfassung zum Thema Korallenbleiche und Klimawandel stammt von Jim Steele. Die überraschend gute Hitzetoleranz von Phytoplankton war auch Thema einer Pressemitteilung der University of Exeter vom 27. November 2015:

Don’t forget plankton in climate change models, says study

A new study found that phytoplankton – microscopic water-borne plants – can rapidly evolve tolerance to elevated water temperatures.

Globally, phytoplankton absorb as much carbon dioxide as tropical rainforests and so understanding the way they respond to a warming climate is crucial. Phytoplankton subjected to warmed water initially failed to thrive but it took only 45 days, or 100 generations, for them to evolve tolerance to temperatures expected by the end of the century. With their newfound tolerance came an increase in the efficiency in which they were able to convert carbon dioxide into new biomass. The results show that evolutionary responses in phytoplankton to warming can be rapid and might offset some of the predicted declines in the ability of aquatic ecosystems to absorb carbon dioxide as the planet warms.

Dan Padfield, a PhD student at the Environment and Sustainability Institute at the University of Exeter’s Penryn Campus in Cornwall, said: “Our findings suggest that evolution could play a key role in shaping how aquatic ecosystems respond to climate change. The phytoplankton in our study adapted to warmer water in the lab and evolved the ability to capture more atmospheric carbon dioxide. “Our results demonstrate that evolutionary responses of phytoplankton to warming should be taken into account when developing models of how climate change will affect aquatic ecosystems. This experimental work provides the empirical basis for incorporating evolution into the models used to forecast future ocean productivity.”

The researchers exposed Chlorella vulgaris, a model species of phytoplankton, to temperatures of 20 – 33 degrees. Initially rates of growth peaked at 30 degrees, while 33 degrees was stressful and limited growth. After 100 generations (45 days) growth increased to levels expected from the exponential effects of temperature on physiological rates, showing that the algae had evolved the ability to thrive at the increased temperatures. The underlying mechanism for the ability to tolerate warmer temperatures was an increase in the efficiency in which the alga was able to convert carbon dioxide into new biomass by reducing rates of respiration (production of carbon dioxide). It is this shift in the relative rates of respiration and photosynthesis that enabled the phytoplankton to cope with warmer temperatures. While these experiments focused on a single species and strain of phytoplankton, the researchers believe that the rapid evolution of carbon-use efficiency will apply to other species of phytoplankton and substantially improve models describing ecological and biogeochemical effects of climate change.

Nur drei Wochen später legte die Uni Exeter noch einmal nach. Wieder ein unerwartet positives Resultat: Höhere Wasssertemperaturen steigern die Biodiversität und Photosyntheseleistung von Phytoplankton:

Phytoplankton like it hot: Warming boosts biodiversity and photosynthesis in phytoplankton

Warmer temperatures increase biodiversity and photosynthesis in phytoplankton, researchers at the University of Exeter and Queen Mary University of London (QMUL) have found. Globally, phytoplankton – microscopic water-borne plants – absorb as much carbon dioxide as tropical rainforests and so understanding the way they respond to a warming climate is crucial.

The groundbreaking study, published in the journal PLOS Biology, was carried out over five years using artificially warmed ponds that simulated the increases in temperature expected by the end of the century. The researchers found that phytoplankton in ponds that had been warmed by four degrees, had 70% more species and higher rates of photosynthesis, and as a result, have the potential to remove more carbon dioxide from the atmosphere. Phytoplankton were counted, measured and identified under a microscope, and the production or consumption of oxygen was measured to determine rates of photosynthesis and respiration.

The study found that phytoplankton communities in the warmed ponds were more species rich, had greater evenness in species abundance, greater biomass and were dominated by larger species. In contrast to previous work conducted in small scale, short-term laboratory experiments, these findings demonstrate that future global warming could actually lead to increases in biodiversity and photosynthesis in some locations. These results cannot be extrapolated to the global scale as declines might occur in other places where different ecological mechanisms prevail.

The authors attribute their findings to the fact that the experiments were conducted in open outdoor ecosystems where local extinctions of species can be replaced by new immigrants from surrounding locations. Dr Gabriel Yvon-Durocher from the Environment and Sustainability Institute at the University of Exeter said: “The increases we’ve seen in phytoplankton biodiversity appear be driven primarily by the effects of warming on zooplankton – the microscopic animals that eat phytoplankton. “Higher grazing rates by the zooplankton, which prefer small abundant phytoplankton species, prevent the ecosystem being dominated by just a few of these highly competitive species, allowing species which are inferior competitors for resources to coexist. “What our study clearly shows is that future global warming is likely to have a major impact on the composition, biodiversity and functioning of plankton, which play a pivotal role in aquatic ecosystems.” Professor Mark Trimmer from QMUL’s School of Biological and Chemical Sciences said: “Our warming facility at QMUL has been running for 10 years now and it is quite remarkable what such a simple experiment has enabled us to uncover about how climate warming alters the cycling and balance of the key bio-elements that sustain life on Earth.”

 

 

NOAA-Forscher können keinen Ort auf der Erde benennen, an dem die Ozeanversauerung bereits Schäden angerichtet hätte

Der pH-Wert der Ozeane hat sich in den letzten Jahrzehnten leicht von 8,15 auf 8,05 reduziert. Obwohl diese Werte noch immer deutlich im alkalischen Bereich liegen (der bis pH 7 reicht), wird in der Fachsprache von einer “Ozeanversauerung” gesprochen. Der Trend ist deutlich und wird von allen Akteuren der Klimadiskussion anerkannt. Mithilfe von Satelliten kann der pH-Wert der Ozeane heute bequem ermittelt werden.

Die Debatte dreht sich vor allem um die Folgen, die diese leichte pH-Veränderung bei den Meeresbewohnern auslösen könnte. Lange glaubte man, dass sich hier möglicherweise eine Katastrophe anbahnt. Als man sich die Thematik dann im Rahmen von einer Vielzahl von Studien näher anschaute, gab es eine Teilentwarnung. Es ist zum Glück doch nicht so schlimm, wie einige Forscher zunächst befürchtet hatten. Im Folgenden wollen wir die aktuellen Ergebnisse aus der Wissenschaft vorstellen.

Im Februar 2016 erschien im Journal of Marine Science ein Sonderband zur Ozeanversauerung. In einem einleitenden Übersichtsartikel ruft Howard Browman die Forschergemeinde zu verstärktem Skeptizismus auf. Durch die bevorzugte Publikation von dramatisierenden Artikeln sei in der Literatur eine inhaltliche Schieflage entstanden, die es auzugleichen gilt. Hier der Abstract seines Beitrags:

Applying organized scepticism to ocean acidification research
“Ocean acidification” (OA), a change in seawater chemistry driven by increased uptake of atmospheric CO2 by the oceans, has probably been the most-studied single topic in marine science in recent times. The majority of the literature on OA report negative effects of CO2 on organisms and conclude that OA will be detrimental to marine ecosystems. As is true across all of science, studies that report no effect of OA are typically more difficult to publish. Further, the mechanisms underlying the biological and ecological effects of OA have received little attention in most organismal groups, and some of the key mechanisms (e.g. calcification) are still incompletely understood. For these reasons, the ICES Journal of Marine Science solicited contributions to this special issue. In this introduction, I present a brief overview of the history of research on OA, call for a heightened level of organized (academic) scepticism to be applied to the body of work on OA, and briefly present the 44 contributions that appear in this theme issue. OA research has clearly matured, and is continuing to do so. We hope that our readership will find that, when taken together, the articles that appear herein do indeed move us “Towards a broader perspective on ocean acidification research”.

Im Oktober 2015 hatte bereits die James Cook University in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass sich das Wachstum einiger Organismengruppen unter saureren Bedingungen sogar verbessert:

Scientists find some thrive in acid seas

Researchers from James Cook University have found that ocean acidification may not be all bad news for one important sea-dwelling plant.

A JCU team led by Dr Catherine Collier studied seagrass growing near underwater volcanic vents in PNG. Carbon dioxide from the vents increases the acidity of nearby water. The researchers found that the more acidic the water was, the more the plant grew. “The increased growth has nothing to do with the acidified water as such, but increased acidification means more carbon, which means the seagrass photosynthesises quicker,” said Dr Collier. Seagrass provides food and habitat to many species and is a significant carbon sink — soaking up 15 percent of the carbon stored in the ocean every year. But pollution and development mean the plants are declining at a rate of seven per cent a year. Dr Collier said every one of the ten varieties of seagrass so far tested had done better in acidified water. But there were still questions over whether other aspects of climate change would adversely affect them. “On the one hand, if acidification increases seagrass growth, they will be able to absorb more carbon from the ocean, which may slow the acidification. On the other hand, acidification is bad for coral, and erosion of the reef and rising sea levels could have detrimental effects on the seagrass meadows it protects,” said Dr Collier. She said more investigation, incorporating other variables in the seagrass environment, needed to be done.

NOAA-Wissenschaftler mussten zudem kürzlich einräumen, dass es noch immer keinen Ort auf der Erde gibt, wo eindeutige Schäden aufgrund der Ozeanverauerung zu beklagen wären. Dieses wichtige Eingeständnis machten sie jedoch nicht in einem öffentlichen Bericht, sondern entstammt einer Emailkorrespondenz, die erst auf juristischem Wege ans Licht kam. Auszug aus Quadrant Online:

The [New York Times] editor asked,

“It’s very interesting, but in order to work for us it needs to be geared more toward the general reader. Can the authors give us more specific, descriptive images about how acidification has already affected the oceans? Is the situation akin to the acid rain phenomenon that hit North America? What can be done to counteract the problem?”

Dr Busch, who works for NOAA’s Ocean Acidification Program and Northwest Fisheries Science Center at Seattle, responded to Ms Applebaum:

“Unfortunately, I can’t provide this information to you because it doesn’t exist. As I said in my last email, currently there are NO areas of the world that are severely degraded because of OA or even areas that we know are definitely affected by OA right now. If you want to use this type of language, you could write about the CO2 vent sites in Italy or Polynesia as examples of things to come. Sorry that I can’t be more helpful on this!”

Im Juli 2015 beklagten sich Christopher Cornwall und Catriona Hurd im Fachblatt Ocean Acidification darüber, dass ein großer Teil der Laborexperimente zur Ozeanversauerung methodisch fehlerhaft seien. Daniel Cressey berichtete darüber in Nature:

Crucial ocean-acidification models come up short
Poorly designed studies leave future uncertain for sea dwellers. [...] according to a survey published last month by marine scientist Christopher Cornwall, who studies ocean acidification at the University of Western Australia in Crawley, and ecologist Catriona Hurd of the University of Tasmania in Hobart, Australia, most reports of such laboratory experiments either used inappropriate methods or did not report their methods properly. 

Lesenswerte Zusammenfassungen zur Ozeanversauerungsforschung erschienen auch kürzlich von Alan Longhurst and Patrick Moore (pdf hier).

 

Die Dekarbonisierung der Welt – Teil 5: Das Ende des Industriezeitalters ist menschengemacht

Von Uli Weber

Die Grundlage unseres Lebensstandards ist die industrielle Wertschöpfung durch Nutzung fossiler und atomarer Energieträger, ebenso wie unsere statistisch nahezu verdoppelte Lebenserwartung gegenüber „ökologischen“ Gesellschaften auf der alleinigen Grundlage von Ackerbau und Viehzucht.

Das globale Ölfördermaximum, einst ein wesentliches Argument für den angeblich notwendigen Umstieg  auf „alternative“ Energien, ist heute in der Klimadiskussion offenbar kein Thema mehr. Anscheinend haben inzwischen auch die letzten Klima-Alarmisten verstanden, dass es sich dabei lediglich um einen veränderten wirtschaftlichen Gleichgewichtszustand handelt. Letztlich werden die zukünftig höheren Entwicklungs- und Förderkosten eben einen höheren Verbraucherpreis bewirken. Für ein mögliches Szenario beim Eintreten des globalen Ölfördermaximums können wir auf die Erfahrungen aus der Ölkrise der Jahre 1973/74 in Abbildung 1 zurückgreifen. Damals hatte eine Einschränkung der Welt-Erdölförderung um etwa 5 Prozent zu einem Ölpreisanstieg von etwa 3 auf 12 US-Dollar pro Barrel Öl geführt, also um etwa den Faktor 4. Dieser Preisanstieg hat dann die Förderung von Öl und Gas aus Lagerstätten in der Nordsee überhaupt erst wirtschaftlich möglich werden lassen.

 

Abbildung 1: Zeitlicher Ablauf der Ressourcenentwicklung bei Öl und Gas

 

Und damit ist das Argument „Peak Oil“ für eine globale Dekarbonisierung natürlich verbrannt, denn auf das Ende der Ölförderung wird man bis zum Ende dieses Jahrhunderts vergeblich warten.

Man musste also irgendeine neue Weltuntergangshysterie „erfinden“, um das Angebot von Öl und Gas auf dem Weltmarkt künstlich einzuschränken. Zum Ende des letzten Jahrzehnts waren die USA nämlich schon dabei, sich durch eine ganz neue Fördertechnik aus unkonventionellen Lagerstätten wieder zu einem Selbstversorger mit Öl und Gas zu entwickeln.
Folgerichtig setzte in der Bevölkerung dann rechtzeitig zu Beginn dieses Jahrzehntes eine panische Hysterie gegen das sogenannte „Fracking“ ein, die bis heute durch keinerlei Sachkenntnis getrübt ist.

Oder kennen Sie vielleicht den Unterschied zwischen versiegelten und offenen Lagerstätten?
(engl. sealed and unsealed reservoirs)

Die Antwort ist ganz einfach, man unterscheidet konventionelle und unkonventionelle Kohlenwasserstoff-Lagerstätten (KW = Öl und Gas) folgendermaßen:

konventionell (=sealed/versiegelt): Diese Lagerstätten besitzen eine undurchlässige Deckschicht, die das Entweichen von Öl und Gas verhindert. In solchen Lagerstätten hat sich über Millionen von Jahren das aus dem sogenannten Muttergestein aufsteigende Öl oder Gas gesammelt. Die Porenräume haben untereinander Verbindung und üblicherweise herrscht dort ein höherer Druck als im umgebenden Gestein, etwa vergleichbar mit einem Bierfass. Bei einer solchen Lagerstätte muss man dann lediglich eine Bohrung als „Zapfhahn“ niederbringen, um daraus dann Öl oder Gas fördern zu können.

unkonventionell (=unsealed/offen): Diese Lagerstätten besitzen keine undurchlässige Deckschicht, sodass dort üblicherweise derselbe Druck herrscht wie im umgebenden Gestein. In solchen Lagerstätten kann sich kein erhöhter Lagerstättendruck bilden, weil die Kohlenwasserstoffe fein verteilt in nicht zusammenhängenden Porenräumen gefangen sind. Vielmehr treten aus solchen Lagerstätten permanent und selbständig Kohlenwasserstoffe aus und gelangen auf natürliche Weise ganz langsam an die Erdoberfläche. Das ist dann eher vergleichbar mit einem umgekippten Bierlaster, wo alle Flaschen zersprungen sind. Mit einem Zapfhahn kommt man da leider nicht weiter, man braucht vielmehr einen Absauger…

Wenn Sie also geglaubt haben sollten, dass Öl und Gas in unkonventionellen KW-Lagerstätten sicher und dauerhaft eingeschlossen sind, dann haben Sie sich schon mal geirrt. Vielmehr gelten hier definitiv alle Vorbehalte, die sie auch gegen ein Atommüllendlager haben mögen. Schlimmer noch, auch die konventionellen KW-Lagerstätten sind nicht wirklich dicht, aber Diffusion in geologischen Zeiten ist hier nicht das Thema…

Bleiben wir also bei den unkonventionellen KW-Lagerstätten. In einer unkonventionellen Lagerstätte wird das Gas/Öl also nicht dauerhaft zurückgehalten, sondern es wandert ganz langsam von sich aus ständig an die Erdoberfläche ab. Grund dafür ist, das Öl und Gas leichter sind als das Wasser, mit dem die Porenräume im Untergrund üblicherweise gesättigt sind. Deshalb wirkt auf Dauer eine unkonventionelle Förderung diesem natürlichen Entweichen von Öl und Gas aus diesen Lagerstätten sogar entgegen.
Beim sogenannten Fracking tritt also der Mensch als Konkurrent gegen das natürliche „Auslaufen“ einer unkonventionellen Lagerstätte an. Durch Fracking werden große Oberflächen geschaffen, um die in der Lagerstätte enthaltenen Kohlenwasserstoffe mit der natürlichen Druckdifferenz zwischen Lagerstätte und Erdoberfläche „abzufangen“, bevor sie sich ganz langsam auf ihren natürlichen Weg an die Oberfläche machen können. Man kann also von einem „Staubsaugereffekt“ sprechen, der den Kohlenwasserstoffen einen leichteren Weg an die Erdoberfläche bietet. Solange bei solchen Bohrungen und beim Fracking-Prozess selbst keine zusätzlichen Wegbarkeiten direkt ins Grundwasser hinein geschaffen werden, ergeben sich daher auch keine zusätzlichen Gefahren. Weitere Informationen zu Fracking finden Sie auf dem Blog  erdoel-erdgas-deutschland oder direkt bei den Deutschen Erdgas- und Erdölproduzenten.

Alles, was an Öl und Gas bereits durch Fracking gefördert wurde, kann also später nicht mehr auf natürlichem Wege zur Erdoberfläche oder ins Grundwasser aufsteigen. Wenn wir uns also tatsächlich von einem „menschengemachten“ Ausfall der nächsten Eiszeit in 50.000 Jahren schrecken lassen, dann können wir doch nicht im Ernst gleichzeitig Angst vor Fracking haben.

Immerhin, das Fracking hat nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land furchtbar Angst gemacht, sondern auch den Ölscheichs. Deren Quasi-Monopol wird nämlich durch das Fracking gefährdet. Also verschleudern sie jetzt ihre Ölreserven zu Dumping-Preisen, um die Fracking-Konkurrenz klein zu halten, was man gut an den momentan relativ „niedrigen“ Tankstellenpreisen für Kraftstoff erkennen kann. Das hatte die amerikanische Fracking-Industrie zunächst auch sehr hart getroffen, weil sie erheblich höhere Förderkosten als die OPEC-Staaten hat. Dummerweise hat die Fracking-Industrie dann aber sehr schnell und sehr marktwirtschaftlich reagiert, sie hat sich der Konkurrenz gestellt und einfach die eingesetzten Technologien weiterentwickelt.

Die Grünstrom-Energiewende ist dagegen gänzlich gegen solche marktwirtschaftlichen Mechanismen abgeschottet und kann aus sich heraus niemals wirtschaftlich funktionieren. Auf der Grundlage von staatlicher Planwirtschaft  ist nämlich keinerlei marktwirtschaftliche Entwicklung der Grünstromproduktion abzusehen, sie benötigt im Gegenteil immer höhere Subventionen, die natürlich aus der mit fossiler und atomarer Energie erzielten industriellen Wertschöpfung der darin tätigen Bürgerinnen und Bürger stammen. Es fragt sich am Ende also nur, wo nach der Dekarbonisierung der Welt die notwendigen Subventionen für alternative Energien herkommen sollen, wenn es gar keine konventionellen Industrien mehr gibt.

Wenn einstmals das Orakel von Delphi den Niedergang aller Industriegesellschaften dieser Welt vorausgesehen hätte, dann wäre dort wohl sibyllinisch eine „Dekarbonisierung der Welt“ geweissagt worden…

 

Literaturnachweis:

Abbildung 1 und Textzitat aus „Klimahysterie ist keine Lösung“ (ISBN 978-3844806625)

 

Duke University entzieht früheren Horrorvisionen die Basis: Kraftwerke durch Klimawandel kaum beeinträchtigt

Unvorstellbar hohe Summen werden derzeit in Industrien investiert, denen eines gemein ist: Man glaubt an die überhitzten Klimaszenarien des IPCC und setzt alles auf eine Karte. Gleichzeitig werden Gelder aus anderen Zweigen abgezogen, die vermeintlich inkompatibel mit den Alarmszenarien sind.

Aber was wäre, wenn sich die aggressiven Klimaszenarien doch als falsch herausstellen? Was ist, wenn es sich um eine Blase handelt, und diese irgendwann platzt? Eine klimaskeptische Gruppe hat nun auf den Cayman Islands einen Hedge-Fond namens Cool Futures aufgelegt, der auf Gewinne durch Hedging auf die globale Abkühlung setzt. Einzelheiten hierzu gibt es auf JoNova.

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Im vergangenen Jahr (2015) versuchte eine Gruppe um den Direktor des National Centers for Environmental Information (NCEI), Tom Karl, die seit mehr als anderthalb Jahrzehnten anhaltende Erwärmungspause auszulöschen. In einem Paper schrieb sich die Karl-Gruppe die Finger wund – allerdings ohne nachhaltigen Effekt. Führende Klimawissenschaftler verurteilten anschließend das plumpe Verstecktheater:

Nun ging Karl in Ruhestand, wie die NOAA via Pressemitteilung bekanntgab. Dort spart man das peinliche Klimaalarm-Kapitel zum Glück aus. So ganz glücklich mit Karls Ausflug in den Aktivismus ist man offensichtlich nicht.

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Im Juni 2014 freute sich der Klimaretter über schlechte Nachrichten für Kohlekraftwerksbetreiber:

Klimawandel bedroht Kraftwerke
Die fossile Energiebranche trägt nicht nur mit am stärksten zur Erderwärmung bei, sie hat auch selbst immer mehr mit den Klimafolgen zu kämpfen. Das geht aus einer diese Woche veröffentlichten Studie des World Energy Council hervor. Extreme Wetterereignisse, der Anstieg des Meeresspiegels sowie höhere Temperaturen und Niederschlagsänderungen beeinträchtigen den Betrieb der Kraftwerke und des Stromnetzes, sagen die Forscher.

Beim World Energy Council handelt es sich allerdings vorrangig um eine politische Organisation. Was sagt die Wissenschaft zu dieser These? Die Forscher machten sich ans Werk und beleuchteten das Thema professionell aus allen Perspektiven. Das Ergebnis lässt aufhorchen: Der World Energy Council hat offenbar maßlos übertrieben. In Wahrheit wird der Klimawandel die Kraftwerke wohl nur in geringem Ausmaß beeinflussen. Die Duke University gab dies am 15. August 2016 per Pressemitteilung bekannt:

Warming Climate Likely A ‘Minor’ Impact on Power Plant Output

Future climate warming will likely cause only minor cuts in energy output at most U.S. coal- or gas-fired power plants, a new Duke University study finds. The study — the first of its kind based on real-world data — rebuts recent modeling-based studies that warn rising temperatures will significantly lower the efficiency of power plants’ cooling systems, thereby reducing plants’ energy output. Those studies estimated that plant efficiencies could drop by as much as 1.3 percent for each 1 degree Celsius of climate warming.

“Our data suggest that drops in efficiency at plants with open-loop, or once-through, cooling systems will be a full order of magnitude smaller than this,” said Candise L. Henry, a doctoral student at Duke’s Nicholas School of the Environment. “Reductions at plants with wet-circulation, or closed-loop, systems — which can be identified by their cooling towers — may be even smaller.” “In large part, this is because plant operators are already constantly adjusting operations to optimize plant performance under changing environmental conditions,” she said. “That’s a key consideration the past studies overlooked.”

The new findings do not, however, signal an all’s clear for the power industry, the Duke researchers cautioned. “The impact of future droughts associated with global warming could still significantly affect plant operations and output by reducing the availability of water for cooling,” said Lincoln F. Pratson, Semans-Brown Professor of Earth and Ocean Sciences at Duke.

Henry and Pratson published their findings this month in the peer-reviewed journal Environmental Science & Technology. To conduct their study, they analyzed hourly temperature and humidity data recorded at National Climatic Data Center (NCDC) stations and U.S. Geological Survey river gauges near 39 U.S. coal- or natural-gas-fired power plants over a seven- to 14-year period. By correlating this data with the plants’ hourly heat input and energy output records, obtained through the EPA’s Air Markets Program Data website, they were able to extrapolate how much of each plant’s output was the result of daily and seasonal variations in temperature. “These variations exceed estimates of the average future annual increase in warming under a moderate global warming scenario,” Henry noted, “so we could actually see — based on empirical evidence — how plants’ operations are affected by temperature changes much more dramatic than what is projected to occur.”

To ensure a representative sample, the study included both closed-loop and open-loop plants from the Northeast, Mid-Atlantic, Southeast, Midwest, Deep South, Great Plains and Rocky Mountain regions. Output capacities ranged from less than 500 megawatts up to 3,000 megawatts. The cooling efficiency and energy output of every plant — regardless of location, generating capacity or fuel type — was found to be more resilient to climate warming than previous studies predicted. Plants with closed-loop cooling systems were found to be particularly resilient. “This provides additional rationale for section 316b of the EPA’s Clean Water Act, which requires most electric generators to install closed-loop recirculating systems,” said Pratson. “The EPA enacted section 316b to protect fish, shellfish and other aquatic animals from being pulled into, and harmed or killed in power plants’ cooling water-intake structures,” he noted. “Our study shows it could also provide the added benefit of helping protect the power plants themselves from the impact of climate warming.”

CITATION: “Effects of Environmental Temperature change on the Efficiency of Coal- and Natural-Gas-Fired Power Plants,” Candise L. Henry, Lincoln F. Pratson, Environmental Science & Technology, August 1, 2016; DOI: 10.1021/acs.est.6b01503

Weder der Klimaretter, noch irgend eine andere deutschsprachige Zeitung berichteten. Ein weiterer Fall von Schweigen im Walde (“unbequeme wissenschaftliche Resultate, die von der deutschsprachigen Presse bzw. Medien totgeschwiegen werden, da sie nicht der im Mainstream-Journlismus fest etablierten Klima-Alarmismus-Storyline entsprechen.”)

 

Wissenschaftler warnen: Baumringe in kaltgemäßigten Klimazonen nur bedingt für Temperaturrekonstruktionen geeignet

Die Klimawissenschaften entwickeln sich immer weiter. Noch vor 15 Jahren setzte man guten Gewissens auf Sauerstoff- und Kohlenstoffisotope zur paläoklimatologischen Rekonstruktion, allerdings zeigte sich dann in der Folge, dass die Interpretation von Temperaturen und Niederschlägen über d18O und d13C viel komplexer ist als man angenommen hatte. Heute geht man hier deutlich vorsichtiger vor. Ein weiteres Beispiel sind Baumringe. Früher wagte man hier weitreichende Temperaturrekonstruktionen, während man heute wieder deutlich zurückrudert. Die Bedenken an der Methode kommen dabei aus der Community der Baumring-Forscher selber, ein tolles Beispiel für realistische Selbstkritik. Der Wunsch nach wissenschaftlichem Fortschritt ist offensichtich größer als persönliche Befindlichkeiten. Die Forscher sagen jetzt ganz offen, dass es ernstzunehmende Problem mit der Methodik gibt. Chapeau!

Aktuell kann man dies in einer neuen Studie in den Environmental Research Letters nachlesen, die dort am 18. Juli 2016 im Open Access-Format erschien. Leitautorin der Untersuchung ist Lena Hellmann, die das Thema zusammen mit 9 weiteren Kollegen bearbeitete. Das nüchterne Fazit ist in der Kurzfassung klar herausgestellt: Nicht alle Baumringe aus borealen Regionen eignen sich für die Rekonstruktion der Sommertemperaturen. Im Original:

By revealing complex climate constraints on the productivity of Eurasia’s northern forests, our results question the a priori suitability of boreal tree-ring width chronologies for reconstructing summer temperatures.

Im Folgenden der Abstract der Studie:

Diverse growth trends and climate responses across Eurasia’s boreal forest
The area covered by boreal forests accounts for ~16% of the global and 22% of the Northern Hemisphere landmass. Changes in the productivity and functioning of this circumpolar biome not only have strong effects on species composition and diversity at regional to larger scales, but also on the Earth’s carbon cycle. Although temporal inconsistency in the response of tree growth to temperature has been reported from some locations at the higher northern latitudes, a systematic dendroecological network assessment is still missing for most of the boreal zone. Here, we analyze the geographical patterns of changes in summer temperature and precipitation across northern Eurasia >60 °N since 1951 AD, as well as the growth trends and climate responses of 445 Pinus, Larix and Picea ring width chronologies in the same area and period. In contrast to widespread summer warming, fluctuations in precipitation and tree growth are spatially more diverse and overall less distinct. Although the influence of summer temperature on ring formation is increasing with latitude and distinct moisture effects are restricted to a few southern locations, growth sensitivity to June–July temperature variability is only significant at 16.6% of all sites (p ≤ 0.01). By revealing complex climate constraints on the productivity of Eurasia’s northern forests, our results question the a priori suitability of boreal tree-ring width chronologies for reconstructing summer temperatures. This study further emphasizes regional climate differences and their role on the dynamics of boreal ecosystems, and also underlines the importance of free data access to facilitate the compilation and evaluation of massively replicated and updated dendroecological networks.

Bei der Interpretation von Baumringen ist also verstärkte Vorsicht angeraten. Allerdings sollte man nun nicht den Fehler machen, alles und jedes anzuzweifeln, was auf Basis von Baumringen in der Vergangenheit gemacht wurde. Viele Baumring-Klimarekonstruktionen passen erstaunlich gut mit Paläoklimainformationen anderer Quellen. Ein aktuelles Beispiel beschrieb die WAZ am 17. Juli 2016:

Klimawandel in Baumscheiben aus Mülheim nachweisbar
Aus den Jahresringen lässt sich bekanntlich nicht nur das Alter des Baumes ablesen, sondern die Dicke der Ringe gibt auch Aufschluss über klimatische Schwankungen im Sauerland in den letzten 230 Jahren. Besonders markant ist die schwache Wachstumsperiode, die bei der Eiche von Gut Mülheim, nach zunächst zügigem Wachstum seit 1785, etwa 1802 einsetzte und bis 1856 andauerte, also rund ein halbes Jahrhundert währte. Was kann die Ursache hierfür gewesen sein? Während der letzten 1200 Jahre hat es in der nördlichen Hemisphäre drei klimatisch gut unterscheidbare Perioden gegeben: Eine warme Periode vom 9. bis zum 11. Jahrhundert, die so genannte mittelalterliche Warmzeit. Zwischen 1200 und 1400 veränderte sich das Klima spürbar, und nach diesem Umschwung begann eine kühle Klimaepoche vom 14. bis zum 19. Jahrhundert, die so genannte kleine Eiszeit. Ab dem 20. Jahrhundert begann dann wieder eine wärmere Phase. [...] Die Kleine Eiszeit zeigt allerdings keinen homogenen Verlauf, sondern ist durch deutliche Schwankungen gekennzeichnet. Eine dieser Schwankungen ist das so genannte „Dalton-Minimum“, benannt nach dem englischen Forscher John Dalton, der die geringere Sonnenfleckenaktivität (ungefähr zwischen 1790 und 1830; in aktuelleren Forschungsberichten wird auch ein Zeitraum von 1818 bis 1858 genannt) für den Rückgang der Durchschnittstemperaturen um bis zu einem Grad verantwortlich machte.

Ganzen Artikel in der die WAZ lesen.

 

 

CO2 stärkt Pflanzen gegen Dürren

Pflanzen können Dürren offenbar besser wegstecken, wenn die CO2-Konzentration der Atmosphäre erhöht ist. Dies fand jetzt eine Studie der University of California in Irvine heraus. Das zusätzliche CO2 erlaubt es den Pflanzen, ökonomischer mit begrenzten Wasserressourcen umzugehen. Im Folgenden die entsprechende Pressemitteilung der University of California – Irvine vom 29. August 2016 (deutsche Übersetzung bei EIKE):

Climate change has less impact on drought than previously expected

Plants retain more moisture in high carbon dioxide conditions, keeping water on land

As a multiyear drought grinds on in the Southwestern United States, many wonder about the impact of global climate change on more frequent and longer dry spells. As humans emit more carbon dioxide into the atmosphere, how will water supply for people, farms, and forests be affected? A new study from the University of California, Irvine and the University of Washington shows that water conserved by plants under high CO2 conditions compensates for much of the effect of warmer temperatures, retaining more water on land than predicted in commonly used drought assessments. According to the study published this week in the Proceedings of the National Academy of Sciences, the implications of plants needing less water with more CO2 in the environment changes assumptions of climate change impacts on agriculture, water resources, wildfire risk, and plant growth.

The study compares current drought indices with ones that take into account changes in plant water use. Reduced precipitation will increase droughts across southern North America, southern Europe and northeastern South America. But the results show that in Central Africa and temperate Asia — including China, the Middle East, East Asia and most of Russia — water conservation by plants will largely counteract the parching due to climate change. “This study confirms that drought will intensify in many regions in the future,” said coauthor James Randerson, UCI professor of Earth system science. “It also shows that plant water needs will have an important influence on water availability, and this part of the equation has been neglected in many drought and hydrology studies.”

Recent studies have estimated that more than 70 percent of our planet will experience more drought as carbon dioxide levels quadruple from pre-industrial levels over about the next 100 years. But when researchers account for changes in plants’ water needs, this falls to 37 percent, with bigger differences concentrated in certain regions. The reason is that when Earth’s atmosphere holds more carbon dioxide, plants actually benefit from having more of the molecules they need to build their carbon-rich bodies. Plants take in carbon dioxide through tiny openings called stomata that cover their leaves. But as they draw in carbon dioxide, moisture escapes. When carbon dioxide is more plentiful, the stomata don’t need to be open for as long, and so the plants lose less water. The plants thus draw less water from the soil through their roots.

Global climate models already account for these changes in plant growth. But many estimates of future drought use today’s standard indices, like the Palmer Drought Severity Index, which only consider atmospheric variables such as future temperature, humidity and precipitation. “New satellite observations and improvements in our understanding hydrological cycle have led to significant advances in our ability to model changes in soil moisture,” said Randerson. “Unfortunately, using proxy estimates of drought stress can give us misleading results because they ignore well-established principles from plant physiology.”

Planners will need accurate long-term drought predictions to design future water supplies, anticipate ecosystem stresses, project wildfire risks and decide where to locate agricultural fields. “In some sense there’s an easy solution to this problem, which is we just have to create new metrics that take into account what the plants are doing,” said lead author Abigail Swann, a University of Washington assistant professor of atmospheric sciences. “We already have the information to do that; we just have to be more careful about ensuring that we’re considering the role of the plants.”

Is this good news for climate change? Although the drying may be less extreme than in some current estimates, droughts will certainly increase, researchers said, and other aspects of climate change could have severe effects on vegetation. “There’s a lot we don’t know, especially about hot droughts,” Swann said. The same drought at a higher temperature might have more severe impacts, she noted, or might make plants more stressed and susceptible to pests. “Even if droughts are not extremely more prevalent or frequent, they may be more deadly when they do happen,” she said.

Kurze Medienanalyse. Wer hat über die unerwartet positiven neuen Erkenntnisse berichtet? Wir googlen einige Keywords aus der Studie in der News-Sparte. Die bittere Wahrheit: Allein Pravda TV berichtete über die Studie. Keine einzige deutschsprachige Tageszeitung hielt das Thema für berichtenswert. Ein weiterer Fall für unsere Rubrik “Schweigen im Walde” (=unbequeme wissenschaftliche Resultate, die von der deutschsprachigen Presse bzw. Medien totgeschwiegen werden, da sie nicht der im Mainstream-Journlismus fest etablierten Klima-Alarmismus-Storyline entsprechen).

 

Vielseitige Esser: Eisbären brauchen keinen Robbenhappen

Der Eisbär musste lange als Prügelknabe in der Klimadiskussion herhalten. Immer wieder wurde sein Ende vorhergesagt. Offenbar etwas vorschnell. Die Welt berichtete am 20. Juli 2016:

Klimawandel: Die Rückkehr der Eisbären auf Spitzbergen
Der Klimawandel bedroht den Lebensraum zahlreicher Tiere in der Arktis. Doch nun haben Forscher auf Spitzbergen und in Gebieten der Barentssee mehr Eisbären entdeckt als bei der Zählung von 2004. [...] Einer Studie des Norwegischen Polarinstituts zufolge sind die Eisbären auf Spitzbergen in einem guten körperlichen Zustand. Und es seien trotz des massiven Eisverlustes sogar mehr Eisbären als noch im Jahr 2004. Die Norweger um den Wissenschaftler Jon Aars haben im Jahr 2015 die Eisbären auf Spitzbergen und im norwegischen Gebiet der Barentssee gezählt. Nach ihren Berechnungen besteht die Population in dieser Gegend aus insgesamt 975 Eisbären. Elf Jahre zuvor waren es nur 685.

Ganzen Artikel in der Welt lesen.

Knapp ein Jahr zuvor schwamm Die Welt noch auf der Alarmwelle und betrauerte das traurige Schicksal der Eisbären:

Die großen Verlierer des Klimawandels
Sie sind zur Ikone des Kampfs gegen den Klimawandel geworden: hungernde Eisbären auf dem schwindenden ewigen Eis. Die Weltnaturschutzorganisation wollte wissen, wie bedroht sie tatsächlich sind. [...] “Das Ergebnis zeigt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die globalen Eisbärenbestände in den kommenden 35 bis 40 Jahren um mehr als 30 Prozent schrumpfen werden”, erklärte die IUCN.

Nun wurde Die Welt offenbar eiskalt von rechts von den realen Zahlen überholt. Immerhin hatte die Zeitung den Mut, die unerwartet positive Entwicklung nicht zu verschweigen. Bereits damals, im November 2015, musste die IUCN-Prognose heftige Kritik einstecken, da sie auf fragwürdigen Zahlen des USGS aufbaute.

Weitere interessante Ergebnisse aus der Eisbärenforschung:

Im Dezember 2015 hatten Cronin & Cronin zeigen können, dass die Eisbären selbst die wärmsten Episoden der letzten anderthalb Millionen von Jahren überlebt haben, als das arktische Meereis vollkommen abgeschmolzen war.

Im September 2015 wurde ein Mythos entzaubert, nämlich dass Eisbären nur Robben essen könnten. Alles Quatsch. Das American Museum of Natural History gab per Pressemitteilung bekannt:

Polar bears may survive ice melt, with or without seals
New calculations indicate that land-based food sources like caribou, snow geese, and eggs might provide enough calories for bears to avoid starvation

As climate change accelerates ice melt in the Arctic, polar bears may find caribou and snow geese replacing seals as an important food source, shows a recent study published in the journal PLOS ONE. The research, by Linda Gormezano and Robert Rockwell at the American Museum of Natural History, is based on new computations incorporating caloric energy from terrestrial food sources and indicates that the bears’ extended stays on land may not be as grim as previously suggested.

Polar bears are opportunists and have been documented consuming various types and combinations of land-based food since the earliest natural history records,” said Rockwell, a research associate in the Museum’s Department of Ornithology who has been studying the Arctic ecology of the Western Hudson Bay for nearly 50 years. “Analysis of polar bear scats and first-hand observations have shown us that subadult polar bears, family groups, and even some adult males are already eating plants and animals during the ice-free period.”

Previous studies have predicted mass polar bear starvation by 2068, when annual ice breakup is expected to separate the bears from their sea-ice hunting grounds for a consecutive 180 days each year–creating ice-free seasons that will last two months longer than those in the 1980s. But those estimates assumed no energetic input from land food sources.

Gormezano and Rockwell computed the energy required to offset any increased starvation and then determined the caloric value of snow geese, their eggs, and caribou that live near the coast of the Western Hudson Bay. They found that there likely are more than enough calories available on land to feed hungry polar bears during the lengthening ice-free seasons.

Although the exact energetic cost for a bear to hunt geese and caribou is uncertain, polar bears in Manitoba have been reported ambushing caribou with the same energetically low-cost techniques they typically use to hunt seals. The similar size of these two prey species means that bears would need to hunt for caribou only as often as they would usually hunt for seals, the researchers say.

“If caribou herds continue to forage near the coast of Western Hudson Bay when bears come to shore earlier each year, they are likely to become a crucial component of the bears’ summertime diet,” Rockwell said.

The eggs of snow geese are another food source for bears, and the energetic cost of obtaining eggs in ground nests is exceedingly low, the researchers say. With adequate food sources available, snow geese are known to endure polar bear egg predation without detrimental effects to the population.

Scientific consensus holds that the rapidly melting circumpolar ice reserves will increasingly prevent polar bears from hunting the seals on which they currently depend. Nevertheless, these observations of one population along the Western Hudson Bay show that bears marooned on land might, where the conditions are right, stave off starvation by turning to alternate food sources.

Wenn die Robben ausbleiben, schmecken auch Delfine ganz lecker, wie 2015 ein Fotograf dokumentierte.

Im Juni 2015 freute sich die Presse über Capuccino-Bären, eine Mischung zwischen Eis- und Braunbären. Auf Druck des Klimawandels oder ganz einfach grenzüberschreitende Tierliebe? Die University of Washington enttäuschte die Anhänger der Klimakatastrophe mit der folgenden Pressemitteilung bitterlich:

Risk of interbreeding due to climate change lower than expected

One of the questions raised by climate change has been whether it could cause more species of animals to interbreed. Two species of flying squirrel have already produced mixed offspring because of climate change, and there have been reports of a hybrid polar bear and grizzly bear cub (known as a grolar bear, or a pizzly).

“Climate change is causing species’ ranges to shift, and that could bring a lot of closely related species into contact,” said Meade Krosby, a research scientist in the University of Washington’s Climate Impacts Group. She is the lead author of a study published July 6 in Nature Climate Change that tallies the potential number of such pairings. Looking across North and South America, it finds that only about 6 percent of closely related species whose ranges do not currently overlap are likely to come into contact by the end of this century. “People have been concerned that climate change would be bringing all these species into contact, and that this could unleash a wave of interbreeding,” Krosby said. “What we found is, not so much.”

A 2010 editorial in the journal Nature suggested that northern species may begin to interbreed and create a so-called “Arctic melting pot,” and even prompted one artist’s rendition of what those new offspring would look like. The idea also worried land managers looking at how to prepare for climate change. At a workshop, land managers told Krosby they worked with very closely related species separated by small distances. What if managers linked the two areas with a wildlife corridor, and as the climate changed the species started to mix?

This study is an attempt to see how much that should be a concern. It looked at 9,577 pairs of closely related species of birds, mammals and amphibians in North and South America. For the 4,796 pairs whose ranges currently do not overlap, computer models show that only 6.4 percent of them will come into contact due to climate change by the year 2100. The most overlap among species occurred in the tropics, and among birds, likely because more species live in the tropics and birds cover wider ranges, Krosby said.

While the study suggests that climate change is unlikely to result in widespread interbreeding, wildlife biologists still need to consider their particular region and animals of interest to best protect specific populations. “Managers still need to look case-by-case at species at a local scale, but at a global scale, the big picture is that it’s probably not going to be a huge problem,” Krosby said.

The study likely overestimates how many species could be at risk of interbreeding because it assumes that all species will be able to access new habitats that become available due to climate change. In fact, natural barriers prevent animals from reaching all potential new habitats, and humans have created new barriers such as highways, farms, and cities that can block migrations to more hospitable places. “The number one strategy for helping biodiversity respond to climate change is to increase connectivity, to link up habitats that have been fragmented by human activity, so species can move, and track climate as it shifts to stay comfortable,” Krosby said. “If people are worried that wildlife corridors and other ways to increase connectivity could bring these species into contact, we’re saying: That’s probably not going to happen, and allowing species to move is far more important.”

Krosby did her doctoral work looking at how historic climate changes affected species in the past, including how the end of the last ice age led to interbreeding among West Coast songbirds. Now she focuses on contemporary climate change, to see how species are responding and how land managers can best protect biodiversity under faster, human-driven changes to Earth’s climate. Co-authors include Joshua Lawler, an associate professor in the UW’s School of Environmental and Forest Sciences; Joshua Tewksbury, a UW professor of biology; postdoctoral researchers Theresa Nogeire and Julie Heinrichs in the School of Environmental and Forest Sciences; and former UW researchers Chad Wilsey, now at the National Audubon Society; Jennifer Duggan, now at California State University Monterey Bay; and Jenny McGuire, now at the Georgia Institute of Technology. The research was funded by the Wilburforce Foundation, the Doris Duke Foundation and the David and Lucile Packard Foundation.

Interessant auch die Übersicht von Susan Crockford die in einem Übersichtsbeitrag auf WUWT 10 fehlgegangene Eisbärhorrorszenarien entlarvt.

Im Mai 2016 gaben auch York et al. Entwarnung: Den kanadischen Eisbären geht es gut, dokumentierten sie in einem Paper im Fachblatt Ecology and Evolution.

Zuguter letzte: Eisbären sind viel bessere Schwimmer, als man lange dachte. Wenn ihnen das Eis zum Wandern fehlt, kraulen sie einfach durchs Wasser. In einem Fall dokumentierten Forscher einen Eisbären, der innerhalb von neun Tagen vierhundert Kilometer schwimmend zurücklegte. Die Zoological Society of San Diego gab am 19. April 2016 per Pressemitteilung bekannt:

Study indicates polar bears are swimming more as sea ice retreats

A study undertaken by scientists from the University of Alberta and Environment and Climate Change Canada to understand swimming behavior in polar bears is showing an increase in this behavior related to changes in the amount and location of summer sea ice. Lead author Nicholas Pilfold, now a postdoctoral fellow at San Diego Zoo Global, said “the pattern of long-distance swimming by polar bears in the Beaufort Sea shows the fingerprint of climate change. Swims are occurring more often, in association with sea ice melting faster and moving farther from shore in the summer.”

The study, published in a recent issue of the journal Ecography, was accomplished using satellite-linked telemetry-tracked populations of polar bears in the Beaufort Sea and Hudson Bay. Results of the study show an increase in swimming associated with reduced ice, due to climate change. In 2012, the year in which Arctic sea ice hit a record low, 69 percent of the tracked adult females in the Beaufort Sea swam more than 31 miles (50 kilometers) at least once.

“Recent studies indicate that swimming may be energetically costly to polar bears,” said Nicholas Pilfold. “Given the continued trend of sea ice loss, we recognize that an increased frequency in the need to engage in this behavior may have serious implications for populations of polar bears living around the Arctic Basin.”

Swimming frequency and other movement factors varied between individual bears and showed differences dependent on age, sex, body size and geographic features of the region. Swims occurred more frequently in the Beaufort Sea than in Hudson Bay. Researchers noted that females with young cubs tended to swim less to avoid submersion of youngsters in cold waters, while lone subadults swam as frequently as lone adults. The longest recorded swim in the study was by a subadult female that traveled over 249 miles (400 kilometers) in nine days.

 

Hamburger Sommer 2016: Durchschnittstemperaturen von 17 bis 18 Grad und eindeutig zu viel Regen kam einfach keine Freibadstimmung auf

Von Dr. Hans-J. Dammschneider

Alltäglich erscheint der Newsletter der ZEIT namens „ELBVERTIEFUNG“ der über das Wichtigste zu Politik, Wirtschaft, Kultur und Stadtleben in Hamburg informiert. So auch am 1. September 2016. Da stand dann in einem Interview mit Herrn Dietel, dem Pressesprecher von Bäderland, dass man „die richtig sommerlichen Tage (…) an zwei Händen abzählen (konnte)“. Und zur Frage, ob die Zahlen nur dem schlechten Wetter geschuldet seien auch die passende Antwort:

„Deutliches Ja. Bei Durchschnittstemperaturen von 17 bis 18 Grad und eindeutig zu viel Regen kam einfach keine Freibadstimmung auf.“

Aber da war doch was? „Sch…“-Wetter und doch „Klimawandel, oder !? So schaut man dann doch mal kurz in die offizielle Wetter- und Klimastatistik … und findet für den Mai-Juni-Juli in Hamburg folgende Angaben:

a) Temperaturabweichungen zum langjährigen Hamburger Mittel 1981-2010: Mai 2016 = +1,5 Grad C, Juni 2016 = +1,7 Grad C, Juli 2016 +0,1 Grad C

b) Sonnenscheindauer zum langjährigen Hamburger Mittel 1981-2010: Mai 2016 = 117% , Juni 2016 = 105% , Juli 2016 = 81%  … okay, letzterer Monat hatte weniger Sonne als üblich, war allerdings immer noch 0,1 Grad C wärmer als die Referenzperiode.

Puh, Glück gehabt, es gibt „Klimawandel“ zum Glück auch in Hamburg … jedoch nicht auf den Aussenanlagen von BÄDERLAND ! Dort ist nur das Wetter (!) schlechter. Haben da also die sogenannten Klimaskeptiker doch Recht, dass die offiziellen Daten von „Klimaaktivisten“ geschönt werden … und BÄDERLAND hat quasi die Wahrheit aufgedeckt ? Oder ist dort, wie gesagt, nur das Wetter schlechter, das Klima jedoch genauso „gut“ wie im Rest von Hamburg? Verzwickte Lage mit „Wetter“ und „Klima“ und „subjektiv“ und „objektiv“ und  … das kann ja alles soooo kompliziert sein. Fazit und die Klärung zum Sommer 2016 in Hamburg: Wetter = schlecht; Klima = prima; beides = nicht dasselbe.

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Erneut Klimalarm im Deutschlandfunk. Am 20. Juli 2016 konnte man dort erfahren:

Klimawandel: “Starke Zunahme der Schäden”
Starkregen hat diesen Sommer schwere Schäden verursacht – und es könnte noch schlimmer kommen: Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung rechnen mit doppelt bis viermal so schweren Flutschäden bis zum Ende des Jahrhunderts, erklärt Leitautor Fred Hattermann im DLF.

Lennart Pyritz (DLF): Bereits vor knapp zwei Jahren hatten Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, kurz PIK, eine Studie zu möglichen Hochwasserschäden in Deutschland unter Berücksichtigung des Klimawandels vorgelegt. Auftraggeber war der Gesamtverband der Deutschen Versicherer. Diese Studie haben die Experten nun noch einmal überarbeitet. Leitautor beider Veröffentlichungen ist Fred Hattermann vom PIK. Mit ihm habe ich vor der Sendung telefoniert.

Da war sie wieder, die unheimliche Liaison zwischen PIK und Versicherungskonzernen. Ein handfester Interessenskonflikt: Das PIK buhlt mit alarmbeladenen Szenarien um Aufmerksamkeit in Medien und Politik, die Versicherer wollen möglichst viele neue verängstigte Kunden aus der Bevölkerung akquirieren.

In der Realität hält sich der Starkregen nicht an die Horrorszenarien. Selbst das ansonsten ebenfalls auf der Alarmseite beheimatete Umweltbundesamt (UBA) kann hier keinen Trend feststellen. Das UBA hat im Mai 2015 einen neuen Klimabericht zur Entwicklung in Deutschland veröffentlicht, der als pdf kostenfrei heruntergeladen werden kann. Hier die Kernaussagen:

NIEDERSCHLÄGE

Die Niederschläge haben in Deutschland in den letzten 130 Jahren zugenommen. Dies ist vor allem durch einen Anstieg der Winterniederschläge bedingt, während die Regenmengen im Sommer nahezu konstant geblieben sind. Von einer stetig steigenden Regenarmut im Sommer kann daher keine Rede sein.

HOCHWASSER

Die entsprechende Extremwetterkategorie ist das Hochwasser:

Im Winter haben daher nicht nur die mittleren Niederschlagsmengen um 28 % zugenommen, sondern auch das Flächenmittel der maximalen 5-Tagessumme ist von im Mittel rund 38 mm zu Beginn des Auswertungszeitraums um ca. 7 mm auf aktuell im Mittel etwa 45 mm angestiegen (Abb. 8). Infolge der großen Unterschiede dieses Index von Jahr zu Jahr ist dieser Anstieg derzeit aber statistisch nicht gesichert.

Wir halten fest: Für die vergangenen 60 Jahre ist kein statistisch gesicherter Anstieg in den winterlichen Extremwetter-Niederschlagsmengen zu verzeichnen. Im Sommer ist die Sache noch klarer: Überhaupt kein Trend bei den sommerlichen Extremwetter-Niederschlägen:

Hinsichtlich der Anzahl der Tage mit einer Niederschlagsmenge von mehr als 20 mm im Sommer sind hingegen – in guter Übereinstimmung mit der Entwicklung der mittleren Niederschlagsmengen zu dieser Jahreszeit – über eine auch nur regional und sehr schwach ausgeprägte dekadische Variabilität hinaus bislang keine Änderungen auszumachen. 

Auch hier wären einige Betrachtungen zu längeren Zeiträumen nützlich gewesen. Wir helfen gerne aus:

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Apropos Versicherungswesen. Das lukrative Spiel mit dem Klimawandel geht ungeniert weiter. Finanztreff.de meldete am 18. Juli 2016:

Munich Re: Daran dürfte der Klimawandel seinen Anteil haben
Die Naturkatastrophen haben weltweit im Vergleich zum Vorjahr wieder zugenommen, wie die Schadensbilanz des Rückversicherers Munich Re für das erste Halbjahr 2016 zeigt. Die Gesamtschadenssumme belief sich auf 70 Mio. US-Dollar (2015: 59 Mrd. Dollar).

Gerne hätte man erwähnen können, dass die Schäden in den letzten Jahren überraschend abgenommen hatten. Soviel Transparenz wollte man den Lesern jedoch offenbar nicht zumuten:

Der Wiederanstieg nach der schadensschwächeren Phase soll jetzt also plötzlich mit dem Klimawandel zu tun haben? Eine seltsame Logik. Bei finanztreff.de darf die MunichRe ihre Sichtweise unwidersprochen ausbreiten:

Die USA und Europa litten vor allem unter den Auswirkungen von Starkregen, Hagel und Sturzfluten, wie die meisten von uns am eigenen Leib erlebt haben. Diese Unwetter verursachten alleine Schäden in Höhe von 20 Mrd. US-Dollar. Dazu nochmals Höppe: „Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Starkniederschläge in einzelnen Regionen Europas in den vergangenen Jahrzehnten häufiger geworden sind. So nahmen von 1951 bis 2010 Starkniederschlagereignisse im Frühjahr, die sich früher rechnerisch einmal in 20 Jahren ereigneten, bereits um den Faktor 1,7 zu. Daran dürfte der Klimawandel einen Anteil haben.

In einzelnen Regionen Europas eine Zunahme. Und in anderen Regionen vermutlich eine Abnahme. Eine bestechende Logik. Zudem sind ein paar Jahrzehnte hier sicher keine ausreichende Referenzperiode, da natürliche Ozeanzyklen im Takt von 60 Jahren dabei eine große Rolle spielen. Hier ein paar Leseempfehlungen für Peter Höppe:

Natürlicher Einfluss wohl größer als gedacht: Erwärmungsschübe 1975-2009 und 1910-1944 unterscheiden sich kaum

Petrophysiker haben mit Kurven zu tun. Diese stammen in der Regel aus Bohrlöchern. Aufgrund ihrer Kenntnisse ist es für diese Berufsgruppe aber auch kein Problem, Kurven aus anderen Bereichen der Wissenschaft zu analysieren, z.B. klimawissenschaftliche Kurven. Der Petrophysiker Andy May hat dies in einem Blogpost kürzlich getan und konnte dabei zeigen, dass sich der Erwärmungsschub 1910-1944 kaum von jenem von 1975-2009 unterschied:

 

In der Schlussfolgerung schreibt May:

The early 20th century warming is very similar to the warming from 1975 to 2009 and no warming occurred at all from 1945 to 1975. Wyatt and Curry have shown that (statistically) a similar long term climate pattern existed in the two periods. It is very hard to claim that mostly natural forces caused the warming from 1910 to 1945 and mostly man-made forces caused the similar warming from 1975 to 2009. The simplest explanation, given the data before us, is that the natural forces were the same in the two periods. That being said and accepting that man does have some influence on climate today with his CO2 and methane emissions, it seems more likely that our influence is, at most, in the 22% to 25% range. “More than half” is not credible to this observer.

Den vollständigen Artikel “Comparing early 20th Century warming to late 20th Century warming” können Sie hier lesen.

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Am 21. Juli 2016 gab die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) eine klimaalarmistische Pressemitteilung heraus, mit der sie ihr Thema in den Medien und der Politik befördern wollte. Krampfhaft versucht man Negatives in den Wetterdaten zu finden, um der Bevölkerung Angst einzujagen. Dazu muss man wissen, dass die WMO und der IPCC in Genf innig verbandelt sind.

Die Frankfurter Rundschau (FR) griff die Steilvorlage dankbar auf. Gerne wollte man im Sinne der guten Sache die Leser schocken, um sie zu einem nachhaltigem Lebensstil zu erziehen. Dabei geshah allerdigs etwas Mysteriöses. Im FR-Artikel erschien plötzlich etwas, was gar nicht in der Original-WMO-Meldung enthalten war. Bei der FR heißt es:

WMO: Erderwärmung beschleunigt sich
Die Erde heizt sich immer schneller auf, warnt die Weltorganisation für Meteorologie (WMO). 2016 dürfte das bisher heißeste Jahr werden.

Die Erde heizt sich nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) immer schneller auf. 2016 dürfte das bisher heißeste Jahr werden, sagte die UN-Organisation am Donnerstag voraus. Der Juni sei bereits der 14. Monat in Folge mit Rekordtemperaturen gewesen. “Was wir in den ersten sechs Monaten 2016 gesehen haben, ist sehr besorgniserregend”, sagte David Carlson, Forschungsdirektor am WMO. “Das lässt darauf schließen, dass sich die Erde schneller erwärmt, als wir bisher angenommen haben. Wir haben nicht so viel Zeit, wie wir dachten.”

Das Kuriose: In der Pressemitteilung steht überhaupt nicht drin, dass sich die Erde immer schneller aufheizen würde. Das ist natürlich auch schwer möglich, da wir uns im Jahr 18 des sogenannten Hiatus bzw. Erwärmungs-Slowdowns befinden. Weder die Überschrift noch die Beschleunigung ist in der Meldung enthalten. Offenbar hat Carlson hier ein zusätzliches Interview gegeben, wo er sich komplett verrannt hat. Fakt ist: Die Erwärmung läuft viel langsamer ab, als es die Klimamodelle prognostiziert haben. Was ist hier los, was läuft hier schief? Darf man nun als WMO-Chef einfach etwas behaupten, ohne das es irgendjemand nachprüft? Wir haben bei der Pressestelle des WMO nachgefragt, haben aber keine Antwort erhalten. Peinliches Schweigen.

 

 

 

Fritz Vahrenholt: Eingeständnis von Fehlern in der Energiepolitik hätte unabsehbare Folgen für das derzeitige politische Establishment

Am 6. September 2016 erschien von Geopolitical Intelligence Services (GIS) ein neuer Report zur deutschen Energiewende. Autor des Beitrags ist Fritz Vahrenholt. Hier einige Auszüge:

Deutschlands Energiepolitik benötigt eine Korrektur

Mit seinem derzeitigen Dekarbonisierungs-Plan zielt Berlin darauf ab, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtenergieabgabe in Deutschland bis 2050 auf 80 Prozent zu erhöhen. Kein anderes Land der Welt fährt einen solch radikalen Kurs, der mit Sicherheit dazu führen wird, dass die Strompreise explodieren und auf ein bisher noch nie gesehenes Niveau ansteigen.

[...]

Die Akteure in der Solar-, Wind- und Biogasbranche sind zu den Nutznießern der Freigiebigkeit der Regierung geworden, und zwar in Form von zweistelligen Renditen auf ihre Investitionen aufgrund der staatlich garantierten Festpreise für die Energie, die sie erzeugen werden – und das mehr als 20 Jahre lang. Diese Erträge werden von den Stromverbrauchern finanziert, auch den Unterprivilegierten, die sich diese Kosten nicht leisten können.

[...]

Wenn ein Hochgeschwindigkeitszug einen Bahnhof verlässt, wenn ein Stahlwerk befeuert wird oder die Lichter in einem Stadion angehen, wird durch den Frequenzabfall im Stromnetz automatisch ein Kraftwerks-Generator aktiviert. Solar und Windkraft können solche sekundären Reserven nicht zuverlässig liefern. Es hat nichts mit ihrer Liebe zur Kohle zu tun, dass die Deutsche Energieagentur und die vier Netzbetreiber die Kohlekraftwerke in Betrieb lassen. Sie wissen, dass ohne diese Einrichtungen das Stromnetz zusammenbrechen könnte. Die technische Realität ist so, dass ein Minimum von 20 Prozent der Stromnachfrage durch herkömmliche Dampfturbinen-Generatoren erzeugt werden muss, um das System sicher zu halten.

Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung anerkennt, dass es keinen Sinn macht, noch mehr Windkraftanlagen, etwa in die Ostseeregion zwischen Rostock und Stralsund, hinzuzufügen. Während der dort häufigen Perioden mit hohem Windaufkommen füllt sich das örtliche Netz schnell mit Strom und für jede Windturbine, die an das System angeschlossen wird, müsste eine andere heruntergefahren werden – während man ihre Betreiber selbstverständlich weiterbezahlt.

[...]

Die politischen Entscheidungsträger versuchen, den aktuellen Kurs in die wirtschaftliche Katastrophe fortzusetzen. Die Angst vor einer CO2-induzierten Klimakatastrophe ist spürbar. Politisch würde eine ernsthafte Abkehr von der Energiewende als undenkbar angesehen werden: Das liefe auf das Eingeständnis eines strategischen Fehlers hinaus, mit unabsehbaren Folgen für das derzeitige politische Establishment.

Ganzen Artikel auf Geopolitical Intelligence Services lesen.

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Spiegel Online-Autor Axel Bojanowski fiel ja dem einen oder anderen Klima-Angstschürer schon lange negativ auf. Mit einem neuen Artikel dürfte sich die Ablehnung weiter steigern. In einem neuen Artikel vom 3. September 2016 setzt sich Bojanowski mit der “Atmosfear”, der übertriebenen Angst vor der irdischen Atmosphäre, auseinander. Die bei allen möglichen Ereignissen auf Hochtouren laufende PR- Maschine der Klimawandelideologie wird ein wenig entzaubert. Bojanowski schreibt:

Ähnliche Fälle gab es häufiger. Ob WaldbrändeKriege, angeblich versinkende Inseln - oft stellte sich bei genauerer Prüfung heraus, dass die Ursachen komplex sind. Gelegentlich ist es ein Freispruch aus Mangel an Beweisen in Sachen Klimawandel – die vielen anderen Einflüsse auszuschließen, erweist sich eben meist als schwierig.

Dem Beitrag angehängt ist eine Karte mit Orten, an denen der Klimawandel schon spürbar sein soll. Sicherlich ein Zugeständnis, denn selbst da bemüht sich Bojanowski um mehr Sachlichkeit. Zum “tauenden Permafrostboden” merkt er an, dass auch unabhängig vom Klimawandel die Erwärmung durch warme Häuser in den Städten eine Ursache ist. Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft überall in der Berichterstattung eine dringend notwendige Versachlichung erfolgt und Medien zukünftig weniger von Angstverbreitern vereinnahmt werden können.

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Bleiben wir bei Spiegel Online (SPON). Zwei Tage nach Bojanowski erschien dort ein Interview des SPON-Redakteurs Christoph Seidler mit dem Glaziologen Matthias Huss:

Gletscher in der Schweiz Juchhu, ein richtig mieser Sommer
Schnee bis Mitte Juni – für die Schweizer Alpengletscher war der maue Sommer ein Segen. [...] Am Eigergletscher sind in der vergangenen Woche ganze 20.000 Kubikmeter Eis abgebrochen, nachdem sich der Eisfluss zuvor massiv beschleunigt hatte. Der große Rums vom Eigergletscher ist also für sich genommen kein beunruhigendes Zeichen. Doch vielen Alpengletschern geht es seit Jahrzehnten schlecht.

Alarm! Die Gletscher der Schweizer Alpen schrumpfen! Zum Glück ist bereits klar, wer die Verantwortung dafür trägt:

Schuld ist die vom Menschen verursachte Erderwärmung.

Temperaturveränderungen als Zyklus und (auch) natürlichen Ursprungs ? Nein Danke ! Nur was „vom Menschen“ gemacht ist, gilt als akzeptabel gefährlich. Doch zunächst einmal schleichen sich bei SPIEGEL-online zum Thema Gletscherschwund auch noch etwas zurückhaltende Worte ein:

„Umso verblüffender waren die Signale, die Schweizer Glaziologen in diesem Sommer aussandten. Die große Schmelze, so schien es, könnte diesmal ausbleiben.“

Der von SPIEGEL-online befragte Fachmann der ETH kann diese Einschränkung nicht leugnen, leider:

„Wir sind mit viel Winterschnee in den Sommer gestartet, vor allem im Westen der Schweiz. Auf einigen Gletschern ist noch bis Mitte Juni Schnee dazugekommen, das ist außergewöhnlich. Deswegen haben wir das Maximum der Schneehöhe relativ spät im Jahr erreicht. [...] Einige Gletscher, vor allem im Berner Oberland und in der Westschweiz, werden dieses Jahr nicht so viel Masse verlieren wie zum Beispiel letztes Jahr. Es ist auch möglich, dass wir landesweit unter den mittleren Eisverlusten der vergangenen zehn Jahre liegen.“

Nicht einmal ein Gewinn an Masse wird gänzlich ausgeschlossen! Toll, also ich find das gut! Aber für Herrn Huss scheint das dann doch zu optimistisch formuliert zu sein und er schränkt auch gleich ein:

Viele Gletscherzungen in der Schweiz sind längst aus dem Gleichgewicht. Wie die allermeisten Gletscher weltweit schwinden sie im Zuge der Erderwärmung – weil der Mensch so viele fossile Rohstoffe verbrennt.

Wenn wir so viel Klarheit schon haben, wieso forschen die von der ETH dann eigentlich noch? Das Geld könnte man doch sparen! Okay, es geht um die Dokumentation des Elends … . Natürlich stellt SPIEGEL-online die unvermeidliche Frage nach Lösungsmöglichkeiten. Herr Huss:

Man muss sich fragen, wie viel man investieren will, damit ein Gletscher in einem Jahr ein bisschen weniger abschmilzt. Man darf der Öffentlichkeit aber nicht vormachen, dass sich das Problem mit ein paar Schneekanonen lösen lässt.

Wäre ja auch ein teurer Spass! Zum Glück aber hat Herr Huss tatsächlich dann die ultimative Idee, wie man das Übel an der Wurzel packen und ausmerzen kann:

Wir müssen unsere Konsumgewohnheiten grundsätzlich verändern.

Da haben wir es! Jubel! Und wir dachten schon, es wäre kompliziert … . Arm in Arm mit allen Menschen dieser Welt, vor allem jenen, die ohnehin schon hungern, sparen wir am Konsum … und „schaffen das“!

Mit Dank an Dr. Hans-J. Dammschneider für die Kommentierung des SPON-Beitrags

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An dieser Stelle der Hinweis auf unser Kartierprojekt zur Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP). Auf der Onlinekarte sind im Bereich der Alpen etliche Studien vermerkt, die während dieser natürlichen Warmphase vor 1000 Jahren einen deutlichen Rückgang der Alpengletscher dokumentiert haben. Wie funktionierts, wenn sich das CO2 im gleichen Zeitabschnitt konstant auf niedrigem vorindustriellen Niveau befunden hat? Im Interview keine Silbe zu diesem Phänomen, der Achillesferse des alarmistischen Konstrukts.

Kurze Projektstatusmeldung für alle Förderer und Leser: Momentan werden die letzten europäischen Datenpunkte im Bereich von Island und Spitzbergen eingearbeitet. Global gesehen befinden sich nun bereits 770 Datenpunkte auf der Karte. Komplettiert werden müssen immer noch Nordamerika und Südamerika, sowie der Bereich China, Korea, Japan. Erst dann soll mit den systematischen regionalen Synthesen und Manuskripten begonnen werden. Laut Google-Statistik wurde die Online-Karte bereits knapp 25.000 mal angeklickt. Vielleicht nutzen andere Forscher diesen Datenschatz bereits eifrig? Man möchte es hoffen.

Screenshot Stand 7. September 2016

 

 

Die Sonne im August 2016 und ihre Wirkung auf Wolken

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Das Zentralgestirn unseres Sonnensystems war im August zwar deutlich stärker aktiv als in den Vormonaten, erreichte jedoch wiederum nicht den Mittelwert der Aktivität der beobachteten solaren Zyklen (SC) für den Zyklusmonat. Die ermittelte SunSpotNumber (SSN) von 50,7 ergibt eine Fleckenaktivität von 71 % des Mittelwertes. Der  gesamte aktuelle Zyklus Nummer 24 bringt es auf eine Aktivität von 57 % des errechneten „mittleren Zyklus“ seit Beginn der systematischen Beobachtungen  im Jahre 1755.

Abb.1: Die monatlichen SSN des laufenden Zyklus 24 (rot) im Vergleich zum Mittelwert aller bisherigen Zyklen 1…23 (blau) und dem seit vielen Monaten recht ähnlich verlaufenden SC5 (schwarz).

 

Im Vergleich der Zyklen untereinander hat sich seit dem letzten Monat wenig getan:

Abb.2: Die Fleckenaktivität der Zyklen bis zum aktuellen Zyklusmonat Nummer 93 nach Start des SC24 im November 2008.

 

Der SC24 ist der drittschwächste der letzten 260 Jahre. Die Sonne hat nach der deutlich erkennbaren Hochphase, in Amplitude und Zeitdauer  von 1945 bis 2005 ( Zyklen 18…23), gleich mehrere Gänge zurück geschaltet. Von besonderem Interesse ist natürlich die Einschätzung des weiteren Verlaufes nach dem Ende des SC24, das für etwa 2019 erwartet wird. Die ersten Hinweise auf die Stärke des folgenden Zyklus liefern die polaren solaren Felder. Wir hatten u.a. hier ausführlich darüber berichtet. Hier nun das versprochene Update bis August 2016 für den aktuellen Zyklus ab seinem SSN-Maximum in 2013:

Abb.3: Die geglätteten polaren Felder für die Nordhemisphäre ( blau), die Südhemisphäre (rot), der Betrag der Differenz zwischen ihnen ( grün) und der Mittelwert der Hemisphären (schwarz).

 

Die Differenz der polaren Felder der beiden Halbkugeln der Sonne erreichte so hohe Werte, wie sie seit Beginn der Messungen im Jahre 1976 noch nicht verzeichnet wurden. Die NH hat momentan eine Feldstärke von nur 32 centi Gauss (cG), so wenig wie noch nie für eine Hemisphäre zu diesem Zeitpunkt der Entwicklung, 3 Jahre nach dem SSN- Maximum. Der Mittelwert beider Halbkugeln beträgt 56 cG, dies ist etwa der Wert, der auch dem schwachen SC24 voraus ging. Daher könnte man einschätzen: Der folgende Zyklus wird etwa so schwach  wie der gegenwärtige, jedoch nicht deutlich schwächer, wäre da nicht die sehr niedrige Feldstärke der NH über diese lange Zeit. Überraschungspotential ist daher immer gegeben.

 

Wolken, ein weitgehend unbekanntes Wesen in der Klimatologie

Wissenschaftler des  National Space Instituts an der Technischen Universität von Dänemark, Lyngby und des Racah Instituts für Physik der Hebrew Universität of Jerusalem haben einen Zusammenhang herstellen können zwischen dem beobachteten Fernhalten der kosmischen Strahlung nach großen solaren Eruptionen ( Forbush-events) und der Wolkenbedeckung der Erde. Die Untersuchung von J. Svensmark,Enghoff, Shaviv und H.Svensmark, die im Journal of Geophysical Research: Space Physics veröffentlicht wurde, beruht auf Beobachtungen von 26 Forbush-events zwischen 1988 bis 2007 . Starke Ereignisse führten zu einer  Reduktion der Wolkenbedeckung von 2%.

Der Nachweis, dass die Änderung der galaktischen kosmischen Strahlung (Galactic Cosmic Rays, GCR) einen unmittelbaren Einfluss auch auf die Wolkenbedeckung durch niedrige Wolken ausübt, ist ein entscheidender Schritt um die Wirkung der GCR auf das Klima zu begründen denn das könnte die vermutete Kette bestätigen: Mehr GCR  -> mehr niedrige Wolken -> fallende Temperaturen. Der Nachweis der GCR-Wolkenwirkung wurde nun in der Arbeit geführt.

Das solare Magnetfeld schützt bekanntlich die Erdatmosphäre vor der kosmischen Hintergrundstrahlung. Ein „Auf und Ab“ im 11 jährigen solaren Zyklus war schon länger bekannt und wird weltweit in Messstationen erfasst. Umstritten blieb indes , ob es einen Zusammenhang zwischen vermehrter/verminderter Wolkenbildung und der Stärke der auf die Erde auftreffenden kosmischen Strahlen gibt. Wobei genau genommen die GCR keine Strahlen sind, sondern elektrisch geladene Ionen und Elektronen, die vor allem von Supernovas stammen.

Abb. 4: Die festgestellten Spuren der GCR in Oulu, Finnland. Auch hier bildet sich die relative Schwäche des SC24 ( vgl. Abb.2) ab. Im Maximum des SC22 (1989) wurden 12% weniger GCR gemessen als im Maximum des SC24 (2015)

 

Man erkennt an den Daten  dass in den solaren Minima 5/1976, 3/1986, 5/1996,1/2008 und demnächst etwa 2019 die GCR stets besonders ausgeprägt war. Aber man erkennt auch, dass immer stärker werden solare Maxima (3/1968, 1/1979, 2/1989 zu einer immer stärker werdenden Reduktion der Strahlung geführt hat, und das dieser Trend sich seit Mitte der 90er umkehrte, da sich die Aktivität der Sonne und damit auch ihr solares Magnetfeld  abschwächte.

Die Annahme Svensmarks, wonach vor allem die höchstenergetischen kosmischen Teilchen  bis in die unteren Atmosphärenschichten eindringen können, und dort Kondensationskeime für niedrige Wolken liefern, wurde immer wieder in Zweifel gezogen, zuletzt 2013 durch Sloan und Wolfendale im gleichen Journal, die meinten ermittelt zu haben, dass allenfalls 10% der klimatischen Entwicklung auf kosmische Strahlen zurückzuführen sei. Das jüngste Ergebnis des CLOUD –Experiments zeigt, dass es noch weiterer Einflussfaktoren, wie z.B. Aerosole organischer (z.B. Terpene) und anorganischer Herkunft(z.B. Sulfat) bedarf, um  den Einfluss von kosmischen Strahlen auf die Wolkenbildung wirksam werden zu lassen. Doch die neue Veröffentlichung  läutet eine neue Diskussionsrunde ein. Der Leitautor der Studie, Jacob Svensmark erklärte:

„Die Erde ist einem ständigen Bombardement von Partikeln aus dem Weltraum ausgesetzt, die man galaktische kosmische Strahlen nennt. Gewaltige Eruptionen auf der Sonnenoberfläche können diese kosmischen Strahlen etwa eine Woche lang von der Erde fernhalten. Unsere Studie hat gezeigt, dass bei einer auf diese Weise erfolgenden Reduktion kosmischer Strahlen auch eine korrespondierende Reduktion der irdischen Bewölkung zu verzeichnen ist. Da Wolken ein wichtiger Faktor bei der Kontrolle der Temperatur auf der Erde sind, können unsere Ergebnisse Implikationen für Klimawandel haben“.

Dabei geht es nicht darum, dass die Forbush-Ereignisse, die sich nicht länger als 10 Tage auf die niedere Wolkenbedeckung  auswirken, irgendeine Wirkung auf das Klimageschehen hätten. Es geht um den prinzipiellen Zusammenhang zwischen kosmischen Strahlen und Wolkenbedeckung, der hier festgestellt wurde. In welchem Ausmaß sich die Veränderung der kosmischen Strahlung um etwa 25%  in den letzten 50 Jahren ausgewirkt hat, ist damit noch nicht entschieden. Doch zeigt uns der Erkenntnisfortschritt: Climate science is not settled.

Weiterführende Literatur: Gastbeiträge von Henrik Svensmark (“Kosmische Strahlung und Wolken”) und Nir Shaviv (“Die Rolle der Sonne im Klimawandel des 20. Jahrhunderts”) im Buch ‘Die Kalte Sonne’, erhältlich über Amazon.

 

Norwegens klimapolitische Doppelmoral

Wie werden Historiker die deutsche Energiewende später einschätzen? Historischer Irrtum, naiver Aktionismus oder überfälliger Schritt der Vernunft? Nach allmählicher Hurra-Phase dämmert es den meisten nun doch langsam, was hier für ein Spiel gespielt wird. So lief am 1. August 2016 in der ARD die kritische Doku “Der Kampf um die Windräder“. Auszug aus der Information zum Film von der ARD-Webseite:

Fast 26.000 Windräder stehen schon in Deutschland. Während immer mehr Windkraftanlagen gebaut werden und die Branche boomt, explodieren die Kosten für die Bürger: Rund acht Milliarden Euro an Subventionen müssen sie dieses Jahr über die EEG-Umlage allein für die Windkraft zahlen. Dabei macht der Strom aus Windkraft immer noch einen nur geringen Bruchteil im Energiemix Deutschlands aus.

Auch deshalb beginnt bei den Bürgern, die Stimmung zu kippen. Zunehmend formiert sich Widerstand gegen den vermeintlichen Hauruck-Ausbau. Anwohner klagen über die Zerstörung der Landschaft, über Gefahren für die Tierwelt, über Licht- und Lärmbelästigung. Trotzdem wird weiter ausgebaut, teilweise bis dicht an die Wohnbebauung oder sogar mitten in Naturparks. Denn nicht nur die Windkraftindustrie, auch andere wollen von den Subventionen profitieren. “Report Mainz”-Recherchen zeigen, dass Lokalpolitiker Flächen für Windräder ausweisen, um sich eine goldene Nase zu verdienen.

Ganzen Text auf der ARD-Webseite lesen.

Den Film kann man sich online bei der ARD anschauen, oder auf Youtube:

 

Angesichts der großen Zahl von Windkraftanlagen, bleiben Unfälle nicht aus. So ging neulich in Diepholz ein Windrad in Flammen auf. Für die Investoren sicher bitter, aber vermutlich zahlt da die Versicherung.

Interessanter Artikel von Jakob Schlandt am 22. August 2016 im Hamburger Abendblatt:

Energiewende absurd: Wenn das Windrad einfach ausgeknipst wird
Der Wind weht, aber das Rad steht: An windreichen Tagen ist das neuerdings ein häufiges Bild in Norddeutschland. Ganze Windparks werden abgeschaltet, genau dann, wenn sie eigentlich auf vollen Touren produzieren könnten. Der Grund sind nicht etwa Wartungsarbeiten oder technische Probleme – sondern überlastete Stromnetze. Die Anlagen sind schlicht vom Stromnetzbetreiber als Notmaßnahme ausgeknipst worden. Dokumentiert wird das in einem kürzlich veröffentlichten Papier der Bundesnetzagentur zum Thema Stabilität des Stromnetzes. Die Analyse der Energie-Aufsichtsbehörde aus Bonn ist Sprengstoff für die Energiewende. Die Netzagentur berichtet, dass die Zahl der Windräder, die wegen Überlastung des Stromnetzes ausgeschaltet werden müssen, jüngst drastisch angestiegen ist.

Weiterlesen im Hamburger Abendblatt

Weiter mit der Solarenenergie. Die heißen Kollektoren mutieren hier zu regelrechten Todesfallen für Vögel und Insekten. WUWT berichtete über Aufnahmen des US amerikanischen geologischen Dienstes, die den “Grillvorgang” in erschreckenderweise dokumentieren.

Überhaupt haben es die Solarfirmen mittlerweile schwer. Eine Vielzahl der Unternehmen ist nach Rückgang der Anfangssubventionen nun insolvent. Auch andere Erneuerbare Energiefirmen sind am Ende. Alfred Brandenberger hat die Fälle zusammengestellt:

Die Kosten müssen runter! Das American Institute of Physics stellte am 25. Juli 2016 in einer Pressemitteilung eine neuartige kostendämpfende Solarzellengeneration vor.

Bei den Biotreibstoffen herrscht bereits Katerstimmung. Die vormals unterstützdenden Umweltverbände kämpfen mittlerweile aktiv gegen die Monokulturen an, da nun klar ist, dass Biotreibstoffe meist gar keinen Klimanutzen haben, stattdessen aber wertvolle Landschaften zerstören und Ökosysteme gefährden. Ein spätes böses Erwachen. Hätte man doch lieber gleich zu Beginn mitgedacht und gegengehalten.

Aus Norwegen berichten deutsche Zeitungen immer stolz über den großen Anteil an Elektroautos. Die Neue Zürcher Zeitung traute sich am 12. August 2016, auch einmal über einige Seltsamkeiten aus dem Nordland zu berichten:

Norwegens umweltpolitische Doppelmoral: Das Klima der anderen
[...] Mit diesem «Ausstieg aus der Kohle» will die norwegische Politik unterstreichen, dass sie es ernst meint mit dem Klimaschutz. Traditionell nimmt man im Norden diesbezüglich eine Vorreiterrolle für sich in Anspruch (siehe Zusatztext). Nur hat die Sache einen Schönheitsfehler: Das Geld aus dem «Ölfonds», das Oslo als Hebel zur Durchsetzung dieser Ziele nutzt, stammt seinerseits aus der Förderung von Energieträgern auf Kohlenstoffbasis. Zwar geht es nicht um Braun- und Steinkohle, die beim Fonds nun auf dem Index stehen; immerhin aber um die ebenfalls fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas. Kein westeuropäisches Land holt mehr davon aus dem Boden als Norwegen.

Ganzen Beitrag in der Neuen Zürcher Zeitung lesen.

Holger Douglas am 27. August 2016 auf Tichys Einblick:

Planung für den Blackout: Energiewende: »Kaskade« lässt Städte erzittern
2003 mussten die Netzführung nur zwei Mal im Jahr eingreifen, um das Stromnetz stabil zu halten. Mit der »Energiewende« erhöhte sich die Zahl auf 290 im Jahr 2010, und 2011 waren es sogar 1.024 Eingriffe. Unser Stromnetz ist gefährlich instabil geworden.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

Dazu passt dann auch, dass uns die Bundesregierung zur Vorratshaltung auffordert. Die Deutschen Wirtschaftsnachichten meldeten am 21. August 2016:

Bundesregierung: Bürger sollen Lebensmittel und Bargeld bunkern
Die Bundesregierung fordert die Bürger auf, einen Lebensmittelvorrat für zehn Tage anzulegen. Dies soll für den Krisen-Fall dienen, von dem man nicht weiß, ob es sich um den Ausbruch eines Krieges oder einen Finanz-Crash handelt. Die Bundesregierung sorgt sich auch um die eigene Sicherheit.

Weiterlesen in den Deutschen Wirtschaftsnachichten

Zum Schluß noch eine gute Nachricht. Das Argonne National Laboratory hat einen Weg gefunden, wie man CO2 in Treibstoff verwandeln kann. Hier die erfreuliche Pressemitteilung vom 29. Juli 2016:

A new leaf: Scientists turn carbon dioxide back into fuel

As scientists and policymakers around the world try to combat the increasing rate of climate change, they have focused on the chief culprit: carbon dioxide.

Produced by the burning of fossil fuels in power plants and car engines, carbon dioxide continues to accumulate in the atmosphere, warming the planet. But trees and other plants do slowly capture carbon dioxide from the atmosphere, converting it to sugars that store energy. In a new study from the U.S. Department of Energy’s Argonne National Laboratory and the University of Illinois at Chicago, researchers have found a similar way to convert carbon dioxide into a usable energy source using sunlight.

One of the chief challenges of sequestering carbon dioxide is that it is relatively chemically unreactive. “On its own, it is quite difficult to convert carbon dioxide into something else,” said Argonne chemist Larry Curtiss, an author of the study. To make carbon dioxide into something that could be a usable fuel, Curtiss and his colleagues needed to find a catalyst — a particular compound that could make carbon dioxide react more readily. When converting carbon dioxide from the atmosphere into a sugar, plants use an organic catalyst called an enzyme; the researchers used a metal compound called tungsten diselenide, which they fashioned into nanosized flakes to maximize the surface area and to expose its reactive edges.

Although the reaction to transform carbon dioxide into carbon monoxide is different from anything found in nature, it requires the same basic inputs as photosynthesis.

While plants use their catalysts to make sugar, the Argonne researchers used theirs to convert carbon dioxide to carbon monoxide. Although carbon monoxide is also a greenhouse gas, it is much more reactive than carbon dioxide and scientists already have ways of converting carbon monoxide into usable fuel, such as methanol. “Making fuel from carbon monoxide means travelling ‘downhill’ energetically, while trying to create it directly from carbon dioxide means needing to go ‘uphill,’” said Argonne physicist Peter Zapol, another author of the study.

Although the reaction to transform carbon dioxide into carbon monoxide is different from anything found in nature, it requires the same basic inputs as photosynthesis. “In photosynthesis, trees need energy from light, water and carbon dioxide in order to make their fuel; in our experiment, the ingredients are the same, but the product is different,” said Curtiss.

The setup for the reaction is sufficiently similar to nature that the research team was able to construct an “artificial leaf” that could complete the entire three-step reaction pathway. In the first step, incoming photons — packets of light — are converted to pairs of negatively-charged electrons and corresponding positively charged “holes” that then separate from each other. In the second step, the holes react with water molecules, creating protons and oxygen molecules. Finally, the protons, electrons and carbon dioxide all react together to create carbon monoxide and water.

“We burn so many different kinds of hydrocarbons — like coal, oil or gasoline — that finding an economical way to make chemical fuels more reusable with the help of sunlight might have a big impact,” Zapol said. Towards this goal, the study also showed that the reaction occurs with minimal lost energy — the reaction is very efficient. “The less efficient a reaction is, the higher the energy cost to recycle carbon dioxide, so having an efficient reaction is crucial,” Zapol said. According to Curtiss, the tungsten diselenide catalyst is also quite durable, lasting for more than 100 hours — a high bar for catalysts to meet.

The study, “Nanostructured transition metal dichalcogenide electrocatalysts for CO2 reduction in ionic liquid,” is published in today’s issue of Science. Much of the experimental work was performed at the University of Illinois at Chicago, while the computational work was performed at Argonne.

 

Kurios: Wetterstudie zu den letzten 20 Jahren wird von Grünen als Klima fehlgedeutet

Im Kundenmagazin ‘Centaur‘ von Rossmann erschien im April 2016 (Ausgabe 3 / 15. Jahrgang) auf Seite 71 und folgenden ein bemerkenswerter Beitrag zum Klimawandel. Verfasst wurde er von Prof. Dr. rer. nat Richard Pott, dem geschäftsführenden Leiter des Instituts für Geobotanik der Leibniz Uni Hannover. Den Text des Artikels können Sie hier nachlesen (in Minimal-Layout). Scrollen Sie hierzu zu Punkt 71. Im Folgenden einige Auszüge:

Klimawandel und die Bewahrung des Erdsystems – Ist die “Klimahysterie” unbegründet ?
[...] Liegen wir aktuell in der CO2-Diskussion richtig – ist das CO2 ein quasi finales Giftgas modernen Wirtschaftens ? Wie forciert Wasserdampf, das wichtigste Treibhausgas überhaupt, die Klimaerwärmung ? Gibt es eine globale Klimaerwärmung, ein so genanntes Global Warming ? [...] Paläo-Klima-Wissenschaftler haben daher Zweifel an einem ausschließlich von Menschen verursachten Klimawandel – betonen aber auch, dass der Einfluss des modernen Menschen auf eine globale Erwärmung durch die Emission von Treibhausgasen nicht voll kommen aus zu schließen ist. Es ist außerdem hin länglich bekannt, dass der Klimawandel seit den Anfängen der Erdgeschichte, dem Präkambrium, also seit mehr als 3 Milliarden Jahren, mit sich ständig verändernden Klimazonen in globaler Sicht so wie mit immer wieder kehrenden Warm- bzw. Kaltphasen offenbar eine Spielart einer natürlichen Ordnung ist. Ihr verdanken wir all die zyklischen oder periodischen Klimaveränderungen mit wieder kehrenden Abkühlungen und Erwärmungen in manchen Erdregionen. So wissen die Wissenschaftler heute durch Zahl reiche Messwerte, so genannte Paläoklima-Proxydaten, dass sich die Erde seit genau 2.588 Millionen Jahren in dem so genannten quartären Erdzeitalter befindet und dass unser Globus seit her allein in dieser Phase Zahl reiche Kaltzeiten erlebt hat, wo bei die sie trennenden Warmzeiten jeweils rund zehn Mal kürzer waren als die Kaltzeiten. Selbst innerhalb der Kaltzeiten gab es so genannte Zwischenwarmzeiten, welche das raue Klima kurzzeitig etwas freundlicher erscheinen ließen.

[...] Die Grundlagen dafür sind mit den so genannten “äußeren” und “inneren” Klimafaktoren zu beschreiben. Die Sonne ist ein Klimafaktor ersten Ranges und ihre Rolle als “Energiefabrik” ist immens: Sie strahlt nicht gleich mäßig wie eine Glühbirne, sondern ihre verschiedenen Sonnenfleckenzyklen und die Zwischenzeit geringerer Aktivität, die so genannten Interferenzen, haben offenbar das Klima auf der Erde bis in unsere jüngste Zeit bestimmt. Dunkle Stellen in der Lichthülle der Sonne in elfjährigen Zyklen sind die auffälligsten Anzeichen einer wechselnden Sonnenaktivität. Auch die Wirkungen der globalen Land-Meer-Verteilung heute und in der Erdvergangenheit so wie die Verschiebung der Kontinente hatten entsprechende Folgen für das Klima und sind weiter hin fundamentale Bestandteile von Klimaänderungen.

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Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 31. Juli 2016 über eine interessante Fleißarbeit des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages und eine bemerkenswerte Fehlinterpretation derselbigen durch die Grünen:

Klimawandel jetzt amtlich

[...] Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat in einer Studie die “Extremen Wetter- und Naturereignisse in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren” zusammengestellt. Für das Kompendium, das die Grünen in Auftrag gegeben haben, trugen die Experten Daten über Temperatur und Niederschläge seit 1881 zusammen, werteten Berichte des Deutschen Wetterdienstes und von Versicherungsunternehmen aus. Darunter auch die Kosten, die den Versicherungen durch die Überschwemmungen im vergangenen Mai und Juni in Süddeutschland entstanden sind. [...]

Denn extreme Ereignisse gehören seit Menschengedenken zum Wetter. Ist es also Zufall, was sich da zusammengebraut hat? Oder muss die Wetterkarte umgeschrieben werden? “Die Klimakrise ist real und bedroht uns auch in Deutschland”, sagt Oliver Krischer, Vize-Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag. “Wir sind mittendrin.” Belege dafür liefert der Wissenschaftliche Dienst zuhauf. So gab es 1970 in Deutschland gerade einmal acht Stürme, Waldbrände oder andere Naturkatastrophen, 1990 waren es bereits um die 17, 2010 dann fast 30. Auch die Temperatur steigt stetig, die Zahl der Tage mit mindestens 30 Grad wuchs von durchschnittlich drei auf inzwischen acht im Jahr. Sechs der zehn wärmsten Tage seit 1881 liegen in diesem Jahrhundert, im vergangenen Sommer wurde mit 40,3 Grad eine Rekordtemperatur für Deutschland gemessen. Gleichzeitig nehmen die Tage ab, an denen es friert.

Der entscheidende Satz ist “extreme Ereignisse gehören seit Menschengedenken zum Wetter“. In Wahrheit kann von einer Steigerung des Extremwetter im historischen Kontext keine Rede sein. Das sollte auch Oliver Krischer zur Kenntnis nehmen. Seine amateurhafte Aufzählung von deutschen Stürmen 1970 vs. 1990 ist einfach stümperhaft. Offenbar kennt er die Literatur nicht:

Waldbrände als Hinweis auf Klimawandel? Wohl kaum. Siehe:

Insgesamt gab es in den letzten Jahren sogar deutlich weniger Schäden als zuvor:

Sogar die MunichRe räumt ein, dass die Schadenssummen vor allem sozioökonomische Hintergründe haben:

Der erwähnte Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages ist als pdf hier verfügbar. Zu gerne wüssten wir die Autoren, die jedoch namentlich nicht erwähnt werden. Wer hat hier mitgeschrieben, MunichRe, PIK? Wir haben uns mir einer Anfrage an den Bundestag gewandt und hoffen hier im Sinne der Transparenz auf Aufklärung. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Man verwies auf die zitierten Quellen, wollte sich aber zu den Verfassern und Beratern nicht weiter äußern.

Insgesamt ist die Zusammenstellung wenig zielführend, da der abgedeckte Zeitraum von 20 Jahren nicht einmal das Grundkriterium für Klima (30 Jahre Mittelwerte) erfüllt. Kein Wort zur Erwärmungspause. Die angeblich sich steigenden Sturmtrends sind irreführend, da auf längere Sicht eher eine Abnahme der Stürme von der Kleinen Eiszeit hin zur Modernen Wärmeperiode zu verzeichnen ist. Ein Vergleich der Temperaturen, Dürren und Hitzetage mit der Mittelalterlichen Wärmeperiode unterblieb. Alles deutet auf eine grüne Auftragsarbeit hin, da realistische Kontextinformationen durchweg fehlen.Prädikat: Schwach.

 

Das Wettercafe in Innsbruck

Hier etwas für alle Leser in Innsbruck: Kennen Sie schon das Wettercafe in der Leopoldstraße 2? Hier kann man gemütlich seinen kleinen Braunen schlürfen und sich gleichzeitig vom Inhaber Mag. Christian Zenkl über das Wetter informieren lassen. Geöffnet Mo-Fr 09:30-00:00, Sa 20:00-00:00. Aus der Facebook-Beschreibung:

Gastronomisch achten wir auf eine eher begrenzte, aber sehr gut ausgewählte Karte. Ein Highlight ist sicher unser Augustiner Bier von Fass. Zusätzlich bietet der Wirt als ausgebildeter und erfahrener Meteorologe seine Dienstleistungen an.

Auf der Facebook-Seite gibt es zudem regelmäßige Beiträge zu Wetter und Klima. Einfach mal reinschauen.

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Am 20. Juli 2016 wurde beim Deutschlandfunk (DLF) wieder einmal die unappetitliche Verbandelung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) mit der deutschen Versicherungswirtschaft offenkundig gemacht:

Klimawandel: “Starke Zunahme der Schäden”
Starkregen hat diesen Sommer schwere Schäden verursacht – und es könnte noch schlimmer kommen: Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung rechnen mit doppelt bis viermal so schweren Flutschäden bis zum Ende des Jahrhunderts, erklärt Leitautor Fred Hattermann im DLF.

Lennart Pyritz: Bereits vor knapp zwei Jahren hatten Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, kurz PIK, eine Studie zu möglichen Hochwasserschäden in Deutschland unter Berücksichtigung des Klimawandels vorgelegt. Auftraggeber war der Gesamtverband der Deutschen Versicherer. Diese Studie haben die Experten nun noch einmal überarbeitet. Leitautor beider Veröffentlichungen ist Fred Hattermann vom PIK. Mit ihm habe ich vor der Sendung telefoniert. Derzeit liegen die jährlichen Schadenskosten in Deutschland bei etwa 500 Millionen Euro. Meine erste Frage am Telefon war nun: In welchem Ausmaß müssen wir uns künftig in Deutschland auf Flutschäden einstellen?

Fred Hattermann: Auf unseren Computersimulationen sehen wir, dass es im günstigen Fall zu einer Verdopplung bis zum Ende des Jahrhunderts kommt und im ungünstigeren Fall im Mittel bis zu einer Vervierfachung. Günstig bedeutet es, dass wir eben Vorsorge betreiben insofern, als dass der Klimawandel nicht so stark ausfällt und im ungünstigen Fall hätten wir dann eine Temperaturzunahme, die so bis zu 4,5 Grad ginge hier. Und das wäre dann wirklich auch mit einer starken Zunahme der Schäden bis zu einer Vervierfachung verbunden.

Weder der DLF noch die PIK Leute selbst scheinen jedoch zu realisieren, dass hier ein ganz und gar unhaltbarer Interessenskonflikt zwischen ökonomischen Zielen und der Unabhängigkeit von Wissenschaft vorliegt, der die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit des PIK ganz grundsätzlich in Frage stellt. Man muss sich nur vorstellen was los wäre, falls AGW-skeptische Wissenschaftler genauso hemmungslos mit der Öl- oder Kohle-Industrie ins Bett gingen… PIK-Forscher Hattermann war sogar so dreist oder so naiv, auch noch pflichtschuldigst einen Werbespruch für seine Geldgeber ins Mikrofon zu flöten:

Pyritz (DLF): Mit welchen Maßnahmen lässt sich den steigenden Überschwemmungsgefahren denn nun entgegensteuern?

Hattermann: Da gibt es eine ganze Facette von Maßnahmen. Das kann einmal persönlich sein, also dass die Leute auch wirklich auf Hochwasserwarnungen hören, was auch nicht immer der Fall ist, dass sie private Vorsorge treffen, also sich zum Beispiel versichern.”

Das Schlimmste: Aus wissenschaftlicher Sicht führt eine wärmere Atmosphäre keineswegs automatisch zu verstärkten Niederschlägen oder extremen Niederschlägen.

Schon länger macht das PIK gemeinsame Sache mit der Versicherungsindustrie, weshalb schreitet niemand ein?

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Anlässlich der Beendigung der Weltumrundung von Solar Impulse 2 hat SRF im Juli 2016 zwei Beiträge verfasst. In einer Grafik wird interessanterweise auch zugegeben, dass das Flugzeug vor allem ein Segelflugzeug mit Hilfsmotoren ist, denn die stundenlangen täglichen Segelflugphasen werden klar deklariert. An anderer Stelle wird das alte Märchen wiederholt, dass das Flugzeug keinen Treibstoff benötigen würde. Zitat

“Der aus Karbonfasern gebaute Flieger mit einer Spannweite von 72 Metern kommt ohne Treibstoff aus.”

In Wirklichkeit wäre die ganze Unternehmung ohne die ständige Begleitung durch zwei kerosin-betriebene Flugzeuge gar nicht möglich gewesen, wie schon NTZ vor über einen Jahr klarstellte.